Klimabilanz Elektroautos: Sind sie eine klimafreundliche Alternative?

Zwischen den KFZ-Herstellern verschiedenen Antriebsformen herrscht Streit. Wer kann die beste Ökobilanz aufweisen? Das lässt sich nicht pauschal beantworten – genauso wie die Frage, ob sich die Umrüstung auf E-Autos für Unternehmen immer lohnt. Wir haben die Fakten.

Das Image für Elektroautos könnte nicht besser sein. Sie sind im Betrieb emissionsfrei und stehen für eine grüne Verkehrswende in Deutschland. So weit, so gut. Wenn man sich den gesamten Prozess der Herstellung genauer ansieht, schaut die ökologische Bilanz anders aus. Und auch das Tanken mit Strom ist nicht immer so sauber wie es von einigen suggeriert wird. Die Freiheit von Emissionen hängt maßgeblich davon ab, welcher Strommix der Wagen tankt. Der Mix enthält aktuell immer noch etwa 20 Prozent aus Braun- und Steinkohlekraftwerken. Um den Strom zu gewinnen, wird so viel klimaschädliches CO2 freigesetzt wie bei keinem anderen Rohstoff. Nur mit der Nutzung von 100 Prozent regenerativem Strom, so eine Studie des ADAC, zeige sich eine deutliche Verbesserung der CO2-Bilanz von Elektrofahrzeugen.

Klimabilanz von E-Autos

Die Ökobilanz von Elektroautos wurde in vielen früheren Studien immer wieder kritisch durchleuchtet. Eine neue Studie der Technischen Universität Eindhoven zeigt, dass heutige E-Autos im Vergleich zu Diesel oder Benzin deutlich weniger Treibhausgase ausstoßen. Das liegt vor allem am Ökostrom-Anstieg, also der Energie, die aus Windkraft oder der Sonne gewonnen wird. Aber in die Ökobilanz von Elektroautos fließen neben dem Strommix auch die Rohstoffe ein, die für die Produktion benötigt werden. 

Problem Rohstoffe

Manchmal benötigen Elektromotoren eines E-Autos Seltene Erden, die sich nur unter einem hohen Energieaufwand abbauen lassen. Ein großes Problem, denn bei der Produktion fallen giftige und radioaktive Rückstände an. Mittlerweile wissen das auch die Hersteller und lenken um auf umweltfreundlichere Materialien. Modelle wie Tesla S und X, der Renault Zoe und der Audi e-tron quattro verzichten auf die giftigen Komponenten.

Recycling von Batterien

Spezialisierte Recycling-Unternehmen für Batterien glänzen heute mit einer Recyclingquote von rund 80 Prozent. Die Akkus des Elektroautos lassen sich nach dem Recycling als stationärer Stromspeicher wiederverwerten. Zusätzlich kann der giftige Abbau von seltenen Erden, Lithium und anderen Rohstoffe vermieden werden – sie lassen sich praktischerweise aus den alten Batterien gewinnen. 

Neue Studie bestätigt gute CO2-Bilanz

Elektroauto wird geladen

Die bereits zitierte Studie der Technischen Universität Eindhoven bestätigt die gute CO2-Bilanz von Elektroautos. So fallen etwa bei der Produktion einer Kilowattstunde Batteriekapazität viel weniger CO2-Äquivalente an als frühere Studien annahmen. Auch die Lebensdauer der E-Autos liegt nicht bei 150.000 Kilometern – sondern bei etwa 250.000 Kilometern. Tenor der Studie: Insgesamt stoßen E-Autos deutlich weniger Treibhausgase aus als Verbrenner. Zudem Ergebnis kommt auch das Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg mit ihrer Studie zur Klimabilanz von E-Autos. 2030 könnte ein E-Auto, so die Forscher, nach 150.000 Kilometern einen Klimavorteil von etwa 40 Prozent gegenüber Verbrennern haben.

Modelle im Vergleich

Konkret haben die Forscher einen CO2-Vergleich von Verbrennern zu E-Autos aufgestellt. So verursacht ein Tesla Model 3 pro Kilometer 91 Gramm CO2-Äquivalent. Ein Mercedes C 220d pustet pro Kilometer 260 Gramm CO2-Äquivalente in die Luft. Nach nur 30.000 gefahrenen Kilometern hat der Tesla seine höheren CO2-Emissionen in der Produktion wettgemacht. Ein Toyota Prius wiederum verursacht mit 168 Gramm CO2-Äquivalent pro Kilometer mehr als doppelt so viel Emissionen wie ein VW eGolf.

Lohnt sich die Umrüstung auf E-Autos?

Der ADAC ist in einem seiner Tests zu dem Fazit gelangt, dass manchmal sogar Diesel besser abschneiden als schwere E-Autos. Jedoch nur dann, wenn E-Auto-Besitzer keinen Ökostrom tanken. Eine Umrüstung des Fuhrparks auf E-Autos ist zwar noch mit einigen Kosten verbunden. Sie kann sich aber durchaus lohnen. Etwa dann, wenn Unternehmen vorwiegend im Kurzstreckengewerbe tätig sind. Fehlende Ladestationen und die geringe Kapazität der Batterie machen den Einsatz auf längeren Strecken zurzeit noch unrentabel. Als grünes Aushängeschild wirkt sich E-Mobilität immer positiv aufs Image aus.

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