CO2 Richtlinien in der Schweiz

Die EU hat der Automobilindustrie vorgeschrieben, wie hoch heute die maximalen CO2-Emissionen bei Neuwagen sein dürfen. Bei Überschreiten der CO2-Grenzwerte drohen Herstellern Strafzahlungen. Welche Regelungen gibt es in der Schweiz? 

In Umweltfragen zeigt die Schweiz ein vorbildliches Verhalten. Dort dient die CO2-Bepreisung als Abgabe auf fossile Brennstoffe dazu, umweltfreundlicher zu agieren und sparsame Verbraucher mit einer Rückerstattung zu belohnen. Eine Tonne CO2 kostete 2019 in der Schweiz 96 Franken, davon fließen ein Drittel der Einnahmen in einen Innovationsfonds zur energetischen Sanierung von Gebäuden. Zwei Drittel werden an die Bevölkerung und an die Unternehmen zurückgezahlt – und das lohnt sich: 76,80 Franken erhielt jeder Bürger zurück. Durch das Modell hat sich der CO2-Verbrauch der privaten Haushalte vermindert. Das lässt sich auf den Fuhrpark übertragen: Wer Fahrzeuge mit wenig CO2-Emissionen bewegt, kann sparen. Für verbrauchsstarke Autos im Fuhrpark werden bei der Anschaffung als auch beim Betrieb höhere Kosten fällig.

Schweizer Emissionsvorschriften

Um die Klimaziele der EU zu erreichen, gelten seit Juli 2012 CO2-Emissionsvorschriften für neue Personenwagen (PW). Sie dürfen jetzt im Durchschnitt maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen – für Lieferwagen und leichte Sattelschlepper (LNF) gilt ein Zielwert von 147 Gramm CO2 pro Kilometer einhalten. Überschreitet die Flotte eines Importeurs diese Zielvorgabe, werden Sanktionen fällig. Dabei wird unterschieden zwischen Großimporteuren und Kleinimporteuren. Weitere Informationen zum Vorgehen bei Fahrzeugimport und -zulassung finden sich auf der Webseite des ASTRA.

Energieetikette am Auto

Ähnlich wie bei uns an Elektrogeräten informiert die Energieetikette an Schweizer Pkw über den Treibstoffverbrauch in Liter/100 km, den CO2-Ausstoss in g/km und die Energieeffizienz. Sie unterstützt die angestrebte Absenkung des durchschnittlichen Treibstoffverbrauchs neuer Personenwagen. Die Energieetikette soll beim Kauf die Transparenz erleichtern und das Bewusstsein für die Umwelt schärfen.

Einfluss auf das Fuhrparkmanagement

Da die Ziele der EU in Sachen CO2-Grenzwert eindeutig sind, hat das auch direkte Auswirkungen auf den Fuhrpark. Automobilhersteller ersetzen Pkw mit hohem Co2-Ausstoß durch Niedrigemissionsfahrzeuge. Denn sollten Hersteller 2025 mehr als 15 Prozent und 2030 mehr als 35 Prozent emissionsfreie oder -arme Fahrzeuge verkaufen, profitieren sie direkt. Ihre CO2-Vorgaben werden abgemildert. Doch was bedeutet das für Fuhrparkbetreiber? Durch die Produktionsverlagerung und Erhöhung der Mengen könnten E-Autos und andere emissionsfreie oder -arme Fahrzeuge mit hohen Rabatten angeboten werden. Das ist gut für den Einkauf oder die Beschaffung von Fahrzeugen. Und wer also niedrige CO2-Werte einhält, bekommt zusätzlich eine steuerliche Erstattung. Wer hingegen viel Dreck in die Luft pustet, wird zur Kasse gebeten.

Kreditvergabe nur an grüne Unternehmen

Grün ist gut. Das umweltfreundliche Image eines Unternehmens rückt immer mehr in den Fokus – jetzt sogar bei der Vergabe von Krediten, wie eine Befragung des Bundesverbandes deutscher Banken zeigt. Bereits 27 Prozent der Finanzinstitute schränken die Kreditvergabe in CO2-intensiven Branchen deutlich ein. So kann es in manchen Fällen durchaus zu Schwierigkeiten kommen, wenn Investoren von Unternehmen eine transparente Darstellung von Nachhaltigkeitsrisiken verlangen. Wer für die Zukunft gut gerüstet sein möchte, sollte seinen Fuhrpark also auf Nachhaltigkeit trimmen.

Nachhaltigkeit im Fuhrpark

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