Wann lohnt sich Smart Repair?

Ein Unfall ist immer ärgerlich. Bleibt es bei kleinen Blechschäden, ist die Erleichterung groß. Behoben werden müssen sie trotzdem, um den Wertverlust des Fahrzeugs zu minimieren, Folgeschäden wie Rost aufzuhalten und einen optisch einwandfreien Zustand zu erhalten. Nicht immer ist bei Kratzern, Dellen und Beulen eine aufwendige Reparatur notwendig. Bei kleinen Reparaturen können sich Autofahrer zwischen konventioneller Lackierung oder Smart-Repair entscheiden. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile.

Smart Repair - die günstige Variante

Kleine Kratzer, große Schäden: Wer nur kurz die Mülltonne des Nachbarn touchiert, hat möglicherweise eine Delle oder einen Kratzer im Lack. Und das kann teuer werden. Muss es aber nicht, wenn sich der Kunde für die Smart-Repair-Methode entscheidet. Doch was ist Smart Repair? Mit Smart Repair (Small Middle Area Repair Technologies) lassen sich viele Bereiche des Autos ohne Demontage reparieren, wie Kunststoffe und das Blech. Oberflächlich betrachtet bietet die Smart Repair Reparaturmethode einige Vorteile. Selbst die Deutschen Kommission für Lack und Karosserieinstandsetzung lobt die Alternative. Das Smart Repair Verfahren sei nicht nur um einiges günstiger als eine konventionelle Lackierung, sondern auch technisch überlegen. Kommt Smart Repair zum Einsatz, dann liegen die Kosten etwa bei einem Drittel der normalen Lackierung.

Mann im Anzug hält ein Sparschwein in den Händen.

Was ist Smart Repair genau?

Bei Smart Repair wird nur die direkte Schadenstelle bearbeitet. Somit wird es als eine Punkt-Ausbesserung oder Teilreparatur bezeichnet. Denn Lackstellen werden zwar wie bei einer normalen Lackierung vorbehandelt. Doch eine vollständige Beschichtung des Bauteils mit Klarlack fällt bei dieser Methode weg. Kleine Kratzer werden oftmals nur mit einer intensiven Politur behandelt – und dabei kann der Unterschied zu angrenzenden Stellen sichtbar werden. Die Reparaturfläche sollte für das Smart Repair Verfahren deshalb nicht größer als eine DIN-A5-Seite sein. Bei großflächigen Beschädigungen macht eine konventionelle Lackierung mehr Sinn. Auch das Ausbessern von Silbertönen, Blautönen und Bronze ist laut Fachleuten nicht so empfehlenswert mit Smart Repair.

Welche Schäden lassen sich smart reparieren?

Einblick in eine Autowerkstatt.

Das Smart Repair Verfahren eignet sich aufgrund der verwendeten Methoden nur für überschaubare Flächen. In der Regel kommt Smart Repair für Schäden zum Einsatz, die nicht größer als eine DIN-A-5-Seite sind. Das entspricht etwa einer Fläche von 14,8 x 21 Zentimeter. In diesen Fällen kann das smarte Verfahren Kosten und Aufwand sparen:

  • oberflächliche, kleine Kratzer im Lack
  • Kratzer im Kunststoffstoßfänger
  • Steinschlagschäden an Windschutzscheiben
  • kleine Dellen in der Karosserie
  • Löcher oder Kratzer im Armaturenbrett
  • Löcher oder Verschleiß in den Polstern oder Lederbezügen

Schäden wie diese haben ohne Smart-Repair oftmals den Tausch ganzer Bauteile sowie unter Umständen eine Neulackierung zur Folge. Das kann, im Gegensatz zu den geringeren Smart Repair Kosten, teuer werden. Die smarte Reparatur belässt die Teile und bessert sie aus. So werden Risse in einer Kunststoffstoßstange etwa mit einem Metallnetz verstärkt, das in das Bauteil eingeschmolzen und mittels thermoplastischem Kunststoff verschlossen wird. Defekte Polster werden beim Smart Repair Verfahren zunächst mit Flicken ausgebessert. Die vorhandene Oberflächenstruktur wird anschließend individuell mit Fasern und Klebstoffen angemixt.

Vorteile: Schnelle Reparatur und niedrigere Kosten

Die Smart Repair Kosten sind in der Regel deutlich niedriger als der Tausch. Ersparnisse von bis zu 75 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Methoden sind möglich. Zum einen verursacht die Ausbesserung weniger Material- und Zeitaufwand. Zum anderen fallen Ein- und Ausbaukosten beim Smart Repair Verfahren ebenso weg wie zeitaufwendige Wiederbeschaffungsmaßnahmen, da vorhandene Teile am Fahrzeug verbleiben.

Ein weiterer Vorteil neben der Kostenersparnis ist eine schnellere Reparatur. Bei einer herkömmlichen Lackierung steht das Fahrzeug ein paar Tage nicht zur Verfügung, während es bei Smart Repair nur eine Sache weniger Stunden ist. Für Beulen gilt das gleiche. Selbst Automobilhersteller empfehlen teilweise, Bleche auszubeulen, da sich ein kompletter Austausch negativ auf die Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit auswirken könnte. Zudem spart Smart Repair Material und weist dank niedrigerer CO2- und Schadstoffemissionen eine bessere Ökobilanz auf.

Smart Repair

Wann lohnt sich Smart Repair?

Nachdem die Antwort auf die Frage “Was ist Smart Repair” gegeben wurde, muss nun geklärt werden, wann das Smart Repair Verfahren angewendet werden sollte. Smart Repair hat nämlich einen Nachteil: Es ist oftmals sichtbar, dass ein Bereich ausgebessert wurde. Ob und wann sich etwa die geringeren Smart Repair Lack Kosten amortisieren, hängt vom Einzelfall ab. Insbesondere spielt das Alter des Fahrzeugs eine Rolle. Für ältere Kfz mit vorhandenen Schäden und abgelaufener Herstellergarantie bietet eine kostspielige Wiederaufarbeitung kaum Vorteile. Anders sieht das bei Neu- und Leasingfahrzeugen aus. Auch vor der Rückgabe und dem Verkauf kommt die smarte Methode infrage.

Leasing und Smart Repair

Hagelschaden am Auto.
Das Smart Repair Verfahren kann auch bei Hagelschäden zum Einsatz kommen.

Durchgesetzt hat sich Smart Repair zuerst bei Haltern von Leasing-Fahrzeugen. Kein Wunder, denn mit dieser Methode kann der Leasingnehmer das Fahrzeug kostengünstig rundum saniert zurückgeben. Und das sogar mit Garantie: Wie bei jeder Reparatur verliert zwar das Bauteil die Garantie des Herstellers. Stattdessen übernimmt die Werkstatt aber die Gewährleistung für das Bauteil und seine geleistete Arbeit, das ist auch der Fall, wenn Smart Repair bei Leasing Fahrzeugen angewendet wird. Aber Vorsicht: Wird Smart Repair unsachgemäß von Laien ausgeführt, kann das durchaus Einfluss auf den Wiederverkaufswert haben. Besonders beim Lack sind viel Sachverstand und Fingerspitzengefühl bei Smart Repair von Leasing Fahrzeugen nötig. Im Gegensatz zu Fachwerkstätten müssen Smart-Repair-Anbieter übrigens keine speziellen Qualifikationen nachweisen.

Genau auf den Anspruch achten

Es kommt durchaus vor, dass Kfz-Versicherungen bei einer Schadensregulierung auf die Smart-Repair-Methode bestehen. Doch Juristen sind der Meinung, sich als Geschädigter nicht auf eine schnelle und unvollständige Reparatur einzulassen. Nur die fachgerechte Instandsetzung versetzt das Fahrzeug wieder in den bestmöglichen Zustand und mindert zusätzlich den Wertverlust.

Expertenmeinung ist wichtig

Mit welcher Art der Reparatur ein Fahrzeug wieder aufgemöbelt wird, kann nur ein Gutachter beurteilen. Eine Reparatur sollte stets von der Werkstatt nach den Herstellervorgaben durchgeführt werden. Wünscht sich die Versicherung Smart Repair, dann nur, wenn die mit einer klassischen Reparatur gleichwertig ist.

Smart Repair hat Grenzen

Smart Repair ist kein Wundermittel. Der Sachverständige muss nach eingehender Prüfung die entsprechenden Vor- und Nachteile der jeweils gleichwertigen Reparaturmethoden nennen. Erst dann kann eine sachkundige Entscheidung erfolgen. Es kommt vor, dass konventionelle Reparaturen nicht nur teurer sind, sondern auch die Substanz des Fahrzeugs mehr beschädigen als bei Smart Repair.

Leitfaden zum Schadenmanagement im Fuhrpark

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