Günstiger unterwegs mit Fahrtenbuch

Es ist zwar aufwändiger ein Fahrtenbuch zu führen – aber in vielen Fällen lässt sich damit auch Geld sparen. Was Sie bei der Umstellung in Ihrem Fuhrpark beachten müssen, lesen Sie hier. 

Entschließt sich ein Unternehmen zum Wechsel zu einem Fahrtenbuch, stecken finanzielle Vorteile hinter dieser Entscheidung. Denn im Vergleich zur Ein-Prozent-Methode können die Fahrer in der Praxis durch das Fahrtenbuchführen meist mehr Steuern sparen.

  Und zwar unter folgenden Voraussetzungen:

  • Bei einem einen hohen Bruttolistenpreis.
  • Bei Kauf eines gebrauchten Autos.
  • Bei fast ausschließlicher Nutzung für berufliche Zwecke 
 

Der Wechsel zum Fahrtenbuch

Wie ein Unternehmen bei Poolfahrzeugen steuerlich die richtige Entscheidung trifft, hängt entscheidend davon ab, ob die private Nutzung überhaupt erlaubt werden soll – oder ob sie in dem Fuhrpark praktikabel ist.

Die 1-%-Methode ist meist nur dann günstiger, wenn die Mitarbeiter den Firmenwagen in großem Umfang privat nutzen. Bei einem gemeinschaftlich genutzten Fahrzeug ist dies fast nie der Fall. Entscheidet sich der Arbeitgeber gegen ein privates Nutzungsverbot, rechnet es sich also in den meisten Fällen, Fahrtenbuch zu führen. Das gilt speziell, wenn das betreffende Auto dann auch noch ein Gebrauchtwagen oder bereits abgeschrieben ist. Um den Aufwand gering zu halten und die Lückenlosigkeit zu gewährleisten, sind elektronische Fahrtenbücher die beste Alternative. Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer können den Vorteil des individuellen Nachweises nutzen und sind steuerlich auf der sicheren Seite. So ist die Aufzeichnung direkt mit an Bord – unabhängig davon, wer das Auto fährt.

Wechsel nur in Ausnahmen möglich

Während des laufenden Kalenderjahres ist kein Wechsel zwischen Fahrtenbuch und Ein-Prozent-Regel möglich. Nur bei Kauf eines neuen Firmenwagens im Kalenderjahr wäre der Wechsel ohne weiteres möglich. Ansonsten darf nur zum neuen Jahr gewechselt werden.

Fahrtenbuch führen – die Regeln

Wer sich für ein Fahrtenbuch entschieden hat, unterliegt strikten gesetzlichen Grundlagen. So wird die Besteuerung des geldwerten Vorteils durch einen Firmenwagen durch das Einkommensteuergesetz festgelegt (§ 6 Abs. 4 Satz 2 EstG und § 8 Abs. 2 Satz 2 EstG). Aber auch die Lohnsteuer-Richtlinien (LStR) R 8.1 enthalten Vorschriften zur ordnungsmäßigen Form und Dokumentation eines Fahrtenbuchs. So muss man nicht nur Angaben zu den einzelnen Fahrten machen, sondern diese auch unterscheiden. Dabei geht es um:

Für betriebliche Fahrten sind unbedingt diese Informationen erforderlich:

  • Art der Fahrt: Geschäftliche, private oder Mischfahrt
  • Start und Ziel mit Adressangaben
  • Name des Fahrers und Datum
  • Exakte Kilometerstände
  • Zweck der Fahrt
  • Bei Privatfahrten reichen nur Kilometerangaben
 

Fahrtenbücher müssen vor Manipulation sicher sein

Vor langer Zeit war es leicht, Fahrtenbücher mit simplen Mitteln zu manipulieren. Damit ist seit langem Schluss. Handschriftliche Fahrtenbücher müssen in gebundener Form und lückenlos geführt werden. Jede Fahrt ist direkt nach Abschluss im Fahrtenbuch einzutragen. Elektronische Fahrtenbücher wiederum sollen so programmiert sein, dass ebenfalls keine Manipulationen möglich sind. Kurzum: Handschriftliche und elektronische Fahrtenbücher werden vom Finanzamt anerkannt – Excel-Fahrtenbücher nicht. Wenn das Fahrtenbuch verloren geht oder unvollständig ist, stellt das Finanzamt zur Versteuerung automatisch auf die Ein-Prozent-Regel um.

Einfach und effizient –Elektronische Fahrtenbücher

Vimcar Fahrtenbuch App
digitales Fahrtenbuch von Vimcar

Mit einem zertifizierten und vom Finanzamt anerkannten elektronischen Fahrtenbuch geht alles wie von Zauberhand. In der Regel werden Start, Ziel, Datum, Uhrzeit und Kilometerstand automatisch erfasst, automatisch gespeichert und gemäß GoBD 10 Jahre aufbewahrt. Dank einfacher Export-Funktionen können die Daten einfach und schnell an das Finanzamt übermittelt werden.

Für die Fahrer bedeutet ein elektronisches Fahrtenbuch auch eine Zeitersparnis. Mussten früher die manuellen Fahrtenbücher bei gemeinschaftlichen Fahrzeugen weitergegeben werden, lösen digitale Fahrtenbücher den Zettelkram ab. 

Diese E-Fahrtenbücher gibt es:

  • Festinstallierte Fahrtenbücher bieten immer mehr Automobilhersteller an. Die können bei einem Wechsel des Fahrzeugs allerdings nicht mitgenommen werden.
  • Fahrtenbuch-Apps protokollieren alle Fahrten und übermitteln die Daten an eine Computer-Software, wo der Nutzer das Fahrtenbuch selbst erstellt.
  • Fahrtenbuch-Stecker wiederum werden in der OBD Bordsteckdose im Fußraum des Fahrzeugs angebracht und zeichnen alle Fahrten automatisch auf. Dank der integrierten Sim-Karte können die Daten direkt auf einem Server des Dienstleisters abgespeichert werden. Über eine App oder am PC lassen sich die Daten vervollständigen und für das Finanzamt als PDF-Datei exportieren.

Broschüre zur Firmenwagenversteuerung im Fuhrpark

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Von der Ein-Prozent-Methode zum Fahrtenbuch – so geht’s

Ein Dienstwagen ist für viele unverzichtbar. Genauso wie die Ein-Prozent-Regelung oder das Fahrtenbuch. Wer aber zwischen den Abrechnungsmodellen wechseln möchte, kann das nicht ohne weiteres.

Wer seinen Dienstwagen privat nutzt, muss den geldwerten Vorteil versteuern. Das geht entweder mit der weitverbreiteten Ein-Prozent-Regelung oder mit einem Fahrtenbuch. Letztere lohnt sich dann, wenn das Auto nur selten privat gefahren wird. Wer trotz der Pauschalregelung ein Fahrtenbuch führt, kann diese Methode auch rückwirkend wählen. Doch was ist besser: Fahrtenbuch oder die Ein-Prozent-Methode? Und lässt sich zwischendurch ein Wechsel vornehmen?

Fahrtenbuch gegen Pauschalmethode

Zuerst einmal hat der Fahrer die Wahlfreiheit zwischen Fahrtenbuch und Ein-Prozent-Regel. Arbeitgeber und Mitarbeiter legen am Anfang des Jahres fest, wie sie den Nutzungswert ermitteln wollen. Fährt man viel privat, dann bietet sich die nicht so aufwändige Pauschalregelung an. Bei der anderen Methode muss der Nutzer jedoch ein Fahrtenbuch führen. Nur so kann er dem Finanzamt den Nachweis des „Nutzungswerts“ liefern. Ein Wechsel während des laufenden Jahres zwischen Fahrtenbuch und Pauschalregelung für ein Fahrzeug ist allerdings nicht zulässig (BFH, Az. VI R 35/12). Einzige Ausnahme: wenn sie einen neuen Firmenwagen bekommen.

Bei steuerlichem Nachteil Wechsel zum Einzelnachweis

Gut, dass der Sprung zwischen den Modellen nicht ganz in Stein gemeißelt ist. Ein Wechsel ist durchaus dann möglich, wenn ein Arbeitnehmer feststellt, dass die pauschale Versteuerung für ihn nachteilig war. Dann könnte er mit der Steuererklärung zum besseren Einzelnachweis wechseln. Voraussetzung: Er hat parallel ein vollständiges Fahrtenbuch geführt. Für die Steuer zieht der Fahrer vom Bruttoverdienst den ermittelten geldwerten Vorteil ab und ersetzt ihn durch die Summe aus dem Einzelnachweis.

Übrigens: Wurde einem Firmenwagenfahrer die 1-%-Regelung vom Arbeitgeber vorgeschrieben, möchte dieser aber lieber die Fahrtenbuchmethode nutzen, ist das kein Problem. Mit einem Antrag kann der Arbeitnehmer bei der Steuerklärung um die Korrektur des geldwerten Vorteils bitten.

Geldsparen für Fahrer mit geringer Nutzung

Es besteht noch eine andere, unkompliziertere Möglichkeit, um Geld zu sparen – und zwar über die Korrektur des geldwerten Vorteils für Fahrten zur Arbeit. Das lohnt sich für alle, die den Wagen an weniger als 15 Tagen im Monat dafür nutzen. Statt 0,03 Prozent vom Listenpreis des Fahrzeugs werden dann pro Fahrt und Entfernungskilometer nur 0,002 Prozent angesetzt. Wichtig: Wer laut Vertrag oder Betriebsvereinbarung das Auto nicht privat nutzen darf, muss auch nichts versteuern. Steuern fallen immer dann an, wenn die Möglichkeit einer Privatnutzung besteht. Wer dann geltend machen will, dass er das Auto nur dienstlich fährt, muss das zwingend mittels vollständigem Fahrtenbuch belegen. 

 

Einfacher mit elektronischem Fahrtenbuch

Elektronische Fahrtenbücher, die alle Daten manueller geführter Fahrtenbücher enthalten, akzeptiert das Finanzamt ebenfalls. Für elektronische Fahrtenbücher, die Datum, Fahrtziel und Kilometerstand automatisch aufzeichnen, gilt allerdings eine größere Freiheit: Der Anlass der Fahrt darf innerhalb von einer Woche nachgetragen werden. Das Fahrtenbuch selbst wird meist ganz einfach als App auf dem Smartphone verwaltet.

Vorsicht im Fahrzeugpark

Für jedes Fahrzeug in einem Pool sind die Gesamtaufwendungen und das Verhältnis der privaten zu den übrigen Fahrten einzeln nachzuweisen. Knifflig wird es, wenn einem Arbeitnehmer gleichzeitig mehrere Firmenwagen zur Verfügung stehen und nicht für alle ein Fahrtenbuch geführt wird. In diesem Fall ist der Nutzungswert für die anderen Firmenwagen monatlich mit ein Prozent des Listenpreises anzusetzen.

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So vermeiden Sie hohe Bußgelder auf Dienstreisen

Seit dem Jahr 2010 sind alle Unternehmen dazu verpflichtet, dienstreisenden Mitarbeitern eine A1 Bescheinigung mitzugeben. Diese ist quasi ein Entsendungsschreiben, im Juristendeutsch auch Bescheinigung über die anzuwendenden Rechtsvorschriften genannt. Der Grundgedanke ist, dass die Beitragszahlung in ein ausländisches Sozialversicherungssystems verhindert wird. Wer nämlich in einem anderen EU-Land arbeitet – z. B. im Rahmen von geschäftlichen Fahrten – müsste dort theoretisch auch Versicherung zahlen. Mit der A1 Bescheinigung bei Dienstreisen bestätigt der Sozialversicherungsträger, dass der Arbeitnehmer für den Zeitraum seiner Tätigkeit tatsächlich im Heimatland abgesichert ist. Somit können doppelte Abgaben vermieden werden. Lange Zeit wurden solche Papiere kaum überprüft. In den letzten Jahren kommt es allerdings häufig zu Kontrollen und es wurden hohe Bußgelder erhoben. Die A1 Bescheinigung zu beantragen ist vergleichsweise einfach und sollte kein Hindernis sein, um solchen Strafen im Ausland auszuweichen.

Ohne A1 Bescheinigung unterwegs? Das können die Folgen sein

Mittlerweile wird vor allem in Österreich und Frankreich relativ häufig auf A1 Bescheinigungen kontrolliert. Auch die Schweiz und Rumänien haben nachgezogen. Immer mehr EU-Länder folgen, um sicher zu stellen, dass Personen, die in ihrem Land beruflich tätig sind, auch sozialversichert sind. Typisch ist es mittlerweile, auf Messegeländen nach den Dokumenten zu fragen. Zudem werden immer öfter Lkw-Fahrer angehalten und diesbezüglich kontrolliert. Wer das Papier nicht dabei hat, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Österreich verhängt derzeit satte Strafen zwischen 1.000 und 10.000 Euro. Bezahlen müssen sowohl Mitarbeiter als auch Unternehmen. In Frankreich wird der Fahrer mit einem Pauschalbetrag von 3.269 Euro zur Kasse gebeten. In anderen Staaten muss der Sozialversicherungsbeitrag pro Tag nachgezahlt werden, was u. U. ebenfalls sehr teuer werden kann.

A1 Bescheinigung Dienstreise: So beantragt man das Dokument

Die Beantragung der A1 Bescheinigung ist zunächst einmal Aufgabe des Arbeitgebers. Laut Art. 12 der EU-Verordnung muss das Schreiben für jede Entsendung vorliegen. Wo das Papier beantragt wird, hängt davon ab, wie der Mitarbeiter versichert ist. Wenn dieser Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse ist – stellt diese den Entsendungsschein aus. Bei privat Versicherten muss die Bescheinigung über die Deutsche Rentenversicherung eingeholt werden. Wenn die Mitarbeiter nicht gesetzlich versichert und Teil einer berufsständischen Einrichtung sind (somit also keine Rentenbeiträge zahlen), ist die Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen der erste Ansprechpartner. Eine Besonderheit stellen die Multi-State-Worker dar, also Personen, die nach Art. 14 EU-Verordnung über mehrere Tage im Monat hinweg in zwei oder mehr Mitgliedstaaten tätig sind. In diesem Fall ist die Beantragung einer dauerhaften A1 Bescheinigung über die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland möglich. Das nimmt dem Arbeitgeber viel Arbeit ab, da ansonsten für jede Dienstreise separat ein Antrag gestellt werden muss. Dies erfolgt im Übrigen seit 2019 ausschließlich elektronisch. Empfohlen werden kann dabei die Ausfüllhilfe sv.net sowie alle Lohnabrechnungsprogramme, in denen der Entsendungsschein integriert ist. Anträge in Papierform werden seit Juli 2019 nicht mehr akzeptiert.

Kurzfristig auf Dienstreise – was nun?

Es passiert immer wieder, dass kurzfristig eine Dienstreise ansteht und der A1 Schein einfach noch nicht da ist. Als Grundsatz gilt, dass die Renten- und Krankenkassen drei Arbeitstage Zeit haben, um das Dokument elektronisch an den Arbeitgeber zu verschicken. Das kann bisweilen jedoch zu spät sein. Eine Option ist es dann, die Kopie des Antrags mit auf Dienstreise zu geben. Auf dem Rechner wandelt man diesen einfach in ein PDF um und druckt die Entsendebescheinigung A1 einfach aus. Zumindest in Österreich und Frankreich – dort, wo vergleichsweise hohe Bußgelder erhoben werden – wird dieses Schreiben derzeit problemlos akzeptiert. Im Notfall reicht sogar ein Screenshot aus.

Was hat sich seit dem 1. Januar 2019 geändert?

Das Jahr 2019 stellt eine Zäsur in Bezug auf die A1 Bescheinigungen dar. In Deutschland konnten diese bis dahin klassisch in Papierform vom Arbeitgeber beantragt werden. Seit dem 1. Januar 2019 ist das aber nur noch elektronisch möglich. Diese Regelung wurde zu Beginn 2020 auf alle EU-Staaten ausgeweitet. Die digitale Speicherung der Scheine bedeutet einerseits eine deutliche Erleichterung, andererseits aber auch, dass jetzt besser kontrolliert werden kann. Und tatsächlich sind die Überprüfungen seit dem Umstieg auf das elektronische System gestiegen. Parallel dazu haben sich die Meldepflichten in vielen deutschen Nachbarländern verschärft, weswegen häufiger bei Fahrern nachgefragt wird. Für Unternehmen heißt das: Es muss eine Strategie entwickelt werden, mit der die A1 Bescheinigungen clever in den Firmenalltag integriert werden. Routine macht in diesem Fall den Meister.

Entsendebescheinigung A1 kurz zusammengefasst

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Führerscheinkontrolle in Österreich

Anderer Länder, andere Verfahren: In Österreich sieht die gesetzliche Grundlage bei der Führerscheinkontrolle differenzierter aus als in Deutschland. Was Sie wissen sollten und wie Sie die Kontrolle ohne großen Aufwand durchführen können, erfahren Sie hier.

Inhaltsverzeichnis

Führerscheinkontrolle in Österreich - das sollten Sie wissen

Die Führerscheinkontrolle gehört auch in einem österreichischen Fuhrpark zur Pflicht des Fuhrparkverantwortlichen. Das Lenken eines Kraftfahrzeugs ohne Lenkberechtigung zieht empfindliche Strafen mit sich – mindestens 726 Euro werden beim ersten Mal fällig. Bei wiederholter Straftat erhöht sich der Betrag. Zusätzlich ist ein möglicher Regressanspruch der Versicherung bei einem Unfall möglich. Der Geschäftsführer macht sich bei Verstößen ebenfalls strafbar, Stichwort: „Halterhaftung“. Umso wichtiger ist es, die rechtlichen Grundlagen der Führerscheinkontrolle in Österreich zu kennen. Hier empfiehlt es sich, die gültige Fahrerlaubnis laut Fuhrparkverband mindestens zwei Mal im Jahr zu überprüfen. Dazu gehört auch die rechtliche Kontrolle mithilfe elektronischer Systeme.

 

Führerscheinkontrolle gesetzliche Grundlage

Bei der Führerscheinkontrolle in Österreich differenziert der Gesetzgeber zwischen der strafrechtlichen und zivilrechtlichen Grundlage. Die gesetzliche Grundlage der Führerscheinkontrolle bildet hierbei der Paragraph 103 Abs. 1 Z. 3 Kraftfahrgesetz (KFG). Zusammengefasst darf ein Zulassungsbesitzer das Lenken seines Kraftfahrzeuges nur Personen überlassen, welche die erforderliche Lenkberechtigung und das erforderliche Mindestalter besitzen. Im Grund genommen ist das wie in Deutschland: Der Zulassungsbesitzer ist die Person, auf die das Fahrzeug zugelassen ist. Im Fuhrparkkontext ist dies in der Regel das Unternehmen und somit die Geschäftsführung. Die Dokumentation der Lenkberechtigung erfolgt durch den Führerschein. Der Umfang der Lenkberechtigung wird im Führerscheingesetz in § 2 definiert.

 

Verantwortung der Führerscheinkontrolle delegieren

Der Geschäftsführer hat jedoch nach §9 VStG die Möglichkeit, die Verantwortung schriftlich zu delegieren. Üblicherweise übernimmt der Fuhrparkleiter oder ein anderer Fuhrparkverantwortlicher die Verantwortung der Führerscheinkontrolle und wird somit haftbar gemacht. Die Delegation von Aufgaben sollte dabei schriftlich erfolgen und bestimmt eindeutig, welche Pflichten auf den Verantwortlichen übergehen. Rechtliche Konsequenzen drohen dann, wenn ein Zulassungsbesitzer einem Mitarbeiter ein Kraftfahrzeug aushändigt, für die er nicht die erforderliche Lenkberechtigung besitzt. Die Verletzung der vertraglichen Obliegenheit einer Versicherung kann durchaus in die Millionenhöhe gehen, weil Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherung möglicherweise nicht zahlen. Rechtsfolgen können Kündigung des Versicherungsvertrags oder Leistungsfreiheit der Versicherung sein.

 

So geht die Führerscheinkontrolle in Österreich

Die Kontrolle der Führerscheine kann genauso wie in Deutschland auf unterschiedliche Art und Weise durchgeführt werden. Die manuelle Führerscheinkontrolle dürfte die bekannteste sein. Als zweite Option haben Firmen auch die Wahl einer elektronischen Lösung zur Kontrolle der Fahrerlaubnis.

Manuelle Führerscheinkontrolle

Die erste, und am meisten verbreitete Option bei kleineren Unternehmen ist, die Führerscheinkontrolle manuell durchzuführen. Für Firmen mit einem größeren Fuhrpark dürfte dieses Prozedere kaum realisierbar sein. Das Problem bei Flotten mit vielen Fahrzeugen und Personal: Jeder Führerschein der Mitarbeiter müsste kopiert und abgeheftet sowie die Kontrolle per Unterschrift bestätigt werden. Das ist aber noch nicht alles.

Bei einer manuellen Führerscheinkontrolle spielen logistische Abläufe eine besondere Rolle. In der Regel erfordert dieses Verfahren zwangsläufig immer den direkten Kontakt zwischen Fahrer und Fuhrparkleiter. In einem Unternehmen mit verschiedenen Standorten in geographisch unterschiedlichen Regionen ist das eine schwierige Aufgabe. Denn der Fuhrparkleiter müsste alle Standorte persönlich besuchen, um die Fahrer zu besuchen. Umgekehrt könnte auch der Fahrer persönlich beim Fuhrparkleiter für die Führerscheinkontrolle vorbeikommen. Für Außendienstler, die in einem großflächigen Gebiet außerhalb des Firmenstandorts unterwegs sind, bedeutet das einen enormen Aufwand. Die Kontrolle dokumentieren viele Fuhrparks in der Regel mithilfe einer Excelliste. Zum einen nimmt diese Bearbeitungsform viel Zeit in Anspruch – zum anderen kann es schnell unübersichtlich werden.

Digitale Führerscheinkontrolle

Die Führerscheinkontrolle könnten Verantwortliche durch eine elektronische Variante eigentlich gut automatisieren. Österreich hat an die elektronische Führerscheinkontrolle allerdings spezielle Vorgaben, etwa die Gewährleistung der Echtheit.

Fotografieren des Führerscheins und Übermittlung per E-Mail oder WhatsApp wäre dabei denkbar, jedoch extrem unsicher. Denn so lässt sich die Echtheit des Dokuments nicht überprüfen, weil es sich um eine alte Kopie handeln kann. Hat der Fahrer seinen Führerschein verloren, kann er nicht einfach ein Foto aus der Vergangenheit schicken.

Verifizierung ohne Prüfsiegel

Bei der elektronischen Führerscheinkontrolle in Österreich bietet sich deshalb eine andere, viel sichere Lösung an – und zwar über eine Smartphone-App. Bei der Variante ist entscheidend, dass die Fotos nur in Echtzeit aufgenommen werden können. Alte Fotos lassen sich nicht hochladen. Die App übermittelt die Fotos und der Fuhrparkverantwortliche bekommt eine Nachricht, dass er die Echtheit des Dokuments verifizieren muss. Bei modernen Kartenführerscheinen lässt sich dies beispielsweise durch Verifizierung der Hologramme auf dem Führerschein sicherstellen. Nach der Freigabe wird der Prozess automatisch dokumentiert, ohne dass sich der Fuhrparkmanager um etwas Weitere kümmern muss, weil die Daten werden von allein erfasst und müssen nicht manuell eingetragen werden. Dank der web-basierten Methode ist die Führerscheinkontrolle mit minimalem Aufwand verbunden und gleichzeitig werden alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt. 

 

Webinar zur Führerscheinkontrolle mit Vimcar

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Infografik zu der Geschwindigkeit von Deutschlands Dienstwagen

Deutschland ist eines der wenigen Ländern, in denen es kein Geschwindigkeitslimit auf den Autobahnen gibt. Wie schnell die Deutschen wirklich unterwegs sind, haben wir in unserer Infografik zusammengefasst.

Im Durchschnitt eher gemütlich unterwegs

Die Infografik zeigt: Den größten Anteil aller Fahrten bewegen sich  Firmenwagen mit einer Geschwindigkeit von 30-50 km/h. Nur 3 % aller Fahrten werden mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 km/h zurückgelegt. Das könnte verschiedene Gründe haben: Firmenwagenfahrer sind viel in ländlichen Gegenden oder in der Stadt unterwegs. Ein anderer Grund könnte sein, dass grundsätzlich langsamer und achtsamer gefahren wird. 

Zwar gibt es kein grundsätzliches Tempolimit auf Deutschlands Straßen, trotzdem gibt es vor allem innerorts und auf Landstraßen eine Begrenzung. Wird diese nicht eingehalten, muss der Fahrer Strafe zahlen. So dürfen z. B. Pkw Fahrer außerorts auf einer Landstraße nur 100 km/h fahren. Überschreitet dieser das Limit mit bis zu 10 km/h, zahlt er bereits 20 €. Bei einer Überschreitung ab 26 km/h gibt es einen Punkt in Flensburg und ein Fahrverbot für mindestens einen Monat. Eine Übersicht der Bußgelder finden Sie im Bußgeldkatalog.

Manchmal muss es schneller gehen

Trotz den durchschnittlich eher “langsamen” Fahrten, sind 86 % aller Dienstwagenfahrer mindestens einmal pro Monat mit 110 km/h und sogar 69 % mit 130 % km/h auf den deutschen Straßen unterwegs. Ganze 31 % treten mindestens einmal mit 160 km/h auf das Pedal, jedoch nur 6 % kommen auf die 200 km/h. 

Schon gewusst? Auf etwa ⅔ aller deutschen Autobahnen gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Grundsätzlich gibt es eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h, diese gilt jedoch nur als eine Empfehlung. Demnach können Firmenwagenfahrer, wenn es kein vorgegebenes Limit gibt, so schnell auf den Autobahnen fahren wie sie möchten.

Infobox: In der EU gibt es kein anderes Land, dass kein Tempolimit hat. Damit steht Deutschland als einziges Land dar. Die Diskussion darum, ob eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt werden sollte oder nicht, gibt es schon seit langer Zeit. Befürworter für ein Limit sprechen sich für mögliche positive Auswirkungen auf die Umwelt und eine Reduzierung der Unfallzahlen. Gegensprecher stützen sich auf Unfallstatistiken, die aufzeigen, dass Autounfälle hauptsächlich auf Landstraßen passieren.

Weitere Artikel für den Fuhrpark

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Auswirkungen von Stress auf das Fahrverhalten

Stress und Ablenkung im Straßenverkehr sind nicht nur gefährlich für den Fahrer selbst, sondern auch sein Umfeld. Welche Auswirkungen diese haben und wie Sie Ihre Fahrer für ein sicheres Fahrverhalten sensibilisieren können, erfahren Sie hier. 

Handynutzer zahlen

Kurz auf das Handy geschaut oder schnell zur Wasserflasche gegriffen: Auf den ersten Blick banal erscheinende Taten führen nicht nur zu Unfällen, sondern bringen Bußgelder und Strafen. Denn das Telefonieren am Steuer ist verboten, genauso wie die Nutzung anderer Handyfunktionen wie das Lesen von Textnachrichten. Wer trotzdem zum Handy greift muss mit 100 Euro Strafe sowie einem Punkt in Flensburg rechnen. Gefährdet der Fahrer währenddessen sein Umfeld oder geht eine Sachbeschädigung damit einher, fallen 150-200 Euro, 2 Punkte in Flensburg sowie 1 Monat Fahrverbot an.

Übrigens gibt es in allen europäischen Ländern Geldstrafen für die Handynutzung am Steuer. In Großbritannien zahlt man z. B. mindestens 230 Euro, in Estland ganze 400 Euro.

Auswirkungen von Ablenkungen auf den Fahrer

Das Ablenkungen wie die Handynutzung nicht nur in Strafen, sondern auch in Unfällen enden können, hat eine Studie des ADAC gezeigt. Dabei wurde getestet, wie der Fahrer in seinem Fahrverhalten beeinflusst wird.  Was passiert z. B. wenn ein Fahrer zur Trinkflasche greift, eine Nachricht liest oder etwas aus dem Handschuhfach holt? Das erschreckende Ergebnis: Alleine bei der Aufgabe, Taschentücher aus dem Handschuhfach zu holen, gerieten  ⅔ der Fahrer für 1,5 bis 2,6 Sekunden auf die Gegenfahrbahn. Im Durchschnitt wendeten Fahrer für 3 Sekunden den Blick von der eigenen Fahrbahn ab, wodurch ein Blindflug von 35 Metern zurückgelegt wurde.

Blindflug im Straßenverkehr bedeutet, dass der Fahrer von der Fahrbahn wegschaut und daher nicht auf einen plötzlichen Gegenverkehr reagieren kann. Wer bereits wenige Sekunden wegschaut, legt viele Meter blind zurück und kann einen Unfall verursachen.

Viele Fahrer unterschätzen, welche Auswirkungen kurze Ablenkungen haben. Sie glauben, multitaskingfähig zu sein. Wer im Berufsalltag viel mit dem Fahrzeug unterwegs ist, sollte jedoch besonders achtsam und vernünftig im Straßenverkehr sein:

Das ist schlichte Selbstüberschätzung. Multitasking ist ein Mythos - und im Straßenverkehr schnell tödlich. Wer bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h nur für eine Sekunde unaufmerksam ist, legt in dieser Zeit 14 Meter blind zurück. In drei Sekunden bei 100 km/h sind es bereits 83 Meter. Auf Unvorhergesehenes rechtzeitig zu reagieren, ist dann nicht mehr möglich.

Workshop UVV Schulung
In einem Workshop kann der Fuhrparkleiter ein richtiges Fahrverhalten vermitteln.

Fuhrparkleiter sollten deswegen bereits bei der Erstunterweisung des Mitarbeiters in den Firmenwagen, sowie in der jährlichen UVV Schulung die Fahrer sensibilisieren. Richtlinien und gesetzliche Vorgaben sollten dabei kommuniziert werden. Wichtig ist aber auch, dass die Fahrer die notwendige Ausstattung im Fahrzeug erhalten, wie z. B. Navigationssysteme und im Fahrzeuge integrierte Freisprechsysteme. Fuhrparkleiter müssen sich daher mit den Fahrern austauschen, um herauszufinden, was für eine reibungslose und sichere Fahrt notwendig ist. 

Der Fuhrparkleiter muss außerdem den Fahrern deutlich machen, dass das Einlegen von Pausen und kurzen Stopps erlaubt ist. Das Telefonieren, Einstellen von Navigationssystemen, Trinken, Essen oder andere Tätigkeiten sollten nicht am Steuer durchgeführt werden. Nur über eine offene Kommunikation hinsichtlich des richtigen Fahrverhaltens und Pausen-Richtlinien können Fahrer sensibilisiert werden.

Auswirkungen von Stress auf das Fahrverhalten

Nicht nur Ablenkungen werden von Fahrern und Fuhrparkleitern unterschätzt: Vor allem Stress im Berufsalltag und während der Fahrtzeit ist gefährlich. Gestresste Fahrer neigen zu einem zum schnellen Fahren, Drängeln oder Fahren bei Rot. Stress führt auch zur Müdigkeit und Unaufmerksamkeit im Alltag. 

Besonders gefährlich wird Stress, wenn die Fahrer zu einer höheren Geschwindigkeit neigen und sich nicht an Tempolimits halten. Laut einer Recherche des Statistischen Bundesamtes (Destatis) starben 2019 alleine 963 Menschen in einem Geschwindigkeitsunfall. 53 687 Menschen wurden dabei verletzt und 13 769 erlitten dabei eine schwere Verletzung.

Eine erhöhte Geschwindigkeit bringt den Fahrer nicht schneller an das Ziel, sondern gefährdet ihn. Es ist daher von äußerster Wichtigkeit, bei den Unterweisungen der Fahrer, aber auch regelmäßig durch Workshops oder Schulungen die Fahrer auf ein sicheres Fahrverhalten hinzuweisen. Hierbei helfen auch Fahrsicherheitstrainings, in welchen ein sicheres Fahren trainiert wird. Fahrsicherheitstrainings sind außerdem steuerlich absetzbar.

Tipps zum Umgang mit Stress im Fuhrpark

Stress lässt sich zwar nicht immer verhindern, aber gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie der Fuhrparkleiter diese bestmöglich vorbeugen kann:

Fuhrparkleiter mit Fuhrparksoftware
Ein Fuhrparkleiter plant die Tourenplanung mit einer GPS Fahrzeugortung am Tablet.
  1. Offene Kommunikation mit den Fahrern: Fuhrparkleiter müssen ggf. in Absprache mit dem Management mit den Fahrern darüber sprechen, ob das Arbeitspensum machbar ist. Nur wer mit den Fahrern im ständigen Austausch steht, weiß, ob diese im Alltag gestresst sind oder nicht und kann Probleme angehen. 
  2. Optimiere Routenplanung: GPS Systeme und Fuhrparksoftware helfen dabei, die Touren vorausschauend zu planen und doppelte Wegstrecken zu vermeiden. Dadurch kann genug Zeit für das Anfahren aller Kunden und Ziele berechnet werden. 
  3. Fuhrparksoftware mit GPS Fahrzeugortung: Eine Fahrzeugortung hilft dabei, flexibel auf Kundentermine und -änderungen zu reagieren. Der Fuhrparkleiter sieht in der Software, welcher Fahrer sich am nächsten zu einer Zieladresse befindet und für wen es am einfachsten wäre, den Termin wahrzunehmen. Dadurch wird verhindert, dass Fahrer weite Umwege fahren müssen und sich gestresst fühlen.
  4. Richtige Terminplanung: Bei der Planung von Lieferungen und/oder Terminen müssen Pausenzeiten und mögliche Verzögerungen eingeplant werden. Der Fahrer muss die Möglichkeit haben, bei Bedarf eine kurze Pause einzulegen. Wenn möglich sollten Kundentermine in gleichen Orten an einen Tag gelegt werden, damit die Fahrer keine großen Wegstrecken zurücklegen müssen. 
  5. Gesundes Arbeitsklima fördern: Neben der Kommunikation muss das Unternehmen und der Fuhrparkleiter selbst ein gesundes Arbeitsumfeld – und Klima fördern. Das kann z. B. das Mitgeben von ausreichend Obst und Getränken für die Fahrer beinhalten. Außerdem sollten Richtlinien zum achtsamen Fahrverhalten kommuniziert werden. Andere Möglichkeiten ist das Anbieten von sportlichen Aktivitäten und Programmen nach der Arbeitszeit. 

Wer viel im Auto unterwegs ist, sollte auf die Gesundheit achten. In Fahrpausen kann das Strecken bereits helfen. Wichtig ist auch, dass der Fahrer den Autositz richtig einstellt, also z. B. die Sitzlehne nicht zu weit nach hinten einstellt.

Ratgeber zum Fahrverhalten für die Fahrer

Ich stimme den AGB & Datenschutzbedingungen der Vimcar GmbH zu.

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Die Versteuerung vom Dienstrad

Dienstfahrräder sind voll im Trend: Sie sind umweltfreundlich, überall zu parken und zusätzlich winken steuerliche Vorteile. Was es zu beachten gilt und wo Unterschiede zum E-Bike liegen, lesen Sie hier. Außerdem erfahren Sie, wie die Versteuerung Diensträder umso attratktiver werden lässt.

Im privaten Bereich erlebt das Fahrrad schon lange einen Boom. Seit 2019 ist der Bestand an Fahrrädern in Deutschland laut Statista mit rund 75,9 Millionen so hoch wie nie zuvor. Enthalten sind dabei auch E-Fahrräder, deren Absatz in den vergangenen Jahren in Deutschland stetig angestiegen ist. Kein Wunder, dass auch immer mehr Firmen und das Finanzamt auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter reagieren: Seit 2012 ist das Dienstrad dem Dienstauto steuerlich gleichgestellt. Das bedeutet: Als Arbeitnehmer darf man sowohl mit dem Rad wie auch Elektrofahrrad zur Arbeit fahren und es nach Feierabend privat benutzen. 

Mit Entfernungspauschale sparen

Mit dem Dienstfahrrad dürfen Pendler für jeden Entfernungskilometer 30 Cent als Werbungskosten in der Steuererklärung ansetzen. Das ist lukrativ: Schon bei einer Distanz von nur fünf Kilometern und 220 Arbeitstagen kommen im Jahr so 330 Euro als Entfernungspauschale zusammen. Egal, ob mit dem privaten Rad oder dem Dienstfahrrad zur Arbeit gefahren wird.

Steuerbefreiung

Für die Besteuerung von Dienstfahrrädern und dienstlichen E-Bikes galt bisher die sogenannte Ein-Prozent-Regelung. Das ist vorbei. Ein neues Gesetz führt zu einer Steuerbefreiung des geldwerten Vorteils aus der arbeitgeberseitigen Überlassung eines betrieblichen Fahrrads an den Arbeitnehmer. Zunächst waren die unterschiedlichen Steuervergünstigungen für Firmenradnutzer auf drei Jahre befristet. Mittlerweile hat der Gesetzgeber sie verlängert, wenn das Dienstfahrrad von 2019 bis Ende 2030 erstmals vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt wird. Übrigens können von der Regelung auch Selbstständige mit Betriebsrad profitieren. Sie müssen für die private Nutzung keine Privatentnahme versteuern, was wiederum Einkommen- und Umsatzsteuer reduziert.

Gehaltsumwandlung kann sich lohnen

Dienstrad
Mit dem Dienstrad zur Arbeit.

In der Praxis least der Arbeitgeber das Dienstfahrrad und beteiligt sich an den Kosten. Das kann sich selbst dann lohnen, wenn der Arbeitnehmer den größten Teil der monatlichen Nutzungsrate per Gehaltsumwandlung tragen muss. Stellt der Arbeitgeber das Rad ab jetzt bis Ende 2030 zur Verfügung, greift auch bei einer Entgeltumwandlung eine Steuervergünstigung. Dann müssen Arbeitnehmer nur ein Viertel des Bruttolistenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Die Bemessungsgrundlage für die Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge wird geviertelt – dementsprechend niedriger fallen Ihre Abgaben aus. Konkret bedeutet das:

  • Wer jetzt erstmals ein betriebliches Fahrrad für 3.000 Euro bekommt, muss als geldwerten Vorteil nur 7 Euro monatlich versteuern (0,25 Prozent).
  • Am Ende der Laufzeit kann der Arbeitnehmer entscheiden, ob er das Fahrrad kaufen möchte oder sich ein neues Rad zu den gleichen oder ähnlichen Konditionen aussucht. Die Leasingraten werden vom Unternehmen indes als Betriebsausgaben abgesetzt.

Vorsicht bei S-Pedelcs

Aber Achtung: Sobald ein Elektrofahrrad verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzustufen ist, weil der Motor Geschwindigkeiten von über 25 km/h unterstützt (sogenannten S-Pedelecs), gelten die allgemeinen Bewertungsgrundsätze zum geldwerten Vorteil nach den Regelungen für die allgemeine Dienstwagenbesteuerung. Und die bietet keinen so großzügigen Spielraum für Steuereinsparungen.

Mehr Infos zur Firmenwagenversteuerung

Umrüstung bei kleinen Flotten

Auch eine Umrüstung von alten, nicht elektrisierten Fahrrädern kann unter bestimmten Umständen sinnvoll sein. Normale Fahrräder können so mit einem elektrischen Motor ausgestattet werden. Eine Umrüstung ist in der Regel günstiger und unkompliziert, weshalb diese insbesondere für kleinere Flotten sinnvoll sein kann.

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Dauerhafte Fahrermotivation

Leistung soll sich lohnen – und die lässt sich am besten durch Belohnung dauerhaft erreichen. Aber wie muss ein Bonussystem aufgebaut sein, um die gewünschte Motivation zu erreichen? Und wie wichtig ist Fahrermotivation für ein Unternehmen?

Man muss mit den richtigen Leuten zusammenarbeiten, sie achten und motivieren. Dauerhafter Efolg ist nur im Team möglicht!"

Das wusste schon Textil-Unternehmer Klaus Steilmann. Aus einer kleinen Näherei in Wattenscheid formte er den zeitweise größten Bekleidungskonzern in Europa mit weltweit mehr als 100 Werken, über 18.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 1,8 Milliarden Mark zu Beginn der neunziger Jahre. Große Motivation ist also eine der entscheidenden Triebfedern für engagierte Mitarbeiter. Und diese Motivation basiert nicht nur auf dem Gehalt. Spaß an der Arbeit, guter Teamgeist, Wertschätzung durch die Chefs – aber auch finanzielle Boni spielen eine entscheidende Rolle. Nur so lassen sich Firmen erfolgreich führen.

Fahrer stehen im Zentrum

Die Fahrer stehen im Zentrum und repräsentieren die Firma. Dabei darf nicht vergessen werden, dass gerade sie maßgeblich zum Erfolg beitragen. Ob nun Kraftstoffverbrauch, CO² Ausstoß, oder Fahrsicherheit – wer Fahrer proaktiv mitnimmt, stärkt die Eigenverantwortlichkeit und sorgt damit für ein besseres Klima im Geschäft, das sich im besten Fall durch reduzierte Kosten bemerkbar macht. Doch wie lassen sich die Mitarbeiter am besten motivieren? Ein Weg wäre, ein Bonussystem zu gestalten, das sich an der momentanen Ertragslage des Unternehmens orientiert. Surft die Firma auf einer Erfolgswelle, gibt es auch mehr Geld für die Fahrer. Doch auf viele Faktoren haben Mitarbeiter selbst kaum einen Einfluss. Deshalb darf das Prämienkonzept weder zu abstrakt sein noch sollte es zu viele subjektive Bewertungseinflüsse haben. Stattdessen sollten maximale Transparenz und objektive Maßstäbe das Gerüst für ein funktionierendes Prämiensystem bilden.

Fordern und fördern

Im Fokus des Prämiensystems steht die Senkung der Betriebskosten. Das betrifft den Spritverbrauch und den Materialverschleiß genauso wie etwa Schäden bei Unfällen durch Unachtsamkeit. Wer sich um seinen Firmenwagen kümmert, der soll auch davon profitieren. Konkret bedeutet das: Schäden müssen so schnell wie möglich bei dem Verantwortlichen oder der Werkstatt gemeldet werden, damit der Dienstwagen nicht unnötig auf dem Hof steht. Lohn dieser Sorgfalt könnte eine festgesetzte Prämie pro Fahrer und Monat sein. Bei selbst verschuldeten Unfällen oder Verletzung der Sorgfaltspflicht wird die Prämie einen Monat lang nicht ausgezahlt. Umsicht und Sorgfalt zu belohnen gelingt nachweislich mit Prämien oder zusätzlichen Urlaubstagen immer noch am effektivsten.

Motivation durch Belohnung

Eine britische Traditionsmarke setzt ebenfalls auf das Prinzip der Belohnung. So will Jaguar zukünftig Autofahrer, die ihre Daten teilen, in Form einer Gutschrift auf die fahrzeugeigene Smart Wallet belohnen. Die Gutschrift kann dann beispielsweise zum Laden an einer Ladesäule oder zum Begleichen von Parkgebühren genutzt werden. Der Grund: Jaguar selbst kann über dieses Programm mehr über das Verhalten seiner Kunden erfahren und dem Ziel von null Emissionen, null Unfällen und null Staus einen Schritt näherkommen. Auch hier gilt: Wer vorausschauend fährt, profitiert direkt und schnell von seinem eigenen Verhalten. Das Ziel eines Bonuskonzepts muss es sein, die Mitarbeiter dabei zu unterstützen, ihr Fahrverhalten zu optimieren und dies auch zu belohnen. Das bedeutet aber gleichzeitig auch, dem Fahrer ergänzende Schulungen anzubieten, falls er diese zur Verbesserung des Fahrstils benötigt.

Vorsicht bei der Steuer

Wer seine Mitarbeiter mit Prämien motivieren möchte, sollte dafür allerdings auch wissen, was der Fiskus hinterher als geldwerten Vorteil wertet und was nicht. Bei zusätzlichen Geld- oder Sachprämien, die über die fest vereinbarten Leistungen hinausgehen, können Steuern und Sozialabgaben anfallen. Es empfiehlt sich, die steuerlichen Auswirkungen der Zuwendungen stets im Vorfeld zu prüfen. Nur so ist gewährleistet, dass der Fiskus die Prämien hinterher nicht als geldwerten Vorteil wertet. So gelten Geldprämien prinzipiell als Arbeitslohn und sind immer steuerpflichtig. Barzuschüsse können hingegen zu sogenannten „begünstigten Leistungen“ abgabenfrei sein. Dazu gehört etwa ein Kindergartenzuschuss oder Kurse im Rahmen der Gesundheitsvorsorge. Wichtig ist am Ende, dass das Geld auch wirklich beim Fahrer landet.

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Fahrerbewertung – ein wichtiger Erfolgsfaktor

Digitale Instrumente in Kombination mit im Fahrzeug verbauter Hardware helfen bei der Analyse des Fahrstils. Auf ihren Daten beruht dann eine Fahrerbewertung, die neben dem reinen Spritverbrauch auch andere Faktoren berücksichtigt. Wo sie im Fuhrpark eingesetzt wird und was die wichtigsten Faktoren sind, das lesen Sie hier.

Eine objektive Bewertung von Fahrern scheint angesichts gravierender Unterschiede kaum möglich. Auf der einen Seite besteht der Fuhrpark möglicherweise aus mehreren Marken. Dazu kommen unterschiedlicher Einsätze – entweder auf flacher oder hügeliger Strecke. Eine gerechte Fahrerbewertung basiert hier nicht nur auf dem Verbrauch des Kraftstoffes, sondern auf vielen weiteren Faktoren wie zum Beispiel Einsatzort, Höhenprofil, Strecke, Anzahl der Stopps, Gewicht der Ladung oder dem Durchschnittstempo. Der Einsatz dieser Parameter führt in der Regel zu zwei Vorteilen für das Unternehmen: die Einsparung von Kosten und motivierter Fahrer, die umsichtiger im Straßenverkehr agieren. Ein Einsatz der Fahrerbewertung lohnt sich also.

Fahrer mit ins Boot nehmen

Niemand lässt sich gerne bewerten. Zumindest dann, wenn die Kriterien nicht glasklar kommuniziert werden. Vor diesem Hintergrund sollten alle Beteiligten von Beginn an in das Projekt mit einbezogen werden. Konkret bedeutet es, den Fahrern zu zeigen, welche Punkte in die Bewertung einfließen und welche Gewichtung sie haben. Aber auch, dass sie nicht tricksen dürfen, um die Bewertung nach oben zu schrauben. So sollten Verantwortliche genau festlegen, wie sie etwa den Einsatz der Handbremse bewerten. Es gibt nämlich durchaus Kollegen in Unternehmen, die für ein gutes Ranking gerne mal per Hand bremsen. Warum? Ganz einfach: Das Betätigen der Fußbremse fließt stets in die Gesamtnote ein – der Einsatz der Handbremse nicht. Das verfälscht eine richtige Bewertung.

Unterschiedliche Einsätze, gerechte Bewertung

Sind die Eckpunkte der Bewertung geklärt, so können die Telematik-Systeme an Bord ihre Daten zum Vergleich senden. Auf Knopfdruck lassen sich dann die Rankings aller Fahrer mit dem exakten Punktestand und den Verbrauchswerten abrufen – und das bei völliger Transparenz. Die Mitarbeiter können ihre eigene Position dabei jederzeit auf ihrem Display einsehen und die bewerteten Parameter genau nachvollziehen. Zusätzlich zeigt es mögliche Verbesserungspotenziale auf. Ganz oben im Ranking stehen dann Fahrer, die unter den gegebenen Umständen am wenigsten verbrauchen. Im besten Fall entwickeln die Fahrer eine Eigendynamik – nämlich so weit wie möglich im Ranking oben zu stehen. Das wiederum drückt die Betriebskosten auf Dauer.

Verbesserungen dank GPS-gestützter Geodaten

Die Digitalisierung ermöglicht die Auswertung vieler Bereiche. Vom Beschleunigungs- und Bremsverhalten bis hin zur Aufzeichnung von Höchst- und Durchschnittsgeschwindigkeiten sowie Feststellung von Geschwindigkeitsverstößen. So kann nicht nur das Fuhrparkmanagement, sondern auch jeder einzelne Dienstwagennutzer sehen, wo er im Rahmen des Rankings steht. Die Motivation der Fahrer dürfte noch steigen, wenn der „Fahrer des Monats“ mit einer Bonusprämie für den besten Fahrstil prämiert wird.

Datenschutz im Fuhrpark

Der Datenschutz der Fahrer spielt für das unternehmensinterne Ranking eine wesentliche Rolle. Für sämtliche Statistiken und Auswertungen gilt es, diese in anonymisierter Form vorzunehmen und die Ergebnisse nur autorisierten Mitarbeitern im Unternehmen zugänglich zu machen. Hier empfiehlt es sich, dass nur der einzelne betroffene Dienstwagennutzer und das Fuhrparkmanagement sensible Daten einsehen können. Darüber hinaus muss eine vollständige Aufklärung der Dienstwagennutzer über die zur Datenverarbeitung erhobenen und gespeicherten Daten durch das Fuhrparkmanagement erfolgen. Dazu zählt auch eine schriftliche datenschutzrechtliche Einwilligung der Betroffenen zur Datenerhebung, -verarbeitung und –speicherung. Diese Einwilligungserklärungen müssen auf jeden Fall jederzeit widerruflich sein. Ganz wichtig für die Dokumentation: Die Einwilligung zur Datenverarbeitung von Fahrerrankings gehört zu Dokumentationszwecken in die Personalakte und zusätzlich in die Fahrerakte der Dienstwagennutzer des Fuhrparkmanagements.

Ratgeber zum sicherheitsorientierten Fahrverhalten

Als Orientierungshilfe für ein richtiges Fahrverhalten können Ratgeber oder Regelwerke genutzt werden. Diese halten Richtlinien zum Fahrverhalten fest. Gleichzeitig helfen sie Fahrern dabei, sicherheitsorientierter zu fahren und sich nicht im Alltag zu Stressen. Der Fuhrparkleiter kann die Ratgeber mit den Fahrern teilen und gemeinsam besprechen.

Ich stimme den AGB & Datenschutzbedingungen der Vimcar GmbH zu.

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