Fahrtenbuch in der Schweiz

Andere Länder, andere Regeln: In der Schweiz werden Firmenwagen steuerlich anders behandelt als in Deutschland. Arbeitgeber können viele Kosten voll absetzen. Mitarbeiter versteuern die private Nutzung von Firmenwagen pauschal. Wir wissen, was Sie beachten sollten.

„Wann ist ein Mann ein Mann?“, hat Herbert Grönemeyer mal gesungen. In der Schweiz stellt sich eine andere Frage: Ab wann ist ein Firmenwagen ein Firmenwagen? Genau dann, wenn ein Dienstwagen durch Kauf, Leasing, oder Miete zum Betriebsvermögen der Firma zählt – und es Arbeitnehmer, Geschäftsführer und Gesellschafter nutzen dürfen. Allerdings kann der Geschäftswagen auch von Selbstständigen oder Einzelunternehmern angeschafft werden. In diesem Fall muss eine Privatnutzung des Firmenwagens bei unter 50 Prozent, der betriebliche Anteil an der jährlichen Kilometerleistung aber mindestens bei zehn Prozent liegen. Erst dann lassen sich die Kosten des Firmenwagens als Betriebsausgaben geltend machen. 

Privatvermögen oder Betriebsvermögen?

Liegt der betriebliche Kilometer-Anteil zwischen zehn und 50 Prozent haben Unternehmer die Wahl. Entweder Sie übernehmen den Pkw ins Betriebsvermögen oder sie lassen es im Privatvermögen. Wer sein Fahrzeug in das Betriebsvermögen integriert, benötigt wiederum ein lückenlos geführtes Bordbuch (Fahrtenbuch). Die betriebliche Nutzung zu mehr als 50 Prozent zieht dann nach sich, dass das Fahrzeug automatisch ins Betriebsvermögen fällt. In diesem Fall kann man wählen, ob der Verantwortliche lieber ein Bordbuch führen möchte oder den privaten Nutzungsanteil ermittelt.

Versteuerung: Pauschale gegen Bordbuch

Trägt der Arbeitgeber alle Kosten für den Firmenwagen, kommt üblicherweise eine Pauschale zur Anwendung. Pro Monat werden 0,8 Prozent des Kaufpreises fällig –  bei einem Leasingfahrzeug der im Vertrag ausgewiesene Barkaufpreis. Von den Kosten ausgenommen sind jedoch Privatfahrten am Wochenende sowie private Reisen. Die Aufwendungen für den Treibstoff hat natürlich der Arbeitnehmer selbst zu tragen. 

Effektive Abrechnung mit dem Bordbuch

Wird der Dienstwagen privat nur wenig genutzt, so lässt sich mit einem fälschungssicheren Bordbuch durchaus viel Geld sparen. Die sogenannte effektive Abrechnung bittet den Arbeitnehmer nur für die privat gefahrenen Kilometer zur Kasse. Um die zu vollständig erfassen, ist ein Bordbuch Pflicht. Hier müssen zwingend zeitnah alle gefahrenen Strecken sowie Anlass der Fahrt, aber auch weitere relevanten Daten dokumentiert werden. Denn nur durch exakte Kilometerzählerstände lässt sich verfolgen, zu welchem Zweck und wann der Pkw wie weit bewegt wurde. So ermittelt die Schweizer Steuerverwaltung dann, wie hoch der geldwerte Vorteil durch den Dienstwagen tatsächlich ist. Ein perfektes Modell, wenn der Arbeitnehmer wirklich für fast alle Gesamtkosten des Autos aufkommt.

Steuererklärung Zettel

Leichte Berechnung dank Bordbuch

Die Kilometerpauschale richtet sich nach dem in der vom Touring Club Schweiz (TCS) bereitgestellten Tabelle festgehaltenen Kilometersatz. Momentan liegt dieser bei 0.70 Schweizer Franken. Für die Berechnung der Summen der Lohnabrechnung sowie dem jährlichen Lohnausweis werden die gefahrenen Kilometer des Vorjahres als Rechengrundlage herangezogen. Da es sich um einen provisorischen Privatanteil handelt, wird dieser am Ende jeden Jahres der tatsächlich gefahrenen Kilometerzahl angepasst.

Zusätzlich ist es für den Arbeitnehmer möglich, für die private Nutzung des Firmenwagens zu bezahlen. Die Höhe der monatlich zu entrichtenden Zahlung entscheidet dabei über die Höhe des Privatanteils und damit über die zu versteuernden Summe.

Übrigens: Das Bordbuch ist aber auch für Firmen mit Poolwagen geeignet. Die einzelnen Mitarbeiter können darin die privaten und geschäftlichen Fahrten eintragen.

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