ein schwarzer Dienstwagen

Der Dienstwagen ist für viele nach wie vor Statussymbol und Gradmesser ihrer Wertschätzung. Die Auswahl und Ausstattung des Fahrzeugs führen nicht selten zum Streit. Doch wem sollte man die Entscheidung über die Konfiguration überlassen? Alles zum Thema gibt es hier zu lesen.

„Mit so einem Puffauto fahre ich nicht“, hatte ein Mitarbeiter nach Angaben der Richterin im Streit mit dem Geschäftsführer eines Unternehmens gesagt. Der Mann verweigerte die Fahrt und sollte entlassen werden. Der Grund: Die Lackierung mit nackten Frauenbeinen in Pumps, die aus einem Berg an Kaffeebohnen herausragen. Das Motiv fand der langjährige Mitarbeiter sexistisch. Um diese Missverständnisse zu vermeiden, hätte der Chef vorher mit seinem Angestellten sprechen sollen. Völlig freie Wahl des Dienstwagens hat in den meisten Unternehmen nur einer – die Chefin oder der Chef.

Aber trotzdem macht es Sinn, den Mitarbeitern bei der Auswahl und Konfiguration des Dienstwagens einen gewissen Spielraum zu gewähren. Von vielen Flottenmanagern hören wir, dass es immer wieder Unstimmigkeiten wegen der Auswahl der Firmenwagen gibt. Denn der ist nicht nur Statussymbol, sondern ebenso Wertschätzung des Arbeitgebers. Kollegen vergleichen gerne ihre Fahrzeuge untereinander und die Beschwerden landen dann beim Fuhrparkleiter. Wie können solche Konflikte vermieden werden? Außerdem investieren Mitarbeiter unglaublich viel Zeit in die Ausstattung ihrer Fahrzeuge.

Rahmen für Mitarbeiter setzen

Bei der Auswahl, welches Modell es sein sollte, gilt in der Regel: Fahrzeugauswahl und Ausstattungsumfang müssen zum Status des Mitarbeiters passen. Diese Richtlinien lassen sich am besten in der Car Policy abbilden und schützen vor Missgunst und Neid. Wenn der Chef nicht ohnehin eine Vorgabe macht, lohnt es, sich an den beliebtesten Firmenwagen-Modellen zu orientieren. Der Firmenwagenmonitor 2017 von Compensation Partner zeigt, in welchen Bereichen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern ein Auto stellen, welche Marken besonders beliebt sind und was sich die Unternehmen die Fahrzeuge kosten lassen.

Je größer die Firma, desto verbreiteter der Firmenwagen: Laut Firmenwagenmonitor liegt der Gesamtanteil an Firmenwagen in kleinen Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern bei nur bei 5,6 Prozent. In Großunternehmen mit mehr als 20.000 Mitarbeitern fahren dagegen fast 16 Prozent ein Dienstauto. Wer viel verdient, fährt demnach auch die größten Firmenwagen. Beschäftigte mit einem Jahresgehalt von 90.000 Euro sind im Schnitt mit einem rund 50.000 Euro teuren Firmenwagen unterwegs. Interessant ist, dass der Wert aber nicht proportional zum Gehalt steigt. Mit einem fast doppelt so hohen Jahreseinkommen zwischen 150.000 und 200.000 Euro beträgt der Wert des Firmenwagens nur 65.000 Euro. 

Um einen Einblick in typische Regeln einer Car Policy zu erhalten, können Sie folgende Vorlage herunterladen. Diese zeigt Ihnen eine exemplarische Car Policy.

Verdeckte Prozesskosten vermeiden

Was viele Firmen unterschätzen ist die Leidenschaft, mit der sich Mitarbeiter ihre Fahrzeuge konfigurieren. Das geschieht meist während der Arbeitszeit und bedeutet verdeckte Prozesskosten. Im Schnitt beschäftigen sich Mitarbeiter zwischen 30 und 40 Stunden dem zukünftigen Dienstwagen. Geht man pro Stunde von 45 Euro an internen Kosten aus, summieren sich diese versteckten Prozesskosten auf etwa 1.800 Euro pro Fahrzeug. Diese verdeckten Prozesskosten entstehen normalerweise nicht bei reinen Firmenwagen, sondern nur dann, wenn die Fahrzeuge auch privat genutzt werden dürfen.

Wer hier klare Regeln befolgt, etwa die Auswahl weniger Fahrzeuge, vermeidet die verdeckten Prozesskosten. Doch es geht letztlich auch um emotionale Faktoren. Kann der Mitarbeiter den Pkw auch privat nutzen, wird er versuchen das optimale Fahrzeug für sich zu bekommen. Diskussionen und Debatten sind damit vorprogrammiert. Durchsetzungsstarke Mitarbeiter fahren dann überdurchschnittlich gut ausgestattete Autos. Während meinungsschwache Mitarbeiter im Vergleich zu ihren Kollegen auf gleicher Hierarchiestufe Firmenwagen unterer Klassen fahren. Das wiederum führt nicht nur zu Neid, sondern zieht oftmals eine Mitarbeiter-Demotivation statt der gewünschten Motivation nach sich. Wer sich also für ein Modell der Fahrzeugvergabe entscheidet, sollte diese wichtigen Eckpfeiler bedenken.

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