1-Prozent-Regelung

Bei der privaten Nutzung eines Firmenwagens muss der dadurch entstandene geldwerte Vorteil versteuert werden. Der Dienstwagenfahrer hat hier die Wahl zwischen 1-Prozent-Regelung und Fahrtenbuch. Bei der 1-Prozent-Regelung wird pauschal 1% des Bruttolistenpreises pro Monat als geldwerten Vorteil versteuert. F√ľr die meisten Fahrer ist das kostspielig. Dabei gibt es einfache Methoden, diese zu umgehen.

Erfahren Sie hier, wie Sie die 1-%-Regel umgehen können.

Inhaltsverzeichnis

1-Prozent-Regelung: Was ist das eigentlich?‚Äč

ein Fahrzeug mit hohem Bruttolistenpreis
Ein Fahrzeug mit hohem Bruttolistenpreis resultiert bei der 1-%-Regelung meist in höheren Steuern.

Die pauschale Alternative ist bei dem Thema Dienstwagenregelung besser bekannt als 1-Prozent-Methode. Sie hei√üt so, weil Selbstst√§ndige 1 % des Bruttolistenpreises monatlich als Einnahme f√ľr die private Kfz-Nutzung versteuern m√ľssen. Die damit zusammenh√§ngenden Betriebsausgaben sind nicht abzugsf√§hig und erh√∂hen den steuerlichen Gewinn. Der Bruttolistenpreis gilt unabh√§ngig vom Fahrzeug, also auch f√ľr Gebrauchtwagen. Die Umsatzsteuer sowie Kosten f√ľr Sonderausstattungen ab Werk werden inklusive gerechnet.

Eine stolze Summe, wenn man bedenkt, dass Autos selten tats√§chlich zum Bruttolistenpreis erworben werden und auch das Alter des Wagen bei der Berechnung keine Rolle spielt. Bei der 1-%-Regelung wird also der schicke Dienstflitzer schnell zum Kostenfaktor, selbst wenn er zum Zeitpunkt der Nutzung nur noch ein Bruchteil des Bruttolistenpreises wert ist. Verf√ľgt der Firmenwagen zus√§tzlich √ľber ein werkseitig eingebautes Navigationssystem, werden diese Kosten dem Bruttolistenpreis hinzugef√ľgt und somit der geldwerte Vorteil weiter erh√∂ht. Ausschlaggebend ist n√§mlich wie das Auto zum Zeitpunkt der Erstzulassung ausgestattet ist. Nachtr√§glich eingebautes Zubeh√∂r muss nicht mit einberechnet werden.

Übrigens: Wenn der Firmenwagen ein Elektrofahrzeug ist, darf der Listenpreis gemindert werden. Mehr Informationen zur Firmenwagenversteuerung von Elektroautos.

Beispielrechnung nach der 1-Prozent-Methode:‚Äč

Berechnung

Bruttolistenpreis des Fahrzeugs

davon 1 % pro Monat

+ 0,03 % pro km Entfernung zur Arbeit (hier: 15 km)

= geldwerter  Vorteil

Betrag

38.500,00 ‚ā¨

385,00 ‚ā¨

173,25 ‚ā¨

558,25 ‚ā¨

 

Dieser geldwerte Vorteil von 558,25 ‚ā¨ wird auf Ihr monatliches Bruttogehalt aufgeschlagen und muss nach dem Regelsteuersatz versteuert werden.

Es empfiehlt sich, die pauschale Methode einmal bei Ihrem Firmenwagen nachzurechnen. 

So wird der geldwerte Vorteil bei der 1 % Regelung gemindert

Es gibt M√∂glichkeiten bei der Dienstwagenregelung den¬†geldwerten Vorteil¬†und damit die Steuerlast zu lindern, sie sind allerdings sehr begrenzt und setzen bestimmte Bedingungen voraus. Zum Beispiel kann der Anteil der¬†Werbungskosten¬†wie z. B. ein Fahrtkostenzuschuss pauschal versteuert werden. Hier w√ľrden also keine Sozialversicherungsbeitr√§ge anfallen. Auch durch die Beteiligung des Arbeitnehmers an den Anschaffungskosten des Fahrzeuges kann der geldwerte Vorteil gemindert werden. Wird der Firmenwagen nur bis zu 15 mal im Monat f√ľr die Pendelstrecke zwischen Wohnung und Arbeitsst√§tte genutzt, kann eine Einzelbewertung der Fahrten erfolgen. Hier werden die Entfernungskilometer mit 0,002% des Bruttolistenpreises f√ľr die Berechnung des geldwerten Vorteils herangezogen.

1 Prozent Regelung umgehen

Es gibt verschiedene M√∂glichkeiten, die 1%-Regelung zu umgehen und so bei der Firmenwagenversteuerung zu sparen. Zu den Steuerspartricks geh√∂ren neben dem privaten Nutzungsverbot, der Fahrunt√ľchtigkeit und Regelungen zum F√ľhrerscheinverlust an erster Stelle das Fahrtenbuch.

Mit Fahrtenbuch 1-Prozent-Regelung umgehen‚Äč

Firmenwagenfahrer k√∂nnen zwischen der 1%-Regelung und dem Fahrtenbuch w√§hlen, wenn es um die Versteuerung des geldwerten Vorteils von Privatfahrten geht. Die pauschale Versteuerung des Dienstwagens √ľber die 1-Prozent-Regelung spart auf den ersten Blick zwar Zeit, es kann jedoch passieren, dass der Firmenwagenfahrer deutlich mehr versteuern muss, als er tats√§chlich gefahren ist.¬†Auch der Umstand, dass der¬†Bruttolistenpreis¬†selbst bei Gebrauchtwagen als Besteuerungsgrundlage herangezogen wird, f√ľhrt zu einer verzerrten Besteuerung. Um dies zu umgehen, empfiehlt es sich die tats√§chlich gefahrenen Kilometer mithilfe eines Fahrtenbuchs zu dokumentieren.

Mit digitalem Fahrtenbuch 1 Prozent Regelung umgehen‚Äč

Wer sich daf√ľr entscheidet, ein Fahrtenbuch zu f√ľhren, muss darauf achten, dass dieses l√ľckenlos ist. Jede Fahrt muss genau dokumentiert werden. Bei privaten Fahrten m√ľssen Firmenwagenfahrer nur die Anzahl der gefahrenen Kilometer vermerken. Bei Betriebsfahrten m√ľssen jedoch weitere Angaben zu Datum, Fahrer, Zweck der Fahrt, Name und Anschrift des besuchten Kunden, Abfahrtsort und Kilometerstand sowie Ankunftsort und Kilometerstand notiert werden. Au√üerdem m√ľssen Fahrtenbuchf√ľhrer alle Angaben fortlaufend und zeitnah, dass hei√üt im Anschluss an die jeweilige Fahrt festhalten. Jegliche Angaben und Auflistungen, die nicht im Fahrtenbuch selbst enthalten sind, sind unzul√§ssig. Das Finanzamt ber√ľcksichtigt diese dann nicht. Ein handschriftliches Fahrtenbuch muss original gebunden sein und darf keine eingeklebten Bl√§tter mit Nachtragungen haben.

Ein Fahrtenbuch muss l√ľckenlos gef√ľhrt werden und manipulationssicher sein.

Da handschriftliche Fahrtenb√ľcher viel manuelle Arbeit kosten, gibt es die M√∂glichkeit, elektronische Fahrtenb√ľcher zu nutzen.¬†Die manuelle Dokumentation wird von einer automatischen Streckenaufzeichnung abgel√∂st. Digitale Fahrtenb√ľcher zeichnen die Fahrten √ľber einen OBD2-Stecker auf, dass die Daten an eine Smartphone- und Desktop-App senden kann.¬†Bei einem¬†elektronischen Fahrtenbuch¬†sollten Sie sicherstellen, dass sich daraus dieselben Erkenntnisse gewinnen lassen, wie aus einem manuell gef√ľhrten Fahrtenbuch. Nachtr√§gliche √Ąnderungen sollten ausgeschlossen oder zumindest dokumentiert sein.

Wie viel kostet ein digitales Fahrtenbuch?

Fahrtenbuchf√ľhren funktioniert ganz einfach mit einem digitalen Fahrtenbuch. Alle Fahrten werden automatisch aufgezeichnet und m√ľssen vom Fahrer nur noch als Privatfahrt, Betriebsfahrt oder Arbeitsweg kategorisiert werden. Der Vorteil des digitalen Fahrtenbuches liegt auf der Hand: es denkt f√ľr Sie mit. Bereits angefahrene Ziele werden automatisch erkannt, selbst wenn in einem Umkreis von 200 Metern geparkt wird. Auch die R√ľckfahrten kategorisiert das digitale Fahrtenbuch automatisch – die Arbeit auf Fahrerseite bleibt minimal.¬†

Erfahren Sie mehr zu dem Preis eines elektronischen Fahrtenbuches. 

Weitere Infos zur Firmenwagenversteuerung

Mit privatem Nutzungsverbot 1 Prozent Regelung umgehen

Eine weitere Möglichkeit, die 1-Prozent-Regelung zu umgehen, ist wenn die private Nutzung durch ein Verbot in der Dienstwagenregelung gänzlich ausgeschlossen ist. Dann kann theoretisch sowohl auf die Versteuerung per 1-Prozent-Regelung und das Fahrtenbuch verzichtet werden. 

Es ist aber nicht genug, davon auszugehen, dass eine Versteuerung ausbleibt, wenn der Firmenwagenfahrer den Firmenwagen einfach nicht mehr privat nutzt. Hat der Arbeitgeber das Auto mit der Erlaubnis zur Verf√ľgung gestellt, auch Privatfahrten zu t√§tigen, wird schon die alleinige M√∂glichkeit zur privaten Nutzung als versteuerungspflichtiger Vorteil gewertet.¬†Das bedeutet:¬†Ein Arbeitnehmer muss nicht einmal von seiner Erlaubnis zum privaten Fahren mit dem Dienstwagen Gebrauch machen ‚Äď die √úberlassung des Fahrzeugs zur m√∂glichen privaten Nutzung gen√ľgt als Grund f√ľr das Finanzamt die 1%-Regelung anzuwenden und den geldwerten Vorteil zu versteuern. Dies kann nat√ľrlich nur dann geschehen, wenn kein arbeitsrechtlicher Vertrag vorliegt, der die private Nutzung schriftlich ausschlie√üt. Ein ordnungsgem√§√ü gef√ľhrtes Fahrtenbuch kann verhindern, dass eine Versteuerung per Ein-Prozent-Methode zwangsm√§√üig erfolgt.

Es empfiehlt sich also, bei der Inanspruchnahme eines Firmenwagens genau darauf zu achten, welche Vereinbarung der Firmenwagenfahrer vorab mit dem Arbeitgeber trifft. Durch ein privates Nutzungsverbot kann der Firmenwagenfahrer den √Ąrger mit der Steuer vermeiden und ausschlie√ülich betrieblich fahren. Sollte dieser den Firmenwagen dann doch lieber privat nutzen wollen, kann er immer zum Jahreswechsel oder bei Anschaffung eines Neuwagens auf ein Fahrtenbuch umsteigen oder pauschal per Ein-Prozent-Methode versteuern.

Vereinbart der Arbeitnehmer mit dem Arbeitgeber, dass er den gestellten Firmenwagen ausschlie√ülich zu betrieblichen Zwecken nutzen m√∂chte, kann dieser ein privates Nutzungsverbot aussprechen. Voraussetzung daf√ľr, dass er ganz sicher keine 1%-Regelung zur Versteuerung des Wagens anwenden muss, ist eine schriftliche Vereinbarung. Sollte ein schriftlicher Vertrag mit Dienstwagenregelungen vorliegen, der eine private Nutzung des Fahrzeugs ausschlie√üt, ist der Arbeitnehmer in der Regel auf der sicheren Seite.¬†Doch Vorsicht:¬†Das funktioniert nur dann, wenn der Arbeitgeber nachweisen kann, dass er das Nutzungsverbot kontrolliert ‚Äď beispielsweise mit einem¬†Fahrtenbuch.

 

Regelungen bei Fahrunt√ľchtigkeit

Sind Sie beispielsweise durch einen gebrochenen Arm oder eine √§hnlich einschr√§nkende Krankheit vor√ľbergehend fahrunt√ľchtig, so k√∂nnen Sie eine Pause in der Versteuerung beantragen. Auch hier ist es optimal, vorab mit dem Arbeitgeber eine schriftliche Regelung f√ľr so einen Fall festzuhalten, der ausschlie√üt, dass Sie den Firmenwagen nutzen d√ľrfen. Zudem m√ľssen Sie eine √§rztliche Bescheinigung vorweisen, in der angegeben ist warum und wie lange Sie kein Auto fahren d√ľrfen. F√ľr den Zeitraum der Fahrunt√ľchtigkeit ist belegt, dass Sie keinerlei private Fahrten t√§tigen ‚Äď die 1%-Regelung kann umgangen werden. Beim Fahrtenbuch w√ľrden Sie bei einer Fahrunt√ľchtigkeit zu dieser Zeit sowieso keine Fahrten eintragen und sich den Aufwand sparen.

In Erg√§nzung zu den Regelungen, wenn Sie einmal l√§nger fahrunt√ľchtig sind, muss schriftlich in dem Vertrag mit Ihrem Arbeitgeber ausgeschlossen werden, dass andere Ihren Firmenwagen in diesem Zeitraum nutzen k√∂nnen. So muss hervorgehen, dass nicht beispielsweise Ihr Partner mit dem Fahrzeug private Fahrten unternimmt. Ist dies der Fall, muss versteuert werden!

Vereinbarungen bei F√ľhrerscheinverlust

Kommt es durch Verkehrsverst√∂√üe zu einem F√ľhrerscheinverlust so m√ľssen Sie Ihren Arbeitgeber dar√ľber informieren, um Steuern zu sparen. Erneut ist es hier von Vorteil, wenn zuvor schriftlich festgelegt wurde, dass Sie bei einem F√ľhrerscheinverlust den Firmenwagen auf dem Betriebsgel√§nde abstellen und die Schl√ľssel beim Arbeitgeber abgeben ‚Äď bis Sie das Fahrzeug wieder nutzen d√ľrfen. Im Zeitraum des F√ľhrerscheinentzugs muss somit nicht versteuert werden.

Die oben genannten M√∂glichkeiten zur Umgehung der 1%-Methode k√∂nnen Ihnen dabei helfen √ľber gewisse Zeitr√§ume Steuern zu sparen oder eine private Nutzung Ihres Firmenwagens ganz auszuschlie√üen. M√∂chten Sie den Wagen jedoch f√ľr Privatfahrten nutzen, hilft das alles nicht ‚Äď Sie m√ľssen versteuern. Wenn Sie dann immer noch die 1%-Regelung umgehen m√∂chten, ist das¬†Fahrtenbuch¬†die einzige Alternative, mit der Sie eventuell kosteng√ľnstiger davonkommen k√∂nnen. Ob sich ein Fahrtenbuch f√ľr Sie lohnt, k√∂nnen Sie mit dem Firmenwagenrechner herausfinden.

1-%-Regelung oder Fahrtenbuch: Welche Methode ist die Richtige?‚Äč

Auto fährt eine Allee entlang.
Werden nur selten Privatfahrten getätigt, kann sich ein Fahrtenbuch lohnen.

Generell l√§sst sich festhalten, dass sich die 1-Prozent-Regelung f√ľr Dienstwagenfahrer lohnt, die ihren Dienstwagen haupts√§chlich privat nutzen. Alle Privat- und Wochenendfahrten sind so pauschal versteuert. Auch, wer insgesamt eine hohe Fahrleistung hat oder einen kurzen¬†Arbeitsweg, sollte die Methode f√ľr sich pr√ľfen. Ob die 1-%-Regelung allerdings tats√§chlich die attraktivere Versteuerungsmethode ist, h√§ngt schlussendlich von vielen Faktoren ab. Dabei spielt nat√ľrlich der Grenzsteuersatz des Arbeitnehmers und der Bruttolistenpreis eine gro√üe Rolle. Wer gesch√§ftlich eine Luxuslimousine f√§hrt, kommt bei der Pauschalversteuerung im Regelfall schlechter weg als ein Kleinwagenfahrer.¬†

Im Gegensatz dazu lohnt sich die Fahrtenbuchmethode f√ľr all diejenigen, die tats√§chlich √ľberwiegend¬†Betriebsfahrten unternehmen¬†und ihren Firmenwagen wenig privat nutzen. Die Steuerersparnis, die Arbeitnehmer durch das Fahrtenbuchf√ľhren erzielen k√∂nnen, ist erheblich.

Die finale Entscheidung dar√ľber, welche Versteuerungsmethode Firmenwagenfahrer beim Fahrzeug anwenden sollten, kann auch bei der Einreichung der Steuererkl√§rung beim Finanzamt getroffen und ge√§ndert werden. Wer eigentlich ein Fahrtenbuch f√ľhrt, kann zu diesem Zeitpunkt angeben, dass er doch lieber per 1%-Methode versteuern m√∂chte. Nicht m√∂glich ist das bei einer betrieblichen Nutzung von weniger als 50 Prozent. Ist das der Fall, gelten formlose Aufzeichnungen als Nachweise der Nutzung – im besten Falle f√ľhrt der Firmenwagenfahrer also ein Fahrtenbuch.

Um einen √úberblick dar√ľber zu bekommen, ob sich der Wechsel von der 1-Prozent-Regelung zum Fahrtenbuch lohnt, k√∂nnen Firmenwagenfahrer einen¬†Firmenwagenrechner¬†zu Rate ziehen.¬†

Webinar: 1-%-Regelung oder Fahrtenbuch?

Wechsel von 1-Prozent-Regelung zu Fahrtenbuch‚Äč

Firmenwagen
Beim neuen Firmenwagen kann zum Fahrtenbuch gewechselt werden.

Firmenwagenfahrer k√∂nnen zwischen der 1%-Regelung und dem Fahrtenbuch w√§hlen, wenn mehr als 50 Prozent der Fahrten betrieblicher Natur, also Fahrten zu Kundenterminen etc., sind. Ist dies nicht der Fall und liegt der Betriebsanteil unter diesen 50 Prozent, dann k√∂nnen Arbeitnehmer nicht per 1%-Methode versteuern. Die Alternative sind hier formlose Aufzeichnungen mit die Betriebskosten und -fahrten belegt werden k√∂nnen ‚ÄĒ optimal ist hierf√ľr in vielen F√§llen ein Fahrtenbuch.¬†Bei einer √ľberwiegend betrieblichen Nutzung kann die 1%-Methode nur vermieden werden, wenn das ganze Kalenderjahr √ľber durchgehend Fahrtenbuch gef√ľhrt wird. Die Entscheidung f√ľr eine der beiden Methoden sollte mit Bedacht erfolgen, denn ein Wechsel kann nur unter bestimmten Bedingungen erfolgen:

1. Kein unterjähriger Wechsel
Es ist grunds√§tzlich nicht m√∂glich innerhalb des angebrochenen Jahres zu wechseln, sondern nur zum Anfang des neuen Steuerjahres am 1. Januar. Diese Regelung ist durch ein Urteil des Bundesfinanzhofs vom 20.03.2014 festgelegt. Durch diese Einschr√§nkung sollen Spartricks vermieden werden, sodass es beispielsweise nicht m√∂glich ist f√ľr Zeitr√§ume, in denen das Fahrzeug besonders h√§ufig privat genutzt wurde, die 1-Prozent-Regelung anzuwenden und in den anderen Fahrtenbuch gef√ľhrt wird.

2. Ausnahmen bestätigen die Regel: Fahrzeugwechsel macht’s möglich
Unterjähriges Umsteigen ist nur dann möglich, wenn ein Fahrzeugwechsel, beispielsweise durch Neukauf, bevorsteht. Dann kann auch von der 1%-Methode auf ein Fahrtenbuch umgestiegen werden, wenn zuvor pauschal versteuert wurde.

3. Keine repräsentativen Zeiträume im Fahrtenbuch
Beachten Sie: Per Fahrtenbuch k√∂nnen Sie nur Zeitr√§ume versteuern, in denen tats√§chlich eines gef√ľhrt worden ist. Ein repr√§sentativer Zeitraum reicht nicht aus! Auch wenn sich die Fahrten stets wiederholen, muss die ganze Zeit √ľber Fahrtenbuch gef√ľhrt werden oder es erfolgt zwangsl√§ufig eine Abstufung auf die 1%-Regelung durch das Finanzamt.

Exkurs: Die 1-%-Methode f√ľr Selbstst√§ndige

Privatsache oder Betriebsverm√∂gen? Sind Sie selbstst√§ndig t√§tig sollten Sie sich Gedanken dar√ľber machen, ob Sie ihr Fahrzeug als Privatwagen deklarieren oder ihn als Dienstfahrzeug zum Teil Ihres Betriebsverm√∂gens machen. Um zu entscheiden wie ein Fahrzeug eingestuft werden kann, ist es ratsam √ľber einen Zeitraum von drei Monaten alle Fahrten festzuhalten. Die Einstufung erfolgt nach dem Anteil der Privat- und Betriebsfahrten.

  • Notwendiges Betriebsverm√∂gen: Wurden √ľber 50 % der Fahrten aus betrieblichen Zwecken get√§tigt (bspw. Fahrt zu Kunden oder Lieferanten) hat der Fahrzeughalter kein Wahlrecht und muss das Fahrzeug in das Betriebsverm√∂gen einbringen.
  • Gewillk√ľrtes Betriebsverm√∂gen: Bei einer gesch√§ftlichen Nutzung von 10 – 50 % hat der Fahrzeughalter das Wahlrecht das Fahrzeug in das gewillk√ľrte Betriebsverm√∂gen einzutragen und die Dienstwagen Versteuerung anzuwenden.
  • Privatverm√∂gen: Sind unter 10 % der j√§hrlich get√§tigten Fahrten betrieblich veranlasst geh√∂rt das Fahrzeug zum Privatverm√∂gen. Es besteht kein Wahlrecht, weder die Firmenwagen 1-Prozent-Regelung noch das Fahrtenbuch k√∂nnen genutzt werden, da ein geldwerter Vorteil nicht versteuert werden muss. Es besteht aber die M√∂glichkeit die gesch√§ftlichen Fahrten mit der Reisekostenpauschale geltend zu machen.

Achtung: Die Dienstwagen Versteuerung kann nur dann nach der 1-%-Regel erfolgen, wenn das Fahrzeug dem notwendigen Betriebsverm√∂gen zugeordnet wurde. Hier hat der Fahrzeughalter die freie Wahl. Er kann den geldwerten Vorteil entweder pauschal nach der 1-%-Regelung f√ľr Firmenwagen versteuern oder Gebrauch vom Fahrtenbuch machen. Die 1-%-Regelung f√ľr Autos hat jedoch auch Einschr√§nkungen: Die 1-%-Regelung greift nur bei Fahrzeugen, die zu mindestens 50 % betrieblich gefahren werden. Ist das Fahrzeug als gewilltes Betriebsverm√∂gen eingestuft worden muss die Versteuerung des Firmenwagens durch das Fahrtenbuch erfolgen.

Kurz zusammengefasst:

M√ľnzen werden in Gl√§sern gesammelt.
Mit welcher Methode am meisten gespart werden kann ist einzelfallabhängig.

Ob 1-%-Regelung Kfz oder 1-%-Regelung Pkw, hinter den beiden Begriffen verbirgt sich dasselbe: die Firmenwagen 1-%-Regelung. Ist ein Fahrzeug dem notwendigen Betriebsverm√∂gen zugeordnet worden, kann der Fahrzeugf√ľhrer frei entscheiden welcher Methode er sich bedient. Der Bruttolistenpreis eines Fahrzeuges ist zwingend erforderlich, um die Berechnung der 1-%-Regelung durchzuf√ľhren. Danach kann die Entscheidung getroffen werden, ob die 1-%-Regelung Arbeitnehmern einen steuerlichen Vorteil bietet, oder aufgrund weniger Privatfahrten doch die Fahrtenbuchmethode besser geeignet ist. Selbstverst√§ndlich ist die √úberlegung welche Versteuerungsmethode am besten geeignet ist nur dann erforderlich, wenn in der Dienstwagenregelung die private Nutzung des Fahrzeugs gestattet worden ist.

Weitere Informationen‚Äč

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