Ladungssicherung: Kurzdefinition

Die Ladungssicherung beschreibt das Sichern von Ladungen vor den beim Fahren aufkommenden Bewegungen und Kräften bezeichnet.  Diese treten zum Beispiel beim Beschleunigen, Abbremsen oder Umlenken auf. Damit die Ladung auf dem Fahrzeug standhält und nicht herunterfällt, müssen Sicherungsmittel wie Spanngurte oder Zurrketten eingesetzt werden.

Eine wichtige Verantwortung: die Ladungssicherung

die Ladungssicherung bei einem Transporter mit Paletten
Die Ladungssicherung von Paletten in einem Minivan.

Eine unzureichend gesicherte Ladung ist gefährlich. Sie kann bei einer Beschleinigung herunterfallen und geht nicht nur verloren, sondern verletzt im schlimmsten Fall auch das Umfeld.

Fälschlicherweise wird häufig behauptet, dass schwere Ladung sich gar nicht erst bewegen kann. Doch die möglichen Kräfte dürfen nicht unterschätzt werden. Deswegen gibt es von dem Bundesamt für Güterverkehr Vorschriften zur rechtmäßigen Ladungssicherung. Passiert ein Unfall, trägt der Fahrzeugführer, das Transportunternehmen und/oder der Verlader bzw. Absender die Verantwortung. Es ist die Aufgabe des Absenders der Ware die Ladung auf dem Fahrzeug sicher zu verstauen. Außerdem muss er die Ladung während des Transports auf die Sicherheit überprüfen. Der Fahrer muss ebenso die Fahrzeugbeladung und ordnungsgemäße Sicherung überprüfen. Kontrollieren Sie sowohl vor, als auch während der Fahrt, die Ladung. Dabei sind die nach Vorschrift zulässigen Abmessungen und Achslasten einzuhalten.

Ladungssicherung Vorschriften

Bei der Ladungssicherung spielt eine Vielzahl an Vorschriften und Gesetzen eine Rolle. Grundsätzlich müssen Sie die Ladung sicher verstauen, um den Verkehr und die Umgebung nicht zu gefährden. Folgende Gesetzeswerke sind deswegen relevant:

  • die Straßenverkehrsordnung (StVO)
  • die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO)
  • VDI-Richtlinien
  • DIN/EN-Normen
  • das Handelsgesetzbuch (HGB)
  • Berufsgenossenschaftliche Vorschriften (BGV)
  • Gefahrgutrecht (GGVSE/ADR)
  • CTU-Packrichtlinien

Wer trägt die Verantwortung bei der Ladungssicherung?

Wie bereits erwähnt, liegt die Verantwortung der rechtmäßigen Ladungssicherung bei verschiedenen Personen. Fälschlicherweise gehen Fahrer oftmals davon aus, dass ihr Arbeitgeber für die richtige Sicherung verantwortlich ist. Grundsätzlich hat jeder, der an der Ladungssicherung beteiligt war eine gewisse Verantwortung. Der Verlader kümmert sich demnach für die sichere Beladung des Fahrzeugs, das heißt für die verkehrssichere Verstauung. Dabei muss er die Ladung so verstauen, dass sie selbst bei einer Vollbremsung nicht verrutscht. Der Verlader ist meist eine vom Unternehmen beauftragte Person.

Wichtig ist: Hat ein Unternehmen keine Person beauftragt, fällt die Verantwortung auf die Geschäftsleitung zurück. Der Fahrer auf der anderen Seite ist für den sicheren Transport zuständig, immerhin kennt er das Fahrzeug und sein Fahrverhalten am Besten. Der Fahrer muss daher die notwendigen Hilfsmittel wie Spanngurte und Antirutschmatten bereitstellen. Er muss aber nicht den Beladungsvorgang im Auge behalten. Der Fahrzeughalter, der in den meisten Fällen der Fuhrparkleiter ist, ist dafür verantwortlich, dass die Beladung den rechtlichen Vorschriften entspricht. Er kann die Verantwortung aber auch auf das Personal wie den Fahrer übertragen. Wichtig ist hierbei, dass der Fahrzeughalter die Unterweisung und die Kontrolle des Personals für die Unterlagen dokumentiert. Hier finden Sie mehr zum Thema Halterhaftung.

Ladungssicherung Pkw

Wie die korrekte Ladungssicherung in einem Fahrzeug erfolgt, hängt natürlich auch von dem Fahrzeugtyp ab. So kann nicht jedes Fahrzeug jede Ladung bewältigen. Ein Pkw hat dementsprechend eine andere Ladefläche als ein Transporter oder Lkw. Deswegen ist es ratsam, sich vor der Ladungssicherung bereits damit zu beschäftigen, ob das Fahrzeug für die Ladung ausreichend Platz hat.

Ladungssicherung Lkw

Während sich bei einem PKW die größte Ladefläche im Kofferraum befindet, ist der Lkw gerade für Groß- und Gütertransporte das bewährteste Fahrzeug. Gerade beim Lkw gibt es unterschiedlichste Fahrzeuge, die auf die bestmögliche Ladungssicherung abgestimmt sind. So gibt es beispielsweise sogenannte Kofferfahrzeuge, die häufig zum Transport von Lebensmitteln genutzt werden. Ein Kofferfahrzeug hat, wie der Name es bereits verrät, einen kastenförmigen Laderaum, der durch stabile Seitenwände geschützt ist. Im Vergleich dazu, ist bei Planenfahrzeuge die Ladung durch eine Plane geschützt, kann aber ähnlich wie bei den Kofferfahrzeugen verteilt werden.

Insgesamt besteht die Herausforderung bei der Ladungssicherung in Lkws darin, die freistehende Fläche sicher zu befüllen. Daher werden häufig Hilfsmittel wie Spanngurte, Stangen oder Netze verwendet. Bezüglich der Ladungssicherung in einem Lkw tragen sowohl der Fahrer als auch der Fuhrparkleiter die Verantwortung. Der Fuhrparkleiter kann jedoch die Verantwortung auf den Fahrer übertragen, doch ist er dazu verpflichtet, den Fahrer in die Ladungssicherung einzuweisen.

Ladungssicherungs Schulungen

Schulungen und Lehrgänge zum Thema Ladungssicherung bei Lkws sind ausschlaggebend, um die Sicherheit des Fahrers und der Umgebung zu gewährleisten. Zwar gibt es auch Ladungssicherungs-Apps, die in dem täglichen Gebrauch zum Einsatz kommen können. Die Apps können beispielsweise die Anzahl der benötigten Hilfsmittel berechnen. Wichtig ist hierbei, dass Sie vor der Nutzung einmal überprüfen, ob die Berechnung richtig erfolgte. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es im Zweifel jedoch nicht. Der Fahrer muss sich trotzdem mit den verschiedenen Spanngurten, Zurrketten, Netzen und weiteren Hilfsmitteln auskennen und diese gekonnt einsetzen. 

Allgemeine Aspekte, auf die sowohl Pkw als auch Lkw Fahrer bei der Ladungssicherung achten müssen sind:

  • Ist der Laderaum groß genug für die Ladung?
  • Entsprechen die Achslasten den Vorgaben?
  • Wird die zulässige Gesamtmasse nicht überschritten?
  • Liegt der Schwerpunkt der Ladung in der Mitte des Fahrzeugs?
  • Wird der Lastverteilungsplan eingehalten?
  • Sind die Reibwerte der Ladefläche und Ladung bekannt?

Eine Hilfe zur Überprüfung der ordnungsgemäßen Ladungssicherung können Checklisten sein. Die Liste unterstützt den Fahrer bei der Sicherung – damit er keine Punkte mehr vergisst. Gleichzeitig erhalten Sie auch einen Ladungssicherungsrechner, der Ihnen die benötigte Anzahl der Zurrgurte berechnet. 

Was ist beim Beladen von Fahrzeugen zu beachten?

Bei der Ladungssicherung sollte das Ziel die Erreichung des Form- und Kraftschlusses sein. Eine kraftschlüssige Ladungssicherung wird durch das sogenannte Niederzurren erreicht. Hierbei werden Spanngurte eingesetzt, die die Ladung auf die Transportfläche drücken, sodass sie nicht verrutschen kann. Zusätzlich können hierfür sogenannte Antirutschmatten eingesetzt werden. Sie werden in das Fahrzeug gelegt, bevor die Ladung verstaut wird und erhöhen so die Reibungskraft zwischen Matte und Ladung. Durch das Niederzurren entsteht eine hohe Reibungskraft, durch die sich Rutschgefahr verringert. Beim Beladen von Fahrzeugen sollten Sie außerdem beachten, dass eine formschlüssige Ladungssicherung zu erreichen, ein wichtiges Ziel ist. Ein Formschluss ist erreicht, wenn die Ladung gebündelt und so eng verstaut ist, dass keine freien Flächen entstehen. Hierbei helfen das Direktzurren und Diagonalzurren, bei dem Hilfsmittel eingesetzt werden, um die Ladung gegen eine Verschiebung zu schützen. Die Ladung ist entweder so verstaut, dass sie direkt an der Stirnwand oder den Bordwänden steht. Oder aber wird durch Füllmittel geschlossen.

ein Spanngurt sichert die Ladung
Der Spanngurt hält die Ladung sicher.

Spanngurte und Zurrketten​

Zur UVV Ladungssicherung werden grundsätzlich Spanngurte, auch Zurrgurte genannt, eingesetzt. Diese sind essentiell für die richtige Sicherung der Ladung. Gurte bestehen oftmals aus Materialien wie Polyester, Polypropylen oder Polyamid. An den Gurten sind meist sogenannte Ratschen befestigt. Sie stellen das Spannelement dar, mit welchem der Spanngurt befestigt und festgezogen wird. Die passende Ratsche zur Ladungssicherung hängt von den funktionellen und ergonomischen Anforderungen ab. Gleichzeitigt hängt sie aber auch von der notwendigen Vorspannkraft an. Je nachdem welche Ratsche Sie verwenden, brauchen Sie weniger Zurrmittel.

So setzen Sie Zurrgurte richtig ein!

Es gibt einige Grundregeln, die Sie bei dem Einsetzen von Gurten beachtet sollten. Zum einen ist es wichtig zu überprüfen, welcher Belastbarkeit der Gurt standhalten kann. Nur wenn der Gurt das Gewicht der Ladung aushalten kann, ist er wirklich sicher. Gleichzeitig ist es notwendig zu kontrollieren, ob die Gurte frei von Schäden und Mängeln sind. Bei Rissen ist es beispielsweise extrem gefährlich, den Gurt einzusetzen, so kann der Riss bei einer schweren Belastung weiter- oder gar ganz einreißen. Achtung: Nutzen Sie Gurte nicht, um Ladung hochzuheben! Dafür gibt es spezielle Hilfsmittel wie zum Beispiel Hebetische.

Für sehr schwere Ladungen wie zum Beispiel Holzstämme sind Zurrketten die richtige Lösung. Sie bestehen, anders als die Zurrgurte, nicht aus Gurten, sondern aus Ketten. Reichen selbst die Zurrketten nicht aus, muss die Ladung in Europaletten umgefüllt werden. Neben Paletten sind klassische Hilfsmittel Zurrdrahtseile, Kantengleiter, Netze, Planen, Loch- und Ankerschienen, Polster, Trennwände und -stangen, Gitter und rutschhemmende Materialien. Ladungssicherungsnetze sind, wie der Name es bereits sagt, Netze, die um die Ladung gespannt werden und so die Ladung gebündelt zusammenhalten.

Werden Spanngurte eingesetzt, ist es notwendig die genaue und richtige Anzahl zu ermitteln, die für die ausreichende Sicherung nötig ist. Hilfe bieten hier Rechner zur Ladungssicherung, die die Berechnung der richtigen Gurtanzahl durchführen.

Was ist beim Beladen eines Fahrzeug-Anhängers zu beachten?

ein Pkw mit beladenden Anhänger
Ein Pkw mit beladenden Anhänger.

Gerade bei einem Pkw bietet sich bei sperriger Ladung an, einen Anhänger zum Transport zu nutzen. Kommt ein Anhänger zum Einsatz, gelten bei dem Transport von Gegenständen die gleichen Vorschriften zur UVV Ladungssicherung wie bei einem Pkw und Lkw. Wichtig ist zusätzlich, dass der Anhänger an die Kupplung des Fahrzeugs sicher angebracht ist. Überprüfen Sie auch die Reifen des Anhängers, um sicherzustellen, dass genügend Reifendruck vorhanden und die Reifen nicht spröde sind.

Fällt die Ladung von dem Anhänger herunter, ist sie sowohl für den Fahrer als auch die Umgebung eine Gefahr. Deswegen sollten unbedingt Zurrgurte, Antirutschmatten und weitere Hilfsmittel wie Ladungssicherungsnetze eingesetzt werden. Gerade ein Netz kann dabei helfen, sperrige Waren, die eben nicht in den Kofferraum des Pkws passen, zu sichern. Der Fahrer legt das Netz über die Ware und befestigt es an den Anhängerosen. Möchte er stattdessen verhindern, dass Ladung wie Sand oder Schutt wegweht, sind Abdeckplanen das bessere Hilfmittel. Neben diesen Hilfsmitteln ist und bleibt das Niederzurren auch bei Anhängern eine der bewährtesten Methoden. Wichtig ist hierbei zu überprüfen, ob der Anhänger Zurranker hat, also entsprechende Vorrichtungen um die Zurrgurte zu befestigen.

Was passieren kann, wenn man die Ladung nicht richtig sichert:

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