Protokoll für die jährliche Fahrerunterweisung

Eine der wichtigsten Bestandteile im Fuhrpark ist die jährliche UVV Fahrerunterweisung, wenn es um die Unfallverhütungsvorschriften (UVV) geht. Die Fahrerunterweisung beschäftigt sich mit dem sicheren Umgang im Straßenverkehr und muss ordnungsgemäß dokumentiert werden.

zur jährlichen Sicherheitsunterweisungs-Vorlage

Inhaltsverzeichnis

Die UVV Sicherheitsunterweisung

Die Fahrerunterweisung ist nach den Unfallverhütungsvorschriften vorgeschrieben und muss mindestens einmal jährlich erfolgen. Der Arbeitgeber oder Fuhrparkleiter muss die Fahrer demnach in den sicheren Umgang mit den Fahrzeugen unterweisen. Wichtig bei der jährlichen Sicherheitsunterweisung ist, dass alle möglichen Gefahren im Zusammenhang mit dem Fahrzeug aufgezeigt werden. 

Aufgrund des Aufwandes wird die jährliche Sicherheitsunterweisung von manchen Betrieben ignoriert. Hier wird zwar Arbeit beim Verantwortlichen gespart, allerdings kann dieser und auch das Unternehmen sich durch diese Versäumnis strafbar machen. Die rechtlichen Konsequenzen bei Nichtdurchführung der UVV Fahrerunterweisung sind, wie auch bei den anderen Bestandteilen der Unfallverhütungsvorschriften, gravierend. Im schlimmsten Fall drohen auch hier hohe Geldbußen und sogar Freiheitsstrafen. Abgesehen von den rechtlichen Strafen, spielt das Sicherheitsrisiko im Fuhrpark eine Rolle. Mithilfe der UVV Unterweisung der Fahrer sollte diese Sicherheit ebenfalls optimiert und verstärkt werden.

Achtung: Neben der UVV Fahrerunterweisung müssen die Fahrer auch eine sogenannte Erstunterweisung erhalten. Der Fuhrparkleiter führt die Erstunterweisung bei der ersten Übergabe des Dienstfahrzeugs durch. Mehr dazu: Erstunterweisung der Fahrer.

Notwendigkeit der jährlichen UVV Fahrerunterweisung

Die jährliche UVV Unterweisung ist ein aufwendiger Teil der Unfallverhütungsvorschriften, da sie intensiver Vorbereitung bedarf. Je nach Mitarbeiter- und Fahrzeuganzahl nimmt die UVV Unterweisung viel Arbeitszeit in Anspruch. Die jährliche Fahrerunterweisung ist jedoch eine gute Möglichkeit, die Fahrer im Bezug auf Gefahren und eigenes Fahrverhalten aufzuklären. Sie bietet auch einen entscheidenden Vorteil: Sie kann in Gruppen absolviert werden. Aufgrund dessen kann reichlich Zeit eingespart werden und wiederholtes Fehlverhalten von Mitarbeitern im Allgemeinen angesprochen werden. Kein Mitarbeiter wird in der UVV Fahrerunterweisung  direkt mit seinem eigenen Fehlverhalten bloßgestellt, sondern lediglich in Anbetracht des Zusammenschlusses der Fehler von allen Mitarbeitern belehrt. Durch dieses Verfahren werden die Fahrer zusätzlich dazu angeregt, sich gegenseitig im Alltag auf Fehler hinzuweisen.

eine Schulung für die die jährliche Fahrerunterweisung
Eine Schulung für die jährliche Fahrerunterweisung.

Die Sicherheit des Fahrers steht bei der UVV Unterweisung absolut im Vordergrund. Hier kann durch die Schulung ein wichtiger Beitrag dazu beigetragen werden, dass die Mitarbeiter sicher im Verkehr agieren. Die Fahrerunterweisung hilft Ihnen demnach dabei, Gefahren zu erkennen und diese durch passende Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen.

Jährliche Sicherheitsunterweisung Vorlage​​

Um die jährliche Fahrerunterweisung richtig zu dokumentieren, gibt es Unterweisungsnachweis Vorlagen. Das folgende Protokoll ist ein Vordruck zur Unterweisung. Die UVV Unterweisung Vorlage ist angelehnt an die Vorgaben der DGUV. Dadurch enthält sie alle relevanten Punkte, die für die Protokollierung der jährlichen Sicherheitsunterweisung notwendig sind. In dem Protokoll können Fuhrparkleiter Informationen zu den Teilnehmern der Schulung sowie der Unterweisung selbst festhalten. Die Vorlage zur Sicherheitsunterweisung ist als PDF-Datei erhältlich und kann digital oder ausgedruckt genutzt werden.

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Die Fahrerunterweisung laut Gesetzbuch

In § 12 des Arbeitsschutzgesetzes wird definiert, dass vor Inbetriebnahme von Arbeitsmitteln eine Unterweisung durchgeführt werden muss. Unter den Begriff der Arbeitsmittel fallen u. a. auch Fahrzeuge des Fuhrparks.

(1) Der Arbeitgeber hat die Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit während ihrer Arbeitszeit ausreichend und angemessen zu unterweisen. Die Unterweisung umfaßt Anweisungen und Erläuterungen, die eigens auf den Arbeitsplatz oder den Aufgabenbereich der Beschäftigten ausgerichtet sind. Die Unterweisung muss bei der Einstellung, bei Veränderungen im Aufgabenbereich, der Einführung neuer Arbeitsmittel oder einer neuen Technologie vor Aufnahme der Tätigkeit der Beschäftigten erfolgen. Die Unterweisung muß an die Gefährdungsentwicklung angepasst sein und erforderlichenfalls regelmäßig wiederholt werden.

Darüber hinaus wird in § 12 der Betriebssicherheitsverordnung zur Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln eine jährliche Unterweisung festgelegt:

(1) Bevor Beschäftigte Arbeitsmittel erstmalig verwenden, hat der Arbeitgeber ihnen ausreichende und angemessene Informationen anhand der Gefährdungsbeurteilung in einer für die Beschäftigten verständlichen Form und Sprache zur Verfügung zu stellen über1. vorhandene Gefährdungen bei der Verwendung von Arbeitsmitteln einschließlich damit verbundener Gefährdungen durch die Arbeitsumgebung, 2. erforderliche Schutzmaßnahmen und Verhaltensregelungen und 3. Maßnahmen bei Betriebsstörungen, Unfällen und zur Ersten Hilfe bei Notfällen.Der Arbeitgeber hat die Beschäftigten vor Aufnahme der Verwendung von Arbeitsmitteln tätigkeitsbezogen anhand der Informationen nach Satz 1 zu unterweisen. Danach hat er in regelmäßigen Abständen, mindestens jedoch einmal jährlich, weitere Unterweisungen durchzuführen. Das Datum einer jeden Unterweisung und die Namen der Unterwiesenen hat er schriftlich festzuhalten.

BetrSichV § 12 Unterweisung und besondere Beauftragung von Beschäftigten

Eine Erstunterweisung sowie die jährliche Fahrerunterweisung dienen somit in erster Linie dazu, die Sicherheit der Angestellten zu gewährleisten. Um die Durchführung der Unterweisung festzuhalten, kann eine Unterweisungsnachweis-Vorlage bzw.  eine Sicherheitsunterweisungs-Vorlage verwendet werden.

Konsequenzen Bei Missachtung

Wurde die jährliche Unterweisung des Arbeitnehmers  nicht durchgeführt und protokolliert, drohen dem Betrieb Konsequenzen. Geschieht ein Unfall, trägt die Berufsgenossenschaft gegebenenfalls die Kosten nicht. Die Unfallversicherung überträgt diese dann auf das Unternehmen. Ist der Firmenwagenfahrer verletzt, kann dieser Schadensersatzanspruch von dem Fuhrparkleiter oder Arbeitgeber verlangen. Der Fahrer argumentiert in diesem Fall, dass er keine UVV Unterweisung erhalten hat. Hinzu kommt, dass Die Unfallversicherung Bußgelder von dem Betrieb oder Fuhrparkleiter verlangen kann. 

Damit die jährliche Unterweisung der Arbeitnehmer nachgewiesen werden kann, muss ein Protokoll erstellt werden. In diesem zählt der Fuhrparkleiter die UVV Unterweisungsinhalte sowie Teilnehmer auf.  Bei einem Schadensfall ist nun einsehbar, ob der Fahrer die Schulung erhalten hat. Fuhrparkleiter können hierfür die Vorlage zur jährichen Unterweisung der Arbeitnehmer nutzen. 

Achtung: Der Arbeitgeber kann den Fuhrparkleiter zur jährlichen Sicherheitsunterweisung der Fahrer beauftragen. Hat dieser die UVV Unterweisung nicht durchgeführt, haftet er ggf. für die Konsequenzen.

Vorlage zur Sicherheitsunterweisung
Diese Vorlage zur Sicherheitsunterweisung gibt es zum Download im oberen Teil des Artikels.

Inhalte der UVV Unterweisung

Die Grundlage für die Inhalte der Fahrerunterweisung ist die DGUV Vorschrift 70 Fahrzeuge. Zusätzlich ist es empfehlenswert eine Liste mit Gefahren, die sich in dem Betrieb befinden, zu erstellen. Auf der Basis dieser Gefahrenliste ist die Erarbeitung einer Schulung möglich, in welcher der Fuhrparkleiter die Mitarbeiter informieren kann. Diese Schulung kann als Bestandteil der UVV Fahrerunterweisung im Unternehmen verwendet werden. Da die konkreten Inhalte abhängig vom Fahrzeug und seiner Nutzung sind, sollte der Arbeitgeber zuerst eine umfassende Gefährdungsbeurteilung durchführen.

Fahrerunterweisung gemäß DGUV

Ein Teil der Fahrerunterweisung gemäß der DGUV Vorschrift 70 der UVV sind folgende Themen:

  • Fahren bei schlechtem Wetter
  • Lenk- und Fahrzeiten
  • UVV-Fahrzeugkontrolle durch den Fahrer
  • Sicherheitsausstattung des Fahrzeugs
  • Das richtige Verhalten bei einem Unfall
  • Der verantwortungsvolle Umgang mit Alkohol und Medikamenten
  • Sicheres Fahrverhalten
  • Ladungssicherung
  • Ablenkung am Steuer
  • Der verantwortungsvolle Umgang mit Fahrassistenten

Als Hilfestellung bei der Erarbeitung dieser Liste kann die Gebrauchsanleitung des Autos herangezogen werden. Viele der dort aufgelisteten Punkte sind Teil der UVV Unterweisung.

Waldstraße mit Nebel

Durchführungsmöglichkeiten der UVV Unterweisung

Die UVV Unterweisung kann in Form einer Präsenzveranstaltung oder über eine E-Learning Plattform durchgeführt werden. Es gilt zu beachten: Während der UVV Unterweisung müssen die Mitarbeiter dem Unterweisenden Rückfragen stellen können. Es reicht demnach nicht aus, den Fahrern einmal im Jahr ein Video zu präsentieren. 

Außerdem muss der Verantwortliche überprüfen, ob die unterwiesenen Mitarbeiter die Inhalte verstanden haben. Hilfreich ist dabei ein Fragebogen für die Fahrer. Der Verantwortliche muss die Unterweisung jedes Fahrers dokumentieren, um sich rechtlich abzusichern.

UVV Unterweisung am Laptop

Wichtig: Neben der Erstunterweisung und der jährlichen Schulung kann es nötig sein, das Wissen von einzelnen Fahrern zwischendurch aufzufrischen. Das ist im Besonderen nach einem Unfall nötig, aber auch, wenn Sie den Fahrstil als unsicher oder gefährlich einstufen würden. Nötig wird das natürlich auch, wenn UVV Richtlinien nicht eingehalten werden.

Interview

Experteninterview mit LapID zur UVV Fahrerunterweisung

Das Unternehmen LapID ist Spezialist auf dem Gebiet der UVV Fahrerunterweisung und Führerscheinkontrolle. Als Anbieter der digitalen Fahrerunterweisung, kennt es sich mit den UVV Richtlinien genaustens aus. 

In einem Interview mit dem Sales Consultant Carsten Stemmler haben wir die Richtlinien einmal genauer betrachtet.

Sales Consultant Carsten Stemmler
Sales Consultant Carsten Stemmler von LapID
Warum ist die UVV Fahrerunterweisung im Fuhrpark wichtig?

Die Durchführung der Fahrerunterweisung im Fuhrpark ist eine Pflicht, die durch das Arbeitsschutzgesetz (§ 25 ArbSchG i. V. m. § 22 Abs. 1 Nr. 26 BetrSichV), die DGUV Vorschrift 70 und die Betriebssicherheitsverordnung geregelt wird. Bei Missachtung der Pflicht drohen dem Arbeitgeber rechtliche Konsequenzen.

Mitarbeiter müssen im Rahmen dieser Vorschriften während der Arbeitszeit im Umgang mit Arbeitsmitteln ausreichend aufgeklärt werden. Dabei geht es um Sicherheitsvorkehrungen zur Vermeidung von Gefahrenlagen und um den Gesundheitsschutz. Das geschieht im Rahmen regelmäßiger Sicherheitsunterweisungen.

Auch ein Fahrzeug stellt im Sinne dieser Vorgaben ein Arbeitsmittel dar, dessen Nutzer regelmäßig im richtigen Umgang mit dem Fahrzeug unterwiesen werden müssen. Das erfolgt im Rahmen der Fahrerunterweisung nach UVV. Bei der UVV Fahrerunterweisung geht es also darum, dass die Mitarbeiter sicher im Straßenverkehr unterwegs sind und wissen, was in Gefahrensituationen zu tun ist.

Was passiert, wenn Fahrer nicht unterwiesen wurden? Wer haftet in dem Fall für einen entstandenen Unfall?

Führt der Arbeitgeber die UVV Fahrerunterweisung nicht ordnungsgemäß durch oder kann nicht nachweisen, dass er die Fahrerunterweisung regelmäßig durchgeführt hat, haftet er für den entstandenen Unfall. Die gesetzliche Unfallversicherung kommt dann nicht für die Schäden auf oder verlangt nach der Schadenabwicklung eine Rückzahlung von bereits geleisteten Zahlungen. 

Missachtet der Arbeitgeber die Vorgaben zur Fahrerunterweisung aus § 35 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 DGUV Vorschrift 70 vorsätzlich, kann auch die Berufsgenossenschaft Rückzahlungen fordern. Die Geschäftsführung muss bei Vorsatz oder Fahrlässigkeit zudem mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro rechnen (§ 209 Abs. 3 SGB VII). Das gilt auch für den Fuhrparkleiter, wenn ihm die Pflicht zur Durchführung der Fahrerunterweisung übertragen worden ist.

Damit nicht genug, es droht dem Unternehmen eine Strafe von bis zu einer Million Euro bei Verletzung der Auswahl- und Aufsichtspflicht. Das bedeutet, dass die Geschäftsleitung die Aufgabe zur UVV Fahrerunterweisung einer Person im Unternehmen übertragen hat, die dafür fachlich oder persönlich nicht geeignet ist oder die Beauftragung nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden ist.

Wie schützt die UVV Unterweisung die Fahrer im Alltag?

Viele Fahrer sind täglich im Straßenverkehr unterwegs und verfügen über jahrelange Erfahrung. Die Routine gibt ihnen Sicherheit. Bei der UVV Fahrerunterweisung werden viele Themen bearbeitet, die Fahrer bereits aus ihrer Fahrschulzeit kennen. Die Fahrschulzeit liegt allerdings bei vielen Fahrern schon weit zurück und gerade bei Ausnahmesituationen wie einem Verkehrsunfall wissen sie vielleicht nicht, wie sie sich richtig verhalten müssen. Die Fahrer frischen bei der jährlichen Sicherheitsunterweisung also ihr Wissen rund um den Straßenverkehr auf. Das macht für sie den Alltag auf den Straßen etwas sicherer, schützt sie vor möglichen Gefahren, lässt sie das eigene Fahrverhalten reflektieren und sensibilisiert sie für eine passive Fahrweise.

Wie profitiert das Unternehmen von einer regelmäßigen und jährlichen Unterweisung?

Wird die UVV Unterweisung ordnungsgemäß und regelmäßig durchgeführt, kommt das Unternehmen seiner Pflicht nach und ist im Schadenfall rechtlich abgesichert. Eine sorgfältige und ordnungsgemäße Dokumentation der Unterweisungen ist hierfür Voraussetzung. Kann das Unternehmen die Durchführung der UVV Fahrerunterweisung nachweisen, bleiben rechtlichen Konsequenzen wie Geldstrafen, eine Haftstrafe oder Zivilprozesse aus. 

Mit der Unterweisung und Dokumentation stellt das Fuhrparkmanagement sicher, dass der Fahrer Kenntnisse über das Arbeitsmittel Dienstwagen erlangt hat. Somit kommt das Unternehmen seinen Sorgfaltspflichten im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach.

Welche Punkte vergessen oder machen Laien oft falsch?

Oftmals unterschätzt die Geschäftsführung oder der Fuhrparkverantwortliche den Aufwand, der für die Erstellung der Lerninhalte aufgebracht werden muss. Auch die Organisation der UVV Fahrerunterweisung ist oftmals aufwendiger, als man denkt. Wenn dafür kein elektronisches System genutzt wird, muss der Fuhrparkleiter einen Termin für die Unterweisung finden, alle Fahrer benachrichtigen, die Anwesenheit vor Ort nachhalten und unter Umständen Ersatztermine finden. 

Ein weit verbreiteter Irrtum ist zudem, dass es sich bei der Fahrzeugeinweisung und der UVV Fahrerunterweisung um ein und dasselbe handelt. Die Fahrzeugeinweisung ist von der Berufsgenossenschaft vorgeschrieben und muss vor der allerersten Fahrt mit dem Firmenwagen durchgeführt werden. Dabei wird der Fahrer mit der Technik des Fahrzeugs vertraut gemacht. Die kann je nach Fahrzeugfabrikat variieren. Die Ersteinweisung übernimmt oftmals ein externer Dienstleister oder das Autohaus. Bei der Fahrerunterweisung hingegen steht der allgemeine Umgang mit dem Fahrzeug im Straßenverkehr im Vordergrund. Sie muss nach berufsgenossenschaftlichen Bestimmungen mindestens einmal jährlich (§ 4 Abs. 1 DGUV Vorschrift 1) und unabhängig von der Ersteinweisung durchgeführt werden.

Welche Tipps würden Sie Fuhrparkleitern geben, um die UVV Fahrerunterweisung korrekt durchzuführen?

Hilfreich ist sicherlich, wenn Fuhrparkverantwortliche Rahmenbedingungen im Blick behalten und auf Veränderungen reagieren. Je mehr Fahrer und Fahrzeuge an unterschiedlichen Standorten umso mehr Organisationsaufwand hat das Fuhrparkmanagement mit der UVV Fahrerunterweisung. Besonders, wenn die Fahrer nicht alle am selben Standort arbeiten, kann die Einführung einer elektronischen Unterweisung lohnend sein. 

Am einfachsten ist, wenn Fuhrparkverantwortliche dafür verschiedene Anbieter am Markt testen und schauen, welche Lösung am besten zu ihrem Fuhrpark passt. Wichtig dabei ist, dass die UVV Unterweisungen rechtssicher dokumentiert und archiviert werden können. Auch der Umgang mit persönlichen Daten sollte bei jeder Lösung genau geprüft werden.

Welchen Vorteil hat die Unterweisung per Online-Tool?

Die größten Vorteile der Fahrerunterweisung per Online-Tool sind die Orts- und Zeitunabhängigkeit. Mitarbeiter und Referent müssen sich also nicht persönlich an einem Ort treffen, um dort die UVV Unterweisung abzuhalten. Das spart sowohl Zeit bei der Organisation als auch Kosten für die Räumlichkeiten und die Anfahrt der Beteiligten. 

Ein weiterer großer Vorteil für Fuhrparkverantwortliche ist, dass sie sich die Lerninhalte der Fahrerunterweisung nicht selbst zusammenstellen müssen. Das übernimmt in der Regel der Anbieter der Unterweisung. 

Online-Unterweisungen sind zudem meist in kurze Lernkapitel unterteilt, die je nach individuellem Lerntempo und Zeit des Fahrers bearbeitet werden können. Wenn der Fahrer nicht alle Kapitel an einem Stück schafft, kann er die restlichen Kapitel zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Das geht bei einer Präsenzveranstaltung nicht.

Gibt es noch weitere Maßnahmen, die Fuhrparkleiter im Fuhrpark umsetzen sollten, um die Fahrer vor Gefahren zu schützen?

Unerlässlich für die UVV Fahrerunterweisung ist, dass zuvor eine Gefährdungsbeurteilung für die Firmenfahrzeuge durchgeführt worden ist. Fahrzeuge sind Arbeitsmittel und als solche müssen sie verkehrs- und betriebssicher sein. Je nach Fahrzeugtyp und Einsatzzweck gibt es unterschiedliche Gefährdungen, die mit unterschiedlichen Schutzmaßnahmen verhindert werden müssen. Demnach ist eine fahrzeugbezogene Gefährdungsbeurteilung notwendig, um überhaupt die Inhalte – und deren Besonderheiten – für die UVV Fahrerunterweisung zu ermitteln (z. B. bei Elektrofahrzeugen oder Transportern). 

In dem Zusammenhang sollte auch geprüft werden, ob neben der eigentlichen Fahrerunterweisung zusätzliche Informationen für die Fahrer bereitgestellt müssen. Das Thema Ladungssicherung beispielsweise erfordert meist eine umfangreichere UVV Unterweisung, die eine allgemeine Fahrerunterweisung unter Umständen nicht abdeckt. 

Neben der Erstellung der Inhalte sollten Fuhrparkverantwortliche ihren Fahrern auch jederzeit die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen und über Unklarheiten zu sprechen Es ist wichtig, dass das Fuhrparkmanagement seine Fahrer über Abläufe und Prozesse im Fuhrpark informiert. Das schafft Vertrauen und verhindert, dass Missverständnisse entstehen.

Webinar zur jährlichen UVV Unterweisung