Gesetzliche Unfallversicherung: Kurzdefinition

Die deutsche gesetzliche Unfallversicherung, kurz GUV genannt, stellt eine der wichtigstens Versicherungen für Arbeitstätige dar. Sie ist ein Versicherungszweig der gegliederten Sozialversicherung und somit in diesem Versicherungsbereich einzuordnen. Arbeitsunfälle, Berufserkrankungen und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren gehören zu den Regelungen, die in der Unfallversicherung enthalten sind.


Was ist eigentlich die gesetzliche Unfallversicherung?

Die sogenannte GUV ist relevant für all Berufstätigen.Die Versicherung stützt sich auf die rechtliche Grundlage des SGB VII, das Sozialgesetzbuch, welches Informationen über die finanzielle Entschädigung von Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen zur medizinischen, aber auch sozialen Rehabilitation thematisiert. Außerdem liegt es fest, unter welchen Umständen Unternehmer, Kollegen und Dritte für Arbeitsunfälle des Versicherten haften.

Wie setzen sich die Beiträge der GUV zusammen?

Die Bemessung der Beiträge erfolgt laut der DGUV wie folgt. Laut der Verordnung über die Unfallversicherung erfolgt die Berechnung der Beiträge erst nach Abschluss des Geschäftsjahres. Die Handhabung unterscheidet sich im Vergleich zu anderen Sozialversicherungen. Die Berechnungsgrundlagen der Beiträge setzen sich aus dem Finanzbedarf, auch Umlagesoll genannt, dem Arbeitsentgelt des Versicherten und der Gefahrklasse zusammen. Letzteres kann sich innerhalb einer Branche und in den einzelnen Unternehmen unterscheiden. Die Unfallversicherung in Ihrem Betrieb kann also unterschiedlich ausfallen als bei Betrieben derselben Branche. Anhand des Beitrages werden dann die Zuschläge oder Nachlässe für jede Einzelperson bestimmt.

Unterschied zwischen Arbeitsunfall und Berufskrankheit

Von einem Arbeitsunfall ist die Rede, wenn der Unfall in Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit steht und nicht, wenn es zum allgemeinen Lebensrisiko im Alltag zugeordnet werden kann. Wegunfälle fallen nur unter den Versicherungsschutz, wenn auf dem Arbeitsweg keine Abweichungen zum direkten Weg oder längere Unterbrechungen vorliegen. Oft kursiert in Unternehmen der Mythos, dass Arbeitnehmer, die mehr als 10 Stunden am Tag arbeiten, den Versicherungsschutz nach dieser Zeit verlieren – hierzu gibt es allerdings keine offizielle Regelung und der Mythos ist demnach nichtig.
Alkoholeinfluss kann den Versicherungsschutz beeinflussen, wenn sich der Versicherte im Vollrausch befindet und demnach seinen Beruf nicht mehr ausführen kann oder wenn er in einen Verkehrsunfall verwickelt ist und mehr als die zulässigen 1,1% Promille nachgewiesen bekommt.

Leidet der Versicherte unter einer der vom Gesetzgeber aufgelisteten Erkrankung, handelt es sich um ein eine Berufskrankheit. Diese sind in der Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) Anlage 1 zu finden. So wird beispielsweise Hautkrebs, der durch die Arbeit mit Ruß oder Teer entstand, dazugezählt..

Welche Leistungen werden von der gesetzlichen Unfallversicherung übernommen?

Im Allgemeinen werden alle medizinischen und berufsfördernden Leistungen zur Wiedereingliederung des Angestellten übernommen. Hierbei wird die medizinische Behandlung als Sachleistung angesehen, was bedeutet, dass der behandelnde Arzt den Befund direkt an die Genossenschaft sendet. Dies geschieht unter der Regelung des UV-GOÄ 2001 in der Fassung vom 01. Juli 2007, die für die einzelnen Leistungspositionen einen festgelegten Wert vorsieht.

Minderung der Erwerbsfähigkeit

Es wird festgestellt, welche Einschränkungen und Verluste die Krankheit oder der Arbeitsunfall auf die zukünftige Ausführung seines erlernten Berufes haben kann. Hierbei kommt es bei der Bestimmung des Grades der Erwerbsfähigkeit nicht darauf an, ob der Betroffene einen Einkommensverlust erlitten hat. Die Versichertenrente soll hier also nicht den Verlust des Erwerbs abdecken, sondern die Minderung der Erwerbsfähigkeit ausgleichen.

Wann bin ich erwerbsunfähig?

Die Erwerbsunfähigkeit wird von dem gesetzlichen Unfallversicherungsträger, der gewerblichen Berufsgenossenschaft, festgestellt. Hierbei werden die Funktionseinbuße, welche der Betroffene erlitten hat, berücksichtigt. Da es unterschiedlich hohe Einschätzungen geben kann, ist es möglich, dass die gleichen Verletzungen bei unterschiedlichen Personen anders bewertet werden. Hier kann es zum Beispiel aufgrundder vorherigen körperlichen Verfassung zu Unterschieden kommen.
Bei der Unterstützung durch die Versicherung unterscheidet man zwischen Geldleistungen und Sachleistungen. Wie oben bereits beschrieben, fallen die ärztlichen Untersuchungen unter Sachleistungen. Dazu werden beispielsweise auch die Psychotherapie, häusliche Krankenpflege, Haushaltshilfe, Teilhabeleistungen, Heil- und Hilfsmittel. eingeordnet. Bei Geldleistungen handelt es sich um Gelder wie Verletztengeld, Übergangsgeld, Verletztenrente, Abfindung Pflegegeld, Sterbegeld etc..

Wie sieht die Unfallversicherung bei mehreren Arbeitgebern aus?

Grundsätzlich enthält die Berechnung der Beiträge das gesamte Gehalt. Das heißt, alle alle Einnahmen des Versicherten von allen Arbeitsstellen werden addiert und verrechnet. Dabei gibt es eine Höchstgrenze für das monatliche und jährliche Einkommen für die Verrechnung. Sie Anpassung erfolgt immer zu dem Jahreswechsel.

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