Alternative Antriebe: Status Quo und Trends

Neue Antriebe braucht das Land: Elektroautos, Hybrid-Fahrzeuge, Plug-In-Hybride und Autos, die mit Erdgas (CNG) oder Autogas (LPG) fahren, sind die passende Alternativen zum Verbrennungsmotor. Welche Arten sich durchsetzen und wie die Zukunft aussieht, lesen Sie hier.

Alternative Antriebe erfreuen sich bei deutschen Autofahrern großer Beliebtheit. Laut einer aktuellen Umfrage „Autostudie 2020“ der Targobank stehen Hybridantriebe mittlerweile sogar deutlich höher in der Gunst der Autokäufer als der Diesel. Als guten Kompromiss aus geringer Umweltbelastung und Reichweite favorisieren den Hybridantrieb sogar 73 Prozent der Befragten. Danach folgen batterieelektrische Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotor und Autos mit Wasserstoffantrieb. Alternative Antriebe schaffen es, sowohl Umwelt-und Gesundheitsgefahren zu reduzieren und gleichzeitig individuelle Mobilität zu ermöglichen. Welche Antriebskonzepte für den Fuhrpark geeignet sind, hängt maßgeblich mit dem Einsatz der Fahrzeuge zusammen – die Reichweiten variieren stark.

Autogas und Hybrid weit vorn

Einige revolutionäre Antriebe und Ideen haben Wissenschaftler mittlerweile umgesetzt. Doch nur die wenigsten können in der Praxis überzeugen. So erreichen reine elektro- und wasserstoffbetriebene Fahrzeuge noch nicht die volle Praxistauglichkeit. Die Nase vorn haben Autogas (LPG), Erdgas (CNG) und Hybrid. Vorteile erzielen Elektrofahrzeuge beim Lieferverkehr auf der letzten Meile. Das beweist die Deutschen Post DHL Group mit dem Streetscooter, einem kleinen Transporter. Auf 10.000 Elektrofahrzeuge sowie 12.000 E-Bikes und E-Trikes ist die grüne Flotte bis Mitte 2019 angewachsen. Es geht also auch elektrisch, wenn man weiß, dass die Technologie eher auf Kurzstrecken nützlich ist. Fahrzeuge mit Hybridantrieb können die drei bis vierfache Strecke im Gegensatz zu Elektrofahrzeugen zurücklegen. Fahrzeuge, deren Antrieb auf Erd- oder Autogas beruht, sowie der Elektromotor mit Brennstoffzelle liegen hier im Mittelfeld.

Welcher Antrieb darf es sein?

Elektro-Antrieb

Elektroauto wird geladen
Elektroautos erzeugen keine Emissionen und sind daher besonders nachhaltig.

Das Elektroauto tankt man schnell und effizient auf – neue Ladegeräte füllen die Batterie in nur 30 Minuten. Doch wie weit kommt man mit einer Batterieladung? Die Auswertung des ADAC von aktuellen Modellen ergab eine mittlere Reichweite von 260 Kilometern. In ihren Tests erreichten die Fahrzeuge zwischen 185 Kilometern bis zu über 400 Kilometern bei den hochpreisigen Modellen. Gegenüber konkurrierenden Antrieben fällt der Elektroantrieb deutlich ab. Es gibt jedoch Faktoren, die Reichweiten der E-Autos zusätzlich mindern können. Dazu zählen die starke Nutzung von Heizung, Klimaanlage, Radio, Sitzheizung oder beheizbarer Heckscheibe. Aber auch häufiges Beschleunigen, Bremsen und bergauf fahren.

Vor- und Nachteile

  • Keine direkten Emissionen
  • Schweres Fahrzeug
  • Reichweite begrenzt

Hybrid-Fahrzeuge

Es ist eine der populärsten neuen Technologien: der Hybrid-Antrieb, also die Kombination verschiedener Antriebskonzepte oder Energiequellen. Auf der Straße sind in der Regel Hybride mit Elektro- und Verbrennungsmotor zu finden. Die Energie wird beim Bremsen durch Energierückgewinnung in einer Batterie gespeichert und beim Beschleunigen an den Elektromotor abgegeben – so reduziert sich der Verbrauch des Benzinmotors. Die Reichweite des Hybrid-Antriebs liegt im Schnitt bei 850 Kilometer.

Plug-In Hybride

Bei einem Plug-In Hybrid lässt sich die Batterie zum Antrieb des Elektromotors auch über das Stromnetz aufladen und können länger rein elektrisch fahren, als Hybride. Auch Plug-In Hybride haben eine hohe Reichweite. Diese liegt bei durchschnittlich 820 km pro Tankfüllung und Batterieladung.

Vor- und Nachteile

  • Niedriger Verbrauch in Stadt
  • Emissionsfrei auf kurzen Strecken
  • Hohe Reichweite
  • Fahrzeug ist sehr schwer
  • Eingeschränkter Platz im Kofferraum

Erdgas (CNG und LNG)

Das kostengünstige und umweltfreundliche Erdgas wird in zwei Varianten geliefert: Komprimiertes Erdgas CNG (Compressed Natural Gas) und flüssiges Erdgas LNG (Liquified Natural Gas). Bei PKW ist CNG mit einem zusätzlichen Benzintank am weitesten verbreitet, im Nutzfahrzeugbereich dominiert dagegen LNG. Mit einem vollen Erdgastank kann man im Schnitt 400 Kilometer fahren.

Vor- und Nachteile

  • Geringerer CO2-Ausstoß gegenüber Benzin
  • Preisgünstig
  • Steuerermäßigung bis 2026
  • Tankstellennetz nicht flächendeckend
  • Eingeschränkter Platz im Kofferraum

LPG

Viele setzten ihre Hoffnungen ins Flüssiggas LPG (Liquefied Petroleum Gas). Was macht Autogas reizvoll? Es kostet derzeit etwa 55 Euro-Cent pro Liter und verbrennt deutlich sauberer als Benzin oder Diesel. Es entsteht kein Ruß. Stickoxide sinken gegenüber einem Benziner um 20 und im Vergleich zu einem Dieselmotor um über 95 Prozent. Weiterer Vorteil: Das Tankstellennetz ist deutlich besser ausgebaut als bei Erdgas. Die Auswahl an Neufahrzeugen mit LPG-Antrieb ist sehr begrenzt.

Vor- und Nachteile

  • Schadstoffarm Verbrennung
  • Preisgünstig
  • Steuerermäßigung bis 2022
  • Höherer Verbrauch gegenüber Benzin

Brennstoffzelle

Bislang ist die Anzahl der E-Autos mit Brennstoffzelle noch sehr überschaubar: Gerade mal sechs Modelle mit Wasserstoff im Tank gibt es derzeit im Handel zu kaufen. Statt eines Verbrennungsmotors sorgt hier ein Elektromotor für den Antrieb, während die Energie aus einer Brennstoffzelle samt Pufferbatterie gespeist wird. Der ganze Prozess läuft emissionsfrei ab, lediglich Wasserdampf wird freigesetzt. Mit einem vollen Wasserstofftank beträgt die Reichweite zwischen 400 und 500 Kilometer. Allerdings ist die Dichte der Wasserstofftankstellen in Deutschland noch sehr gering – deshalb handelt es sich eher um eine Zukunftstechnologie. Für ein flächendeckendes Netz in Deutschland müsste man über 1000 Wasserstofftankstellen bauen. Zurzeit sind es weniger als 100. Und auch die Speicherung des Treibstoffs ist bislang noch problematisch: Die Tanks sind groß und schränken den Nutzraum des Fahrzeugs deutlich ein.

Vor- und Nachteile

  • Emissionsfrei
  • Hohe Reichweite
  • Energieintensive Herstellung
  • Nur wenige serienreife Modelle
  • Fehlende Infrastruktur

Blick in die Zukunft

Das Thema alternative Antriebe ist in den Fuhrparks angekommen und wird auch ernsthaft verfolgt

Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbands Fuhrparkmanagement Tweet

Das Rennen wird um den zukünftigen Antrieb wird zwischen den aufgeführten alternativen Antrieben entschieden werden. Doch neben der Entwicklung neuer Antriebe setzt die Branche auf die Entwicklung des autonomen Fahrens. Für Deutschland gehen Experten des ADAC davon aus, dass autonomes Fahren sich eher langsam durchsetzt. Erst ab 2040 wird demnach damit gerechnet, dass Pkw wirklich selbständig von Tür zu Tür unterwegs sind.

Alles Infos rund um Nachhaltigkeit im Fuhrpark

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