Entfernungspauschale

Die Entfernungspauschale wird im Volksmund auch als Pendlerpauschale bezeichnet. Damit können Sie für jeden Kilometer, den Sie auf Ihrem Arbeitsweg zurücklegen einen Pauschalwert von 0,30 Euro steuerlich geltend machen. Dabei ist es egal, ob Sie mit dem Auto, Zug oder Bus fahren. Bei einem Arbeitsweg von 10 km wären das also drei Euro pro Arbeitstag im Jahr.

Inhaltsverzeichnis

Zeit ist Geld: Arbeitstage und Pendlerpauschale

Mit der Entfernungspauschale können Sie Ihren Arbeitsweg von der Steuer absetzen. Dabei ist die richtige Aufzeichnung der tatsächlichen Arbeitstage im Jahr bares Geld wert. Es handelt sich um einen Betrag von 0,30 Euro den Sie pro Kilometer des einfachen Arbeitsweg von der Wohnung bis zur ersten Tätigkeitsstätte in der Steuererklärung ansetzen dürfen. Dies gilt nicht nur für den Weg mit dem Auto, sondern auch für eine Anreise mit Bus, Bahn, Fahrrad oder sogar zu Fuß.

Zwei Autoreihen im StauWichtig ist: Nur die kürzeste Strecke, also der direkte Weg von Ihrer Wohnung zur Arbeit, kann steuerlich geltend gemacht werden. Zudem ist die Entfernungspauschale nur für Fahrten zu Ihrer ersten Tätigkeitsstätte, also dem Arbeitsplatz, an dem Sie hauptsächlich arbeiten, wirksam. Alle anderen Fahrten, beispielsweise die Fahrt von der Wohnung zu einem Kundentermin, gelten als Dienstfahrten, sofern sie einen betrieblichen Zweck haben und nicht ausschließlich privat sind. Um den größtmöglichen Steuervorteil zu erreichen, ist es wichtig, dass Sie Ihre Arbeitswege richtig angeben. Dabei spielt auch die Anzahl der Arbeitstage im Jahr eine Rolle.

Die Berechnung der Arbeitstage

Die Anzahl der Arbeitstage, die Sie in einem Jahr tätigen, sollte genau bestimmt werden. Nur so können Sie die Entfernungspauschale für den Arbeitsweg in vollem Maße geltend machen. Für jeden Arbeitstag kann die Strecke zwischen Wohnung und Arbeit einmalig pro Arbeitstag mit 0,30 Euro je Kilometer steuermindernd angesetzt werden. Aus diesem Grund ist Ihre persönliche Anzahl der Arbeitstage ausschlaggebend. Das Finanzamt geht von 30 Tagen aus, an denen Sie krank oder im Urlaub waren. Arbeiten Sie eine 5 Tage Woche, werden folglich 230 Arbeitstage ohne Nachweise akzeptiert. Bei einer 6 Tage Woche sind es 280 Tage.

Taschenrechner zur Berechnung der Arbeitstage für die EntfernungspauschaleWollen Sie überprüfen, ob Sie vielleicht an mehr Tagen gearbeitet haben, sollten Sie genau festhalten, wann Sie auf der Arbeit waren und welche Tage wegen Krankheit oder Urlaub wegfallen. Zudem müssen Sie Ihr Bundesland angeben – es gibt eine unterschiedliche Anzahl von Feiertagen, die abgezogen werden. Besonders lohnenswert ist diese genaue Aufzeichnung, wenn Sie weniger als 30 Tage Urlaub genommen haben. Dann liegt die Anzahl Ihrer tatsächlichen Arbeitstage meist über der pauschalen Annahme des Finanzamts.

Rechenbeispiel Pendlerpauschale:

Herr Müller ist in seiner Firma mit 5 Tagen die Woche beschäftigt. Zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember liegen genau 260 Werktage. Davon muss er jedoch 9 Feiertage abziehen, da er in Brandenburg wohnt und arbeitet. Weiterhin abgezogen werden Urlaubs- und Krankheitstage. Herr Müller war nicht krank und hat auch nur 6 Tage Urlaub genommen.
 
Seine Arbeitstage berechnen sich für das Jahr 2017 wie folgt:

365 Tage im Jahr – 105 Samstage und Sonntage – 9 Feiertage = 251 Werktage
251 Werktage – 6 Urlaubstage = 245 Arbeitstage

Herr Müller hat an 245 Tagen gearbeitet und kann pro Tag einen Arbeitsweg mit der Entfernungspauschale von 0,30 Euro geltend machen.

Der Weg von Herr Müllers Wohnung zu seiner ersten Tätigkeitsstätte liegt bei 15 Kilometern.

Die Steuerersparnis berechnet sich demnach so:

245 Arbeitstage x 15 km x 0,30 Euro = 1.102,50 Euro

Da Herr Müller seine tatsächlichen Arbeitstage genau festgehalten hat und diese auch, beispielsweise mit Stundenzetteln, belegen kann, spart er 1.102,50 Euro Steuern.

Der Berechnung mit 230 Tagen, wie es das Finanzamt vorsieht, hätte er nur 1.035 Euro gespart.

Ausnahmen: Für einige Berufe gelten zudem andere Regeln. Bei einem Lehrer geht das Finanzamt zum Beispiel von 260 Arbeitstagen aus, von denen jedoch sämtliche Ferien und Feiertage abgezogen werden. Für Lehrer ist es somit besonders wichtig, genau festzuhalten, wann sie an Wochenenden oder den Ferien in der Schule sind. Als Nachweis dafür bietet sich der Stundenplan oder ein anderer Nachweis durch die Schule an.

Arbeitsweg und Dienstreise

Sind Sie mit Ihrem Wagen auch auf Dienstreisen unterwegs, können Sie auch hier die Entfernungspauschale nutzen – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Wichtig ist auch hier wieder, dass Sie alle Tage, an denen Sie eine Dienstreise unternehmen, festhalten. Fahren Sie direkt von Zuhause auf die Dienstreise, oder auch nur zu einem Kundentermin für Ihre Firma, handelt es sich nicht um einen Arbeitsweg und Sie können dafür keine Entfernungspauschale anwenden. Anders ist der Fall, wenn Sie zuerst auf die Arbeit fahren und dann von dort aus die Dienstreise starten. Für diesen Tag können Sie dann die Entfernungspauschale für Ihren Arbeitsweg anwenden. Dies muss allerdings nachgewiesen werden – zum Beispiel mit einer Bescheinigung Ihres Arbeitgebers.

Unabhängig davon können Sie für Dienstreisen, die Sie mit Ihrem Privatauto tätigen, eine Reisekostenpauschale anwenden. Diese liegt ebenfalls bei 0,30 Euro pro Kilometer. Diese Reisekostenerstattung fällt in den Bereich Spesen. Da die tatsächlichen Kosten hier jedoch häufig über dem Pauschbetrag liegen, kann sich ein Fahrtenbuch lohnen. Im Fahrtenbuch können Sie genau nachweisen, wie viele Kilometer Sie für betriebliche Fahrten zurückgelegt haben, und diese mit den Betriebskosten verrechnen. 

Fahrtenbuch Vorlage als kostenloser Download

Das Führen eines Fahrtenbuches kann eine Vielzahl von steuerlichen Vorteilen mit sich bringen. Neben elektronischen Fahrtenbüchern ist es auch möglich, händisch ein Fahrtenbuch zu führen. Eine entsprechende Vorlage erhalten Sie hier.

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Top 10: Fakten zur Entfernungspauschale

Alle wichtigen Fakten zur Entfernungspauschale finden Sie hier auf einen Blick: 

  1. Die Kilometer: Die 0,30 Euro, die in der Steuer für den Arbeitsweg angesetzt werden können, gelten nur pro vollem Kilometer. Wenn Sie also 21,8 Kilometer Anfahrt haben, werden nur die 0,30 Euro für 21 Kilometer berechnet.
  2. Die Verkehrsmittel: Egal ob Sie per Auto, Zug, zu Fuß oder mit der öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen – die Entfernungspauschale kann immer angesetzt werden. Achtung: Für Dienstreisen oder auswärtige Termine mit beruflichen Zwecken gelten andere Regeln.
  3. Der Hauptwohnsitz: Das Finanzamt akzeptiert eine Entfernungspauschale für Fahrten zum Büro deren Ausgangspunkt der Hauptwohnsitz des Arbeitnehmers ist. Das bedeutet, dass bei mehreren Wohnungen nur dann die weiter entfernte Wohnung angegeben werden kann, wenn dort Ihr Lebensmittelpunkt ist. Andernfalls kann die Pauschale nur für die Wohnung mit dem kürzesten Weg zur Arbeit angewendet werden.
  4. Die Strecke: In der Regel kann die Entfernungspauschale nur für die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte angewendet werden. Eine längere Strecke wird nur dann akzeptiert, wenn diese eindeutig verkehrsgünstiger (z.B. weniger Stau) oder die Fahrt angenehmer (z.B. ohne Umsteigen bei einer Anreise mit dem Zug) ist.
  5. Die Arbeitstage: Grundsätzlich kann die Pendlerpauschale nur einmal pro Arbeitstag für den einfachen Arbeitsweg angesetzt werden — also der Hinweg von Ihrer Wohnung zum Büro. Aus diesem Grund kann es wichtig sein, die tatsächlichen Arbeitstage zu berechnen.
  6. Die Obergrenze: Der Betrag, den Sie mit der Entfernungspauschale auf Ihren Arbeitsweg ansetzen, kann bei maximal 4.500 Euro im Steuerjahr liegen – es sei denn, die Fahrten werden mit einem eigenen Pkw oder einem Firmenwagen zurückgelegt. Fahren Sie eine Teilstrecke des Arbeitswegs mit Ihrem Pkw und den restlichen Teil mit dem Zug oder fahren Sie einen Teil des Jahres Auto und den anderen Teil mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dann müssen Sie beachten, dass die Obergrenze eingehalten wird und unter 4.500 Euro liegt oder Sie berechnen die tatsächlichen Kosten per Fahrtenbuch.
  7. Die Fahrgemeinschaft: Sind Sie Teil einer Fahrgemeinschaft oder teilen sich ein Fahrzeug mit Ihrem Ehepartner, können trotzdem alle Parteien separat die Pendlerpauschale anwenden. Allerdings sind Umwege, die durch die Fahrgemeinschaft entstehen nicht absetzbar und Sie müssen darauf achten, dass die Obergrenze von 4.500 Euro nicht überschritten wird.
  8. Die Tätigkeitsstätte: Wenn Sie bei mehreren Betrieben eingestellt und vor Ort tätig sind, gelten besondere Regelungen für die Entfernungspauschale. Fahren Sie zwischen Ihren verschiedenen Tätigkeiten bei Betrieb X und Betrieb Z nach Hause, dann können Sie für jeden Arbeitsweg, also die Strecke von Ihrer Wohnung zu Betrieb X und die später zurückgelegte Strecke von Ihrer Wohnung zu Betrieb Z, einzeln die Entfernungspauschale ansetzen. 

    Fahren Sie – ohne zuerst zu Ihrer Wohnung zurückzukehren – täglich mehrere Tätigkeitsstätten an, können Sie die Strecken addieren und mit 0,30 Euro ansetzen. Beachten Sie: die Entfernung, die für die Pauschale ermittelt wird, kann höchstens die Hälfte der Gesamtstrecke sein!

Praxisbeispiel:

Frau Schmidt arbeitet bei zwei Tätigkeitsstätten. Sie fährt morgens von ihrer Wohnung zu Betrieb X 20 Kilometer. Nachmittags fährt sie von Betrieb X zu Betrieb Z 15 Kilometer und fährt von dort aus zu ihrer Wohnung 25 Kilometer.

20 + 15 + 25 = 60 Kilometer Gesamtstrecke
20 + 25 = 45 Arbeitsweg insgesamt

Da der addierte Arbeitsweg der Strecken von der Wohnung zu Betrieb X und von der Wohnung zu Betrieb Z höher ist als die Gesamtstrecke, kann Frau Schmidt höchstens 30 Kilometer (60 Kilometer Gesamtstrecke geteilt durch 2) mit 0,30 Euro ansetzen.

 9. Der Arbeitgeberzuschuss: Ein Zuschuss des Arbeitgebers klingt im ersten Moment sehr lukrativ, Sie müssen allerdings beachten: Steuerfreie oder pauschal versteuerte Arbeitgeberleistungen (zu denen die Zuschüsse gehören) müssen von dem mit der Entfernungspauschale berechneten Betrag abgezogen werden

10.  Die Alternative: 30 Cent erscheinen Ihnen als Kostenausgleich zu wenig? Dann können Sie als Alternative zur Entfernungspauschale die tatsächlichen Kosten nachweisen. Dies geht mit einem Fahrtenbuch, in dem Sie die tatsächlich gefahrenen Kilometer notieren und zusätzlich die Betriebskosten für Benzin, Versicherung etc. per Quittung nachweisen.

Welche Vorteile Pendler haben, erfahren Sie hier: