Interview mit bfp FUHRPARK & MANAGEMENT zur Nachhaltigkeit im Fuhrpark

Das Thema Nachhaltigkeit und E-Mobilität gewinnt vermehrt Aufmerksamkeit im Fuhrpark. In einem Interview mit bfp FUHRPARK & MANAGEMENT haben wir die Thematik einmal genauer betrachtet, um herauszufinden, wie Betriebe die Nachhaltigkeit angehen können.

bfp FUHRPARK & MANAGEMENT gilt als wichtige Anlaufstelle für Fuhrparkleiter, um Informationen rund um den Fuhrpark und die komplette betriebliche Mobilität zu erhalten. Die Medienmarke besteht aus dem Printmagazin bfp FUHRPARK & MANAGEMENT, der dazugehörigen Online-Plattform fuhrpark.de, der bfp AKADEMIE sowie dem jährlichen bfp FORUM. Clemens Noll-Velten und Christian Frederik Merten agieren hierbei als Chefredakteure für Print und Online. 

Christian Frederik Merten
Christian Frederik Merten
Clemens Noll-Velten
Clemens Noll-Velten

Interview mit dem bfp

Gewinnt das Thema Nachhaltigkeit im Fuhrpark eine größere Bedeutung? Wächst das Bewusstsein für die Umwelt und den Klimawandel?

Clemens Noll-Velten: Ein gesteigertes Interesse an alternativen Mobilitätslösungen und besonders an E-Mobilität ist erkennbar. Unternehmen beschäftigen sich verstärkt mit diesen Themen. Grundsätzlich hat die Nachhaltigkeit immer zwei Dimensionen: Umweltschutz und Kosten. Das kann dann auch zur Folge haben, dass das Interesse an Elektrofahrzeugen nicht immer auch in deren Anschaffung mündet. Bezüglich Plug-in-Hybriden ist zu sagen, dass die Nachfrage auch durch User-Chooser getrieben ist, die in den Genuss eines Steuervorteils kommen möchten.

Spielt das Thema eher bei größeren oder kleineren Fuhrparks eine Rolle? Und warum denken Sie, ist das so?

Christian Frederik Merten: Das Interesse lässt sich schwer an Fuhrparkgrößen festmachen. Grundsätzlich verfügen größere Unternehmen sicherlich über mehr Ressourcen zur Einführung einer ganzheitlichenE-Mobilitätsstrategie, wie z. B. den Aufbau einer professionellen Ladeinfrastruktur, die Durchführung von Fahrprofilanalysen und das Controlling. Dagegen sind kleinere Unternehmen manchmal schneller in der Entscheidung und Umsetzung.  

Wo sehen Sie Hindernisse bei der Förderung von Nachhaltigkeit im Fuhrpark?

Clemens Noll-Velten: Finanziell gesehen hat die Bundesregierung sicherlich schon großzügige Fördermaßnahmen auf den Weg gebracht. Das gilt für das Produkt, aber auch für die Ladeinfrastruktur. Hier gibt es auch viele regionale Förderprojekte. Mit Blick auf das Thema E-Mobilität sehen wir deshalb derzeit vor allem folgende Hindernisse: die Intransparenz der Strompreise an Ladesäulen sowie die Frage, wo Mitarbeiter/innen laden können, die eben nicht über eine Ladeinfrastruktur am Eigenheim verfügen, sondern in der Großstadt ohne festen Stellplatz für das Fahrzeug und ohne Ladesäule in Laufnähe.

Welche Maßnahmen können Fuhrparkleiter im Fuhrpark implementieren, um Nachhaltigkeit zu fördern? Spielt dabei vor allem die Beschaffung eine Rolle oder gibt es andere Möglichkeiten?

Christian Frederik Merten: Die Aufklärung der Mitarbeiter ist ein Schlüssel zum Erfolg. Ein zweiter sind detaillierte Analysen im Vorfeld der Beschaffung: Wann lohnt sich ein E-Auto und wann nicht? Für welches konkrete Fahrprofil? Lohnen sich die Plug-in-Hybride in der Theorie und werden eingekauft, muss es darum gehen, dass die Fahrer/innen das Auto auch wirklich laden und nicht nur im Verbrennermodus fahren. Hier haben Fuhrparkmanager vor allem mit der Nutzervereinbarung einen Hebel, mit dem sie dieses Ziel erreichen können. Zum Beispiel durch ein Bonus Malus System. Das bedeutet aber eine regelmäßige Kontrolle, ob die Vorgaben auch eingehalten werden. Das ist der wichtigste Punkt neben der Beschaffung.

Sehen Sie einen Trend zur E-Mobilität hin?

Clemens Noll-Velten: Das Interesse steigt sicherlich. Die Kernfrage dabei ist jedoch: Wandelt sich das Interesse nachhaltig auch in eine konkrete Nachfrage, weil E-Mobilität zum persönlichen Mobilitätskonzept passt? Ansätze dafür sind grundsätzlich zu sehen.

Wo sehen Sie die Vorteile, alternative Antriebsmöglichkeiten wie z. B. Elektroautos im Fuhrpark zu integrieren? Wie können Unternehmen davon profitieren?

Christian Frederik-Merten: Wir sehen heute vor allem zwei Faktoren, wie Unternehmen von der Einführung alternativer Antriebe profitieren können. Zum einen positionieren sie sich als modernen Arbeitgeber und steigern ihr Unternehmensimage. Außerdem lassen sich oft auch Kostenoptimierungspotenziale realisieren. Voraussetzung dafür ist aber immer die professionelle Planung und Analyse im Vorfeld der Anschaffung.

Wie können Fuhrparks ohne Erfahrung mit Elektromobilität am besten das Thema in Angriff nehmen?

Clemens Noll-Velten: Fuhrparkverantwortliche können sich bei uns über unser Fachmagazin bfp FUHRPARK & MANAGEMENT und auf fuhrpark.de informieren und erhalten eine gute Übersicht und Best-Practice-Beispielen von anderen Fuhrparkmanagern zum Thema E-Mobilität.  Unter anderem bieten wir unseren Leserinnen und Lesern regelmäßig themenspezifische Marktübersichten an. Auch wer sich mit dem Thema E-Mobilität beschäftigt, findet dort unter den Anbietern Ansprechpartner, die bei der Planung und Umsetzung individuell beraten.

Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen zu diesem Thema bietet meist den besten Mehrwert. Hierzu eignet sich der bfp circle auf Xing, der Fuhrpark-Community, zu der nur Fuhrparkverantwortliche Zutritt haben.  Einen sehr guten Überblick und Gelegenheit sich direkt mit Fuhrparkmanagern und Ausstellern auszutauschen bietet das bfp FORUM am 10. Und 11. November in Frankfurt.

Christian Frederik Merten: Wichtig ist dabei vor allem, sich selbst im Klaren zu sein, welche Fahrprofile in der Praxis anfallen. Nur dort, wo sich E-Mobilität lohnt, sollte sie auch umgesetzt werden. Für Paketdienste z.B., die pro Tag 70 km fahren, ist sie sicherlich eine Option. Für Vertriebler im Außendienst ist der Diesel weiter erste Wahl. Es kommt also auf die konkrete Nutzungssituation an. 

Gibt es Maßnahmen, die BFP ergreift, um E-Mobilität und Nachhaltigkeit zu fördern?

Clements Noll-Velten: Die Themen Nachhaltigkeit und E-Mobilität stehen bei bfp FUHRPARK & MANAGEMENT ganz oben auf der Agenda. Wir informieren nicht nur regelmäßig in Print-Ausgaben und online auf fuhrpark.de über alle Themen rund um die E-Mobilität und nachhaltige betriebliche Mobilität. Auch auf dem bfp FORUM im Herbst zählen die Themen E-Mobilität und Neue Mobilität neben dem Fuhrparkmanagement zu den drei Leitthemen der Messe. Denn wir sind der Meinung, dass die betriebliche Mobilität mit ihrer Marktmacht ein Schlüssel zur Verkehrswende ist.

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Diensträder im Fuhrpark: Leasing vs. Kauf

Viele Betriebe stehen vor der Frage, ob Sie Dienstfahrräder lieber leasen oder kaufen sollten. Welchen Unterschied es gibt und was Unternehmer beachten sollten – wir wissen es.

Soll ich leasen oder besser kaufen? Ähnlich wie beim Dienstwagen stellt sich auch beim Dienstfahrrad die zentrale Frage, was sich mehr lohnt. Vor allem deshalb, weil sich in kürzester Zeit ein beachtlicher Markt an Leasingfirmen für Fahrräder etablieren konnte: JobRad, Bike-leasing, Mein-Dienstrad.de oder Company Bike Solutions sind einige der größeren Player am Markt. Was jedoch nun die bessere Alternative ist, hängt auch mit persönlichen Vorlieben zusammen. Es gibt drei Möglichkeiten, wenn der Arbeitgeber dem Mitarbeiter ein Dienstrad zur Verfügung stellt:

  • Der Kauf eines Dienstfahrrads.
  • Das Leasing mit Übernahme der kompletten Leasingraten durch den Arbeitgeber.
  • Das Leasing mit Übernahme der kompletten Leasingraten durch den Arbeitnehmer.

Der Kauf eines Dienstfahrrads

Hier kauft der Arbeitgeber das Fahrrad und überlässt es seinem Mitarbeiter zusätzlich zum Gehalt. Den Nettopreis des Fahrrads kann der Arbeitgeber über sieben Jahre abschreiben – und erhält die Mehrwertsteuer zurück. Der Arbeitnehmer radelt dadurch kostenlos. So weit, so gut. Wer als Arbeitgeber vielen Beschäftigten Diensträder kauft, sollte mit Investitionen im fünfstelligen Eurobereich rechnen. Nicht jeder kann das einfach stemmen. Zusätzlich muss sich die Firma um Versicherung, Wartung, und die vertragliche Regelung eines Überlassungsvertrags kümmern. Dafür ist das Unternehmen Eigentümer. Sollte man nach einiger Zeit merken, dass ein E-Bike nicht gefällt, dann wird man es schnell wieder verkaufen können.

Leasing des Fahrrads durch den Arbeitgeber

Wer sich für die Variante des Leasings entscheidet, hat zuerst mal einen entscheidenden Vorteil: Sofortige hohe Ausgaben entstehen nicht. Das Kapital bleibt in der Firma und lässt sich für andere notwendige Investitionen nutzen. Das kann gerade für Start-ups interessant sein. Nach Berechnungen von Jobrad soll eine Dienstrad-Finanzierung bis zu 40 Prozent günstiger sein als ein normaler Kauf. Und es gibt noch weitere Pluspunkte. Verwaltung, Versicherung und Wartung übernimmt der Anbieter der Leasingfahrräder. Hat sich der Angestellte für ein Modell entschieden, least der Arbeitgeber das Rad in der Regel für einen Zeitraum von 36 Monaten und überlässt es dem Mitarbeiter zur beruflichen und privaten Nutzung. Und er übernimmt die Leasingkosten. Details zur Nutzung sollten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Überlassungsvertrag, den die Anbieter aufsetzen, geregelt werden. Da der Chef allein die Kosten für das Dienstfahrrad trägt, muss der geldwerte Vorteil, den der Arbeitnehmer durch die private Nutzung hat, nicht versteuert werden.

Leasing mit Gehaltsumwandlung

Eine weitere Möglichkeit ist das Dienstradleasing per Gehaltsumwandlung. Bei einer Gehaltsumwandlung oder Barlohnumwandlung entscheidet sich der Arbeitnehmer, einen Teil des vertraglichen Arbeitsentgelts nicht in bar, sondern als Sachbezug zu erhalten. Der Arbeitgeber behält monatlich einen Betrag des Bruttogehalts vom Mitarbeiter ein und bedient damit die Leasingrate. Dadurch verringert sich das zu versteuernde Einkommen sowohl für den Arbeitnehmer als auch den Arbeitgeber. Da man das Dienstrad auch in der Freizeit nutzt, ist der geldwerte Vorteil zu versteuern. Seit 2020 ist dieser für E-Bikes bis 25 km/h und Fahrräder auf 0,25 Prozent festgesetzt.

Bike leasen: Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile:

  • Je nach Fahrradpreis, Arbeitgeberanteil, Höhe des Einkommens und Steuerklasse, sparen Unternehmen 15 bis 40 Prozent sparen im Vergleich zum Kauf.
  • Viele Leasinggeber bieten zum Leasingvertrag auch die Wartung an.
  • Am Ende der Vertragslaufzeit kann man das Rad für wenig Geld kaufen oder bekommt neues. 

Nachteile:

  •  Langfristige Zahlungsverpflichtungen sowie Vertragsbindung.
  • Mögliche eingeschränkte Auswahl an Fahrrädern

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Mobilität nach der Krise: Was wird Corona ändern?

Nahezu alle Bereiche des Lebens werden durch die Corona-Pandemie beeinflusst – besonders im Bereich des Verkehrs. Bereits jetzt hat sich das Mobilitätsverhalten stark verändert. Das gilt auch für unsere Zukunft.

Ein winziger Virus hat das gesamte Leben auf den Kopf gestellt und wird auch unsere zukünftige Mobilität ein Stück weit verändern. Das meint jedenfalls das Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). In einer aktuellen Studie haben sie untersucht, wie sich die Corona Krise auf das Mobilitätsverhalten der deutschen Bevölkerung auswirkt. Die Forscher interessierten sich dafür, welche Verkehrsmittel die Befragten in der Krise nutzen und wie wohl sie sich dabei fühlten. „Es ist eindeutig, dass die Corona-Pandemie unser Mobilitätsverhalten grundlegend verändert. Insbesondere die öffentlichen Verkehrsmittel müssen eine Durststrecke überbrücken und brauchen Unterstützung. Vieles weist darauf hin, dass Auto und auch Fahrrad als Gewinner aus der Krise hervorgehen werden“, erklärt Prof. Barbara Lenz, Direktorin des DLR-Instituts für Verkehrsforschung.

Personennahverkehr verliert dramatisch

Während des kompletten Corona-Lockdowns hat sich das Kfz-Verkehrsaufkommen stark reduziert. Je nach Region ist die Auslastung des öffentlichen Personennahverkehrs um 50 bis 80 Prozent geschrumpft, so der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Auch die E-Scooter-Anbieter Lime und Bird haben ihre Dienste in Europa komplett eingestellt, nachdem die Nutzerzahlen um bis zu 80 Prozent zurückgegangen sind. 2020 könnte ein Jahr werden, in dem Lime, Bird und andere Anbieter kaum Geld verdienen. Einige Firmen werden deshalb vermutlich vom Markt verschwinden.

Pkw ist Gewinner beim Wohlfühlfaktor

Wenn es um den Wohlfühlfaktor geht, weist der privat genutzte PKW gegenüber anderen Verkehrsmitteln in der jetzigen Zeit einen deutlichen Vorteil auf. Fast alle Befragten gaben an, sich im Auto wohler oder genauso wohl zu fühlen wie vor der Krise. Das ist bei keinem anderen Verkehrsmittel der Fall. Auch der Bundesverband des Fuhrparkmanagements prophezeit eine Veränderung im Mobilitätsverhalten – allerdings in den Fahrzeugflotten von Firmen. Der Verband vertritt die Meinung, dass die Bedeutung von Elektroautos in Firmenflotten zunehmend wachsen wird. 

Das Thema alternative Antriebe ist in den Fuhrparks angekommen und wird auch ernsthaft verfolgt

Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement Tweet

Schritt für Schritt zur E-Mobilität

Der Weg zur E-Mobilität in Unternehmen ist noch lang. Laut einer aktuellen Erhebung der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) verfügen gerade mal vier Prozent aller Firmen über Elektrofahrzeuge – das sind genauso viele wie vor einem Jahr. 

Ich glaube, dass wir in den nächsten ein, zwei Jahren eine deutliche Entwicklung sehen werden.

Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement Tweet

Von heute auf moregn ließen sich die Flotten nicht umstellen. Warum der Weg zu Elektroautos in den Fuhrparks noch lang sein wird, sei auch eine Frage der Psychologie. Weil das nötigste Fachwissen fehlt, sind Betreiber von Fuhrparks eher skeptisch gegenüber E-Autos eingestellt. Besonders Themen wie Handhabbarkeit, Planbarkeit und Reichweite spielen eine große Rolle und stellen gleichzeitig Hürden dar.

E-Autos sind wirtschaftlich

LadestationStärkere Batterien, längere Reichweiten und bessere Wartung: Elektroautos können mittlerweile auch unter wirtschaftlichen Aspekten beim Einsatz in Firmenflotten mithalten. Trotzdem werden Verbrennungsmotoren weiterhin Bestandteil von Flotten sein. Noch gelten sie als unumgänglich, wenn es um längeren Strecken geht. Kein Wunder, dass laut Deutscher Automobil Treuhand die Diesel-Quote in Firmenflotten aktuell bei 80 Prozent liegt. Im Gegensatz zu reinen Elektrofahrzeugen sind Hybrid-Autos stärker in Firmenflotten vertreten. Weil diese vor allem im Verbrenner-Modus genutzt werden, rechnet sich ein Hybrid-Fahrzeug kaum – und das trotz steuerliche Vorteile.

Neue Trends durch Corona

Die Krise begünstigt Trends, etwa die breitflächige Etablierung von Home-Office-Arbeit, die zukünftig Bestandteil jeder Unternehmenskultur wird. Zusätzlich entstehen viele weitere Trends:

Individuelle Mobilität statt ÖPNV

Vor der Krise galt der ÖPNV als Heilsbringer, nicht zuletzt wegen des geringen CO2-Ausstoßes. Mittlerweile gehen viele Verkehrsexperten davon aus, dass das ÖPNV-Angebot in Deutschland sich verkleinern wird. Viele nicht kommunale Bus- und Bahnunternehmen werden vermutlich ihren Betrieb einstellen müssen. Der Zulauf für Shared Mobility-Angebote könnte sich ebenso verringern, weil Menschen es vermeiden in nicht desinfizierte Fahrzeuge zu steigen. Das eigene Auto bleibt die Nummer eins. Auch Anbieter wie Moia oder Clevershuttle werden die Krise selbst nach dem Shutdown noch deutlich spüren.

Fahrräder mit Nutzungszuwachs

Elektrofahrrad steht auf Straße vor roter Tram
Elektrofahrräder sind voll im Trend.

Viele Menschen mit und vor allem ohne Auto sind auf das Fahrrad umgestiegen. Unter anderem deshalb, weil der öffentliche Nahverkehr in einigen Regionen fast vollkommen eingestellt wurde. Professor Stefan Gössling, Gründer des Mobilitätsforschungsinstituts „Transportation Think Tank“ (T3), sieht in der Corona-Krise sogar die Chance, das Fahrrad als Hauptverkehrsmittel zu etablieren. So sehen das auch Vertreter der Zweirad-Branche: „Wir erleben derzeit einen enormen Run auf die Fahrradläden. Ohne von einem Gewinner der Krise reden zu wollen, muss man festhalten, dass das Fahrrad gerade einen besonderen Moment erlebt”, bestätigt David Eisenberger, Leiter Marketing und Kommunikation beim Zweirad-Industrie-Verband, der etwa 100 Unternehmen der Fahrradindustrie vertritt. Neben denen, die ohnehin eine Neuanschaffung geplant hätten, gebe es auch viele Kunden, die das Rad für sich wieder entdeckten.

Großer Umsatz mit E-Bikes

Freiheit ohne Maskenpflicht bietet das Fahrrad. Man kommt virenfrei zur Arbeit und das Dauertreten stärkt Immunsystem sowie Lungen. Ein Grund, warum der Markt boomt. Im vergangenen Jahr erzielten Fahrräder und vor allem die immer beliebteren E-Bikes gut 4,2 Milliarden Euro Umsatz – 34 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Plus ging vor allem auf die hochpreisigen E-Bikes zurück, deren Verkäufe um rund dreißig Prozent zugenommen haben. Vielleicht ein Zeichen für die Zukunft.

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E-Mobilität: Machbarkeitsleitfaden für den Fuhrpark

Viele Wege führen zum sauberen Strom. Man muss nur wissen wie. Mit der richtigen Planung lässt sich die Elektromobilität wirtschaftlich sinnvoll in gewerbliche Flotten integrieren.

E-Mobilität: So rüsten Sie gezielt um

Leise und wartungsfreie Fahrzeuge. Dazu noch umweltfreundlich, sparsam und staatlich gefördert – viele Fuhrparkleiter träumen von einer Flotte mit Elektroautos. Allerdings schreckt der Aufwand die Verantwortlichen häufig von der Umsetzung ab. Denn die Entscheidung für E-Autos im Firmenfuhrpark ist unmittelbar mit der Frage nach einer effizienten Ladeinfrastruktur verbunden. Es braucht Zeit und fachlichen Rat, um sich mit der neuen Unternehmensmobilität auseinander zu setzen. Die alles entscheidende Frage lautet jedoch, wann die Umstellung des Fuhrparks auf Elektroautos Sinn ergibt.

Motive für E-Mobilität klären

Auf jeden Fall will die Umstellung gut geplant sein und Unternehmen sollten sich über ihre Motive klarwerden. Wer vor allem aus ökologischen Gründen auf Elektroautos umsteigen möchte, muss seine Fahrzeuge nur mit Strom aus regenerativen Energiequellen laden. Sonst gibt es bei der ökologischen Gesamtbilanz des Fahrzeugs kaum einen Unterschied zum Verbrennungsmotor. Ein weiterer Punkt auf dem Weg zur E-Mobilität ist eine ausreichende Analyse des Fuhrparks. Kann ich Mitarbeitern ein perfektes Fortbewegungsmittel für die persönlichen Bedürfnisse zur Verfügung stellen? Reichen Komfort und Reichweite aus? Wo gibt es Potenziale für Kosteneinsparungen und in welchen Bereichen ist die Umstellung auf Elektrofahrzeuge sinnvoll? Nur wer aufgrund dieser Erfahrungen plant, kann wichtige Erkenntnisse für die Umstellung ableiten.

Ladeinfrastruktur ist wichtig

Wo tanke ich meine E-Autos im Fuhrpark schnell auf? Am besten dort, wo das Auto steht, also am Firmenstandort, unterwegs oder am Wohnort des Mitarbeiters. Wer sich eMobility-as-a-Service auf seine Fahnen schreibt, sollte Lade-, Flotten- und Infrastrukturmanagement so zusammenführen und automatisieren, dass sich IT-Systeme in Zukunft in verschiedene digitale Ökosysteme einbinden lassen. So lässt sich Elektromobilität am besten und ohne viel Aufwand in bestehende Fahrzeugflotten integrieren.

Ladelösungen für alle Fahrzeuge

Weil der Fuhrpark häufig aus vielen Fahrzeugen besteht, die alle unterschiedlichsten Ladebedarf haben, entsteht auch ein spezielles Ladeprofil. Einige Fahrzeuge müssen schnell geladen werden, Transporter wiederum lassen sich bequem über Nacht elektrisch aufladen. Tanken geht aber auch zu Hause an der eigenen Wallbox, während die Energie-Abrechnung über das Unternehmen läuft. Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, muss die ständige Funktionsfähigkeit der Ladestationen gewährleistet sein. Aber auch wer zu welchem Zeitpunkt wieviel geladen hat, ist wichtig. Damit alle Informationen gebündelt erfasst werden, benötigt der Fuhrpark intelligente Ladelösungen.

Welche Ladestation ist die Richtige?

Ladestationen auf Parkplatz
Frei öffentliche Ladestationen auf einem Unternehmensparkplatz.

Fuhrparkmanager haben die Qual der Wahl bei Ladestationen: Ob Wallbox oder Multi-Stations-System mit Highspeed – die optimale Lösung hängt immer von verschiedenen Faktoren ab. Betreibern kleinerer Fuhrparks mit bis zu fünf Elektrofahrzeugen reichen zwei bis drei Ladestationen ohne IT-Intelligenz aus. Sie lassen sich in die Ladestationen der vorhandenen Hausinstallation integrieren. Für größere Fuhrparks mit intelligenter IT-Lösung gilt:

• Wie lässt sich die vorhandene Infrastruktur nutzen?

• Wie viele Fahrzeuge sollen gleichzeitig schnell aufgetankt werden?

• Welche elektrische Leistung steht am Standort zur Verfügung?

• Welche Investitionssumme kommt auf mich zu?

Wie bei den meisten Systemen eignet sich nicht jede Hardware für alle Flotten. Im wesentliche hängt die Ladezeit ab vom verbauten Ladegerät im E-Auto. Die Spanne liegt hier bei einer Leistung zwischen 3,7 kW bis 50 kW – bei High-Power-Charging (HPC)-Netzwerk mit Ladeleistungen sogar bis zu 350 kW. Die Integration von Photovoltaik schafft noch zusätzliches Sparpotenzial.

Verantwortlichkeiten klären

Betreibt ein Unternehmen seine Ladestation nicht selbst, kann der Betrieb ganzheitlich an spezialisierte Ladenetzbetreiber ausgelagert werden. Das hat den Vorteil eines ständigen technischen Supports mit vielen Vorteilen. Installation, Inbetriebnahme, Wartung, Monitoring oder die Kundenhotline sind nur einige der wichtigsten Vorteile. In diesem Fall liegt die Verantwortung zwar außerhalb des Betriebs, dafür wächst aber die Zuverlässigkeit beim Einsatz durch kontinuierlichen Service.

Verrechnung und Zuordnung

Um einzelne Ladevorgänge den richtigen Kostenstellen zuzuordnen und Verbrauchsdaten und Kilometerstände zu erfassen, braucht es ein zuverlässiges Management. So sollten Verantwortliche festlegen, wer laden darf und wie die Ladestation freigeschaltet wird. Ein Zugangsschutz via RFID-Karte macht sich gerade in Gemeinschaftsgaragen oder gemischten Firmenparkplätzen bezahlt. Dadurch wird gewährleistet, dass die Ladestation nur von berechtigten Personen benutzt werden kann. Sinnvoll ist zusätzlich ein vernetzter Abrechnungsservice für Gäste. Aber auch Fahrern eines elektrischen Firmenwagens ermöglicht dieser Service den geladenen Strom zuhause, ohne Aufwand mit dem Arbeitgeber abzurechnen.

Leitfaden für Umsteiger auf E-Mobilität

Die ausführliche Analyse ist das wichtigste Instrument, um herauszufinden, ob sich der Umstieg auf Elektrofahrzeuge wirtschaftlich dauerhaft lohnt. Die wichtigsten Punkte haben wir für Sie zusammengetragen:

  1. Beratung suchen: Einige Bundesländer bieten kostenlose und ausführliche Beratungstermine zum Umstieg. Besprochen werden u.a. Vorteile der Elektromobilität, Identifizierung von Potenzialen im Unternehmen zur Integration von E-Mobilität, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und Fördermöglichkeiten.
  2. Auslastung überprüfen: Schaut man sich die Fahrtenbücher an, wird klar, wie hoch die Auslastung ist. Daraus ergibt sich, welche Fahrzeuge problemlos eingespart werden können.
  3. Analyse: Es ist ratsam, grundlegende Daten zu erheben wie Standorte der Fahrzeuge, Nutzungszeiten und Länge der täglichen Strecken.
  4. Infrastruktur checken: Welche Fahrzeuge können mit welchen Ladelösungen kurz-, mittel- und langfristig elektrifiziert werden? Dazu muss klar sein, welche Reichweiten nötig sind und wie schnell sich die Akkus aufladen lassen.
  5. Sanfte Umsetzung: Als Testballon hat sich die stufenweise Einführung von E-Autos an einem Standort bewährt. Nach erfolgreicher Testphase können weitere Standorte umgerüstet werden.
  6. Der Mix macht’s: Auch die Integration von Carsharing und Fahrrädern ist sinnvoll.
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Tipps für eine nachhaltigere Fuhrpark-Strategie

Im Unternehmen lässt sich mit wenig Aufwand der ökologische Fußabdruck deutlich verringern, indem man die Firmenflotte nachhaltig ausrichtet. Wie das am besten funktioniert, stellen wir Ihnen hier vor.

Grün fährt vor​

Die nachhaltige Mobilitätswende kommt laut einer aktuellen Studie von Statista langsam ins Rollen: Im Jahr 2019 wurden in Deutschland mit rund 63.300 Elektrofahrzeugen so viele Pkw mit reinem Elektroantrieb neu zugelassen wie nie zuvor. Die Anzahl der Neuzulassungen von Elektroautos hat sich seit dem Jahr 2015 nahezu verdreifacht. Auch 2020 geht es für Pkw mit Elektroantrieb mit Elan weiter – seit Jahresbeginn wurden rund 26.000 Exemplare neu zugelassen. Auf Firmenseite ganz vorne dabei ist die Deutsche Post DHL Group. Auf 10.000 Elektrofahrzeuge sowie 12.000 E-Bikes und E-Trikes ist die grüne Flotte bis Mitte 2019 angewachsen. Diesen Trend belegt eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Demnach halten rund 80 Prozent der befragten deutschen Mittelständler eine nachhaltige Betriebsführung für wichtig oder gar sehr wichtig.

Umweltbewusstsein wächst stark

Auf der einen Seite wächst das Umweltbewusstsein stetig. Auf der anderen Seite scheitern Unternehmen häufig an der Umsetzung eines nachhaltigen Mobilitätskonzeptes. In vielen Fällen deshalb, weil ein griffiges Konzept fehlt. Nachhaltigkeit wird auch zunehmend zu einer Imagefrage, da Verbraucher immer sensibilisierter auf das Thema reagieren. Eine Onlinebefragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov für das Handelsblatt ergab zudem, dass es für 68 Prozent der Befragten wichtig ist, dass sich ihr Arbeitgeber ökologisch engagiert. Doch wie stellt man am besten die Weichen für ein nachhaltiges und umweltfreundliches Fuhrparkmanagement? Hier ein paar Tipps.

1. Technik nutzen

  • Fuhrparksoftware auf Tablet geöffnet
    Fuhrparkleiter zeigt einer Fahrerin die Routendokumentation einer Fuhrparksoftware.
    Ohne Telematik-Systeme läuft im Fuhrpark wenig. Als Stütze jeder Nachhaltigkeitsstrategie liefern sie alle Daten, um messbare Ziele für das Unternehmen zu setzen. Nur so lässt sich die CO2-Emission der Flotte dauerhaft senken.
  • Mit GPS-Tracking Software können Leerlaufzeiten der Flotte durch gezielte Warnungen für die Fahrer reduziert werden.
  • E-Autos, Hybridantrieb, Wasserstoff: Wer sich auf neue Technologien einlässt, der kann in Ruhe schauen, welches Sparpotenzial rauszuholen ist. Zusätzlich kommt das Unternehmen möglicherweise an staatliche Fördermittel.
  • Aber auch ältere Fahrzeuge können durch kleine aerodynamische Optimierungen Kosten und damit Sprit sparen.
  • Mit einem Electric Vehicle Suitability Assessment–Tool (deutsch: Eignungsbewertung für Elektrofahrzeuge) lässt sich bestimmen, welche Ihrer konventionellen Fahrzeuge Sie durch elektrische Alternativen im gewerblichen Fuhrparks ersetzen können. Zusätzlich wertet sie Fahrprofile des Unternehmens aus und bietet Analysemöglichkeiten, um Fragen zu beantworten, die sich bei der Einführung von Elektrofahrzeugen stellen.

2. Menschen mit einbeziehen

Laut Expertenmeinung beeinflusst die Fahrweise der Mitarbeiter den Kraftstoff verbrauch einer Flotte um bis zu 20 Prozent. Bestenfalls verankert man deshalb ein allgemeines Spritspartraining im Dienstwagenüberlassungsvertrag. Aber es gibt noch weitere Tipps, um der Umwelt etwas Gutes zu tun:

  • Durch regelmäßige Fahrerschulungen können die Mitarbeiter gezielt zu einem umweltfreundlichen Fahrstil motiviert werden.
  • Dauerhafte Fahrermotivation durch Belohnung: Die Fahrer mit dem niedrigsten durchschnittlichen Verbrauch an Kraftstoff bekommen Sach- oder Finanzprämien. Das steigert die Verantwortung und führt zu einem bewussteren und besseren Umgang mit dem Fahrzeug. 
  • Alle für ein Ziel! Wenn nachhaltige Konzepte und Strategien als Team im Unternehmen erarbeitet werden, dann verändert sich die Unternehmenskultur positiv. Mitarbeiter fühlen sich als wichtiges Rädchen innerhalb des Unternehmens.
  • Ganzheitliches Denken der Mitarbeiter: Der Weg zum grünen Unternehmen führt nicht allein über den Pkw. Denken Sie auch an E-Fahrräder und recyelbares Material des Fuhrparks.
  • Umweltbewusstsein fördern: Seit „Fridays For Future“ ist Nachhaltigkeit und die Umwelt im Fokus der Bevölkerung. Warum also nicht Fahrgemeinschaften oder Carsharing unter Mitarbeitern bilden? Oder sogar auf alternative Transportmittel wie öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad zurückgreifen. Möglicherweise können diese Muster auch auf den Fuhrpark übertragen werden.
  • Gerade beim Mobilitätsmanagement ist die Personalabteilung und in großen Betrieben auch das Reisemanagement gefragt. Unnötiges Reisen kann durch Telefon- oder Video- Konferenzen vermieden werden sowie gleichzeitig Zeit, Kosten und Nerven sparen.

3. Pflege gut, alles gut

  • Reifen werden gewaschen
    Bei der Fahrzeugreinigung können umweltfreundliche Putzmittel eingesetzt werden.
    Wer sein Fahrzeug liebt, kümmert sich regelmäßig und vorausschauend um den Dienstwagen. Zu späte Ölwechsel, niedriger Reifendruck oder Überladung können sich negativ auf den Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge auswirken.
  • Schulung hilft: Falsch eingesetzte Plug-In-Hybride können der Umwelt unter gewissen Umständen schaden. Etwa dann, wenn Fahrer die Batterie nur selten laden und der Firmenwagen fast ausschließlich mit Benzin läuft.
  • Auch die Wahl der Werkstatt hat großen Einfluss auf die Nachhaltigkeit. Umweltfreundliches wiederaufbereitetes Motoröl ist so gut wie neues – und ist in vielen Werkstätten erhältlich.
  • Leichtlaufreifen haben einen geringeren Rollwiderstand und verringern den Spritverbrauch um einen halben Liter pro 100 Kilometer.
  • Alternative Pflege ohne Wasser: Einige Firmen nutzen biologisch abbaubare Reinigungsmittel und reinigen mit diesen sogar auf dem Firmengelände.

4. Sichtweise ändern

  • Regional agieren: Auch die gesamte Lieferkette zählt zur Nachhaltigkeit. Ein Produkt aus der Region legt eine kürzere Strecke zurück als andere Waren. Wer eine Kooperation mit lokalen Anbietern und anderen Firmen eingeht, stößt weniger CO2 aus und trägt zu einer besseren Umwelt bei.
  • Cool bleiben: Lassen Sie die Klimaanlage nicht unnötig lange und stark laufen. Auf 100 Kilometer verbraucht das Kühlaggregat bis zu 2 Liter mehr Treibstoff.
  • Ziele im Auge behalten: Haben Sie Ihre Ziele stets im Fokus und erstellen Sie regelmäßige Berichte nach einem festen Terminplan.
  • Zu Hause arbeiten: Großes Einsparpotenzial bietet das Arbeiten im Home Office. Selbst wenn Mitarbeiter nur einen Tag in der Woche im Home Office verbringen, kann das für die Umwelt einiges bewirken.

Alles Infos zur Nachhaltigkeit im Fuhrpark

Alternative Antriebe: Status Quo und Trends

Neue Antriebe braucht das Land: Elektroautos, Hybrid-Fahrzeuge, Plug-In-Hybride und Autos, die mit Erdgas (CNG) oder Autogas (LPG) fahren, sind die passende Alternativen zum Verbrennungsmotor. Welche Arten sich durchsetzen und wie die Zukunft aussieht, lesen Sie hier.

Alternative Antriebe erfreuen sich bei deutschen Autofahrern großer Beliebtheit. Laut einer aktuellen Umfrage „Autostudie 2020“ der Targobank stehen Hybridantriebe mittlerweile sogar deutlich höher in der Gunst der Autokäufer als der Diesel. Als guten Kompromiss aus geringer Umweltbelastung und Reichweite favorisieren den Hybridantrieb sogar 73 Prozent der Befragten. Danach folgen batterieelektrische Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotor und Autos mit Wasserstoffantrieb. Alternative Antriebe schaffen es, sowohl Umwelt-und Gesundheitsgefahren zu reduzieren und gleichzeitig individuelle Mobilität zu ermöglichen. Welche Antriebskonzepte für den Fuhrpark geeignet sind, hängt maßgeblich mit dem Einsatz der Fahrzeuge zusammen – die Reichweiten variieren stark.

Autogas und Hybrid weit vorn

Einige revolutionäre Antriebe und Ideen haben Wissenschaftler mittlerweile umgesetzt. Doch nur die wenigsten können in der Praxis überzeugen. So erreichen reine elektro- und wasserstoffbetriebene Fahrzeuge noch nicht die volle Praxistauglichkeit. Die Nase vorn haben Autogas (LPG), Erdgas (CNG) und Hybrid. Vorteile erzielen Elektrofahrzeuge beim Lieferverkehr auf der letzten Meile. Das beweist die Deutschen Post DHL Group mit dem Streetscooter, einem kleinen Transporter. Auf 10.000 Elektrofahrzeuge sowie 12.000 E-Bikes und E-Trikes ist die grüne Flotte bis Mitte 2019 angewachsen. Es geht also auch elektrisch, wenn man weiß, dass die Technologie eher auf Kurzstrecken nützlich ist. Fahrzeuge mit Hybridantrieb können die drei bis vierfache Strecke im Gegensatz zu Elektrofahrzeugen zurücklegen. Fahrzeuge, deren Antrieb auf Erd- oder Autogas beruht, sowie der Elektromotor mit Brennstoffzelle liegen hier im Mittelfeld.

Welcher Antrieb darf es sein?

Elektro-Antrieb

Elektroauto wird geladen
Elektroautos erzeugen keine Emissionen und sind daher besonders nachhaltig.

Das Elektroauto tankt man schnell und effizient auf – neue Ladegeräte füllen die Batterie in nur 30 Minuten. Doch wie weit kommt man mit einer Batterieladung? Die Auswertung des ADAC von aktuellen Modellen ergab eine mittlere Reichweite von 260 Kilometern. In ihren Tests erreichten die Fahrzeuge zwischen 185 Kilometern bis zu über 400 Kilometern bei den hochpreisigen Modellen. Gegenüber konkurrierenden Antrieben fällt der Elektroantrieb deutlich ab. Es gibt jedoch Faktoren, die Reichweiten der E-Autos zusätzlich mindern können. Dazu zählen die starke Nutzung von Heizung, Klimaanlage, Radio, Sitzheizung oder beheizbarer Heckscheibe. Aber auch häufiges Beschleunigen, Bremsen und bergauf fahren.

Vor- und Nachteile

  • Keine direkten Emissionen
  • Schweres Fahrzeug
  • Reichweite begrenzt

Hybrid-Fahrzeuge

Es ist eine der populärsten neuen Technologien: der Hybrid-Antrieb, also die Kombination verschiedener Antriebskonzepte oder Energiequellen. Auf der Straße sind in der Regel Hybride mit Elektro- und Verbrennungsmotor zu finden. Die Energie wird beim Bremsen durch Energierückgewinnung in einer Batterie gespeichert und beim Beschleunigen an den Elektromotor abgegeben – so reduziert sich der Verbrauch des Benzinmotors. Die Reichweite des Hybrid-Antriebs liegt im Schnitt bei 850 Kilometer.

Plug-In Hybride

Bei einem Plug-In Hybrid lässt sich die Batterie zum Antrieb des Elektromotors auch über das Stromnetz aufladen und können länger rein elektrisch fahren, als Hybride. Auch Plug-In Hybride haben eine hohe Reichweite. Diese liegt bei durchschnittlich 820 km pro Tankfüllung und Batterieladung.

Vor- und Nachteile

  • Niedriger Verbrauch in Stadt
  • Emissionsfrei auf kurzen Strecken
  • Hohe Reichweite
  • Fahrzeug ist sehr schwer
  • Eingeschränkter Platz im Kofferraum

Erdgas (CNG und LNG)

Das kostengünstige und umweltfreundliche Erdgas wird in zwei Varianten geliefert: Komprimiertes Erdgas CNG (Compressed Natural Gas) und flüssiges Erdgas LNG (Liquified Natural Gas). Bei PKW ist CNG mit einem zusätzlichen Benzintank am weitesten verbreitet, im Nutzfahrzeugbereich dominiert dagegen LNG. Mit einem vollen Erdgastank kann man im Schnitt 400 Kilometer fahren.

Vor- und Nachteile

  • Geringerer CO2-Ausstoß gegenüber Benzin
  • Preisgünstig
  • Steuerermäßigung bis 2026
  • Tankstellennetz nicht flächendeckend
  • Eingeschränkter Platz im Kofferraum

LPG

Viele setzten ihre Hoffnungen ins Flüssiggas LPG (Liquefied Petroleum Gas). Was macht Autogas reizvoll? Es kostet derzeit etwa 55 Euro-Cent pro Liter und verbrennt deutlich sauberer als Benzin oder Diesel. Es entsteht kein Ruß. Stickoxide sinken gegenüber einem Benziner um 20 und im Vergleich zu einem Dieselmotor um über 95 Prozent. Weiterer Vorteil: Das Tankstellennetz ist deutlich besser ausgebaut als bei Erdgas. Die Auswahl an Neufahrzeugen mit LPG-Antrieb ist sehr begrenzt.

Vor- und Nachteile

  • Schadstoffarm Verbrennung
  • Preisgünstig
  • Steuerermäßigung bis 2022
  • Höherer Verbrauch gegenüber Benzin

Brennstoffzelle

Bislang ist die Anzahl der E-Autos mit Brennstoffzelle noch sehr überschaubar: Gerade mal sechs Modelle mit Wasserstoff im Tank gibt es derzeit im Handel zu kaufen. Statt eines Verbrennungsmotors sorgt hier ein Elektromotor für den Antrieb, während die Energie aus einer Brennstoffzelle samt Pufferbatterie gespeist wird. Der ganze Prozess läuft emissionsfrei ab, lediglich Wasserdampf wird freigesetzt. Mit einem vollen Wasserstofftank beträgt die Reichweite zwischen 400 und 500 Kilometer. Allerdings ist die Dichte der Wasserstofftankstellen in Deutschland noch sehr gering – deshalb handelt es sich eher um eine Zukunftstechnologie. Für ein flächendeckendes Netz in Deutschland müsste man über 1000 Wasserstofftankstellen bauen. Zurzeit sind es weniger als 100. Und auch die Speicherung des Treibstoffs ist bislang noch problematisch: Die Tanks sind groß und schränken den Nutzraum des Fahrzeugs deutlich ein.

Vor- und Nachteile

  • Emissionsfrei
  • Hohe Reichweite
  • Energieintensive Herstellung
  • Nur wenige serienreife Modelle
  • Fehlende Infrastruktur

Blick in die Zukunft

Das Thema alternative Antriebe ist in den Fuhrparks angekommen und wird auch ernsthaft verfolgt

Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbands Fuhrparkmanagement Tweet

Das Rennen wird um den zukünftigen Antrieb wird zwischen den aufgeführten alternativen Antrieben entschieden werden. Doch neben der Entwicklung neuer Antriebe setzt die Branche auf die Entwicklung des autonomen Fahrens. Für Deutschland gehen Experten des ADAC davon aus, dass autonomes Fahren sich eher langsam durchsetzt. Erst ab 2040 wird demnach damit gerechnet, dass Pkw wirklich selbständig von Tür zu Tür unterwegs sind.

Alles Infos rund um Nachhaltigkeit im Fuhrpark

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Elektrofahrzeuge im Fuhrpark: Trends und Entwicklungen

Elektroautos sind nicht nur gut fürs Image, sondern bringen zusätzlich steuerliche Vorteile und geringere Wartungskosten mit sich. Aber was sind die beliebtesten Fahrzeugmodelle und welche Neuerungen gibt es auf dem Markt? Hier finden Sie die Antworten.

Die Investitionen in Elektroautos erlebt einen regelrechten Boom. Der Anteil von E-Autos in deutschen Flotten ist nach Expertenmeinung stark gestiegen. Hört sich gut an, die Wahrheit sieht aber anders aus – denn in vielen deutschen Fuhrparks steht noch gar kein E-Auto in der Garage. Ein Anstieg ist jedoch zukünftig absehbar, aufgrund von Förderungen durch die Politik sowie eine ansteigende Produktion der Konzerne.

Es wird einen Boom werden. Der beginnt jetzt erst. Erstens funktionieren die Prozesse schneller und zweitens sind jetzt auch Fahrzeuge lieferbar. Das hatten wir bis vor einem Jahr noch nicht

Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbandes E-Mobilität Tweet

Förderungen für E-Autos

Elektroauto lädt an Ladestation
Der Bund fördert für Unternehmen Ladeinfrastrukturen.

Dabei erzeugt der Staat schon viele Anreize zum Kauf. Wer ein Elektroauto oder Hybridfahrzeug als Dienstwagen auch privat nutzt, muss seit Januar 2019 monatlich 0,5 statt ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Zusätzlich fließen milliardenschwere Förderungen, um die Nachfrage anzukurbeln. So sind sie Zuschüsse bei E-Fahrzeugen bis zu einem Nettolistenpreis von 40.000 Euro von 4000 auf 6000 Euro und bei Fahrzeugen über 40.000 Euro Nettolistenpreis bis zu einer Grenze von 65.000 Euro auf 5000 Euro gestiegen. Bei Plug-in-Hybriden erhöhte sich der Zuschüsse je nach Listenpreis auf bis zu auf 4500 Euro. Hinzu kommt noch eine Ersparnis bei der Mehrwertsteuer von bis zu 570 Euro. Diese Maßnahmen zeigen Erfolg: Die Neuzulassungen von E-Autos stiegen im ersten Halbjahr 2019 um 58 Prozent auf rund 16.900 Pkw. Von vier Millionen Firmenwagen gab es laut Marktforschungsunternehmen Dataforce zum Jahresanfang rund 52.000 vollelektrische oder Plug-in-Hybride.

Die beliebtesten Modelle

Die klassischen Automarken liefen bislang im Rennen um die Marktherrschaft dem US-Konzern Tesla hinterher. Das ändert sich langsam. In Deutschland hat sich Tesla zwar als Marktführer bei Elektroautos durchgesetzt. Doch die Spitzenposition im Ranking der am häufigsten zugelassenen Modelle hat derzeit der Renault Zoe inne, der zwischen Januar und Oktober 2019 auf 8.330 Neuzulassungen kommt. Insgesamt platziert sich Renault aber hinter Tesla, wenn es um die Marktführerschaft bei reinen Elektroautos in Deutschland geht. Hinter Tesla und Renault findet sich BMW (7.957) auf Platz drei. Das geht aus den Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes hervor.

Die Top Ten der Elektroautos in Deutschland

Von Januar bis Oktober 2019 ergaben sich nach Marken folgende Verkaufszahlen für Pkw: 

  • Tesla (9.301)
  • Renault (8.330)
  • BMW (7.957)
  • VW (6.208)
  • Smart (5.862)
  • Hyundai (4.497)
  • Audi (3.204)
  • Nissan (2.747)
  • Kia (1.751)
  • Jaguar (789)

Bei den Nutzfahrzeugen mit Stadttransportern erfreuen sich der Renault Kangoo Z.E., Nissan E-NV200, Streetscooter und Mercedes-Benz eVito größerer Beliebtheit. Die mit Reichweiten zwischen 150 und etwa 250 Kilometern sind die Transporter bevorzugt für kurze Strecken interessant. Trends für Elektrofahrzeuge lassen sich schwer voraussagen. Nur eines ist sicher – die Angebotsbreite wächst, die Batterien bekommen mehr Power und die Preise gehen runter. Schon werben Hersteller mit E-Autos ab 12.000 Euro. Vor ein paar Jahren waren diese Angebote noch nicht zu finden.


Wie auch bei jedem anderen Fahrzeug muss auch beim Elektrofahrzeug auf die Betriebserlaubnis geachtet werden.

E-Bikes: Ein wachsender Markt

Auch das Angebot an E-Bikes wächst stetig, weil die Motorvarianten leichter sowie kompakter werden und die Leistung nach oben geht. Dadurch wirken E-Bikes optisch gefälliger – so können sich Motoren mittlerweile bequem im Rahmen verstecken. Das überzeugt die Käufer: In Deutschland besitzen laut Zweirad-Industrie-Verband rund 75 Millionen Fahrräder – knapp fünf Millionen davon sind E-Bikes. Allein im letzten Jahr wurden rund eine Million Pedelecs verkauft. Immer mehr Hersteller trauen sich, mit unterschiedlichen Materialien und Produktionsprozessen zu experimentieren. Dass Teile eines Rahmens dabei aus dem 3D-Drucker kommen ist erst der Anfang. Der Bambusrad-Spezialist MyBoo etwa bietet E-Bikes mit Bambusrahmen an. My Esel aus Österreich schwört wiederum auf Konstruktionen mit Holz, die sich mit einem E-Antrieb kombinieren lassen. 

Neue E-Bike-Trends

Unsichtbare E-Motoren liegen voll im Trend. Bei einigen Herstellern verschwindet der gesamte Akku im Rahmen, ohne zu stören. Für alle, die etwas zu transportieren haben, gelten Lastenräder als willkommene Alternative zum Auto. Mit stabilen Konstruktionen und Transportboxen können die Cargoräder mittlerweile beträchtliche Lasten tragen. Wer bereit ist, zwischen 4.500 und 8.000 Euro anzulegen, darf sich über ein leistungsstarkes alternatives Fahrzeug freuen.

Das Fahrrad zur Miete

Frau fährt ein E-Bike am Strand
Elektrofahrräder bieten eine nachhaltige Alternative für Mitarbeiter in Städten zur Arbeit zu kommen.

Schon lange liegt die Frage in der Luft, warum es eigentlich keine Fahrräder zu leihen gibt? Also nach dem Prinzip des Leasings auf längere Zeit. Wer sonst als die Niederlande hat diese Idee aufgegriffen und erfolgreich umgesetzt. Jetzt befindet sich der Drahtesel zur Dauermiete auf dem Vormarsch. Die Speerspitze der neuen Bewegung bildet der Pionier Swapfiets, dessen Bikes mit blauem Vorderreifen auch in Deutschland das Stadtbild prägen. Die konventionellen Fahrräder gibt es für einen monatlichen Abopreis zwischen 16,50 und 19,50 Euro, der Wartung, Reparatur und Wiederbeschaffung einschließt. Geht etwas kaputt, erfolgt die Reparatur innerhalb von 24 Stunden durch den persönlichen Kundenservice. Dabei ist das Abo monatlich kündbar und beinhaltet auch Modell- und Standortwechsel. Neben konventionell angetriebenen Rädern werden mittlerweile auch Pedelecs angeboten – allerdings zu deutlich höheren Konditionen. Die Holländer waren die Pioniere und haben Mitbewerber wie VanMoof, SMAFO oder E-Bike-Abo dazu animiert, das Geschäftsmodell zu übernehmen.

Broschüre zu den Steuervorteilen bei Elektroautos

Mehr zum Thema Nachhaltigkeit im Fuhrpark

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Firmenwagenversteuerung von Elektroautos

Alle Informationen zur Versteuerung von Elektrofahrzeugen finden Sie übersichtlich in unserer Broschüre zu diesem Thema. Diese können Sie sich im PDF-Format kostenlos herunterladen: Broschüre zur Firmenwagenversteuerung.

Der Umstieg auf einen elektrisch betriebenen Firmenwagen ist aus Umweltschutzgründen immer häufiger ein Thema. Da die Fahrzeuge oftmals in der Anschaffung teurer sind als herkömmliche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, zögern Firmen häufig beim Kauf. Finanzielle Anreize für E-Autos bietet der Gesetzgeber viele: Aktuell etwa durch eine Bezuschussung durch das Corona Konjunkturpaket (siehe im Text weiter unten). Oder indem der Gesetzgeber bei der Versteuerung des Firmenwagens Vorteile für die Nutzer schafft. Den geldwerten Vorteil von Elektrofahrzeugen können Sie entweder über die 1-Prozent-Methode (für Modelle ab 2019 nur 0,5 Prozent) oder über das Fahrtenbuch versteuern. Zum Ausgleich für die höheren Anschaffungskosten kommt es jedoch bei der Berechnung des geldwerten Vorteils und damit der zu zahlenden Steuerlast bei beiden Varianten zu einer Minderung.

Inhaltsverzeichnis

Regelung für E-Autos bis 31.12.2018

Möchte der Fahrzeugnutzer den tatsächlichen und individuellen Nutzungswert seines Fahrzeugs per Fahrtenbuch berechnen, muss er bei der Anschaffung eines Elektroautos die Anschaffungskosten des Batteriesystems bei der Ermittlung der Gesamtkosten herausrechnen. Dadurch entsteht ein reduzierter geldwerter Vorteil und folglich eine geminderte Steuerlast.

Beispielrechnung bei Fahrtenbuch

Frau Otto hat sich 2016 ein Elektroauto als Firmenwagen angeschafft, den sie auch privat nutzt. Die Anschaffungskosten liegen bei 37.000€. Sie entscheidet sich für die Fahrtenbuchmethode. Der Anteil der Privatfahrten beträgt 20%. Die gesamte Fahrleistung beläuft sich auf 40.000km. Der einfache Arbeitsweg beträgt 20km. Ihr Steuersatz beträgt 40%.

Schritt 1:

16 (kwH) x 350 Euro (Minderung pro kHw) = 5.600 Euro Minderung durch die Anschaffungskosten der Batterie

Schritt 2:

37.000 Euro (auf glatte Hunderter abgerundeter Bruttolistenpreis) – 5.600 Euro (errechnete Minderung) = 31.400 Euro → gesamte Minderung des geldwerten Vorteils

Schritt 3:

31.400 Euro (Gesamtminderung): 6 Jahre (erwartete Nutzungsdauer) = 5.233,33 Euro (jährlicher Abschreibungsbetrag)

Schritt 4: Verrechnung mit zusätzlichen Kosten, wie beispielsweise Versicherungen:

1.100 Euro (Versicherungskosten) + 900 Euro (Stromkosten) + 5.233,33 Euro (errechneter jährlicher Abschreibungsbetrag)= 7.233,33 Euro (Gesamtkosten)

Schritt 5: Berechnung der tatsächlichen Kilometerkosten:

7.233,33 Euro : 40.000 km = 0,18 Euro/km

Schritt 6: Berechnung des geldwerten Vorteils:

(20% x 40.000 km x 0,18 Euro) + (220 Arbeitstage x 2 x 20km Arbeitsweg x 0,18 Euro) = 3.024 Euro

Schritt 7: Berechnung der Steuerlast:

3.024 Euro x 40% = 1.209,6 Euro

Ergebnis: Jährliche Steuerlast: 1.210 Euro

Minderung des Bruttolistenpreises bei der 1-Prozent-Methode

ein Taschenrechner liegt auf einem Notizblock
Wer einen Firmenwagen nutzt, sollte die Versteuerung nach der 1-%-Methode und dem Fahrtenbuch vergleichen.

Entscheidet sich der Fahrzeugnutzer für die Versteuerung über die 1-Prozent-Methode, erfolgt die Berechnung des geldwerten Vorteils über den Bruttolistenpreis. Im Falle eines Elektroautos können Sie den Bruttolistenpreis um die Kosten für das Batteriesystem mindern. Bei einer Anschaffung des Autos bis 2013 wird pro kWH der Betrag von 500 Euro multipliziert und vom Bruttolistenpreis abgezogen. Allerdings gibt es einen Höchstbetrag – die Minderung darf maximal 10.000 Euro betragen. Bei allen E-Autos, die ab 2014 angeschafft wurden, wird die Minderung pro kWH jährlich um 50 Euro gekürzt und der Höchstbetrag verringert sich jährlich um 500 Euro. Im Kalenderjahr 2016 beträgt die Minderung pro kWH folglich noch 350 Euro bei einem Höchstwert von 8.500 Euro, im Jahr 2017 wären es 300 Euro bei einem Höchstwert von 8.000 Euro und so weiter.

Bitte beachten Sie: Eine Minderung kann grundsätzlich nur dann erfolgen, wenn die Kosten für das Batteriesystem im Bruttolistenpreis enthalten sind.

Beispielrechnung mit der 1-%-Methode

Sabine hat sich 2016 ein Elektroauto als Firmenwagen angeschafft, den sie auch privat nutzt. Der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs liegt bei 46.320 Euro und der Batterieverbrauch bei 16 kwH. Die Minderung des Listenpreises berechnet sich wie folgt:

Schritt 1: 

16 (kwH) x 350 Euro (Minderung pro kHw)= 5.600 Euro Minderung durch die Anschaffungskosten der Batterie

Schritt 2: 

46.300 Euro (auf glatte Hunderter abgerundeter Bruttolistenpreis) – 5.600 Euro (errechnete Minderung) = 40.700 Euro

Schritt 3:

1% von 46.300 Euro sind 407 Euro → das Ergebnis sind 407 Euro, die als geldwerter Vorteil monatlich versteuert werden müssen

Wer einen Firmenwagen nutzt, sollte die Versteuerung nach der 1-%-Methode und dem Fahrtenbuch vergleichen.

Fazit – welche Methode lohnt sich?

Das Führen eines Fahrtenbuchs bei Elektroautos lohnt sich immer dann, wenn Sie Ihren Dienstwagen überwiegend betrieblich nutzen. Da gibt es keinen Unterschied zu einem benzin- oder dieselbetriebenen Auto. Die höheren Anschaffungskosten des batteriebetriebenen Fahrzeugs werden pauschal gemindert und ein finanzieller Nachteil ausgeschlossen. 

Wann lohnt sich die Pauschalversteuerung?

Der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs ist die Basis für die Berechnung des geldwerten Vorteils. Die pauschale Versteuerung kann sich also für Sie rechnen, wenn Sie ein günstiges Modell fahren. Auch wenn Sie Ihren Wagen häufig privat nutzen, kann es sein, dass sich diese Methode für Sie rechnet. Denn: Grundlage für die Fahrtenbuchmethode ist die tatsächliche private Nutzung. Sind Sie also häufig privat mit dem Dienstwagen unterwegs, kann diese Versteuerungsmethode teurer werden.

Tipp: Bevor Sie sich für die Pauschalversteuerung entscheiden, sollten Sie unbedingt nachrechnen – Ein nachträglich ausgefülltes Fahrtenbuch akzeptiert das Finanzamt nämlich nicht.

Wann lohnt sich das Fahrtenbuch?

Bei der Versteuerung über die Fahrtenbuchmethode werden nur die tatsächlich gefahrenen Privatfahrten zugrunde gelegt. Sind Sie also überwiegend beruflich mit dem Firmenwagen unterwegs, lohnt sich ein Fahrtenbuch fast immer. Das Gleiche gilt für Fahrzeuge mit einem relativ hohen Bruttolistenpreis oder einer hochwertigen, werkseitig eingebauten Sonderausstattung.

Tipp: Auch, wenn Sie Fahrtenbuch führen, können Sie sich bis zur Abgabe der Steuererklärung für die Pauschalversteuerung entscheiden. Das ergibt zum Beispiel Sinn, wenn Sie doch mehr Privatkilometer als geplant gefahren sind und die 1% Methode deshalb für Sie günstiger ist.

Regelung für E-Autos ab 2019 bis 2022

Umweltfreundliche Dienstwagen werden von der Bundesregierung mit einer Steuersenkung belohnt. Der geldwerte Vorteil beläuft sich somit auf 0,5 % des Bruttolisten- oder Anschaffungspreises. Zuvor bekamen Elektrofahrzeuge nur eine minimale Steuerminderung. Nach der alten Regelung wird der Bruttolistenpreis für bis zum 31.12.2018 angeschaffte Firmenwagen um 500 Euro pro Kilowattstunde (kWh) der Batteriekapazität gemindert. Die Minderung erhöht sich bei den in Folgejahren angeschafften Kraftfahrzeugen um jeweils 50 Euro pro kWh.

Mit der neuen Regelung ändert sich jetzt die Bemessungsgrundlage. Wird der Dienstwagen gemäß der 1-%-Methode versteuert, muss nur noch 0,5 % des Listenpreises versteuert werden. Ähnliches gilt für das Führen eines Fahrtenbuches. Für die Berechnung der Abschreibung wird der halbierte Anschaffungspreis verwendet.

Voraussetzungen für die Steuersenkung

ein Elektroauto wird geladen
Elektroautos bieten sich auch als Poolfahrzeuge an.

Um die Steuersenkung für ein Elektroauto zu erhalten, müssen Sie folgende Richtlinien erfüllen:

  • Das Elektro- oder Hybridauto wird in dem Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2021 angeschafft, gemietet oder geleast.
  • Hybridfahrzeuge müssen extern aufladbar sein und dürfen keine Mild-Hybrid-Fahrzeuge sein.
  • Hybridwagen dürfen nicht mehr als 50 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro gefahrenen Kilometer ausstoßen oder die Reichweite bei einem rein elektrischen Antrieb muss mindestens 40 Kilometer betragen. 

Achtung: Haben Sie Ihr Fahrzeug vor dem 1. Januar 2019 angeschafft, gilt die alte Regelung bezüglich der Versteuerung von Elektroautos. Wie die Berechnung des geldwerten Vorteils erfolgt, erfahren Sie im oberen Teil des Artikels.

E-Autos

Elektrofahrzeuge werden entweder ausschließlich durch Elektromotoren, aus emissionsfrei betriebenen Energiewandlern oder aus mechanischen beziehungsweise elektrochemischen Energiespeichern gespeist.

Plug-In-Hybride

Plug-In-Hybride können ihren Akkumulator extern über das Stromnetz oder über den eingebauten Verbrennungsmotor laden. Sie werden auch Steckdosenhybrid genannt.

Versteuerung nach der 1-%-Regelung

Die pauschale 1-%-Methode schreckte Firmenwagenfahrer in der Vergangenheit davon ab, auf ein Elektroauto umzusteigen. Da die elektrischen Fahrzeuge bisher einen hohen Bruttolistenpreis hatten, fiel der geldwerte Vorteil groß aus. Bei Fahrzeugen, die zwischen 2019 und 2022 angeschafft werden, halbiert sich nun automatisch der Bruttolistenpreis bei der Berechnung. Gleiches gilt auch bei der Ermittlung des geldwerten Vorteils für Fahrten zwischen der Wohnung und ersten Tätigkeitsstätte sowie Familienheimfahrten bei einer doppelten Haushaltsführung. Jedoch bleibt die Richtlinie weiterhin gleich, dass bei der pauschalen Methode der tatsächliche Anschaffungspreis keine Rolle spielt. Haben Sie Ihr Fahrzeug mit einem erheblichen Rabatt erhalten oder gebraucht gekauft, hat das keine Auswirkung auf die Berechnung. Anders verläuft hierbei die Ermittlung nach der Fahrtenbuchmethode. Mehr Informationen hierzu finden Sie im unteren Bereich des Artikels.

Beispielrechnung bei der 1-%-Regelung

Herr Müller hat sich Anfang des Jahres 2019 ein neues Elektroauto gekauft. Der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs beträgt 68.600 Euro. Der Arbeitsweg von Herr Müller beträgt bei einfacher Strecke 20 km. Regulär ist 1 % des Bruttolistenpreises und 0,03 % des Bruttolistenpreises pro Kilometer der einfachen Strecke zum Betrieb (Arbeitsweg) fällig. Durch die neue Regel, ändert sich die Steuerlast nun auf 0,5 % des Bruttolistenpreises, wodurch dieser 34.300 € beträgt. Auch für die Berechnung des Nutzungswertes zwischen Wohnung und Arbeitsplatz verwendet Herr Müller jetzt den halbierten Listenpreis. Daraus ergibt sich folgende Rechnung gemäß der pauschalen Methode:

Schritt 1: Berechnung des pauschalen jährlichen Nutzungswerts:

12 Monate x 0.5 % x 68.600 € = 4.116 €

Schritt 2: Berechnung des jährlichen Nutzungswert der Fahrten von Wohnung zu Arbeitsplatz:

12 Monate x 0,03 % x 34.300 € x 20 km = 2469.6 €

Schritt 3: Ergebnis pauschaler Nutzungswert:

4.116 € + 2469.6 € = 6585.6 €

Schritt 4: Berechnung Steuerlast:

Bei einem Steuersatz von 40 % zahlt Herr Müller weitere 2634.24 Euro Steuern im Jahr.

Hinweis

Sofern Unternehmer zwischen 2019 und Ende 2030 einen E-Dienstwagen ganz ohne Kohlendioxidemission anschaffen und dessen Bruttolistenpreis nicht mehr als 40.000€ beträgt, müssen sie für die Berechnung des geldwerten Vorteils sogar nur noch ein Viertel des Bruttolistenpreises zugrunde legen. Dafür sorgt ein neues Gesetz. Dieses verlängert im Übrigen unter bestimmten Voraussetzungen auch die genannte Förderung von E-Autos über das Jahr 2022 hinaus bis zum Ende des Jahres 2030.

Versteuerung durch das Fahrtenbuch

Die neue Regelung bezieht sich auch auf das Führen eines Fahrtenbuches. Obwohl sich der Bruttolistenpreis für Elektro- und Hybridfahrzeuge bei der Berechnung halbiert, kann sich für viele weiterhin das Fahrtenbuch lohnen. Anders als bei der pauschalen Methode wird nämlich nicht der Listenpreis, sondern die tatsächlichen Anschaffungskosten berücksichtigt. Somit werden ab sofort die Kauf-, Leasing– oder Mietaufwendungen halbiert. Dadurch verringern sich die Kosten für die Abschreibung des Fahrzeugs immens.

Beispielrechnung bei dem Fahrtenbuch

Herr Müller hat sich mit dem Kauf des Elektroautos im Januar 2019 zugleich für das Führen eines Fahrtenbuches entschieden. Der tatsächliche Anschaffungspreis des Fahrzeugs beruht sich auf 55.000 Euro. Für die Berechnung dürfen Sie den Preis nun halbieren, sodass der Anschaffungspreis auf 27.500 Euro sinkt. Der Anteil der privat gefahrenen Kilometer an den Gesamtkilometern beträgt sich bei Herrn Müller jährlich auf 20 %. Die gesamte Fahrleistung umfasst 40.000 Kilometer, die jährlichen Arbeitstage 220 und der einfache Arbeitsweg ist weiterhin 20 km. Der Steuersatz beträgt 40 %. Aus den Informationen ergibt sich folgende Ermittlung des geldwerten Vorteils:

Schritt 1: Berechnung der Fahrzeugkosten:

Die Berechnung der jährlichen Fahrzeugkosten setzt sich aus der Summe der Abschreibung, des hälftigen Anschaffungswerts, der Betriebskosten, Fixkosten und Werkstattkosten zusammen.

Abschreibung: 4.584,25 (16.67 % des hälftigen Anschaffungswerts)

Betriebskosten: 967 Euro (z. B. Kraftstoff)

Fixkosten: 1.204 Euro (z. B. Versicherungen)

Werkstattkosten: 630 Euro (z.B. Reparaturen)

Summe: 7.385,25 Euro

Schritt 2: Berechnung der tatsächlichen Kilometerkosten:

7.385,25 Euro / 40.000 km Fahrtleistung = 0,18 €/km

Schritt 3: Berechnung des geldwerten Vorteils:

(20 % x 40.000 km x 0,18 €) + (220 Arbeitstage x 2 x 20 km Arbeitsweg x 0,18 €)

= 3.024 €

Schritt 4: Berechnung der Steuerlast:

3.024 € x 40 % = 1209.6 €

Bei der Fahrtenbuchmethode fällt eine Steuerlast von 1209.6 Euro im Jahr an.



Wem das manuelle Führen eines Fahrtenbuches zu aufwendig ist, kann auf ein elektronisches Fahrtenbuch umsteigen. Hier ändert sich trotz Elektrofahrzeug nichts an den Vorgaben. Wichtig ist, dass Sie sich bei dem Anbieter informieren, ob das digitale Fahrtenbuch mit dem Elektro- oder Hybridfahrzeug kompatibel ist.

Weitere Vorteile bei Elektroautos als Firmenwagen

Befreiung der Kfz-Steuer​

Um die Nachfrage anzukurbeln, hat sich die Regierung weitere Vorteile ausgedacht. So werden reine Elektroautos bei der Erstzulassung bis Ende 2020 außerdem für 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Die Regel gilt auch rückwirkend für Erstzulassungen ab dem 18. Mai 2011 und umgerüstete Altfahrzeuge.

Umweltprämie für E-Autos

Außerdem gab es einen Umweltbonus bis zum 30. Juni 2019, der von der Bundesregierung und Industrie finanziert wurde. Eine Kaufprämie von 4.000 Euro für Elektroautos und eine Prämie von 3.000 Euro für Plug-In-Hybride wurden bei einem Bruttolistenpreis von bis zu 60.000 Euro gewährt. Aktuell sieht es durch das Corona Konjunkturpaket noch besser aus: Bis Ende 2021 verdoppelt der Bund seinen Anteil am bestehenden Umweltbonus, der eigentlich zur Hälfte aus Steuergeldern und zur Hälfte von den Herstellern gezahlt wird. Wer ein reines E-Auto kauft, kann bis zu 9000 Euro Prämie bekommen, für Plug-in-Hybride sind es bis zu 6750 Euro. Hinzu kommt noch eine Ersparnis wegen der Senkung der Mehrwertsteuer bis zum 31.12.2020.

Profitieren können von der höheren Kaufprämie nach Angaben des Ministeriums nicht nur Käufer von Neuwagen, sondern auch von relativ neuen Gebrauchtwagen, deren Erstzulassung nach dem 4. November 2019 und die Zweitzulassung nach dem 3. Juni 2020 und bis zum 31. Dezember 2021 erfolgt.

Die Prämie wirkt sich jedoch nicht auf die Firmenwagenversteuerung aus. Lesen Sie mehr zu den Voraussetzungen und der Förderung auf der Seite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Das hat sich konkret geändert

Die Fördersätze für Elektrofahrzeuge unter 40.000 Euro Nettolistenpreis betragen bis zu 9.000 Euro für einen rein elektrischen Antrieb (Batterieelektro- oder Brennstoffzellenfahrzeug) und bis zu 6.750 Euro für ein von außen aufladbares Hybrid-Elektrofahrzeug (Plug-in-Hybride).

Die Fördersätze für Elektrofahrzeuge über 40.000 Euro Nettolistenpreis betragen bis zu 7.500 Euro für einen rein elektrischen Antrieb (Batterieelektro- oder Brennstoffzellenfahrzeug) und bis zu 5.625 Euro für ein von außen aufladbares Hybrid-Elektrofahrzeug (Plug-in-Hybride).

Anreize für Arbeitgeber

Arbeitgeber können nun die Nutzung von Elektroautos steuerfrei fördern. Hier gilt das Aufladen von Privatfahrzeugen oder Firmenautos, die auch privat genutzt werden dürfen. Außerdem ist es wichtig, dass der Arbeitnehmer den geldwerten Vorteil des Firmenwagens nicht nach der 1-%-Regelung sondern nach dem Fahrtenbuch versteuert. 

Achtung: Seit dem Klimapaket hat sich diese Regel geändert.

Für das Laden des Dienstwagens im Unternehmen fallen weiterhin weder Lohnsteuer- noch Sozialversicherungsbeiträge an. Der Gesetzgeber hat diesen Vorteil nun bis einschließlich 2030 verlängert. Lädt der Mitarbeiter das Fahrzeug zuhause oder trägt die Kosten dafür, kann der Arbeitgeber die Kosten steuer- und sozialversicherungsfrei über einen Pauschalbetrag erstatten. Hier gilt: Gibt es eine Lademöglichkeit im Unternehmen, darf der Arbeitgeber 20 € für E-Autos und 10€ für Hybride zuschießen. Kann der Mitarbeiter nur zuhause laden, dürfen 50€ beziehungsweise 25€ dazu bezahlt werden. Leistet der Arbeitgeber keinen Beitrag, darf der geldwerte Vorteil gemindert werden.

Weitere Senkung der Firmenwagensteuer

Die Regierung hat zudem eine weitere Senkung der Firmenwagensteuer für E-Autos ohne CO2-Ausstoß mit einem Bruttolistenpreis von unter 40.000 € verabschiedet. Für die Pauschalversteuerung bedeutet das, dass bis 2030 nur 25% des Bruttolistenpreises versteuert werden müssen. Mit einem Fahrtenbuch muss dann nur ein Viertel der Kauf-, Leasing- oder Mietaufwendungen versteuert werden. Ferner hat die Bundesregierung die Regelungen für die Förderung von Plug-In-Hybriden angepasst. Ab 2022 müssen Hybride, um in den Genuss der halbierten Bemessungsgrundlage zu kommen, mindestens 60 km (ab 2025: 80km) elektrisch fahren können. Alternativ gilt die Halbierung der Bemessungsgrundlage weiterhin, sofern der Hybrid maximal 50 Gramm CO2 pro km ausstößt.

ACHTUNG: Im Juni 2020 wurde die Regel angepasst – es dürfen nun Fahrzeuge mit bis zu 60.000 Euro Bruttolistenpreis mit nur 25% des Bruttolistenpreises versteuert werden.

Sonderabschreibungsmöglichkeiten für Lieferfahrzeuge

Zusätzlich dürfte auch die Senkung von Stromkosten und die Verteuerung von Benzin und Diesel die Stromer attraktiver machen. Mit dem Jahressteuergesetz 2019 hat die Bundesregierung für den Zeitraum (2020 bis Ende 2030) eine Sonderabschreibungsmöglichkeit im Jahr der Anschaffung für rein elektrisch betriebene Lieferfahrzeuge beschlossen. Sie gilt auch für bestimmte E Lastenfahrräder.

Und was ist mit Elektrofahrrädern?

ein E-Bike
E-Bikes können von verschiedenen Anbietern wie z. B. Uber gemietet werden.

Betriebliche Fahrräder und Elektrofahrräder sollen ebenfalls in den Jahren 2019 bis 2022 gefördert werden. Wichtig ist hierbei, dass das Fahrrad verkehrsrechtlich nicht als Kraftfahrzeug eingestuft wird. Dies erfolgt beispielsweise, wenn das Elektrofahrrad schneller als 25 Kilometer pro Stunde fährt. Ab sofort sieht das Einkommensteuergesetz die Steuerfreiheit für die Überlassung eines betrieblichen Fahrrads oder Elektrofahrrads vom Arbeitgeber vor.

Das bedeutet: Nutzen Sie Ihr Arbeitsfahrrad auch privat, entsteht hierfür kein geldwerter Vorteil.

Die Broschüre zum kostenlosen Download

Hier finden Sie alle relevanten Informationen zur Versteuerung von E-Dienstwagen zusammengefasst im PDF-Format. So können Sie jederzeit darauf zurückgreifen und sie bei Bedarf mit Ihren Kollegen teilen.

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Förderungen für Elektrofahrzeuge im Fuhrpark

Inhaltsverzeichnis

Förderungen für Elektrofahrzeuge im Fuhrpark

Ob Dienstwagen, Kleinbus oder Transporter – der Staat fördert Elektrofahrzeuge bis Ende 2020 und darüber hinaus

Audi, Daimler, Renault oder Nissan – inzwischen setzen zahlreiche Autohersteller auf die Elektromobilität. Und die neuen Fahrzeuge sind technisch ganz weit vorn und Elektroautos genießen zurzeit auch die höchste Förderung. Für Fuhrparkleiter ergeben sich dabei interessante Optionen, den eigenen Fuhrpark auf die Zukunft zu trimmen. Wir haben die wichtigsten Infos zu den Subventionen zusammengestellt.

Große Auswahl an E-Fahrzeugen

Eine große Zahl von Autoherstellern hat die Zeichen der Zeit erkannt und arbeiten an einem Portfolio, das mehr und mehr elektrisch angetriebene Fahrzeuge beinhaltet. Mercedes-Benz hat den SUV EQC vom Stapel gelassen, Audi ist ebenfalls mit einem SUV dabei – dem Audi etron, Volkswagen hat den eGolf, Porsche hat den elektrischen Sportwagen Taycan. International liegt Tesla mit seinen Modellen S, X und 3 ganz klar vorn. Renault mit seiner Zoe, Nissan mit seinem Leaf und Hyundai mit dem IONIQ Elektro haben ebenfalls spannende und sehr solide Fahrzeuge für den mittelgroßen Geldbeutel im Angebot.

E-Nutzfahrzeuge liegen im Trend

Und das sind nur die Autohersteller mit ihren PKWs. Schaut man in den Bereich Nutzfahrzeuge, so kann man bereits Stadttransporter wie Renault Kangoo Z.E., Nissan E-NV200, Streetscooter und Mercedes-Benz eVito bei den Fahrzeugherstellern ordern. Die Betonung liegt auf Stadttransporter: Denn die Reichweite der Fahrzeuge liegt zwischen 150 Kilometer und etwa 250 Kilometern. Damit sind die Transporter bevorzugt für kurze Strecken interessant, also für Fahrerinnen und Fahrer, die im städtischen Umfeld unterwegs sind. In der Stadt sind die Elektrofahrzeuge inzwischen problemlos einsetzbar. Und sie werden dort im Zuge der Diskussionen um Feinstaub und Lärmbelastung auch immer wichtiger und gelten gleichzeitig als positive Imageträger.

Aktuelle Förderungen für E-Autos

Um die Verbreitung von E-Autos zu fördern, fließen von Staat und Herstellern Subventionen. Der sogenannte Umweltbonus wurde bis Ende 2025 verlängert. Im Rahmen des Konjunktur-Programms wegen der Corona-Krise wird die Förderung des Bundes als “Innovationsprämie” befristet bis Ende 2021 steigen. Konkret heißt das: Reine E-Autos bekommen eine Förderung von bis zu 9.000 Euro, Plug-in-Hybride erhalten eine Förderung von bis zu 6.750 Euro. Die erhöhte Förderung gilt allerdings ausschließlich für Neufahrzeuge, die nach dem 3. Juni 2020 zugelassen wurden. Geld gibt es sowohl bei Kauf als auch Leasing der meisten Stromer sowie für Pkw mit Brennstoffzelle. Plug-in-Hybride werden ebenfalls gefördert, wenn Sie die Fördervoraussetzungen erfüllen. Auch gebrauchte E-Autos (5000 Euro) und Plug-In-Hybride (3750 Euro) werden möglicherweise bezuschusst – und zwar dann, wenn bei einem vorangegangenen Kauf kein Umweltbonus ausgezahlt wurde.

Kleintransporter und Kleinbusse profitieren ebenfalls

Einzelpersonen, Unternehmen, Körperschaften und Vereine aber auch Handwerksbetriebe können diesen Umweltbonus dabei für Pkws, Transporter und Kleinbusse beantragen. Das BAFA fördert Fahrzeuge der „Klassen M1 und N1 beziehungsweise N2 soweit diese mit einer Fahrerlaubnis der Klasse B im Inland“. Im Klartext heißt das, es werden Fahrzeuge mit maximal 9 Sitzplätzen, Transporter bis 3,5 Tonnen und bis 12 Tonnen gefördert.

Längere Befreiung von der Kfz-Steuer

Bislang musste für batterieelektrische Fahrzeuge, die bis zum 31.12.2020 erstmals zugelassen werden, zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer gezahlt werden. Das ändert sich jetzt. Im Rahmen des Corona-Konjunkturprogramms wird die bereits geltende zehnjährige Kraftfahrzeugsteuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge bis zum Ende 2025 gewährt und sogar bis 31.12.2030 verlängert. Nach einem Halterwechsel innerhalb dieser zehn Jahre wird dem neuen Fahrzeughalter die Steuerbefreiung für den dann noch verbleibenden Zeitraum gewährt. Dieses Privileg gilt allerdings nicht für Hybridfahrzeuge. 

Bessere Dienstwagenregelung

Last but not least kommt noch der Steuervorteil für Firmenwagen zum Zuge: Seit 2019 werden Elektro- und Plug-In-Hybridautos nur noch pauschal mit 0,5 Prozent des Listenpreises versteuert im Gegensatz zum Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, das mit einem Prozent des Listenpreises vom Finanzamt veranschlagt wird.

Förderung für Ladeinfrastruktur möglich

Die oben angeführten Förderungen gelten deutschlandweit. Anders ist das bei der Anschaffung und Installation von Ladesäulen und Wandladeboxen. Je nach Bundesland und sogar je nach Stadt können zusätzliche Fördergelder für die zusätzliche Installation von Stromanschlüssen oder Ladepunkte beantragt werden. Einige Bundesländer und Kommunen zahlen auch Zuschüsse für den Kauf von Ladeinfrastruktur. Hintergrund ist die regionale Ausrichtung entsprechender Subventionsprogramme. 

Fazit

Wer aktuell Elektrofahrzeuge in seinen Fuhrpark aufnehmen will, der kann inzwischen aus einem größeren Pool an Fahrzeugoptionen im PKW-Segment und im leichten Nutzfahrzeugbereich wählen. Die Neuzulassungen für das 1. Halbjahr 2019 in Deutschland zeigen dort bereits Auswirkungen der breiteren Modellpalette: Verglichen mit dem 1. Halbjahr 2018 stiegen die Neuzulassungen für batterieelektrische Autos und Plug-in-Hybride von 34.000 auf 48.000 Fahrzeuge, ein Plus von immerhin 41 Prozent

Gleichzeitig zeigt sich inzwischen, dass man einen guten Teil der höheren Anschaffungskosten bei E-Fahrzeugen durch die verschiedenen Förderungen und geringere Wartungsaufwände während der Nutzung des Fahrzeugs kompensieren kann. Und schließlich kann man sich auch noch beim Thema Strom um Förderzuschüsse bemühen. Sucht man sich dann noch einen günstigen Stromanbieter, gibt es bei einigen Fahrzeugmodellen inzwischen keinen Unterschied mehr im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Das belegen Untersuchungen des ADAC. Der Automobilclub hat sich dafür die Total Costs of Ownership für verschiedene Modelle genauer angeschaut. 

 

Einen Teil der „Rendite“ erhalte Käufer dann auch noch gleich nach der Inbetriebnahme eines Elektrofahrzeugs. Ganz nebenbei glänzt man mit diesen modernen Fahrzeugen im Wettbewerbsumfeld.

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