Beschaffung von Reifen

Ob vom Leasinggeber, dem professionellen Dienstleister oder doch in der eigenen Werkstatt – beim Reifenmanagement hat jeder einzelne Fuhrparkleiter ein eigenes Konzept. Was gilt es über Reifen zu wissen und lohnt sich das Outsourcing des Reifenmanagements?

So optimieren Sie ihre Reifenkosten

Um die fünf Prozent der gesamten Fahrzeugkosten entfallen laut Experten auf den Posten Reifen. Klar, dass darin ein enormes Einsparpotenzial steckt. Lager- und Reparaturkosten, Umrüstzeiten sowie die Kontrolle der Reifen beanspruchen Zeit sowie Geld. Aber auch die Sicherheit spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Um gefahrlos durch die Straßen zu rollen, muss regelmäßig auf den Zustand der Reifen und deren Profiltiefe geachtet werden. Außerdem sollten die Reifen einen ausreichenden Druck vorweisen, der viel Sprit sparen kann. Je nach Größe des Fuhrparks ist das eine Aufgabe, die mit einfachen Bordmitteln nicht immer zu schaffen ist. 

Und dann gibt es für Fuhrparkleiter einige Optionen, die zwischen eigener Werkstatt bis hin zum Outsourcing des Reifenmanagements reichen. Bei der Entscheidung, ob das Reifenmanagement outgesourct werden soll, spielt die Größe des Fuhrparks eine bedeutende Rolle. Kleinere Fuhrparks können mit einer Vertragswerkstatt zusammenarbeiten. Große Fuhrparks fahren womöglich mit einem Rundum-Service-Paket besser.

Zuerst den Bedarf ermitteln

Nur wer sich einen Überblick verschafft, sammelt wichtige Informationen. Denn erst, wenn der Fuhrparkmanager alle relevanten Kosten kennt, ist eine fundierte Entscheidung möglich.

Welche Reifen und Felgen habe ich im Fuhrpark – welche und wie viele werden künftig benötigt? Im nächsten Schritt sollte man alle Laufzeit- und Laufleistungskombinationen berücksichtigen, sowie Services und Reportings. So bieten Leasinggeber in der Regel Einlagerung, die Entsorgung, Vor-Ort- sowie Hol- und Bringservice an. Schwieriger wird es bei der Einschätzung, ab welcher Profiltiefe Reifen als abgefahren gelten. Die Spannbreite bewegt sich zwischen der gesetzlichen Mindestvorgabe und drei Millimetern bei Sommerreifen.

Freiheit nach Wahl

Es lohnt sich immer, bei Service, Konditionen und Gebühren genau hinzuschauen. In vielen Situationen können kleinere und mittlere Fuhrparks von den Einkaufskonditionen der Leasinggesellschaften profitieren – häufig bieten die attraktive Gesamtpakete an. Es kann sich aber auch lohnen, die Reifenmontage oder Einlagerung an das Autohaus zu vergeben oder in Eigenregie zu managen. Reifenhandelsketten wiederum bieten ebenfalls Servicepakete mit fundierten Fuhrparkanalysen: 24-Stunden-Service, Reportings oder Reifenreparaturen gehören zum Standard. Je nach Größe und Einsatzart der Flotte sollte man die Kosten sorgfältig abwägen.

Selbstbeschaffung

Bei einem kleinen Unternehmen, das sich für die Selbstbeschaffung der Reifen entscheidet, sind die ersten Anlaufstellen für die Reifenbesorgung der Hersteller, Händler um die Ecke oder das Internet. Handelsketten oder Händler ködern Kunden teilweise mit preiswerten Rahmenverträgen, die sich aber eher an Fuhrparkmanager größere Flotten richtet. Eine gewisse Personaldecke ist bei Selbstbeschaffung je nach Fuhrparkgröße vonnöten, ebenfalls eine gute Verwaltungssoftware für Effizienz und Transparenz. Als gute Alternative hat sich auch die Auslagerung an einen Anbieter für Reifenmanagement bewährt. Als Bestandteil eines Full-Service-Leasing Angebotes kann der Service vor allem sinnvoll für komplette Leasingflotten sein. Dazu später mehr.

Reifenmanagement im Leasingpaket

Für viele gibt es keine Alternative zum Baustein Reifenmanagement innerhalb eines Leasingpakets. Besonders dann, wenn Kollegen mit den Autos in ganz Deutschland unterwegs sind. Reifenwechsel und -kontrollen müssen so nicht zentral gesteuert werden, sondern Mitarbeiter regeln das in Eigenregie. Für das Wechseln der Räder und die Kontrolle der Reifen sind die Fahrer selbst verantwortlich. Meist schließen sich weitere Dienstleistungen an, wie Montage, Auswuchten und Einlagerung, die über die im Leasingvertrag eingeschlossenen Händler ablaufen.

Outsourcing an externe Dienstleister

Externe Dienstleister bieten hoch spezialisiert Wissen, dass dem Unternehmen helfen kann, relevante Einsparungen zu realisieren. Für das Outsourcing spricht der geringere Verwaltungsaufwand, bessere Konditionen beim Einkauf und die Möglichkeit, den Fokus auf die Kernkompetenzen zu legen. Die Spezialisten übernehmen die Fakturierung der Reifen sowie die Dienstleistungen und können dabei über ein deutschlandweites Stationsnetz bundesweit Fuhrparks bedienen. Die Dienstleister bieten einen speziellen Flottenservice mit festem Ansprechpartner, bargeldloser Zentralrechnung, Rahmenverträgen und kundenindividuellen Reportings.

Geschlossene oder offene Rate?

ReifenFuhrparkmanager müssen bei Leasingverträgen eine Entscheidung zwischen offener oder geschlossener Reifenrate treffen. Grundsätzlich wird bei der offenen Rate die Differenz zwischen der monatlichen Vorauszahlung und den realen Reifenkosten abgerechnet. Bei niedriger Laufleistung und wenig Reparaturen kann sich das rechnen. Die geschlossene Rate ist risikoreicher, denn hier bezahlt man womöglich mehr als tatsächlich verbraucht wurde. Wer hohe Laufleistungen hat und damit außergewöhnlich starken Reifenverschleiß könnte davon profitieren. Denn das Risiko höherer Ausgaben trägt der Leasinggeber mit – unter Vorbehalt einer Beteiligung des Leasingnehmers bei bestimmten Beschädigungen.

Für wen sich welche Modelle rechnen, muss jeder Fuhrparkleiter individuell für seine Flotte entscheiden. Denn so unterschiedlicher Flotten aufgebaut sind, desto individueller sieht auch die Lösung des Reifenbedarfs aus. Alle Prozessschritte des Reifenmanagements sollten immer erst nach grundsätzlicher Analyse erfolgen – erst danach kann die Richtung entschieden werden: Das gilt für die Selbstbeschaffung wie auch für die Wahl eines externen Dienstleisters. Aber auch eine Sonderlösung bietet sich hier an. Dafür muss sich der Fuhrparkmanager einen guten Einblick verschaffen.

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