Fahrer in Auto

Digitale Instrumente in Kombination mit im Fahrzeug verbauter Hardware helfen bei der Analyse des Fahrstils. Auf ihren Daten beruht dann eine Fahrerbewertung, die neben dem reinen Spritverbrauch auch andere Faktoren berücksichtigt. Wo sie im Fuhrpark eingesetzt wird und was die wichtigsten Faktoren sind, das lesen Sie hier.

Eine objektive Bewertung von Fahrern scheint angesichts gravierender Unterschiede kaum möglich. Auf der einen Seite besteht der Fuhrpark möglicherweise aus mehreren Marken. Dazu kommen unterschiedlicher Einsätze – entweder auf flacher oder hügeliger Strecke. Eine gerechte Fahrerbewertung basiert hier nicht nur auf dem Verbrauch des Kraftstoffes, sondern auf vielen weiteren Faktoren wie zum Beispiel Einsatzort, Höhenprofil, Strecke, Anzahl der Stopps, Gewicht der Ladung oder dem Durchschnittstempo. Der Einsatz dieser Parameter führt in der Regel zu zwei Vorteilen für das Unternehmen: die Einsparung von Kosten und motivierter Fahrer, die umsichtiger im Straßenverkehr agieren. Ein Einsatz der Fahrerbewertung lohnt sich also.

Fahrer mit ins Boot nehmen

Niemand lässt sich gerne bewerten. Zumindest dann, wenn die Kriterien nicht glasklar kommuniziert werden. Vor diesem Hintergrund sollten alle Beteiligten von Beginn an in das Projekt mit einbezogen werden. Konkret bedeutet es, den Fahrern zu zeigen, welche Punkte in die Bewertung einfließen und welche Gewichtung sie haben. Aber auch, dass sie nicht tricksen dürfen, um die Bewertung nach oben zu schrauben. So sollten Verantwortliche genau festlegen, wie sie etwa den Einsatz der Handbremse bewerten. Es gibt nämlich durchaus Kollegen in Unternehmen, die für ein gutes Ranking gerne mal per Hand bremsen. Warum? Ganz einfach: Das Betätigen der Fußbremse fließt stets in die Gesamtnote ein – der Einsatz der Handbremse nicht. Das verfälscht eine richtige Bewertung.

Unterschiedliche Einsätze, gerechte Bewertung

Sind die Eckpunkte der Bewertung geklärt, so können die Telematik-Systeme an Bord ihre Daten zum Vergleich senden. Auf Knopfdruck lassen sich dann die Rankings aller Fahrer mit dem exakten Punktestand und den Verbrauchswerten abrufen – und das bei völliger Transparenz. Die Mitarbeiter können ihre eigene Position dabei jederzeit auf ihrem Display einsehen und die bewerteten Parameter genau nachvollziehen. Zusätzlich zeigt es mögliche Verbesserungspotenziale auf. Ganz oben im Ranking stehen dann Fahrer, die unter den gegebenen Umständen am wenigsten verbrauchen. Im besten Fall entwickeln die Fahrer eine Eigendynamik – nämlich so weit wie möglich im Ranking oben zu stehen. Das wiederum drückt die Betriebskosten auf Dauer.

Verbesserungen dank GPS-gestützter Geodaten

Die Digitalisierung ermöglicht die Auswertung vieler Bereiche. Vom Beschleunigungs- und Bremsverhalten bis hin zur Aufzeichnung von Höchst- und Durchschnittsgeschwindigkeiten sowie Feststellung von Geschwindigkeitsverstößen. So kann nicht nur das Fuhrparkmanagement, sondern auch jeder einzelne Dienstwagennutzer sehen, wo er im Rahmen des Rankings steht. Die Motivation der Fahrer dürfte noch steigen, wenn der „Fahrer des Monats“ mit einer Bonusprämie für den besten Fahrstil prämiert wird.

Datenschutz im Fuhrpark

Der Datenschutz der Fahrer spielt für das unternehmensinterne Ranking eine wesentliche Rolle. Für sämtliche Statistiken und Auswertungen gilt es, diese in anonymisierter Form vorzunehmen und die Ergebnisse nur autorisierten Mitarbeitern im Unternehmen zugänglich zu machen. Hier empfiehlt es sich, dass nur der einzelne betroffene Dienstwagennutzer und das Fuhrparkmanagement sensible Daten einsehen können. Darüber hinaus muss eine vollständige Aufklärung der Dienstwagennutzer über die zur Datenverarbeitung erhobenen und gespeicherten Daten durch das Fuhrparkmanagement erfolgen. Dazu zählt auch eine schriftliche datenschutzrechtliche Einwilligung der Betroffenen zur Datenerhebung, -verarbeitung und –speicherung. Diese Einwilligungserklärungen müssen auf jeden Fall jederzeit widerruflich sein. Ganz wichtig für die Dokumentation: Die Einwilligung zur Datenverarbeitung von Fahrerrankings gehört zu Dokumentationszwecken in die Personalakte und zusätzlich in die Fahrerakte der Dienstwagennutzer des Fuhrparkmanagements.

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