Was ist die CO2 Obergrenze?

Die Europäische Union hat sich dazu verpflichtet, bis zum Jahre 2020 die Treibhausgasemissionen um mindestens 20 % im Vergleich zum Stand von 1990 zu reduzieren. Deswegen unterliegen seit 2009 alle Pkw der sogenannten CO2 Obergrenze. Die CO2 Regelung besagt, dass neu zugelassene Fahrzeuge einen gesetzlich festgelegten Grenzwert nicht überschreiten dürfen. Während bis zum Jahre 2015 der Wert noch bei 130 Gramm CO2 pro Kilometer lag, wird der Wert bis 2020 auf 95 g/km gesenkt. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Autohersteller nur Pkws mit einem CO2 Ausstoß unter 95 g/km zum Verkauf anbieten darf. Die Regulierung berücksichtigt die verschiedenen Produktpaletten der Autobauer. Demnach wird der durchschnittliche CO2 Ausstoß der Herstellerflotten betrachtet. Nutzfahrzeuge unterliegen nun auch strengeren Richtlinien. So wurde entschlossen, dass bis 2030 die durchschnittlichen CO2 Emissionen um 30 % im Vergleich zu 2019 gesenkt werden müssen. Bis 2025 müssen Lkws und Busse daher bereits einen um 15 % reduzierten CO2 Ausstoß nachweisen.

Berechnen Sie jetzt den CO2 Ausstoß Ihres Fahrzeugs!

Warum ist die CO2 Obergrenze so wichtig?

Die Verordnung schafft einen verbindlichen Rechtsrahmen im Kampf gegen den Klimawandel. Diesen Kampf hat die EU bereits durch das Absegnen des Pariser Klimaschutzabkommen angetreten. Doch das Abkommen alleine reicht nicht – ohne verpflichtende Richtlinien halten sich weder die Mitgliedsstaaten noch die Autohersteller an die Ziele. Da fast ein Drittel des CO2 Ausstoßes in Europa durch den alltäglichen Verkehr entsteht, ist die CO2 Obergrenze längst fällig. Die Obergrenze zwingt Autohersteller dazu, ihre Produktpalette umzuwerfen und Fahrzeuge mit alternativen Antrieben anzubieten. Fahrzeuge mit hohen CO2 Emissionen müssen so auf lange Frist abgeschafft werden.

Was sind die Konsequenzen bei Nichteinhaltung der Grenze?

Verfehlt Deutschland die Klimaziele des Pariser Abkommens, muss mit Strafgeldern gerechnet werden, die den Bundeshaushalt belasten. Die verfehlten Emissionswerte verfallen dadurch jedoch nicht, sondern müssen in den darauffolgenden Jahren ausgeglichen werden. Hinzu kommt, dass es fortlaufend strengere Richtlinien und niedrigere Obergrenzen geben wird. Einst vernachlässigte Richtlinien zum Klimaschutz werden nun ernst genommen. Und das bedeutet: Die Strafzahlungen werden ab sofort zur Realität.Freiheitsstatur mit CO2 Verschmutzung als Konsequenz der Nichteinhaltung der CO2 Ziele. 

Fahrzeugherstellern drohen ebenso strenge Konsequenzen. Jedes Gramm CO2, das über dem Grenzwert liegt, kostet 95 Euro und wird mit der Anzahl der vom Hersteller im Vorjahr in der EU zugelassenen Autos multipliziert. Überschreitet ein Autohersteller z. B. um nur 4 Gramm CO2 Ausstoß die Grenze, ist mit einer Geldstrafe von mehreren hundert Millionen Euro zu rechnen. Um das zu verhindern, müssen die Konzerne ihre Produktstrategie- und palette schnell anpassen. Und das geht nur durch die Einführung von emissionsarmen Fahrzeugen bis hin zu reinen Elektroautos.

Welche Auswirkungen hat das für den Fuhrparkleiter?

Es ist nicht überraschend, dass die CO2-Emissionen einer Fuhrparkflotte durchschnittlich mehr als 95 g/km betragen. So fürchten sich viele Flottenmanager vor den hohen Anschaffungskosten von Elektrofahrzeugen oder schlecht ausgebauten Ladeinfrastrukturen. Doch diese Argumente sind veraltet, denn gibt es mittlerweile zahlreiche Förderungsmöglichkeiten zur Beschaffung von Elektroautos. Ein Beispiel ist der halbierte Versteuerungssatz des geldwerten Vorteils bei Firmenwagen und die einholbaren Zuschüsse zum Ausbau von Ladeinfrastrukturen in Unternehmen.
Es ist deswegen notwendig, dass sich Fuhrparkleiter endlich von den emissionsreichen Dieselmotoren verabschieden und mit den alternativen Antrieben auseinandersetzen. Nicht nur die Förderungsmöglichkeiten sprechen dafür. Ein wichtiger Punkt ist, dass durch die Obergrenze Autohersteller gezwungen sind, die Produktion alter Fahrzeugmodelle zu stoppen. Fahrzeugteile alter Modelle werden zukünftig nicht mehr austausch- oder bestellbar sein. Der Fuhrpark muss auf lange Sicht auf neue Fahrzeuge umstellen. Gleichzeitig helfen CO2 sparsame Wagen dabei, Kosten im Fuhrpark zu senken. Denn der CO2 Ausstoß hängt unmittelbar mit dem Kraftstoffverbrauch zusammen. Kann dieser durchschnittlich in der Flotte gesenkt werden, kann der Flottemanager den größten Kostenfaktor verringern.

Kohle in einer Hand als Zeichen für die Umweltverschmutzung

 

Damit auch die Mitarbeiter sich für Elektrofahrzeuge begeistern lassen, gibt es verschiedene Lösungen im Fuhrpark. Zum einen hilft das Festlegen von Rahmenbedingungen zur Fahrzeugauswahl in einer Car Policy. Der Fuhrparkleiter kann so verhindern, dass Mitarbeiter Dienstwagen mit hohem Kraftstoffverbrauch auswählen können. Ein Anreizsystem hilft zusätzlich dabei, Firmenwagenfahrern ein umweltfreundliches Verhalten schmackhaft zu machen. Entscheidet sich der Angestellte für einen Dienstwagen, der weniger CO2 Emissionen ausstößt, kann der Fuhrparkleiter diesen z. B. durch Vergütungen belohnen.
Ein weiterer wichtiger Tipp, der oftmals belächelt wird: das Bereitstellen von einem Training und Infomaterial zum umweltschonenden Fahren. Mit praktischen Tipps können Fahrer die alltäglichen CO2 Emissionen verringern. Der Fuhrparkleiter kann auch in diesem Zusammenhang Anreize schaffen und seine Fahrer für umweltfreundliches Fahren belohnen.

Berechnen Sie jetzt Ihren CO2 Verbrauch

Egal ob Sie Fahrzeughalter oder Fuhrparkleiter sind: Sie sollten sich mit dem CO2 Ausstoß Ihrer Fahrzeuge auseinandersetzen. Denn auf lange Sicht werden Fahrzeuge mit hohen CO2 Emissionen nicht mehr auf die Straße dürfen. Hinzu kommt, dass sich die CO2 Emissionen auf die Berechnung der Kfz-Steuer auswirken. Somit bleiben nur Autos mit Erstzulassung ab 2014 bei einem Ausstoß von 95 g/km steuerfrei. Damit Sie einschätzen können, wie sich der CO2 Wert Ihres Fahrzeugs auf die Kfz-Steuer auswirkt, können Sie folgenden Rechner verwenden. Der Rechner berücksichtigt Faktoren wie z. B. die Kraftstoffart und den Zeitpunkt der Erstzulassung. Laden Sie jetzt den CO2-Rechner kostenlos herunter.

CO2 Ziele bis 2021

Gewichtsbasierter Ansatz

Bei diesem Ansatz orientiert sich der CO2-Grenzwert an dem Gewicht des jeweiligen Fahrzeuges und wird individuell berechnet. Demnach ist der Grenzwert ebenso individuell für den Hersteller. Dieser Grenzwert lag laut der Verordnung EU 443/2009 für das Ziel in 2012 bei 130g CO2/km. Bis 2021 soll dieser Wert auf 95g CO2/km verringert werden. 

Strafzahlungen

Sollten die CO2 bezogenen Ziele vom Hersteller nicht erreicht werden, müssen Strafzahlungen getätigt werden. Diese werden gestaffelt in Abhängigkeit von der Zielüberschreitung. 2012 wurde der Zahlungsbetrag pro Fahrzeug wie folgt gestaffelt: 

  • 1. Gramm CO2: 5€
  • 2. Gramm CO2: 15€
  • 3. Gramm CO2: 25€
  • 4. Gramm CO2: 95€ 

Das Ziel für 2021 liegt bei 95€ je Gramm Zielverfehlung pro Fahrzeug. 

Phasing-In

Dabei handelt es sich um um den steigenden Anteil an Fahrzeugen, welche die neuen Vorgaben erfüllen müssen. Der Anteil der Neuwagenflotte, die im Rahmen des Grenzwertes liegen müssen, wurde 2012 wie folgt gestaffelt: 

  • 2012 – 65% 
  • 2013 – 75%
  • 2014 – 80%
  • 2015 – 100% 

Für 2020 liegt der Wert bei einem Ziel von 95%, in 2021 bei 100%. 

Super-Credits

Bei den Super-Credits werden hocheffiziente Fahrzeuge durch eine Mehrfachanrechnung in der CO2-Bilanz gefördert. Somit lagen die Ziele 2012 bei Fahrzeugen mit weniger als 50g CO2/km bei einer 3,5 fachen Abrechnung ohne Limitierung. Im Vergleich dazu ist das Ziel für 2021 eine 1,67 fache Abrechnung mit einer Limitierung von maximal 7,5g über die Periode von 2020-2023.

Die ganze Tabelle für die Ziele 2020/2021 zu den Elementen der CO2-Regulierung für PKW und leichte Nutzfahrzeuge finden Sie hier