Wichtiges Basiswissen zum richtigen Reifenmanagment

Nicht jeder Reifen eignet sich für jedes Auto. Deswegen ist es wichtig, sich mit Reifenmanagement auszukennen. Denn bei der Bereifung von Fahrzeugen müssen bestimmte Regelungen eingehalten werden. Einige davon sind in § 36 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung über die Bereifung und Laufflächen festgehalten. Dort ist beispielsweise festgelegt, dass die Maße und die Bauart der Reifen den Betriebsbedingungen des Fahrzeugs, insbesondere der Belastung sowie der durch die Maße und Bauart bestimmte Höchstgeschwindigkeit, entsprechen müssen(§36, Abs. 1, StVZO). So braucht ein Fahrzeug, das häufig schnell fährt oder besonders schwere Lasten transportiert andere Reifen als eines, das nur mit beispielsweise 25km/h fährt. Bringen Sie an einem Fahrzeug Reifen an, die nur eine geringe Höchstgeschwindigkeit zulassen, müssen Sie das Fahrzeuge entsprechend kennzeichen. Zudem ist es wichtig, dass die Reifen die feste Fahrbahn nicht durch hervorstehende Teile beschädigen. Ein gutes Reifenmanagement ist somit nicht nur wichtig, um Reifenschäden vorzubeugen, sondern auch essentiell für die Verkehrssicherheit.

Profiltiefe bei Reifen

Ein Auto fährt durch eine Waldstraße.

Besonders wichtig für sichere Reifen ist die Profiltiefe: Es ist nach § 36 Abs. 2 Satz 4 StVZO gesetzlich vorgeschrieben, dass die Mindestreifenprofiltiefe für Luftreifen bei 1,6 mm liegen muss. Gemessen wird dies im Hauptprofil (die zwei breiten Profillinien im mittleren Bereich der Lauffläche). Ausgenommen sind Fahrräder mit Hilfsmotor, Kleinkrafträdern und Leichtkrafträdern — bei ihnen genügt 1mm Reifenprofiltiefe. Wird die vorgeschriebene Reifenprofiltiefe nicht eingehalten und das Fahrzeug kommt in eine Polizeikontrolle drohen Bußgelder. Bei akuter Gefährdung kann zudem die Weiterfahrt untersagt werden. Wird das Fahrzeug in einen Unfall verwickelt und die Reifenprofiltiefe ist nicht ausreichend, kann die Versicherung dies als Eigenverschulden auffassen und zahlt womöglich nicht alle Kosten. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, die Reifenprofiltiefe regelmäßig im Fuhrpark zu kontrollieren.

Richtiges Reifenmanagement bedeutet Reifenwechsel

Für die jeweiligen Wetterverhältnisse die richtigen Reifen zu wechseln ist unbedingt notwendig – und gesetzlich vorgeschrieben. Wenn Sie im Winter mit Sommerreifen fahren, verdoppelt sich ihr Bremsweg! Und auch andersherum haben Winterreifen im Sommer deutlich weniger Haftung auf der Straße. Dies liegt an der verschiedenen Zusammensetzung der Reifen. Neben der verminderten Verkehrstüchtigkeit, sind auch Reifenschäden bei unpassenden Wetterbedingungen häufiger. 

Gerade als Fuhrparkleiter müssen Sie darauf achten, dass der Reifenwechsel bei den Fahrzeugen Ihres Unternehmens rechtzeitig vorgenommen wird, denn dies ist in Deutschland seit 2010 gesetzlich vorgeschrieben. Bußgelder drohen bei einer Vernachlässigung der Winterreifenpflicht. Ein Kennzeichen für ordnungsgemäße Winterreifen ist das Alpine-Symbol — ein Bergpiktogramm mit Schneeflocke auf dem Reifen. Auch sogenannte M + S Reifen (Matsch- und Schneereifen) sind seit 2018 nur noch mit dem Schneeflockensymbol erlaubt.

Möchten Sie Ihre Winterreifen (oder auch Geländereifen, die mit der Bezeichnung “POR” gekennzeichnet sind) für den gewerblichen Einsatz nutzen, sollten Sie auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit für die Reifen achten. Liegt diese unter der durch die Bauart des Fahrzeugs bestimmten Höchstgeschwindigkeit müssen dies durch ein Schild, einen Aufkleber oder eine Anzeige im Fahrzeug kennzeichnen. Zum Reifenmanagement gehört in diesem Fall auch die richtige Fahrerunterweisung. Der Fahrer muss klar erkennen können, wie schnell er maximal mit dem Fahrzeug mit den entsprechenden Reifen fahren darf. Dies gilt immer, es sei denn die durch die Reifen bedingte Höchstgeschwindigkeit wird im Betrieb sowieso nicht überschritten. Dennoch empfiehlt sich die Markierung aus Sicherheitsgründen.

Keine Mischbereifung bei Pkws

Die Reifenart wird auch durch die Konstruktion und Anbringung bestimmt. Es existieren zwei verschiedene Ausführungen: die Diagonalreifen und die Radialreifen. Der Unterschied liegt im Aufbau der sogenannten Karkasse — dem tragenden Unterbau des Reifens. Bei einem Diagonalreifen verlaufen die Karkassenschichten schräg, bei einem Radialreifen jedoch strahlenförmig. Heutzutage verwenden Fahrzeugführer hauptsächlich Radialreifen, da sie eine höhere Laufleistung, eine bessere Haftung bei Nässe oder in Kurven und andere optimierte Laufeigenschaften mit sich bringen. Diagonalreifen findet man wegen der starken Beweglichkeit eher in der Landwirtschaft oder bei Rennreifen.

Es liegen Reifen übereinander gestapelt.

Der §36, Absatz 6, StVZO legt fest in welcher Form Diagonal- oder Radialreifen an Kraftfahrzeugen und Personenkraftwagen (Pkw) angebracht werden dürfen. Bei einem Pkw mit einem Gesamtgewicht von nicht mehr als 3,5 Tonnen und einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h und auch dafür vorgesehene Anhänger dürfen entweder mit Diagonal- oder mit Radialreifen bestückt werden — es darf nicht gemischt werden.

Bei anderen Kraftfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen und einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h und ihren Anhängern darf nicht innerhalb einer Achse in der Reifenart variiert werden – sonst wird das Fahrzeug unsicher und es kommt zu Reifenschäden. Informieren Sie sich vor einem Reifenwechsel genau darüber, welche Rad- und Reifenkombinationen für das entsprechende Fahrzeug möglich sind. Dabei kann zunächst ein Blick in den Fahrzeugschein helfen. Zusätzlich können Sie das sogenannte Certificate of Conformity (COC) zurate ziehen. Dabei handelt es sich um eine EG-Übereinstimmungsbescheinigung, die Sie beim Händler oder Hersteller erhalten.

Informieren Sie sich vor einem Reifenwechsel genau darüber, welche Rad- und Reifenkombinationen für das entsprechende Fahrzeug möglich sind. Dabei kann zunächst ein Blick in den Fahrzeugschein helfen. Zusätzlich können Sie das sogenannte Certificate of Conformity (COC) zurate ziehen. Dabei handelt es sich um eine EG-Übereinstimmungsbescheinigung, die Sie beim Händler oder Hersteller erhalten.

Sicherheitsvorkehrungen befolgen und regelmäßige Kontrolle

Die passenden Reifen sind nicht nur ein rechtliches Thema — die Sicherheit der Fahrer im Straßenverkehr hängt davon ab. Werden an einem Fahrzeug unterschiedliche Reifentypen (sei es eine Variation in der Gummimischung, der Reifenprofiltiefen oder anderen Unterschieden) eingesetzt, dann wirkt sich das negativ aus. Die Stabilität des Fahrzeugs kann vor allem bei extremen Wetterbedingungen, wie beispielsweise Nässe oder Schnee, verloren gehen. Aus diesem Grund ist es nicht empfehlenswert eine Mischbereifung vorzunehmen, obwohl es dem Gesetz zufolge sogar erlaubt wäre, Sommer- und Winterreifen miteinander zu kombinieren. Es kann Einbußen bei der Verkehrssicherheit geben und zu Reifenschäden führen.

Achten Sie bei einem Reifenwechsel also darauf, dass wenn möglich der gleiche Reifentyp eingesetzt wird. Haben Sie dann doch einmal einen Reifenschaden, ist nicht immer sofort ein Neukauf notwendig. Oft kann eine Reifenreparatur vorgenommen werden. In unserem kurzen Ratgeber zum Thema Reifenreparatur erfahren Sie mehr über die häufigsten Ursachen von Reifenschäden. Außerdem lernen Sie, wann es empfehlenswert ist Reifen zu reparieren. Nutzen Sie jetzt den Ratgeber und erfahren mehr zum Thema Reifenmanagement.

 

Reifen richtig lagern, so geht's

Wissenswertes zum Firmenauto