Die Telematik ist ein interdisziplinäres Gebiet, das die Bereiche Telekommunikation, Fahrzeugtechnologien, Straßenverkehr, Verkehrssicherheit, Elektrotechnik (Sensoren, Instrumentierung, drahtlose Kommunikation usw.) und Informatik (Multimedia, Internet usw.) umfasst. Der Begriff Telematik ist eine Übersetzung des französischen Wortes télématique. Es bezog sich auf den Informationstransfer via Telekommunikation. Die ursprüngliche breite Bedeutung des Begriffs taucht weiterhin in akademischen Bereichen auf. Im Handel bezieht sie sich heute in der Regel auf Fahrzeugtelematik.

So funktioniert Telematik

Der Bereich der Telematik kann Telekommunikation, drahtlose Kommunikation, Elektrotechnik, Informatik, Fahrzeugtechnologien und Straßenverkehr umfassen.

Mit Hilfe kommunikationsfähiger Geräte kann sie Informationen speichern, senden und empfangen, die zur Steuerung entfernter Objekte beitragen. Das gilt insbesondere bei der Bewegung von Fahrzeugen mit Navigationssystemen. Die Integration der GPS-Technologie (Global Positioning System) in mobile Geräte und Computer ermöglicht es der Telematik, den Standort zu markieren und mit einer Vielzahl von Fahrzeugen zu kommunizieren.

Fahrzeugtelematik

Im gewerblichen Bereich ist Telematik meist gleichbedeutend mit Fahrzeugtelematik. Hier wird die sogenannte „Telematik-Box“ oder auch “Black Box” für die Sammlung und Auswertung von Fahrdaten verwendet. Zu solchen Informationen können beispielsweise die Fahrweise, das Tempo, der Straßentyp oder die Uhrzeit der Fahrt zählen. Das Sammeln der Daten erfolgt während der Fahrt, weswegen die Telematik-Box in Ihrem Auto angebracht wird – beispielsweise am Armaturenbrett, dem Zigarettenanzünder oder der OBD-II-Schnittstelle.

Flottentelematik bezeichnet zudem den Einsatz von Telematik zur Steuerung und Überwachung vom Nutzfahrzeugbetrieb, Standorten und Status. Flottentelematiksysteme ermöglichen den Informationsaustausch zwischen einem zentralen Standort und einzelnen Fahrzeugen innerhalb der Flotte.

GPS-Tracking und andere drahtlose Kommunikationsmittel dienen als Medium zur Übertragung von Informationen zu und von den computergestützten Systemen eines Fahrzeugs. Dies ermöglicht beispielsweise Dienste wie GPS-Navigation, Pannenhilfe, Ferndiagnose und Fuhrparkmanagement.

So funktioniert Flottentelematik

ein OBD Stecker
Über den OBD-Stecker von Vimcar kann die Telematik eingesetzt werden.

Über einen OBD-Stecker, der in die standardisierte OBD-Schnittstelle gesteckt wird, kann die Telematik eingesetzt werden. Der Stecker liest aus der Schnittstelle Daten wie zum Beispiel den Kilometerstand und Streckenverläufe aus. Die Informationen werden automatisch an eine Flottenmanagement-Software übermittelt. In der Software können die Daten dann genutzt und weiterverarbeitet werden. Je nach Fuhrparksoftware sind Funktionen wie z. B. die automatische Kosten- und Ausreißeranalyse, Routendokumentation, Fahrzeugortung, Stammdatenverwaltung oder Fahrzeugbuchung möglich.

Als Alternative gibt es auch Telematik-Boxen, die über die Batterie installiert werden. Die Box eignet sich so auch für alle Fahrzeuge, die keine OBD-Schnittstelle haben. Oftmals haben Elektrofahrzeuge diese nicht – die Telematik-Box bietet in diesem Fall eine Lösung. Die Box funktioniert dabei genauso wie der Stecker und überträgt alle Fahrzeugdaten an die Flottensoftware.

Wen interessieren die Daten?

Die Fahrinformationen können für Versicherungen eine Rolle spielen – durch den Nachweis einer umsichtigen Fahrweise ist es für Firmenwagenfahrer aber auch Fuhrparks möglich, Versicherungsprämien zu sparen. Ein anderes Feld, in dem Telematik eine Hilfe darstellt, ist die Steuer. Fahren Arbeitnehmer einen Dienstwagen – und diesen überwiegend betrieblich, aber in Anteilen auch privat – kann sich ein Fahrtenbuch lohnen. Ein handschriftliches Fahrtenbuch ist oft mit Stress und Unsicherheit verbunden, deswegen stellen elektronische Varianten einen Lichtblick dar: Sie erleichtern das Erfassen und die richtige Zuordnung aller Fahrten, die Firmenwagenfahrer mit Ihrem Dienstwagen tätigen.

Die Telematik-Box als elektronisches Fahrtenbuch

Telematik Hardwarde
Ein Telematik Gerät ist z. B. für ein digitales Fahrtenbuch nützlich.

Auch digitale Fahrtenbücher funktionieren mithilfe von Telematik. Eine Variante ist das Speichern relevanter Daten via einer Black Box. Die Telematik-Boxen funktionieren mit GPS-Technologie, also dem Global Positioning System, und meist in Kombination mit einer eingesteckten Chipkarte – ähnlich einer EC-Karte. Die Fahrt beginnt beim Einschalten der Zündung und wird auch nach circa 100 Metern gespeichert. Mithilfe des GPS werden Datum, Uhrzeit, der aktuelle Kilometerstand sowie die geografischen Daten bei Start und Stopp automatisch aufgezeichnet. Die Kategorisierung in eine Privatfahrt erfolgt über eine Einstellung, die der Nutzer vor der Fahrt an der Telematik-Box aktivieren muss. Macht der Fahrer das nicht, wird die Fahrt automatisch als Betriebsfahrt abgespeichert. Der Unterschied in der Aufzeichnung ist hier, dass bei einer Privatfahrt ausschließlich das Datum und die gefahrenen Kilometer aufgezeichnet werden.

Vorsicht bei der Kategorisierung: Nachträgliche Änderungen sind schwierig und können im schlimmsten Fall ein ganzes Fahrtenbuch ungültig machen, weshalb hier mit extremer Sorgfalt vorgegangen werden sollte. Die auf der Chipkarte gespeicherten Daten können mit einem Chipkartenleser ausgelesen und dann auf die Fahrtenbuchsoftware am PC übertragen werden. Das beschriebene Prinzip erfolgt ohne die Speicherung der Daten in einer Cloud, also einem externen Server. Der Nachteil an dieser Technik kann sein, dass die Daten regelmäßig ausgelesen und gespeichert werden müssen – vergisst der Firmenwagenfahrer das oder kommt es zu einer Störung, die einen Verlust der Daten resultiert, kann das zu Problemen mit dem Finanzamt führen. Laut den GoBD müssen Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff nämlich bis zu 10 Jahren vom Fiskus abgerufen werden können.  

Während Telematik Boxen, die eine Vielzahl an verschiedenen Informationen erfassen, vor allem für Fuhrparks interessant sind, kann die Technik elektronischer Fahrtenbücher dennoch jedem nutzen, der den Privatanteil seiner Fahrten mit dem Firmenwagen versteuern muss. Eine alternative Lösung zur Telematik-Box ist beispielsweise die Kombination aus einem OBD-II-Stecker und einer Smartphone-App, beziehungsweise einer Webversion. Der OBD-Stecker kann ganz einfach selbst und ohne Einbaukosten im Auto angebracht werden.

Neue Perspektiven durch Telematik

Zusätzlich zu GPS, Wi-Fi und mobilen Datennetzen kann die Telematik weiterhin verwendet werden, um die Kommunikation zwischen dem Fahrzeug und der Anwendung zu fördern. Schnellere drahtlose Netzwerke ermöglichen fortschrittlichere Onboard-Dienste, wie beispielsweise Firmware-Updates für Fahrzeuge – eine Aufgabe, die zuvor einen Besuch bei einem Autohaus erforderlich gemacht hat.

Die Kombination von Telematiksystemen mit Sensoren hat zusätzliche Möglichkeiten in der Automobilindustrie und darüber hinaus eröffnet – so kann eine Spedition analysieren, wie viel Zeit ihre Lkw im Leerlauf verbringen. Autoversicherer können beispielsweise Kunden, die sich als sichere Fahrer erweisen, niedrigere Prämien anbieten. Insbesondere in der Car-Sharing Branche spielt die Telematik eine große Rolle.

Über die Automobilanwendungen hinaus werden zudem in anderen Branchen Telematikanwendungen entwickelt. Beispielsweise um Wasser- und Luftverschmutzung zu überwachen und medizinische und gesundheitliche Informationen bereitzustellen.