Fahrtkostenzuschuss – Ein Überblick

Wenn es um Lohn und Gehalt geht, hört man immer wieder von Pendlerpauschale, Jobticket und Fahrtkostenzuschuss vom Arbeitgeber. Doch wie kann man den Fahrtkostenzuschuss berechnen, und wie unterscheidet er sich von der Pendlerpauschale oder dem Jobtickets? Welche Vor- und Nachteile entstehen dem Unternehmen und den Beschäftigten? Wie erhält man einen Mobilitätszuschuss vom Arbeitgeber, und für wen ist ein Fahrtkostenzuschuss überhaupt sinnvoll?

Fahrtkostenzuschuss vom Arbeitgeber - wie funktioniert das?

Der Fahrtkostenzuschuss ist eine freiwillige Leistung, die der Arbeitgeber seinen Beschäftigten zukommen lassen kann – beispielsweise als kostengünstige Alternative zu einer Gehaltserhöhung. Der Fahrtkostenzuschuss vom Arbeitgeber wird den Beschäftigten zusätzlich zum Gehalt bezahlt. Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und etwaige Kirchensteuer zahlt der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer erhält folglich mehr Nettogehalt von seinem Brutto, da der Fahrtkostenzuschuss steuerfrei ist.

Ein Beispiel:

Geldschein Euro

Wim Carport arbeitet als Bürofachangestellter in einem Unternehmen und muss täglich 32 km mit dem Auto zur Arbeit pendeln. Um den Fahrtkostenzuschuss berechnen zu können, multipliziert man die einfache Strecke mit der Pauschale von 0,30 Euro und erhält somit 9,60 Euro pro Tag. Bei 20 angenommenen Arbeitstagen im Monat erhält man einen Fahrtkostenzuschuss von 192 Euro monatlich. Hiervon zahlt das Unternehmen eine Pauschale von 15% Lohnsteuer, 5,5% Solidaritätszuschlag und eventuell anfallende Kirchensteuer. Der Arbeitnehmer bezahlt nichts und bekommt ein höheres Nettogehalt.

Für den Beschäftigten ist der Fahrtkostenzuschuss steuerfrei, und der Arbeitgeber muss hierfür keine Sozialabgaben entrichten. Allerdings ist die Höhe des Fahrtkostenzuschusses bei 4.500 Euro jährlich gedeckelt. Was darüber hinausgeht, muss individuell versteuert werden.

Was unterscheidet nun den Fahrtkostenzuschuss von der Pendlerpauschale und dem Jobticket?

Landkarte steckt in Rücksitztasche

Der Fahrtkostenzuschuss vom Arbeitgeber ist nicht zweckgebunden, daher kann der Empfänger frei über das Geld verfügen. Das Jobticket gilt nur für den öffentlichen Personennahverkehr (OPNV). Die Pendlerpauschale erhält man erst mit der Einkommenssteuererklärung nach Ablauf des Kalenderjahres. Diese kann man zusätzlich zum Fahrtkostenzuschuss geltend machen, muss den erhaltenen Fahrtkostenzuschuss bei der Lohnabrechnung jedoch mit angeben, damit dieser verrechnet werden kann.

Wie sehen beim Fahrtkostenzuschuss konkret die Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber aus?

Vorteile für den Arbeitnehmer:

  • Bei Gehaltsverhandlungen eine gängige Option: Der Zuschuss ist eine freiwillige Leistung und muss daher individuell ausgehandelt werden
  • Da der Fahrtkostenzuschuss steuerfrei ist, erhält man mehr Netto vom Brutto
  • Der Zuschuss kann individuell genutzt werden und ist nicht zweckgebunden

Vorteile für den Arbeitgeber:

  • Günstige Alternative zur Gehaltserhöhung, da nur 15% Pauschalsteuer und Wegfall der Sozialabgaben
  • Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit
  • Kein Bestandteil des regulären Gehalts, wird bei prozentualer Gehaltserhöhung nicht mit berücksichtigt

Für wen ist der Fahrtkostenzuschuss vom Arbeitgeber sinnvoll?

Frau fährt Pkw und guckt aus dem Fenster

Wenn man nicht gerade im Homeoffice arbeitet oder die Arbeitsstätte in fußläufiger Entfernung ist, fallen Kosten für die Transportmittel zur Arbeit an – dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Auto, Bus, Nahverkehrszug oder Motorrad handelt. Selbst bei Entfernungen von nur wenigen Kilometern kommen im Jahr schnell mehrere hundert Euro zusammen. Daher lohnt sich der Fahrtkostenzuschuss vom Arbeitgeber praktisch immer und bietet beiden Seiten Vorteile.

Das Beste für den Beschäftigen ist jedoch, dass man das Geld sofort hat und nicht bis zur Einkommenssteuerabrechnung warten muss – und es ist nicht zweckgebunden, man kann daher frei darüber verfügen.

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on xing

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.