Einsatz von Lkw Telematik: Nutzen und Aufgaben in der Fahrzeugflotte

Der effiziente Einsatz der Fahrzeugflotte ist für Unternehmen ebenso wie Transportdienstleister von entscheidender Bedeutung. Doch insbesondere in großen Fuhrparks kann die Steuerung und Überwachung der Fahrzeugdaten zur Herausforderung werden. Mit dem Einsatz von Telematik für Lkw können Betriebe profitieren – logistisch wie finanziell. Was steckt hinter dem Begriff Telematik und wie lassen sich Telematiksysteme in Lkw-Flotten effektiv einsetzen?

Lkw Telematik: Begriffserklärung und -abgrenzung

Der Begriff Telematik bezeichnet die Verschmelzung von Telekommunikation mit Informatik. Er bezeichnet die Analyse und Verarbeitung von mobil erhobenen Daten zum Zwecke der Prozessoptimierung. Entsprechende Lösungen lassen sich sowohl für Pkw- als auch für Lkw-Flotten einsetzen. Sie sammeln bewegungs- und fahrzeugbezogene Daten und lassen sie an einer zentralen Stelle zusammenfließen und somit zur Aufbereitung, Auswertung und Analyse nutzen. Außerdem könnten LKW mit Hilfe von GPS verfolgt werden, um Strecken zu optimieren und besser planen zu können.

So werden etwa Position und Lenkzeiten durch ein am Fahrzeug montiertes GPS-Modul gesammelt, elektronische Fahrtenbücher decken Nutzungsdaten auf. Technisch betrachtet besteht ein Telematiksystem aus folgenden Komponenten:

  • einem Bordsender (in der Regel ein GPS-Modul),
  • einer Datenschnittstelle,
  • dem ortsgebundenen System im Unternehmen / Fuhrpark.
Das GPS-Modul befindet sich in der Regel im Fahrerhaus oder an einem äußeren Teil des Fahrzeugs. GPS steht für Global Positioning System (Globales Positionsbestimmungssystem). Das auf Satelliten basierte Navigationssystem empfängt Signale von derzeit mehr als 30 Satelliten und gleicht dabei die Uhrzeit der Signalsendung mit dem Empfangszeitpunkt ab. Aus der Differenz bestimmt es seinen eigenen Standort. Diesen überträgt er über Telekommunikationsleitungen an zentrale Telematiksysteme für Lkw und damit an eine Softwarelösung.
GPS Modem im Fahrzeug

Welche Vorteile hat ein Telematiksystem für Lkw in der Praxis?

Kostenmanagement

Ein Telematiksystem für Lkw erlaubt die automatische Erfassung sämtlicher Flottenfahrzeuge. Fuhrparkleiter sind so in der Lage die optimale Auslastung zu planen sowie Leerfahrten und Standzeiten zu vermeiden. Zugleich lässt sich mithilfe der erhobenen Daten die Einsatzplanung verbessern. Das ist nicht zuletzt im Hinblick auf gesetzliche Vorgaben essenziell, etwa um die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer einzuhalten. Auch lassen sich mithilfe von Telematik-Lösungen die Lkw Kosten senken – und zwar unter Umständen in erheblichem Ausmaß.

 

Fahrzeugkoordination und Diebstahlschutz

Durch die effektive Einsatzplanung erhöhen Unternehmen die Kundenzufriedenheit. So ist es möglich, sehr exakt den Zeitpunkt einer Lieferung zu bestimmen und Verzögerungen zeitnah mitzuteilen. Das versetzt Partner in die Lage, selber effektiver zu planen und senkt damit auch deren Kosten. Kostspielige Leerfahrten entfallen ebenso wie unnötige Standzeiten, die dem Unternehmen keine Umsätze bescheren. Zudem lassen sich Fahrer und Angestellte über die Telematik-Lösung jederzeit kontaktieren, etwa um sie mit aktuellen Informationen oder Planänderungen zu versorgen.

Die Fahrzeugortung gehört zu den wichtigsten Vorteilen der Telematiksysteme für Lkw. Sie ermöglicht weitaus mehr als „nur“ die Einsatzplanung und Kontrolle der Tätigkeiten oder Pausenzeiten, nämlich einen wirksamen Diebstahlschutz. Weicht ein Fahrzeug von seiner vorgegebenen Route ab, kann das zwar unterschiedliche Ursachen haben – ein Diebstahl ist jedoch eine von diesen. In diesem Fall erhält das Fuhrparkmanagement eine Nachricht und kann umgehend reagieren. Viele Lkw Telematik Anbieter ermöglichen den Zugriff auf das System über eine App. So sehen die Verantwortlichen auch unterwegs und auf Wunsch nach Feierabend relevante Daten.

Wichtige Bestandteile der Telematik im Lkw

Eine Lkw Telematik Lösung sollte die folgenden Komponenten aufweisen, um die Sicherheit ebenso wie die Effizienz der Flotte zu erhöhen – und so letztendlich auch dabei helfen, die Lkw Kosten zu senken:

  • Eine Onboard-Einheit mit Flottenmanagement-Schnittstelle (FMS) sowie GPS-Modul, die Informationen aus dem digitalen Tachographen sowie Bewegungsdaten erhebt,
  • in die Telematik-Einheit integrierte SIM-Karte für die Kommunikation und Datenübermittlung,
  • Softwarelösung für die Installation auf dem stationären PC im Fuhrpark, idealerweise inklusive Apps für Tablets und Smartphones.
Checkliste, Laptop und Handy

Eine FMS ist für die Nutzung von Telematik für Lkw unabdingbar: Dabei handelt es sich um eine von den Lkw-Herstellern MAN, Daimler, Scania, Volvo, Renault Trucks, Iveco und DAF Trucks entwickelte, standardisierte Schnittstelle zur Erfassung von Fahrzeugdaten. FMS wurde im Jahr 2002 entwickelt, um eine herstellerübergreifende Nutzung von Telematik in Lkw zu ermöglichen. Sie sammelt unter anderem die folgenden Daten:

Tacho im Fahrzeug
  • Fahrzeuggeschwindigkeit, gemessen an den Rädern sowie am Tachometer,
  • Aktivierung von Bremsen und Kupplung,
  • Position des Gaspedals,
  • Aktivierung des Tempomats,
  • Kraftstoffverbrauch,
  • Tank-Füllstand,
  • Kilometerstand,
  • Kühlwassertemperatur.

Mit einer durchdachten Telmatiklösung für Lkw lassen sich nicht nur Einsatzplanungen und Auslastungen optimieren. Sie deckt auch Kostentreiber wie etwa einen hohen Spritverbrauch auf. Damit amortisieren sich die Lkw Telematik Preise in der Regel schnell und Unternehmen sparen mit dem Einsatz der Lösungen viel Geld.

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