Zu den Pflichten im Fuhrparkmanagement zählt die regelmäßige Durchführung der UVV Prüfung gemäß § 57 DGUV Vorschrift 70. UVV ist die Abkürzung für Unfallverhütungsvorschriften. Mindestens einmal pro Jahr müssen die Fahrzeuge von einem Sachkundigen auf ihre Arbeits- und Verkehrssicherheit überprüft werden. Die Durchführung wird anschließend mit UVV Prüfplaketten dokumentiert, welche an den Fahrzeugen angebracht werden.

UVV Plakette

Durch die Unfallverhütungsvorschriften der Gesetzlichen Unfallversicherung sind Unternehmen dazu verpflichtet, die Gesundheit und Sicherheit ihrer Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu gewährleisten. Dies gilt grundsätzlich für alle Abteilungen. Flottenfahrzeuge und Firmenwagen gelten als Arbeitsmittel und sind Teil des Arbeitsplatzes. Sie unterliegen speziellen Vorschriften. Zum einen ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, seinen Mitarbeiter vor der ersten Fahrt im Umgang mit dem Fahrzeug zu unterweisen und über mögliche Gefahren zu informieren. Auch soll einmal jährlich eine Fahrerunterweisung erfolgen, beispielsweise in Form einer Schulung. Darüber hinaus ist eine tägliche Überprüfung des Fahrzeugs durch den Fahrer vorgeschrieben. Schließlich ist für den Erhalt einer UVV Plakette für PKW oder andere Fahrzeuge des Fuhrparks eine jährliche UVV Prüfung durch Fachpersonal notwendig. Die Kontrolle ergibt sich aus § 57 DGUV Vorschrift 70.

Bei der Prüfung untersucht der Sachkundige unter anderem das Vorhandensein von Erste-Hilfe-Kasten, Warndreieck und Warnkleidung, wie etwa Warnwesten. Das Fahrzeug wird innen und außen auf seine Verkehrssicherheit überprüft. So werden beispielsweise Gurte, Airbags, Signalhorn, Scheibenwischer, Spiegel, Schlösser und Anzeigen kontrolliert. Auch die Beleuchtung, Bremsfunktionalitäten, Lenkung, Hydraulik und Bereifung muss einwandfrei sein. Gegebenenfalls werden die Anhängerkupplung sowie die Vorrichtungen zur Ladungssicherung kontrolliert.

Der Fahrzeughalter erhält nach erfolgter und bestandener Durchführung der Prüfung nach DGUV Vorschrift 70 eine Plakette, die am Prüfgegenstand, also dem Fahrzeug, angebracht wird. Die Prüfplaketten der UVV bestehen aus einer selbstklebenden Folie, häufig aus Dokumentenfolie. Diese ist temperaturbeständig und resistent gegen eine Vielzahl von Chemikalien. Die runden Plaketten haben in der Regel einen Durchmesser von 20 bis 30 Millimetern und sind in verschiedenen Farben erhältlich. Dabei wird die Farbgebung nicht vom Gesetzgeber vorgeschrieben, sondern vom jeweiligen Hersteller festgelegt. Auf der Prüfplakette der UVV ist für alle Mitarbeiter deutlich ersichtlich, wann die letzte Fahrzeugprüfung durchgeführt wurde. Neben der Plakette wird auch ein Prüfbericht erstellt, in dem Mängel und Anmerkungen vom Sachverständigen als Protokoll festhalten werden.

Welche UVV Richtlinien es gibt und wie der Fuhrparkleiter diese einhalten kann, werden in dem Merkblatt zu den UVV Richtlinien aufgezeigt. Das Merkblatt kann kostenfrei heruntergeladen werden.

UVV Plaketten 2020 – Konsequenzen bei Verstößen gegen die Verkehrssicherheit

Die Unfallverhütungsvorschriften sind nicht nur von Bedeutung für den Schutz der Mitarbeiter, ihre Nichteinhaltung kann auch schwerwiegende rechtliche Folgen mit sich bringen. Kommt es zu einem Verkehrsunfall und es werden Verstöße gegen die UVV festgestellt, so haftet in der Regel der Arbeitgeber. Es können zivil- und strafrechtliche Folgen drohen und der Verantwortliche kann zu Bußgeldern und sogar mehrjährigen Haftstrafen verurteilt werden. Auch kann es im Zweifelsfall zu einem Verlust des Versicherungsschutzes durch die gesetzliche Unfallversicherung kommen. Es ist aus diesen Gründen jedem Fuhrparkmanager dringend angeraten, die UVV nicht zu vernachlässigen. Es ist zudem möglich, die UVV-Prüfung parallel zur alle 12 bis 24 Monate fälligen Hauptuntersuchung (HU) durchführen zu lassen. Da die Verkehrssicherheit bereits im Rahmen der HU kontrolliert wird, ist es in diesem Fall ausreichend, die UVV-Prüfung auf den Bereich der Arbeitssicherheit zu beschränken.

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