Mischfahrt

Der Fiskus legt sehr viel Wert darauf, dass ein Fahrtenbuch gründlich geführt wird und untersucht ganz genau, ob sich Fehler eingeschlichen haben. Mit besonderer Aufmerksamkeit sollten Sie sich vor allem auch Umwegen und Mischfahrten widmen.

Eine Mischfahrt ist eine Fahrt mit einem Fahrzeug, die Sie weder als geschäftlich noch privat kategorisieren. Ein Beispiel wäre, wenn Sie auf dem Weg zur Arbeit Ihre Kinder zur Schule bringen. In diesem Fall gelten besondere Regelungen für die Dokumentation im Fahrtenbuch.

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Übersicht über die Fahrten im Fahrtenbuch

Die Mischfahrt und ihre richtige Kategorisierung

Um Probleme mit dem Finanzamt zu vermeiden ist es wichtig, Fahrten im Fahrtenbuch richtig zu dokumentieren. Doch manchmal ist es nicht so einfach zwischen betrieblichen und privaten Wegen zu unterscheiden. Was passiert, wenn Sie auf dem Weg zum Geschäftspartner einen kleinen Umweg aus privaten Gründen machen? So setzen Sie vielleicht Ihr Kind auf dem Arbeitsweg schnell am Kindergarten ab oder planen einen Zwischenstopp im Fitnessstudio. Solch kleine Stopps sind grundsätzlich nicht verboten – wichtig ist nur, dass Sie diese richtig kategorisieren.

Was genau ist eine Mischfahrt?

Die Mischfahrt ist eine Fahrt, welche aus einer Kombination aus betrieblichen und privaten, oder dem Arbeitsweg besteht. Sie entsteht immer dann, wenn der zurückgelegte Weg nicht nur unter eine Kategorisierung, sondern mindestens zwei fällt. Eine Mischfahrt kann auch dann entstehen, wenn der Fahrer einen Umweg aufgrund eines vorliegenden Staus macht. Ist der Umweg für das Finanzamt nicht nachvollziehbar, wird dem Fahrer hier schnell eine private Fahrt unterstellt. Ein Beispiel: Auf dem Nachhauseweg ruft Sie ein Kunde an und fragt ob Sie Zeit für einen kurzen Termin haben. Der kleine Zwischenstopp passt Ihnen in die Abendplanung, also willigen Sie ein. Ihr Arbeitsweg beträgt normalerweise 20 km und hat sich nun durch den Umweg auf 25 km verlängert – was passiert jetzt? In solch einem Fall ist es ratsam, den Weg als einen Mischweg anzugeben. Denn hier können Sie einen Teil der Fahrt als Dienstweg kategorisieren und von der Steuer absetzen.

Ratgeber Fahrtenkategorisierung​​

Verwenden Sie ein Fahrtenbuch und sind sich bei der richtigen Kategorisierung der Fahrten unsicher? Der Ratgeber zur Fahrtenkategorisierung erklärt Ihnen, wie Sie Fahrten richtig zuordnen und welche Ausnahme- und Sonderfälle es zu beachten gilt.

Ratgeber zur Fahrtenkategorisierung
der Ratgeber zur Fahrtenkategorisierung



Die richtige Dokumentation

Bei der Versteuerung über die 1-%-Regelung entfällt die Dokumentation der Mischfahrt. Im Vergleich müssen Sie bei der Führung eines Fahrtenbuchs darauf achten, die Fahrten immer richtig anzugeben. Deswegen empfehlen wir, dass Sie bei Umwegen, wie umfahrenden Staus, immer ein Kommentar hinterlegen. Erklären Sie in dem Kommentar, aus welchem Grund der längere Weg entstand. Besteht die Mischfahrt aus einem Anteil Privat- und Betriebsfahrt, müssen Sie bei einem handschriftlichen Fahrtenbuch jede Fahrt gesondert dokumentieren. Auch hier hilft ein Kommentar um Misstrauen zu verhindern. Ein privat-geführter Umweg, wie das Abholen der Kinder von der Schule, ist somit einfach gerechtfertigt.

Hinweis: Sind Sie sich einmal unsicher, wie Sie Ihre Fahrt aufteilen und kategorisieren sollen ist es ratsam bei Ihrem Steuerberater nachzufragen. Denken Sie jedoch daran, dass Sie Fahrten innerhalb von sieben Tagen kategorisieren müssen, damit Ihr Fahrtenbuch finanzkonform bleibt.

Hilfsmittel zur Sorgfalt

Ein Fahrtenbuch muss bis ins kleinste Detail richtig geführt werden, um beim Finanzamt anerkannt zu werden – und doch kann sich der Aufwand finanziell erheblich lohnen. Mit einem Fahrtenbuch können vor allem diejenigen, die ihren Firmenwagen überwiegend zu betrieblichen Zwecken aber auch anteilig privat nutzen, sparen. Bei der Steuerersparnis können z. B. elektronische Fahrtenbücher helfen, denn sie vereinfachen den Prozess des finanzamtkonformen Fahrtenbuchschreibens. Digitale Fahrtenbücher verhindern, dass im hektischen Arbeitstag das Fahrtenbuchschreiben untergeht. Gleichzeitig lösen sie das Problem der Umwege und Mischfahrten. Elektronische Fahrtenbücher zeichnen alle Fahrten automatisch auf und geben dem Nutzer die Möglichkeit, Fahrten im Nachhinein als Mischfahrt zu kennzeichnen. Somit wird es im Detail nachvollziehbar, wie viele Kilometer in welcher Kategorie zurückgelegt wurden – der Ärger mit dem Finanzamt bleibt aus. Fahren Sie beispielsweises auf dem Weg zur ersten Tätigkeitsstätte noch Ihre Kinder zur Kita, können Sie bei einigen elektronischen Fahrtenbüchern den Privat- und Betriebsanteil der Fahrt auf die jeweiligen Kilometer aufteilen. Die kann dann so aussehen: Bei einer Gesamtstrecke von 20 km, bei denen 15 km der Arbeitsweg wären und 5 km der zusätzliche Weg zur Kita würden Sie in diesem Beispiel ganz einfach in einer entsprechenden Mischfahrt-Funktion 15 km als Arbeitsweg und 5 km als Privatfahrt kategorisieren. In der Gesamtübersicht werden die Fahrten dann entsprechend dem Privat- oder eben dem Betriebsanteil zugeordnet, sodass Ihre Statistik nicht verfälscht ist.