CO2 Obergrenze im europäischen Ausland

Nur durch die Senkung vom CO2 Ausstoß im Straßenverkehr lässt sich Klimaschutz erfolgreich umsetzen. Aus diesem Grund hat die Europäische Union eine CO2 Obergrenze ins Leben gerufen. Zusätzlich gibt es in einigen Staaten aber auch Steuern auf CO2-Emissionen.

Diese Regeln gelten in der EU

Ein Vergleich der Länder innerhalb der Europäische Union zeigt jährlich die Treibhausgas-Emissionen für die 27 Mitgliedstaaten auf. Bezieht man die Treibhausgas-Emissionen 2018 auf die jeweiligen Bevölkerungen, so liegen die großen Emittenten gefächert zwischen Malta mit nur 4,5 Tonnen (t) Kohlendioxid (CO2)-Äquivalenten pro Kopf und Luxemburg mit 17,3 t CO2-Äquivalenten pro Kopf. Während die EU-27 als Ganzes mit 8,4 t im Mittelfeld liegen, stehen Polen mit 10,9 t und Deutschland mit 10,4 t CO2-Äquivalenten pro Kopf im Mittelfeld. Auf dem Weg zur Klimaneutralität noch immer zu viel Emissionen. Deswegen gelten in der gesamten EU neue CO2-Grenzwerte für Pkw von 95-Gramm pro Kilometer.

Wird in einem Unternehmen Treibhausgas produziert und ausgestoßen ist dieses dazu verpflichtet, einen Emissionsbericht zu erstellen und diesen prüfen zu lassen. Je nach Unternehmensgröße und Umsatz müssen verschiedene Berichte erstellt werden und Kennzahlen dokumentiert werden. Die CO2 Übersicht zeigt, welche Daten von Unternehmen übermittelt werden müssen.

CO2-Grenzwerte dürfen überschritten werden

Konkret bedeutet der Grenzwert, dass jetzt nur noch 4,1 Liter Benzin oder 3,6 Liter Diesel auf 100 Kilometer erlaubt sind. Die 95 Gramm dürfen aber durchaus überschritten werden – die Hersteller müssen das dann aber durch Fahrzeuge mit niedrigeren Werten ausgleichen. Etwa durch die Weiterentwicklung neuer und alternativer Antriebstechnologien wie Hybridfahrzeugen. Analog darf der durchschnittliche Ausstoß leichter Nutzfahrzeuge (Transporter bis 3,5 Tonnen) 147 Gramm nicht überschreiten. Das von der EU gesetzte CO2-Ziel für Pkw von 95 Gramm gilt als schärfstes weltweit. In den USA sind bis 2020 121 Gramm CO2 je Kilometer vorgeschrieben, in China 117 Gramm, in Japan 105 Gramm.

Empfindliche Strafen drohen

Die Kontrollen bei den CO2 Grenzwerten nimmt die EU ernst. Dem jeweiligen Staat drohen bei Verstößen empfindliche Strafen. Auch Hersteller von Fahrzeugen müssen in die Tasche greifen, wenn sie sich nicht an die Regeln halten. Pro Gramm CO2, das über der festgelegten Grenze liegt, sind 95 Euro pro zugelassenem Fahrzeug innerhalb der EU fällig. Da kommt im Falle einer Überschreitung einiges zusammen. Doch welche zusätzlichen Regeln haben die anderen europäischen Länder? Hier gibt es eine kleine Übersicht.

Bilanz ausgewählter EU Länder

Schweiz

Seit 2008 erheben die Eidgenossen eine Lenkungsabgabe auf fossile Brennstoffe: Seit zwei Jahren beträgt sie 96 Franken je Tonne CO2 und wird auf allen Rechnungen beim Kauf von Brennstoffen ausgewiesen. Zu zwei Dritteln fließt das Geld an Bürger und Unternehmen zurück. Ein Drittel geht in die Förderung von CO2-vermindernden Maßnahmen an Gebäuden wie Sanierungen oder den Austausch von Heizkesseln.

Schweden

Schweden ist der Musterschüler im Umweltschutz: Bereits seit 1991 haben die Nordeuropäer eine CO2-Steuer eingeführt. Für eine Tonne CO2-Ausstoß sind umgerechnet etwa 115 Euro fällig. Multinationale Konzerne zahlen teilweise bis zu 60 Prozent weniger auf CO2, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Frankreich

In Frankreich kostet die Tonne Kohlendioxid aus Brennstoffen aktuell 44,60 Euro und wird über Stromkosten und Spritverbrauch abgerechnet. Präsident Emmanuel Macron musste kürzlich eine geplante Erhöhung der Steuer aufgrund vehementer Proteste verschieben. Für 2022 sollte ein CO2-Preis von 86,20 Euro gelten. Mit den Einnahmen werden Haushalte mit geringem Einkommen unterstützt, aber auch der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben.

Großbritannien

Die britische Regierung geht etwas moderater mit der Besteuerung von CO2-Emissionen um. Den europäischen Emissionshandel, nach dessen Regeln Energieerzeuger und große Industriebetriebe Zertifikate zum CO2-Ausstoß kaufen müssen, haben die Briten durch einen Mindestpreis für CO2 ergänzt. Erdgas, Kohle, Flüssiggas und Elektrizität fallen unter diese Art von Steuer. Immerhin hat der Mindestpreis positive Auswirkungen auf fossile Kraftwerke: Kohlekraftwerke gehen vom Netz und werden durch klimafreundlichere Gaskraftwerke ersetzt. Der Mindestpreis liegt bei 18 Pfund (mehr als 20 Euro) je Tonne. Der Emissionshandel für die Energiebranche bringt inzwischen aber einen höheren Preis von zuletzt fast 25 Euro je Tonne. Wie es nach 2020 weitergeht, bleibt durch den schwierigen Brexit bislang unklar.

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