Person sitzt am Steuer eines Autos.

Nicht zu vernachlässigen: Die Fahrerunterweisung

Mindestens einmal jährlich ist ein Fahrzeughalter dazu verpflichtet eine Fahrerunterweisung durchzuführen. Dennoch wird dieses Thema wegen Zeitmangel häufig vernachlässigt. Die Folgen: höhere Fahrunsicherheit, größeres Unfallpotenzial und letztendlich steigende Versicherungskosten. Kosten reduzieren ist jedoch nicht der einzige Grund, weshalb die Fahrerunterweisung ernst genommen werden sollte — sie ist zudem gesetzlich vorgeschrieben.

Das Gesetz gibt Sicherheit und Gesundheitsschutz vor

Gemäß dem Arbeitsschutzgesetz und der Betriebssicherheitsverordnung sind Unternehmen dazu verpflichtet, ihre Mitarbeiter ausreichend über Gefahren am Arbeitsplatz zu schulen. So sieht Paragraf 12 des Arbeitschutzgesetzes folgendes für die Mitarbeiterunterweisung vor:

Der Arbeitgeber hat die Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit während ihrer Arbeitszeit ausreichend und angemessen zu unterweisen. Die Unterweisung umfaßt Anweisungen und Erläuterungen, die eigens auf den Arbeitsplatz oder den Aufgabenbereich der Beschäftigten ausgerichtet sind. Die Unterweisung muß bei der Einstellung, bei Veränderungen im Aufgabenbereich, der Einführung neuer Arbeitsmittel oder einer neuen Technologie vor Aufnahme der Tätigkeit der Beschäftigten erfolgen.

Es wird klar: Motivation und Zweck einer Unterweisung müssen bei der Sicherheit und Gesundheit des Mitarbeiters liegen. Die Geschäftsführung liegt grundsätzlich in der Verantwortung die Unterweisung durchzuführen. Die Aufgabe kann aber auf beliebige Mitarbeiter – wie einen Fuhrparkverantwortlichen – übertragen werden. Ist die Verantwortlichkeit geklärt, muss die Mitarbeiterunterweisung nach Gesetz mindestens einmal jährlich stattfinden. Bei Neueinstellung, neuem Arbeitsplatz (dazu zählt auch ein Dienstwagen) oder neuer Tätigkeit ist das Unterweisen der Mitarbeiter zusätzlich Pflicht. Häufige Rückfragen der Fahrer sollten einen weiteren Anlass zur Auffrischung geben.

Die Gefährdungsbeurteilung als Basis

Die Grundlage einer sinnvollen Fahrerunterweisung ist die Gefährdungsbeurteilung. Man merke: Das Gesetz legt Gewicht auf Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter. Bestehende Gefahren im Fuhrpark sollten somit den zentralen Inhalt Ihrer Unterweisung bilden. Ein Dienstwagen – egal, ob private Nutzung gestattet ist oder nicht – ist ebenso ein Arbeitsmittel des Unternehmens und muss dementsprechend arbeitssicher sein. Die Fahrerunterweisung geht damit Hand in Hand mit den Unfallverhütungsvorschriften (UVV).

Wichtig ist, dass Sie Ihre Fahrerunterweisung, beginnend mit der Gefährdungsbeurteilung, genau dokumentieren. Es muss für Außenstehende nachvollziehbar sein, wie Sie Gefahren beurteilen, welche Maßnahmen Sie aus diesen ableiten und wie Sie Fahrer schließlich unterweisen. Seien Sie gründlich: Nicht nur offensichtliche Gefahren gehören in die Gefährdungsbeurteilung, sondern auch Punkte wie Parkplatzkennzeichnung und -beleuchtung und ein sicherer Fußgängerweg vom Parkplatz zum Arbeitsplatz. Je nach Fahrzeug gibt es unterschiedliche Punkte, die der Fahrer für eine reibungslose Nutzung wissen sollte: Von Schaltungsart über Stauplatz der Sicherheitsausrüstung bis zum Kraftstofftyp und zur Ladungssicherung.

Fahrerunterweisungen richtig dokumentieren

Jede Fahrerunterweisung sollte schriftlich dokumentiert sein, sodass jederzeit nachgewiesen werden kann, dass der gesetzlichen Pflicht Folge geleistet wurde. Folgendes ist zu beachten:

1. Die Mitarbeiterschulung muss persönlich durchgeführt werden. Das bloße Aushändigen von Unterlagen gegen eine Unterschrift des Mitarbeiters ist nicht ausreichend.

3. Zeit, Ort, Inhalt der Unterweisung und Name der durchführenden Person sowie aller Teilnehmer sind festzuhalten. Nicht erforderlich, aber sicherlich nicht hinderlich, sind die Unterschriften der Teilnehmer

6. Die Dokumente sollten bestenfalls fünf Jahre, aber mindestens bis zur nächsten Betriebsprüfung aufgehoben werden. Einen gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum gibt es nicht, allerdings müssen Sie im Zweifel einen Nachweis liefern können.

7. Mit stichprobenartigen Erfolgskontrollen kann überprüft werden, ob der Unterweisungsinhalt verinnerlicht worden ist. Jeder Mitarbeiter ist unterschiedlich und Sie können nicht davon ausgehen, dass jeder Fahrer Ihre sorgfältige Unterweisung auch Punkt für Punkt im Gedächtnis behält.

5. Eine Vorgabenliste, die alle erforderlichen Punkte enthält, kann dabei helfen den Überblick zu behalten.

2. Bei elektronischen Lösungen gibt es eigene Vorschriften, über die Sie sich bei Nutzung einer Software informieren sollten.

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