Lenk- und Ruhezeiten: Kurzdefinition

Die Lenk- und Ruhezeiten für LKW-Fahrer bestimmen die Richtlinien, die ein LKW Fahrer während seiner Fahrt- und Standzeiten beachten muss. Hierbei handelt es sich um die vorgegebene maximale Fahrzeit und die dazugehörige Pausenzeit. Der Fahrer absolviert die Zeit an einem Stück.

Wie sind die Ruhezeiten für einen LKW-Fahrer geregelt?

LKW fährt zu Lenkzeiten
Ein Lkw wird in der Lenkzeit gefahren.

Die Ruhezeit eines LKW-Fahrers ist die Zeit, die er als Pause von der Lenkzeit nehmen muss. Jeder Fahrer hat eine vorgeschriebene wöchentliche und tägliche Ruhezeit einzuhalten. Hat der Fahrer eine Schlafkabine in seinem Fahrzeug, kann er die vorgeschriebenen Ruhezeiten in dieser verbringen. Die tägliche Ruhezeit beträgt mindestens 11 Stunden, die ein Fahrer während eines Zeitraums von 24 Stunden nehmen muss. Diese ist nicht an einen Kalendertag gebunden, kann also auch z. B. von 8 Uhr bis 8 Uhr am Folgetag sein. Es ist möglich, dass die Ruhezeit auf 9 Stunden gekürzt oder in zwei Blöcke aufgeteilt wird, dies gilt jedoch nur unter bestimmten Bedingungen. Teilt der Fahrer die Ruhezeit auf zwei Blöcke auf, muss sich die Ruhezeit von 11 auf 12 Stunden verlängern. Der erste Ruheblock muss dann mindestens 3 Stunden und der zweite Block mindestens 9 Stunden lang sein. Eine Verkürzung der Ruhezeit können Fahrer von 11 auf 9 Stunden maximal dreimal zwischen zwei Wochenruhezeit nehmen. 

Neben der täglichen Ruhezeit beläuft sich die wöchentliche Ruhezeit auf mindestens 45 Stunden. Genau wie bei den täglichen Ruhezeiten beziehen sich die Wochenruhezeiten nicht auf die Kalendertage, sondern auf die Zeiträume von 24 Stunden. 

Zur Ruhezeit gilt nicht die Zeit, in der sich der Fahrer im fahrenden LKW befindet. Ist die Ruhezeit nicht eingehalten oder unterbrochen, kann es zu Bußgeldern für den Fahrer kommen. Ausnahmen sind Unterbrechungen durch Aufforderungen des Verlassens des Standortes durch Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr. Sollte der Fahrer nicht rechtzeitig zu Beginn der Ruhezeit einen Parkplatz finden, muss er diese Verzögerung umgehend vermerken.

Was gilt als Lenkzeit?

Die Lenkzeit ist die Dauer der Lenktätigkeit, also die Zeit, in der der Fahrer tatsächlich mit der Fahrtätigkeit beschäftigt. Dabei werden allerdings auch folgende Standzeiten mit einbezogen: das Stehen an Bahnschranken, Ampeln, Staus, Kreuzungen oder Wartezeiten bei Grenzübergängen. Eine aus den oben genannten Gründen unterbrochene Fahrt zählt nicht zu der Lenkzeit und ist deswegen kein Teil der Fahrzeit. Die Tageslenkzeit beträgt maximal 9 Stunden, wobei es zweimal die Woche möglich ist, auf 10 Stunden aufzusteigen. Der Weg vom Wohnsitz zum Arbeitsplatz gilt nicht als Lenkzeit und ist somit kein Teil der Berechnung.

Wann spricht man von einer Fahrtunterbrechung?

Hierbei handelt es sich grundsätzlich um den Zeitraum, indem der Fahrer keine Fahrtätigkeit ausübt. In dieser Zeit dürfen weder Be- und Entladungen noch Wartungen und Instandsetzungen stattfinden. Zur Unterbrechung zählt ebenso die Zeitspanne, die der Fahrer auf dem Beifahrersitz verbringt oder sich das Fahrzeug auf einem Schiff oder einem Zug befindet.

Ein Lenkabschnitt hat eine Dauer von 4,5 Stunden. Nach Ablauf dieser Zeit muss eine Unterbrechung von 45 Minuten stattfinden. Der Fahrer kann die 45 Minuten auch innerhalb der 4,5 Stunden als Unterbrechung nutzen. Es starten jedes Mal nach Ablauf der 45 Minuten die nächsten 4,5 Stunden Lenkzeit.

Eine Zusammenfassung der Vorschriften finden Sie auch auf dieser Seite.

Die Vorschriften nach AETR – Allgemeine Vorschriften im Straßenverkehr

Wenn das Fahrzeug ein Gewicht von 3,5 Tonnen überschreitet, ist der Fahrer zu vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten verpflichtet. Dieses Gesamtgewicht bezieht sich auf das Fahrerhaus und den dazugehörigen Anhänger.
Verstöße gegen die Pflichten können für den Betroffenen in Geldstrafen von 5.000€ enden. Unternehmer zahlen sogar um die 15.000€.

Die Anwendungsbereiche der AETR sind alle Fahrzeuge die innerhalb der EU oder des EWR (Europäischen Wirtschaftsraum) zugelassen sind. Dies gilt ebenfalls für Fahrzeuge, die zwar in der EU oder dem EWR zugelassen wurden, aber für ihre Fahrten diesen Bereich verlassen.

Wie werden die Lenk- und Ruhezeiten kontrolliert?

Es gibt bereits verschiedene Lenk- und Ruhezeiten Apps auf dem Markt. Sie zeigen die absolvierten Fahrstunden und Ruhezeiten auf einen Blick. Vorsicht ist geboten: Die Apps sind nicht offiziell anerkannt. Jeder Fahrer ist dazu verpflichtet ein Tachometer seinem Fahrzeug zu besitzen. Dieses zeichnet die Lenk- und Ruhezeiten sowie absolvierte Pausen des Fahrers auf. Trotzdem können Sie vorhandene Apps oder PDF-Dateien für eine persönliche Übersicht nutzen.

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