Risiko- und Schadenmanagement

Das Risiko- und Schadenmanagement im Fuhrpark umfasst die Präventation von Unfällen sowie deren Schadenabwicklung. Gerade bei viel genutzten Fahrzeugen tritt ein Verschleiß schneller auf und kann zu Mängeln führen. Gleichzeitig gibt es im Verkehr immer die Gefahr, dass ein Unfall durch einen anderen Verkehrsteilnehmer verursacht werden kann. Daher ist ein organisiertes Risiko- und Schadenmanagement im Fuhrpark wichtig, um Schäden bestmöglich zu verhindern und schnell abzuwickeln.

Mehr Investitionen ins Schadenmanagement im Fuhrpark

Fuhrparkleiter investierten vermehrt laut dem Indikator für das Flottenwachstumspotenzial in Deutschland. So stiegt der Indikator von 4 Prozent in 2018 auf 13 Prozent in 2019. Dieser Indikator zeigt die Differenz zwischen dem Anteil der Unternehmen, die eine Zunahme der Flottengröße erwarten, und dem Anteil der Betriebe, die einen Rückgang erwarten. Ein Grund für den Aufschwung ist der anhaltende Fachkräftemangel, der Firmen vermutlich ermutigt, mehr Zusatzleistungen für Mitarbeiter anzubieten. Deshalb wachsen die Flotten – und damit auch die Unfälle.

Doch um die Schäden zu managen, fehlen teilweise Mitarbeiter sowie das notwendige Fachwissen. Das beginnt bereits mit einer sachgerechten Lenkung und Dokumentation nach Eintritt eines Unfalls oder Schadens. Oft fehlt gerade an dieser Stelle eine Zusammenarbeit zwischen Versicherern und Kfz-Herstellern. Doch nicht alle Versicherer nehmen in Kfz-Haftpflicht- und Kaskoschutz sämtliche Risiken unter Vertrag. Hinzu kommen Risiko-Branchen, die im Vergleich deutlich höhere Prämien zahlen müssen. Wer ein bestmögliches Risiko- und Schadenmanagement im Fuhrpark haben möchte, muss viele Aspekte beachten.

Schlechte Schadenquote erfordert ein vernünftiges Risikomanagement

Risikomanagement soll also alle betriebswirtschaftlichen Risiken messen und steuern. Mit dem eindeutigen Ziel, die Schaden- bzw. Unfallquote und die damit verbundenen Aufwendungen für Versicherungen zu senken. In erster Linie sind das Ereignisse, die das Unternehmen gefährden. Deshalb ist ein lückenloses Risikomanagement für Fuhrparkleiter ein Muss. Schon der Überblick an Versicherungen und Tarifen fällt schwer: So gibt es bei den Bausteinen der Versicherungen Mehrprämien für Innenraum-, Brems-, Betriebs- und Bruchschäden. Diese Zuschläge können bis zu 70 Prozent betragen. Und es geht weiter bis zur Fahrer-Schutz-Versicherung, die den Personenschaden des Fahrers nach einem selbst verschuldeten Unfall deckt, sowie Schmerzensgeld zahlt. Ebenso wichtig ist, dass die Kaskoversicherung bei Fahrfehlern Abzüge wegen grober Fahrlässigkeit ausschließt. 

Fahrzeugschaden

Risikomanagement beginnt beim Fahrzeugkauf

Bereits beim Kauf der Flottenfahrzeuge gehört das Risikomanagement dazu. Technisch sollten die Fahrzeuge auf dem neuesten Stand sein – Einparkhilfen, Spurhalteassistenten und Kollisions- oder Müdigkeitswarner gehören zur Standardausrüstung jedes Firmenfahrzeugs. Aber auch die Mitarbeiter sollten ins Risikomanagement eingebunden werden. Schulungen bilden dabei ebenso wichtige Eckpfeiler des Systems wie Nutzereinschränkungen oder Anreizsysteme – wie die Einführung von Bonussystemen bei schadenfreiem Fahren. Zu den weiteren rechtlichen Pflichten eines Fuhrparkverantwortlichen gehören die regelmäßige Führerscheinkontrolle, Fahrzeugprüfung, wie auch Fahrerunterweisung. Risikomanagement heißt, stets am Ball zu bleiben. So dynamisch sich der Markt entwickelt, so gezielt und schnell müssen Verantwortliche des Fuhrparks darauf reagieren. Nur wer das verinnerlicht, kann die Unfall-Ursachen mit dem Firmenwagen richtig analysieren. Dazu zählen Beschädigungen an Fahrzeugen sowie deren Häufigkeit bzw. Ursachen zu dokumentieren und präventive Maßnahmen einzuleiten.

Digitalisierung hilft beim Fuhrpark Schadenmanagement

Auch die Digitalisierung bietet viele Chancen für das das Schadenmanagement im Fuhrpark. Sie hilft, Prozesse weiter zu optimieren und die Durchlaufzeit in der Schadenabwicklung zu verringern. Telematik-Anwendungen ermöglichen ein umfassendes Reporting und eine Kontrolle der Fahrer. So lässt sich das Fahrverhalten analysieren und kann optimiert werden. Auch Verstöße wie Geschwindigkeitsüberschreitungen, Beschleunigungs- und Bremsmanöver werden aufgezeichnet.

 

Laptop

Einsatz einer Fuhrparksoftware

Dafür benötigen Unternehmen eine entsprechende Software. Die Anforderungen an sie ist klar definiert: Die Software sollte Unterlagen sammeln, auslesen und die erfassten Daten so aufbereiten, dass zur Bearbeitung des Schadenfalls alles zur Verfügung steht. Diese Art der Digitalisierung bietet die Chance, Prozesse im Flottenmanagement bei steigender Transparenz weiter zu optimieren. Etwa Telematiksysteme, die Unfälle erkennen und melden oder die digitalisierten Freigabe-, Werkstatt- und Abrechnungsprozesse erleichtern. Fuhrparkmanager müssen beim Einsatz der digitalisierten Telematiklösungen allerdings genau abwägen, ob sie die gesamte Kontrolle, Transparenz und Effizienz durch die Datenverwertung wollen. So kann der Fahrer zur gläsernen Person werden. Doch dieses Problem haben Telematik-Anbieter längst erkannt. Sie versuchen den Dienstwagenfahrern zumindest eine gewisse Kontrolle über ihre Privatsphäre zu bieten.

Broschüre zur Fuhrparksoftware Fleet Pro

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