Auswirkungen von Stress auf das Fahrverhalten

Stress und Ablenkung im Straßenverkehr sind nicht nur gefährlich für den Fahrer selbst, sondern auch sein Umfeld. Welche Auswirkungen diese haben und wie Sie Ihre Fahrer für ein sicheres Fahrverhalten sensibilisieren können, erfahren Sie hier. 

Handynutzer zahlen

Kurz auf das Handy geschaut oder schnell zur Wasserflasche gegriffen: Auf den ersten Blick banal erscheinende Taten führen nicht nur zu Unfällen, sondern bringen Bußgelder und Strafen. Denn das Telefonieren am Steuer ist verboten, genauso wie die Nutzung anderer Handyfunktionen wie das Lesen von Textnachrichten. Wer trotzdem zum Handy greift muss mit 100 Euro Strafe sowie einem Punkt in Flensburg rechnen. Gefährdet der Fahrer währenddessen sein Umfeld oder geht eine Sachbeschädigung damit einher, fallen 150-200 Euro, 2 Punkte in Flensburg sowie 1 Monat Fahrverbot an.

Übrigens gibt es in allen europäischen Ländern Geldstrafen für die Handynutzung am Steuer. In Großbritannien zahlt man z. B. mindestens 230 Euro, in Estland ganze 400 Euro.

Auswirkungen von Ablenkungen auf den Fahrer

Das Ablenkungen wie die Handynutzung nicht nur in Strafen, sondern auch in Unfällen enden können, hat eine Studie des ADAC gezeigt. Dabei wurde getestet, wie der Fahrer in seinem Fahrverhalten beeinflusst wird.  Was passiert z. B. wenn ein Fahrer zur Trinkflasche greift, eine Nachricht liest oder etwas aus dem Handschuhfach holt? Das erschreckende Ergebnis: Alleine bei der Aufgabe, Taschentücher aus dem Handschuhfach zu holen, gerieten  ⅔ der Fahrer für 1,5 bis 2,6 Sekunden auf die Gegenfahrbahn. Im Durchschnitt wendeten Fahrer für 3 Sekunden den Blick von der eigenen Fahrbahn ab, wodurch ein Blindflug von 35 Metern zurückgelegt wurde.

Blindflug im Straßenverkehr bedeutet, dass der Fahrer von der Fahrbahn wegschaut und daher nicht auf einen plötzlichen Gegenverkehr reagieren kann. Wer bereits wenige Sekunden wegschaut, legt viele Meter blind zurück und kann einen Unfall verursachen.

Viele Fahrer unterschätzen, welche Auswirkungen kurze Ablenkungen haben. Sie glauben, multitaskingfähig zu sein. Wer im Berufsalltag viel mit dem Fahrzeug unterwegs ist, sollte jedoch besonders achtsam und vernünftig im Straßenverkehr sein:

Das ist schlichte Selbstüberschätzung. Multitasking ist ein Mythos - und im Straßenverkehr schnell tödlich. Wer bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h nur für eine Sekunde unaufmerksam ist, legt in dieser Zeit 14 Meter blind zurück. In drei Sekunden bei 100 km/h sind es bereits 83 Meter. Auf Unvorhergesehenes rechtzeitig zu reagieren, ist dann nicht mehr möglich.

Workshop UVV Schulung
In einem Workshop kann der Fuhrparkleiter ein richtiges Fahrverhalten vermitteln.

Fuhrparkleiter sollten deswegen bereits bei der Erstunterweisung des Mitarbeiters in den Firmenwagen, sowie in der jährlichen UVV Schulung die Fahrer sensibilisieren. Richtlinien und gesetzliche Vorgaben sollten dabei kommuniziert werden. Wichtig ist aber auch, dass die Fahrer die notwendige Ausstattung im Fahrzeug erhalten, wie z. B. Navigationssysteme und im Fahrzeuge integrierte Freisprechsysteme. Fuhrparkleiter müssen sich daher mit den Fahrern austauschen, um herauszufinden, was für eine reibungslose und sichere Fahrt notwendig ist. 

Der Fuhrparkleiter muss außerdem den Fahrern deutlich machen, dass das Einlegen von Pausen und kurzen Stopps erlaubt ist. Das Telefonieren, Einstellen von Navigationssystemen, Trinken, Essen oder andere Tätigkeiten sollten nicht am Steuer durchgeführt werden. Nur über eine offene Kommunikation hinsichtlich des richtigen Fahrverhaltens und Pausen-Richtlinien können Fahrer sensibilisiert werden.

Auswirkungen von Stress auf das Fahrverhalten

Nicht nur Ablenkungen werden von Fahrern und Fuhrparkleitern unterschätzt: Vor allem Stress im Berufsalltag und während der Fahrtzeit ist gefährlich. Gestresste Fahrer neigen zu einem zum schnellen Fahren, Drängeln oder Fahren bei Rot. Stress führt auch zur Müdigkeit und Unaufmerksamkeit im Alltag. 

Besonders gefährlich wird Stress, wenn die Fahrer zu einer höheren Geschwindigkeit neigen und sich nicht an Tempolimits halten. Laut einer Recherche des Statistischen Bundesamtes (Destatis) starben 2019 alleine 963 Menschen in einem Geschwindigkeitsunfall. 53 687 Menschen wurden dabei verletzt und 13 769 erlitten dabei eine schwere Verletzung.

Eine erhöhte Geschwindigkeit bringt den Fahrer nicht schneller an das Ziel, sondern gefährdet ihn. Es ist daher von äußerster Wichtigkeit, bei den Unterweisungen der Fahrer, aber auch regelmäßig durch Workshops oder Schulungen die Fahrer auf ein sicheres Fahrverhalten hinzuweisen. Hierbei helfen auch Fahrsicherheitstrainings, in welchen ein sicheres Fahren trainiert wird. Fahrsicherheitstrainings sind außerdem steuerlich absetzbar.

Tipps zum Umgang mit Stress im Fuhrpark

Stress lässt sich zwar nicht immer verhindern, aber gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie der Fuhrparkleiter diese bestmöglich vorbeugen kann:

Fuhrparkleiter mit Fuhrparksoftware
Ein Fuhrparkleiter plant die Tourenplanung mit einer GPS Fahrzeugortung am Tablet.
  1. Offene Kommunikation mit den Fahrern: Fuhrparkleiter müssen ggf. in Absprache mit dem Management mit den Fahrern darüber sprechen, ob das Arbeitspensum machbar ist. Nur wer mit den Fahrern im ständigen Austausch steht, weiß, ob diese im Alltag gestresst sind oder nicht und kann Probleme angehen. 
  2. Optimiere Routenplanung: GPS Systeme und Fuhrparksoftware helfen dabei, die Touren vorausschauend zu planen und doppelte Wegstrecken zu vermeiden. Dadurch kann genug Zeit für das Anfahren aller Kunden und Ziele berechnet werden. 
  3. Fuhrparksoftware mit GPS Fahrzeugortung: Eine Fahrzeugortung hilft dabei, flexibel auf Kundentermine und -änderungen zu reagieren. Der Fuhrparkleiter sieht in der Software, welcher Fahrer sich am nächsten zu einer Zieladresse befindet und für wen es am einfachsten wäre, den Termin wahrzunehmen. Dadurch wird verhindert, dass Fahrer weite Umwege fahren müssen und sich gestresst fühlen.
  4. Richtige Terminplanung: Bei der Planung von Lieferungen und/oder Terminen müssen Pausenzeiten und mögliche Verzögerungen eingeplant werden. Der Fahrer muss die Möglichkeit haben, bei Bedarf eine kurze Pause einzulegen. Wenn möglich sollten Kundentermine in gleichen Orten an einen Tag gelegt werden, damit die Fahrer keine großen Wegstrecken zurücklegen müssen. 
  5. Gesundes Arbeitsklima fördern: Neben der Kommunikation muss das Unternehmen und der Fuhrparkleiter selbst ein gesundes Arbeitsumfeld – und Klima fördern. Das kann z. B. das Mitgeben von ausreichend Obst und Getränken für die Fahrer beinhalten. Außerdem sollten Richtlinien zum achtsamen Fahrverhalten kommuniziert werden. Andere Möglichkeiten ist das Anbieten von sportlichen Aktivitäten und Programmen nach der Arbeitszeit. 

Wer viel im Auto unterwegs ist, sollte auf die Gesundheit achten. In Fahrpausen kann das Strecken bereits helfen. Wichtig ist auch, dass der Fahrer den Autositz richtig einstellt, also z. B. die Sitzlehne nicht zu weit nach hinten einstellt.

Ratgeber zum Fahrverhalten für die Fahrer

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