Elektrifizierung des Fuhrparks mit Hilfe des CO2-Reports

Der CO2-Report von Vimcar soll Unternehmen dabei helfen, ihre Flotte zu elektrifizieren. Wir haben ein Interview mit Flottenelektrifizierungsexperten von Vimcar, Jakob Schubert, geführt. Er spricht nachfolgend über die Zukunft der Flottenelektrifizierung und wie der neue CO2-Report von Vimcar Fleet eine Unterstützung beim Umstieg sein kann.

Flottenelektrifizierung

Jakob hat die E-Mobilität von Vimcar vorangetrieben. Vor kurzem übernahm er die Führungsposition zur Erstellung des CO2-Reports, der für alle Vimcar-KundInnen kostenlos ist. Dieser soll eine wichtige Unterstützung der KundInnen sein, welche ihre Flotte elektrifizieren wollen.

F: Was ist der CO2- Report von Vimcar?

Letztendlich übermittelt der CO2-Report anderen Unternehmen Fakten, damit sie besser abschätzen können, wie lukrativ eine Elektrifizierung der eigenen Flotte für das Geschäft sein kann.
Dabei erfolgt eine sehr detaillierte Betrachtungsweise. Im Wesentlichen geht es um zwei Hauptpunkte, welche berücksichtigt werden sollten:

  1. die Kilometerleistung, welche die Flottenfahrzeuge zu bewältigen haben. Denn von diesen Daten hängt ab, welche Elektrofahrzeuge die KundInnen einsetzen können. Nicht jeder Fahrzeugzeugtyp eignet sich als Ersatz. Es gibt auch immer wieder Fahrzeugtypen, welche kaum durch Elektrofahrzeuge ersetzbar sind.
  2. Standzeiten. Hierbei geht es um eine punktgenaue Analyse, zu welchen Zeiten Fahrzeuge nicht bewegt werden. Dies wäre dann der Moment, um ein E-Fahrzeug aufzuladen.

F: Warum ist es für Vimcar wichtig, dies seinen KundInnen anzubieten?

Die meisten Unternehmen können selbst nicht einschätzen, ob sie die Kapazität haben auf ihre Flotten zu elektrifizieren. Dieser CO2-Report deckt die Fakten auf und beseitigt jegliche Zweifel.
Für Vimcar ist dies wichtig, weil wir fest daran glauben, dass der Umstieg auf die Elektromobilität mittlerweile möglich ist. Angesichts der Tatsache, dass 20% der Treibhausgasemissionen Deutschlands auf den Verkehrssektor zurückzuführen sind, haben wir uns gefragt: „Warum sollen wir nicht unsere Daten zum Vorteil aller nutzen und den Flottenbetrieben Möglichkeiten an die Hand geben, wie sie mit der Elektrifizierung beginnen können?“

In vielen Fuhrparks gibt es Sollbruchstellen, die gut genutzt werden können. Denn einige Fahrzeuge werden nur an drei oder vier Tagen in der Woche bewegt. Hierbei handelt es sich um typische Ersatzfahrzeuge. Warum soll man nicht zum Beispiel diese Autos elektrifizieren?

Mit diesen Fahrzeugen kann man im Hinblick auf die Elektrifizierung beginnen. Durch Ersetzen dieser Fahrzeuge ersetzt werden, ansteht bereits die Möglichkeit eine Ladeinfrastruktur aufzubauen. Langfristig betrachtet, kann hiermit ein Anfang für die Umstellung des Fuhrparks geschaffen werden, der für einen reibungslosen Verlauf im Übergang führt.

F: Sie haben Vimcar dabei geholfen, die eigene Firmenflotte zu elektrifizieren. Könnten Sie darüber noch ein bisschen sprechen?

Tatsächlich haben unsere eigenen Erfahrungen mit der Umstellung der Flotte dazu beigetragen, dass sich die Gedankengang entwickelte, wie wir hiervon unsere KundInnen profitieren lassen. Die Fragestellung war in der Tat: „Wie können wir unsere Erfahrungen weitergeben, um unseren bestehenden KundInnen zu helfen?“.

Vimcar stellt Key Account ManagerInnen für den Außendienst Firmenwagen zur Verfügung. Wir haben eine ähnliche Datenanalyse verwendet, die wir für den CO2-Report verwendet haben, und festgestellt, dass wir Elektrofahrzeuge mit einem wirklich gut ausgebauten Ladenetz und einer großen Reichweite brauchten.
Die Aussagekraft der Daten ermöglichte es uns, unseren eigenen Fuhrpark zu elektrifizieren, in der Gewissheit, dass wir weder unser Geschäft noch die Arbeitsplätze unserer MitarbeiterInnen gefährden würden und einen reibungslosen Ablauf garantieren konnten.

F: Abgesehen von den Umweltauswirkungen, warum würden Sie anderen Unternehmen empfehlen, ihre Flotten zu elektrifizieren?

Das Hauptaugenmerk von Vimcar bei diesem CO2-Bericht liegt auf den Wirkungen auf die Umwelt.
Trotzdem wissen wir, dass unsere KundInnen, auch wenn sie genauso für die Umwelt stehen wie wir, kostenbewusst sind. Das ist letztlich nachvollziehbar, zumal unsere KundInnen ein Geschäft zu führen haben.

Nunmehr wird allerdings tatsächlich sichtbar, welche Kostenvorteile Elektrofahrzeuge bringen.

Elektrofahrzeuge haben weniger bewegliche Teile, regeneratives Bremsen und keinen Ölwechsel, was bedeutet, dass sie viel weniger Wartung erfordern. Außerdem sind die Betriebskosten bei Elektrofahrzeugen günstiger. Wenn Sie das Fahrzeug zu Hause oder im Büro aufladen, kostet das Aufladen eines Elektrofahrzeugs deutlich weniger als das Betanken eines herkömmlichen Verbrennerfahrzeugs.
Hinzu kommen weitere Kostenvorteile. In Bezug auf die Unterhaltskosten haben wir gesehen, dass verschiedene Staaten auf der ganzen Welt Hilfe beim Umstieg anbieten. In Deutschland kommt dies in Form  eines Umweltbonus für Elektrofahrzeuge. Wir wissen, dass dies ein weiterer ernsthafter Anreiz für Unternehmen ist, die Flotte entsprechend umzurüsten.

F: Was sind Ihrer Meinung nach die größten Hindernisse für Unternehmen im Hinblick auf den Trend der Flottenelektrifizierung?

Vorteile Elektrifizierung

Als Haupthindernis für die Umrüstung muss klar die Ladeinfrastruktur genannt werden.
Es gibt einfach keine öffentliche Ladeinfrastruktur, auf die man sich derzeit sinnvoll verlassen kann. Als ManagerIn eines Unternehmens wollen Sie Fahrzeugstillstände auf jeden Fall verhindern, weil man dann automatisch weniger KundInnen bedienen kann, was zu weniger Einnahmen führt. Mit unserem CO2-Report können wir diese Bedenken aus dem Weg räumen. Hierdurch werden unsere KundInnen in den Stand versetzt, dass sie die Möglichkeit haben, selbst heraus zu finden , welche Fahrzeuge tatsächlich wann wo stehen, und eine eigene Ladeinfrastruktur aufbauen, um dies zu umgehen.

Die kürzere Laufleistung von Light Commercial Vehicles ist ein weiteres Hindernis für unsere KundInnen. Im Vergleich zu Elektro-Pkw waren sie in Bezug auf den technologischen Fortschritt auch erst später auf dem Markt verfügbar. 

Letztlich wurde hier seitens der Autoherstellungsindustrie auf den Markt und die Marktchancen abgestellt. Denn im Ergebnis ist es einfacher, Kunden für neue Elektro-Sport- oder Pkw zu begeistern als für einen Van.

Ein weiteres Hindernis ist die Tatsache, dass es einen echten Engpass bei Installationsspezialisten von Wallboxes gibt. Unternehmen und Angebote, die Wallbox-Ladegeräte installieren können, sind rar. Die Nachfrage nach Spezialisten übersteigt bei weitem das Angebot. Hierdurch kommt es für Unternehmen automatisch zu einer Zeitverzögerung, bis die eigene Ladeinfrastruktur in Betrieb genommen werden kann.
Nach und nach wird es sicherlich zu Verbesserungen kommen. Diesbezüglich muss es auf Seiten der Regierung aber auch Näherungen an das Netto-Null-Ziel ergeben muss sich die Regierung allerdings auch dem Netto-Null-Ziel nähern.

F: Sehen Sie für die Zukunft Alternativen zur Fahrzeugelektrifizierung?

Grundsätzlich glaube ich nicht, dass es zu einer Abkehr von Elektrofahrzeugen kommen wird.

Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem beispielsweise in Deutschland bereits 44% des Stroms mit erneuerbaren Energien erzeugt wird. In ferner Zukunft werden wir dann ein Anteil von 100 % erneuerbare Energie erreicht haben.
Ich habe also keinen Zweifel, dass die Elektrifizierung von Fahrzeugen ein äußerst positiver Schritt bei der Verfolgung des Netto-Null-Ziels darstellt.

Elektrifizierung der Flotte

Die Bemühungen des öffentlichen und privaten Sektors sind ebenfalls groß, die Elektrifizierung von Fahrzeugen voranzutreiben.
Regierungen auf der ganzen Welt sind gefordert, Regulierungen und Infrastrukturen einzurichten, um diesen Wandel zu erleichtern und weiter voranzubringen. Automobilhersteller sind nun in der Position ihre Geschäftsmodelle und ihre Fahrzeugsortimente komplett zu überdenken. Letztendlich sehe ich nicht, dass es zu einem Umentscheidung kommen wird nach dem Motto: „Vergiss die Hunderte von Milliarden Euro, die wir da reingesteckt haben“ und dies unter Beachtung des positiven Fortschritts, welcher bereits zu erkennen ist.

F: Hat COVID den Elektrifizierungsprozess überhaupt verändert?

Im Gespräch mit unseren KundInnen scheint es, dass Unternehmen kostenbewusster sind als zuvor.

Es ist wahrscheinlich wichtiger denn je, die finanziellen Vorteile der Elektrik zu nutzen.

Auf der anderen Seite arbeiten mehr Menschen von zu Hause aus. Somit gibt es zwangsläufig auch weniger Geschäftsreisen, was für die Elektrifizierung der Flotte von Nachteil ist.

F: Welche Rolle werden Flottendaten und Telematik innerhalb des Flottenelektrifizierungsprozesses spielen?

Es wird noch wichtiger, die Fahrzeuge anhand von Daten im Auge zu behalten. 

  1. Die Flottenkosten lassen sich allgemein besser verwalten. Immerhin ergeben sich so viele weitere Einsparpotenziale bei Elektrofahrzeugen, unter Anbetracht der Ladekosten und der Wartungskosten im Vergleich zum üblichen Kraftstoff. Hieraus ergibt sich, dass Daten im Flottenmanagement sehr gut genutzt werden können, um Kosteneinsparungsquellen herauszufinden.
  2. Auch der Prozess der Elektrifizierung selbst kann durch die Datenlage unterstützt werden. Es geht nicht nur darum, welche Verbrennerfahrzeuge durch ein E-Fahrzeug ersetzt werden können, sondern auch darum, wie die Ladeinfrastruktur eingerichtet werden soll. Genau das macht unser CO2-Report. Insgesamt sind die Kosten einer Elektroflotte deutlich geringer als bei einer bisherigen Verbrenner-Flotte.

Wenn unser CO2-Report etwas beweist, dann ist es, dass Daten Macht bedeuten, und dass Fahrzeugdaten den KundInnen helfen können, fundiertere Entscheidungen zukünftlich für ihr Geschäft zu treffen.

Das gesamte Interview mit Jakob Schubert ist auch auf YouTube zu finden!

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Fleet Admin Broschüre auf Laptop geöffnet

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