UVV Prüfung von Firmenwagen

Für die Betriebsfahrzeuge reichen Reifenwechsel und regelmäßige TÜV-Hauptuntersuchungen nicht aus: Für sie sind darüber hinaus Überprüfungen der im Gesetz verankerten Unfallverhütungsvorschriften (UVV) vorgesehen. Damit weisen Verantwortliche die Betriebssicherheit ihrer Flotte an und sichern sich rechtlich ab. Dabei geht es bei den UVV weniger um die Funktionstüchtigkeit der Fahrzeuge, sondern vielmehr um den Arbeitsschutz der Mitarbeiter und die Betriebssicherheit.

UVV Prüfung von Firmenwagen

Zwar betreffen viele Unfallverhütungsvorschriften (UVV) den Fuhrpark, dennoch entspringen sie nicht aus dem Verkehrsrecht. Vielmehr geht es aus dem staatlichen Arbeitsschutzgesetz hervor. Bereits im Jahr 1884 wurde das erste Unfallversicherungsgesetz erlassen, das Berufsgenossenschaften dazu berechtigte, Vorschriften zu erlassen und von Experten kontrollieren zu lassen. Während sich die Hauptuntersuchung, die vom TÜV und anderen technischen Prüfstellen durchgeführt ist, sich auf die Umweltverträglichkeit, Vorschriftsmäßigkeit und Verkehrssicherheit von Fahrzeugen bezieht, geht es bei den UVV um Themen der Verkehrssicherheit.

UVV Prüfung des Firmenwagens durch Fahrer

Geregelt sind die UVV Prüfungen für Firmenfahrzeuge in der DGUV Vorschrift 70. Ausgenommen sind zum Beispiel maschinell betriebene Fahrzeuge, die eine Spitzengeschwindigkeit von weniger als 8 Stundenkilometer erreichen, Straßenwalzen, Bagger und ähnliches. Ansonsten gilt sie für alle Fahrzeuge, die eine Firma ihren Beschäftigten zur Verfügung stellt. Ob der Mitarbeiter das Fahrzeug nur während der Arbeitszeit oder auch privat nutzt, ist nicht relevant. § 36 Abs 1 der DGUV Vorschrift 70 verpflichtet jeden Nutzer eines Firmenfahrzeugs, das Fahrzeug beim Arbeitsantritt zu kontrollieren. Bewährt haben sich dafür Checklisten, die im Handschuhfach des Fahrzeuges deponiert werden. Bei jeder Übergabe sind zum Beispiel die Funktionsfähigkeit der Beleuchtungsanlage, Füllstände von Motoröl, Kühlflüssigkeit, Kraftstoff und die ordnungsgemäße Sicherung von Ladungen zu überprüfen. Auch ein Blick auf die Reifen und die Kennzeichen sollte standardmäßig erfolgen. Kontrolliert werden muss außerdem, ob Warnwesten, Verbandskasten und Warndreiecke vorhanden und intakt sind.

zur Checkliste zur täglichen Fahrzeugkontrolle durch die Mitarbeiter 

Die UVV Auto Prüfung durch einen Sachverständigen

Der Spitzenverband gewerblicher Berufsgenossenschaften DGUV sieht außerdem vor, dass alle gewerblich genutzten Fahrzeuge einmal pro Jahr einem Sachverständigen vorgestellt werden müssen. Diese Untersuchung kann in vielen Autohäusern oder gleich im Rahmen der Hauptuntersuchung durchgeführt werden. Die UVV Prüfung bei Neuwagen muss jedoch schon ein Jahr nach der Zulassung stattfinden, während für die erste Hauptuntersuchung erst nach drei Jahren ansteht. Um Zeit zu sparen kann die UVV Auto auch im Rahmen von Wartungsarbeiten oder dem Reifenwechseln erfolgten. Wichtig ist darauf zu achten dass die UVV Inspektion auf der Rechnung angeführt und ein Prüfprotokoll ausgehändigt wird.

zum Protokoll zur Fahrzeugkontrolle durch Sachverständige

Regelmäßige UVV Auto Fahrerunterweisungen

Als dritte Säule sehen die UVV regelmäßige Fahrerunterweisungen vor. Laut 335 Abs. 1 Nr 3 DGUV Vorschrift 1 muss der Arbeitgeber den Mitarbeiter bei der ersten Übernahme des Fahrzeugs über die sichere Nutzung informieren. Themen der Schulung sind Schutzmaßnahmen, Vorschriften und mögliche Gefahrenquellen. Zum Beispiel werden das richtige Verhalten bei schlechter Witterung, das richtige Verhalten bei Unfällen und der Umgang mit Ablenkungen im Straßenverkehr angesprochen. Die Fahrerschulung muss jährlich wiederholt und entsprechend dokumentiert werden.

zum Protokoll für die jährliche Fahrerunterweisung

zum Protokoll für die Erstunterweisung

Merkblatt zu allen UVV Prüfungen bei Firmenwagen

Merkblatt zur UVV im Fuhrpark
Merkblatt zur UVV im Fuhrpark

UVV im digitalen Zeitalter

Die Digitalisierung ist auch an der UVV nicht spurlos vorübergegangen: Praktisch sind elektronische Fahrerunterweisungen, die per E-Learning abgewickelt werden. Großer Vorteil dabei ist, dass die online Variante immer auf dem neuesten Stand der Gesetze und Vorschriften ist. Außerdem wird der Zeitaufwand für den Fuhrparkmanager und den Mitarbeiter in Grenzen gehalten. Im Rahmen der elektronischen Fahrerunterweisung werden die Teilnehmer automatisch erfasst und werden rechtzeitig über den nächsten Termin informiert. Abgerufen werden kann die Schulung über jedes internetfähige Endgerät. Unter Umständen kann sich der Mitarbeiter den Zeitpunkt der Einweisung über das Online Tool selbst aussuchen. Manche System sehen einen kurzen Abschlusstest vor, bei dem die Teilnehmer ihren Wissenstand überprüfen können. Praktisch sind Varianten, die automatisch eine Bestätigung über die Durchführung der Unterweisung ausstellen.

Broschüre zur digitalen Fahrerunterweisung mit Fleet Admin


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