Nutzung eines Dienstwagens durch Dritte

Eine regelmäßige Unterweisung der DienstwagennutzerInnen ist wesentlich für die Arbeits- und Betriebssicherheit. Wie aber unterscheidet sich die Unterweisung von Dritten, die als „erlaubte“ Fahrzeugführer bei betrieblichen und privaten Fahrten teilnehmen?

Wie wichtig eine regelmäßige Unterweisung von Mitarbeitenden bei der Fahrzeugnutzung ist, darüber haben wir hier schon ausführlich berichtet. Welche Regeln gelten aber bei der Unterweisung dritter Personen, die als „erlaubte“ FahrzeugführerInnen bei betrieblichen und privaten Fahrten teilnehmen? Bei der Nutzung des Firmenwagens durch Dritte betrachten wir drei Teilbereiche. 

  • Weitere Mitarbeitende des Arbeitgebers
  • Fremdfirmen im Fuhrpark
  • Andere Dritte bei Privatnutzung

Jede Situation erfordert besondere Maßnahmen. Das machen unsere drei Beispiele deutlich:

1. Unterweisung von weiteren Mitarbeitenden des Arbeitgebers

Der einfachste Fall zu Anfang: In Nutzungsüberlassungsverträgen gilt üblicherweise, dass Dienstwagenberechtigte ihre Fahrzeuge „zu dienstlichen oder betrieblichen Zwecken“ auch anderen Mitarbeitenden – also „Dritten“ – überlassen darf. 

Voraussetzung: Sie sind im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis, selbst dienstwagenberechtigt und auf das Handling des Fahrzeugtyps unterwiesen. Nicht zulässig ist in den meisten Fällen die Privatnutzung durch Mitarbeitende als Dritte. Falls doch, haben wir im letzten Absatz einige praktische Tipps für die Privatnutzung.

Unterweisung von Dritten, Fahrer mit Maske

2. Unterweisung von Fremdfirmen im Fuhrpark

Besteht ein regelmäßiges Auftragsverhältnis zwischen Unternehmen und der Fremdfirma, könnte die Fremdfirma Poolfahrzeuge des Auftraggebers zu betrieblichen Zwecken nutzen. Auch hier scheidet eine Privatnutzung aus. Prinzipiell sind Mitarbeitende einer Fremdfirma nicht Arbeitnehmer des Auftraggebers. 

Deshalb liegt die Unterweisung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Fremdfirma – und nicht beim Auftraggeber. Trotzdem kann es sinnvoll sein, sich mit einem Unterweisungsprotokoll abzusichern. Dabei wird nicht nur auf die Pflichten des Verantwortlichen in der Fremdfirma hingewiesen. Zusätzlich erfolgt eine allgemeine Fahrzeugeinweisung samt Führerscheinkontrolle und Protokoll.

3. Unterweisung anderer Dritter bei Privatnutzung

Betriebliche Arbeitsschutz gilt nur im Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Das bedeutet, dass andere Dritte, die den Dienstwagen privat nutzen dürfen, nicht in den Arbeitsschutzbestimmungen aufgeführt sind. Dazu zählen Ehe- oder LebenspartnerInnen des Mitarbeitenden oder Kinder mit gültiger Fahrerlaubnis. Sie sind zwar Privatnutzungsberechtigte, allerdings keine Mitarbeitende des Arbeitgeber-Unternehmens. Somit entfallen die gesetzlichen Vorgaben aus dem ArbSchG und der BetrSichV – und eine Unterweisungsverpflichtung in Bezug auf Privatnutzungsberechtigte Dritte entfällt. Aber auch hier raten Experten zur Absicherung.

Arbeitsrechtliche Übertragung ist wichtig

Dokumente für Unterweisung von Dritten

Nutzt nun ein Dritter, der nicht zur Familie zählt, den Dienstwagen für erlaubte private Transporte, gelten wiederum andere Vorgaben. In dieser Situation sollten Mitarbeitende den Dritten in die sichere Handhabung der unterschiedlichen Fahrzeuge einweisen. Wichtig ist in diesem Fall eine arbeitsvertragliche Übertragung entsprechender Pflichten. 

Kommt es dann im Rahmen der Privatnutzung zu Verstößen wie etwa einem Unfall, kann es zu einer arbeitsrechtlichen Abmahnung des Dienstwagenberechtigten kommen. Durch entsprechende Regelungen in Nutzungsüberlassungsvertrag könnte der Mitarbeitende ebenfalls haftungstechnisch für Schäden durch dritte Personen am Dienstwagen zur Verantwortung gezogen werden.

Neue Fahrzeugtypen erfordern Einweisung

Zu guter Letzt ein allgemeiner Tipp, der häufig vergessen wird, aber eigentlich selbstverständlich ist. Ob nun Elektro- oder Hybrid-Elektrofahrzeuge: Bei besonderen technischen Anforderungen sollten FahrerInnen des Dienstwagens auf die möglichen Schwierigkeiten bei der Bedienung hingewiesen werden. Dazu zählen alle Fahrzeuge, auf denen bislang keine Schulung stattfand und die anspruchsvoll zu lenken sind. Zum Beispiel Fahrzeuge mit Anhängern. 

Deshalb ist es ratsam, den dienstwagenberechtigten Mitarbeitenden zu verpflichten, im Rahmen der erlaubten Privatnutzung Dritte selbstständig einzuweisen. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht: Denn das Prozedere entspricht der Ersteinweisung in das Fahrzeug. Das kennt der Mitarbeiter bereits durch seinen Arbeitgeber und kann es gegebenenfalls noch einmal auffrischen. 

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Kommunikation mit FahrerInnen im Fuhrpark

Wir Menschen kommunizieren rund um die Uhr miteinander. Trotzdem kommt es vor allem im Job immer wieder zu Missverständnissen, die Mitarbeitende und auch die Fuhrparkverantwortlichen frustrieren können. Welche Stolperfallen lauern und welche Tipps und Tools helfen, den Informationsaustausch zu verbessern, erklären wir hier.

Frust im Fuhrpark vermeiden

Die Fahrzeuge können noch so perfekt aufgestellt, die Mitarbeitenden motiviert und gut geschult sein – wenn die Kommunikation nicht klappt, läuft es in keinem Fuhrpark rund. Besonders bei Projekten, die mit der Einführung neuer Prozesse verbunden sind, ist die transparente Vermittlung ein wichtiger Faktor. 

Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem das richtige Timing und die Art und Weise des Dialogs: Wenn FahrerInnen völlig überraschend von „Das machen wir jetzt so“-Ansagen überrollt oder wenn sich bei ihnen das Gefühl einschleicht, nicht ernst genommen zu werden, steigt der Frustrationspegel. Auf der anderen Seite ärgern sich Fuhrparkverantwortliche, wenn ihre Änderungsvorschläge nicht umgesetzt werden. Der Schlüssel ist die richtige Kommunikation – wenn die reibungslos funktioniert, profitiert das gesamte Unternehmen davon. Folgende Punkte sind dabei wichtig.

1. Auf Augenhöhe kommunizieren

Tauschen Sie sich mit den NutzerInnen Ihres Fuhrparks nicht nur über Regeln und Vorschriften aus. Schaffen Sie Vertrauen, indem Sie auch über andere Themen sprechen. Fragen Sie, wie die FahrerInnen mit einem Fahrzeugmodell oder der Werkstatt zufrieden sind. 

So fördern Sie den Informationsaustausch untereinander und erhalten wichtige Anregungen, die bei der Erstellung einer neuen Car-Policy von Nutzen sein können. Und: Begegnen Sie allen KollegInnen mit Freundlichkeit und Respekt. Nur wenn alle höflich und ehrlich miteinander umgehen, lassen sich Konflikte schnell lösen und Intrigen, Lästereien oder gar Mobbing finden erst gar keinen Nährboden.   

Fuhrpark Kommunikation

2. Das „Wie“ macht den Unterschied

Die Welt wird immer digitaler. Smartphones, E-Mails und Chat-Programme sind längst ein fester Bestandteil für den täglichen Austausch im Job. Doch je nach Situation eignen sich gewisse Kommunikationsmittel besser. Wichtige Gespräche sollten nicht schriftlich geführt werden, sondern persönlich. Chat-Programme hingegen eignen sich für spontane Erinnerungen. Für die Organisation von Terminen oder die Verteilung von Informationen empfehlen sich im Job E-Mails. Wer seinen Mitarbeitenden komplexe Themen vermitteln möchte, der kann auch professionelle Online- und Offline-Tools zur Verfügung stellen, wie zum Beispiel E-Learning-Angebote oder Tutorials.

3. Nonverbale Kommunikation

Fahrer Kommunikation

„Man kann nicht nicht kommunizieren“, hat der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick einmal gesagt. Das bedeutet: Überall, wo wir auf andere Menschen treffen, findet Kommunikation statt – ob wir nun miteinander reden oder nicht. Ein großer Teil passiert über unsere Körpersprache,  dazu gehören Gesichtsausdrücke, Körperhaltung oder stimmliche Merkmale. 

Das sollte man immer im Hinterkopf behalten – und beispielsweise darauf achten, ob man in einem Gespräch die Arme verschränkt oder ob man Blickkontakt hält. Auch der Ton ist entscheidend. Wollen Sie bei Mitarbeitenden die Wichtigkeit von Regeln und Vorschriften verdeutlichen, muss dies auch in einem angemessenen Ton erfolgen.

4. Reaktionen im Affekt vermeiden

Manchmal geht es ganz schnell. Eine Person sagt etwas, was eine andere persönlich trifft, es folgt die Retourkutsche und der Streit eskaliert. Solche Situationen lassen sich vermeiden: Man nimmt eine kritische Aussage oder Frage zur Kenntnis und zieht sich für eine Weile zurück. Wenn man dann nicht mehr so emotional geladen ist, können Missverständnisse rational und sachlich geklärt werden. Ein guter S.O.S.-Trick: Achten Sie auf Ihre Atmung. Menschen atmen schnappartiger, wenn sie aufgeregt sind. Und in gestresstem Zustand wird konstruktive Kommunikation schwierig. Um einen ruhigeren Puls zu bekommen, lohnen sich Atemübungen.

5. Veränderungen effizient umsetzen

Angenommen, die Geschäftsführung will einen neuen Leasinggeber für den Fuhrpark einführen. Das bedeutet: Neue Prozesse, an die sich alle erst einmal gewöhnen müssen. Mit dem richtigen Change Management lassen sich Veränderungen gut umsetzen. Der Begriff stammt aus der Unternehmensberatung und gilt als dort als wichtiges Handwerkszeug. Mehr als ein halbes Dutzend Modelle gibt es auf dem Markt. Sie alle eint der Ansatz, Veränderungen in einem Unternehmen mit System und Methode anzugehen. Als äußerst erfolgsversprechend gilt das „5-Phasen-Modell Krüger“: Es beschreibt die einzelnen Schritte und Maßnahmen, die für erfolgreiche Wandlungsprozessen in Unternehmen notwendig sind. Dazu gehören die Initialisierung, die Konzeption, die Motivation, die Umsetzung und die Verstetigung.

5. Konstruktive Feedback-Kultur einführen

Regelmäßiges FahrerInnen-Feedback kann die Motivation steigern oder Verhalten korrigieren. Und umgekehrt ist das Feedback „von unten nach oben“ wichtig für Führungskräfte, um Probleme zu erkennen. Ein Feedback-Gespräch sollte ein freiwilliges Angebot und eine Chance sein, sich selbst besser kennenzulernen.

Tipps für das Verteilen von Feedback:

  • Die Kritik soll konkret und aktuell sein
  • Negative Punkte am besten jeweils zwischen zwei positive packen
  • Verallgemeinerungen vermeiden
  • Authentisch und ehrlich bleiben
  • Konstruktive Verbesserungsvorschläge machen
Feedback Gespräch

Tipps fürs Annehmen von Feedback:

  • Aufmerksam zuhören und Unklarheiten klären
  • Bei Meinungsverschiedenheiten die eigene Sicht formulieren, ohne sich zu verteidigen
  • Nicht allzu schnell antworten, um zu emotionale Reaktionen zu vermeiden

Jetzt Ratgeber zum Fahrverhalten für FahrerInnen herunterladen!

Der Ratgeber enthält Tipps zum sicheren Fahrverhalten und erleichtert so die Kommunikation zwischen FuhrparkleiterInnen sowie FahrerInnen im Alltag. Das Aufstellen von Richtlinien für das Fahrverhalten schützt die FahrerInnen und hilft dabei, ein stressfreies Arbeitsklima zu schaffen. Der Ratgeber kann entweder digital mit den FahrerInnen geteilt oder ausgedruckt und im Handschuhfach sicher verstaut werden. 

Ratgeber zum Fahrverhalten

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Leitlinien für Kontrollen durch Polizei und BAG

Niemand wird gern kontrolliert. Aber so, wie FahrerInnen sich an die Regeln Ihres Arbeitgebers halten müssen, sind auch die MitarbeiterInnen von Polizei und dem Bundesamt für Güterverkehr verpflichtet, ihre Aufgaben zu erledigen. Kontrolle muss also sein. Damit sie möglichst zeitsparend ohne Komplikationen vonstatten geht, haben wir einen kleinen Leitfaden zusammengestellt.

Wie lassen sich Kontrollen vermeiden? Am besten, indem FahrerInnen, Fahrzeuge und Ladung gar nicht erst auffallen. Wer sich immer an die Verkehrsregeln hält, Ladung stets mit voller Konzentration nach der Ladungssicherungscheckliste sichert und penibel Fahr- und Pausenzeiten einhält, hat gute Karten für eine freie Fahrt. Aber nicht immer folgen Kontrollen aufgrund einer Auffälligkeit, manchmal werden schlichtweg Stichproben gemacht. Damit diese nicht unnötig aufhalten, sollten diese Unterlagen immer griffbereit vorliegen:

  • Führerschein und Fahrzeugpapiere
  • Ausweispapiere
  • Nachweis über Lenk- und Ruhezeiten
  • Ladeliste
  • Genehmigungen, falls erforderlich – z. B. Ausnahmegenehmigung für Sonntagsfahrten
  • Gefahrgutunterlagen
BAG Kontrolle

Sind alle Ausweise und Formulare vorhanden und in Ordnung, stehen die Chancen gut, dass das Procedere schnell abgeschlossen ist. Wer sich dabei kooperativ verhält, spart Zeit und Nerven. Schließlich machen hier alle ihren Job, und mit Freundlichkeit macht es allen mehr Spaß. 

Dokumentieren statt sprechen

Gibt es etwas zu beanstanden, ist es wichtig, möglichst nur die verpflichtenden Angaben zu machen: Basisdaten zur Person, zum Unternehmen, zu Ladung. Mehr nicht!

Zum Sachverhalt sind Aussagen weder nötig noch sinnvoll. Gut gemeinte Ausreden, fadenscheinige Begründungen oder Schuldzuweisungen sind unbedingt zu unterlassen. Andererseits darf aber auch auf keinen Fall ein mündliches oder schriftliches Schuldeingeständnis erfolgen. Kurzum: Wenn es Probleme gibt, die sich offensichtlich nicht schnell und eindeutig lösen lassen, ist höchste Vorsicht geboten. Einfach gesagt: Weniger sprechen, dafür mehr dokumentieren. Entweder schriftlich, noch besser aber mit Fotos aus verschiedenen Perspektiven, damit der Vorfall auch später von Menschen, die nicht anwesend waren, beurteilt werden kann.

Werden seitens Polizei oder BAG Mängel festgestellt, ist es richtig und wichtig, Fotos zu machen – etwa von einer bemängelten Ladungssicherung. Diese Fotos können dazu führen, dass sich im Falle eines daraus folgenden Rechtsstreits das Gericht nicht auf Aussagen verlassen muss, sondern sich selbst ein Bild machen kann. Im besten Fall lässt sich mit dem Fotomaterial beweisen, dass kein erheblicher Mangel sondern eine Lässlichkeit vorlag. Eine Fotodokumentation kann erhebliche Kosten sparen. 

Und bitte nicht vergessen: Nach jeder Kontrolle, ob mit oder ohne Beanstandung, sollten ArbeitgeberInnen oder Fuhrparkleitende über den Vorfall informiert werden. Bei Mängelfeststellung bitte sofort! Werden bei Kontrollen erhebliche Vergehen festgestellt, leiten Behörden ein Anhörungsverfahren ein. Hier kann sich anwaltlicher Rat auszahlen.

Alles eine Sache der Vorbereitung

Werden Verwarnungsgelder fällig, lohnt es sich oft, sofort zu bezahlen – natürlich niemals ohne Quittung! Damit lässt sich in vielen Fällen die Einleitung eines Verfahrens vermeiden. Nur wer sich ganz sicher ist, sich keines Vergehens schuldig gemacht zu haben, sollte die sofortige Zahlung verweigern. Das führt allerdings generell zu einem Ordnungswidrigkeitenverfahren. 

FuhrparkmanagerInnen sollten ihre FahrerInnen darauf hinweisen und im Voraus schon klären, welches Verhalten in einem solchen Fall gewünscht ist. Im Zweifel hilft eine sofortige Kontaktaufnahme noch während der Kontrolle.

Bußgelder hingegen haben immer ein Verfahren zur Folge und können nicht umgehend gezahlt werden. Dazu werden im Anschluss an die Kontrolle Fragebögen an alle Beteiligten verschickt, die innerhalb einer festgesetzten Frist an die zuständige Behörde zurückgehen müssen.

Kurzum: Kontrollen lassen sich nicht vermeiden – und Fehler passieren auf beiden Seiten, bei FahrerInnen und Bediensteten von Polizei und BAG. Wichtig ist es, im Falle des Falles alles Notwendige vorzeigen zu können und zu wissen, wie man sich verhält. Das alles sollte also geklärt sein, bevor sich FahrerInnen ans Steuer setzen.

Polizeikontrolle

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Betriebliche Mobilität – was versteht man darunter?

Jeder weiß: Es ist voll auf unseren Straßen – und die betriebliche Mobilität macht einen Großteil des Verkehrsaufkommens aus. Doch was genau versteht man genau unter dem Begriff? Warum wird ein nachhaltiges betriebliches Mobilitätsmanagement immer wichtiger und welche Möglichkeiten gibt es?

Mobilität hält unsere Welt am Laufen. Jeden Tag sind Millionen von Gütern und Menschen unterwegs – regional und international. Das führt zu hohem Verkehrsaufkommen in Städten aber auch auf Autobahnen und sogar auf Landstraßen, vor allem zu Stoßzeiten. Ein großer Teil dieser Fahrten fällt unter betriebliche Mobilität. Für Unternehmen – und nicht zuletzt auch für die Umwelt – ist es wichtig, die Mobilität der Mitarbeitenden zu analysieren und zu optimieren. Wie man betriebliche Mobilität genau definiert und warum ein gutes Mobilitätsmanagement so wichtig ist, erläutern wir hier:

Was genau versteht man unter „betrieblicher Mobilität“?

Die betriebliche Mobilität unterscheidet vier Arten von Verkehr: Die Mitarbeitermobilität, auch Pendlerverkehr genannt, bezeichnet den Weg der Beschäftigten zur Arbeitsstelle. Die dienstliche Mobiliät umfasst die Strecken, die Beschäftigte im Auftrag ihres Arbeitgebers während ihrer Dienstzeit zurücklegen. Unter dem Besucherverkehr versteht man die Art und Weise, wie BesucherInnen zum Firmenstandort gelangen. Der Werksverkehr beschreibt die Wege, die entweder auf dem Gelände des Firmenstandorts oder zwischen verschiedenen Standorten desselben Unternehmens zurückzulegen sind.

Jeder dieser Verkehre unterliegt anderen Prinzipien: So ist die Pendlermobilität meist Privatsache der Beschäftigten, auf die dienstliche Mobilität hat der Arbeitgeber mehr Einfluss, hier sind Regelungen häufig mit tariflichen Aspekten verknüpft. Der Werksverkehr unterliegt innerhalb eines geschlossenen Geländes nicht der Straßenverkehrsordnung und bieten daher interessante Spielräume. Aus diesem Grund werden für die verschiedenen Verkehrsarten im Rahmen des Betrieblichen Mobilitätsmanagement zumeist separat Maßnahmen entwickelt, bevor diese zu einem Gesamtkonzept zusammengeführt werden.

Wie verteilt sich betriebliche Mobilität auf den Gesamtverkehr?

Laut einer Studie des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) hat der Urlaubs- und Freizeitverkehr mit rund 40,6 Prozent den größten Anteil am Personenverkehr. Dann folgt der Berufs- und Ausbildungsverkehr mit 21 Prozent. Auf Geschäftsreisen entfielen 17,5 Prozent und auf Einkaufsfahrten etwa 16,2 Prozent des Personenverkehrs. Diese Zahlen gelten für die Zeit vor der Corona-Pandemie. Inzwischen hat sich die Mobilität weltweit verändert. Der massiv reduzierte Flug- und Pendlerverkehr sowie das vermehrte Arbeiten im Homeoffice sind nur einige Beispiele dafür. Die Akzeptanz für mobiles und virtuelles Arbeiten ist stark gestiegen. Meetings und Veranstaltungen finden viel häufiger virtuell statt, was die Anzahl von Dienstreisen und die damit verbundenen Emissionen reduziert.

Warum ist ein gutes Mobilitätsmanagement wichtig?

Das betriebliche Mobilitätsmanagement dient Unternehmen als Instrument zur Analyse und Optimierung der firmeneigenen Verkehrsbedarfe. So können Verbesserungspotenziale erkannt und entsprechende Maßnahmen für die Bereiche Verkehr, Infrastruktur, Service und Kommunikation entwickelt und umgesetzt werden.  Ziel ist es, den Verkehr umwelt- und sozialverträglicher sowie effizienter zu gestalten.  

Das Bundesverkehrsministeriums (⁠BMVI⁠) fördert Modellprojekte zur Umsetzung von Maßnahmen in Betrieben und kommunalen Unternehmen. Unterstützt werden Maßnahmenbündel, die dazu beitragen Personenverkehre zu vermeiden, zu reduzieren, zu verlagern und zu optimieren. Damit sollen Beiträge zur Einsparung umwelt- und klimaschädlicher Emissionen, zum Lärm- und Ressourcenschutz sowie Flächenverbrauch und Luftschadstoffen ermöglicht werden.   

Dass dieser Bereich auch in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen wird, erkennt man daran, dass die Hochschule Rhein Main in Wiesbaden 2017 als erste deutsche Hochschule den Bachelor-Studiengang „Mobilitätsmanagement“ eingeführt hat.

Mobilitätsmanagement

Wie optimiert man Mitarbeitermobilität nachhaltig?

Mitarbeitermobilität: Trotz eines gut ausgebauten öffentlichen Verkehrssystems fahren selbst in Ballungsgebieten immer noch viele Arbeitnehmende mit dem eigenen Auto zur Arbeit. Dabei stehen neben dem ÖPNV noch weitere Alternativen zur Verfügung:  Fahrgemeinschaften, Fahrrad, E-Bikes, Lastenfahrräder oder ein Car-Sharing. Unternehmen könnten eine Austauschplattform einrichten zur Verabredung von Fahrgemeinschaften. Umkleidemöglichkeiten würden helfen, potentielle Radfahrer aufs Rad zu locken. Für den Umstieg auf den ÖPNV könnte es finanzielle Anreizen in Form eines Job-Tickets geben.

Dienstliche Mobilität: Da die Unternehmen Mobilitätslösungen für die Dienstwege bestimmen und ihren Anforderungen anpassen können, bietet sich eine Vielzahl von direkt umsetzbaren Maßnahmen an. Beispiel: Auf Dienstreisen innerhalb Europas sollte auf das Flugzeug verzichtet werden.

Wirtschafts- und Lastverkehr: Für die ökonomische und ökologische Optimierung gibt es diverse Möglichkeiten, zum Beispiel die Verlagerung des motorisierten Verkehrs auf Lastenfahrräder oder den Einsatz von Elektro- und Hybridfahrzeugen. Interessant:    

Das Bundesumweltministerium fördert künftig Mikro-Depots und E-Lastenfahrräder. Die neuen Förderbedingungen traten im März in Kraft und sollen Unternehmen beim Umstieg auf eine zukunftsfähige und klimafreundliche Logistik helfen.

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FahrerInnen-Recruiting: Tipps gegen Personalmangel

Gutes Personal ist Mangelware? Tatsächlich hat der Wirtschaftsbereich Logistik seit einigen Jahren schon mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen. Höchste Zeit also, mehr Menschen für den Beruf zu begeistern und auszubilden. Denn ohne funktionierenden Transport steht die Wirtschaft buchstäblich still.

Jedes Jahr gehen laut Erhebungen gut 40000 BerufskraftfahrerInnen in Rente und es kommen gerade mal 16000 neue FahrerInnen jährlich dazu. Da ist Kreativität gefragt, um erfolgreich Fachleute zu werben und ans eigene Unternehmen zu binden.

Leider ist der Ruf der BerufskraftfahrerInnen nicht mehr der Beste. Das ist nicht nur ein Imageproblem. Die Arbeitsbedingungen sind oft aufreibend und schrecken ab. Von Trucker-Romantik keine Spur, wenn der Termindruck so stark ist und die Parkplatzsituation unterwegs so schlecht, dass Pausenzeiten nicht eingehalten werden können. Hinzu kommt: Junge SchulabgängerInnen, die vielleicht Interesse an diesem Beruf hätten, scheiden aus Altersgründen meist erst einmal aus. Wer aber zwei oder mehr Jahre auf den Job warten muss, findet unterwegs oft eine Alternative. Und FahrerInnen aus dem nichteuropäischen Ausland, die vielleicht interessiert wären, scheitern hierzulande oft an den Sprachkenntnissen, die für die IHK-Prüfung häufig nicht ausreichen. 

Es gilt also, an einigen Stellschrauben zu drehen. Ein moderner Ausbildungs-LKW auf dem neuesten Stand der Technik und mit Komfort für die Pausenzeiten könnte sich bezahlt machen: Solch ein Fahrzeug schafft einen Anreiz und zeigt, wohin die Reise gehen könnte – zu mehr Anerkennung, besseren Arbeitsbedingungen und größerer Sicherheit auf den Straßen.

Wertschätzung und Work-Life-Balance

Immer wichtiger bei der Berufs- und Stellenauswahl ist auch die Work-Life-Balance. Wenn die Arbeitsbedingungen auch ein zufriedenstellendes Familienleben, ausreichend Zeit für Regeneration und Freizeitgestaltung ermöglichen, wird der Beruf für mehr Menschen attraktiv. Letztlich ist es eine Win-Win-Situation, denn: Zufriedene MitarbeiterInnen werden seltener krank und engagieren sich im Beruf mehr als solche, die permanent gestresst und unzufrieden sind. 

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor: Die Mund-zu-Mund-Propaganda. Gute Arbeitsbedingungen sprechen sich in der Branche rum und sind oft erfolgreicher als teure Stände auf Jobmessen oder Stellenanzeigen in den führenden Jobbörsen.

Wertschätzung ist wichtig: Wer sich anerkannt fühlt, der bleibt. Ein moderner, gepflegter Fuhrpark ist ein Anreiz. Arbeitgeber, die die Kosten für  Qualifizierungslehrgänge übernehmen und Termine dafür organisieren, zeigen, dass Ihnen die Qualität der Arbeit ihrer FahrerInnen wichtig ist. 

Wenn es möglich ist, ordnen Sie Ihren FahrerInnen Stammfahrzeuge zu. Wer seinen Arbeitsplatz (im vorgegebenen Rahmen) selbst gestalten kann und ggf. sogar in Wohnortnähe abstellen kann, fühlt sich wohler. Neben einem angemessenen Gehalt zeigen auch Veranstaltungen wie Sommer- oder Weihnachtsfeiern Anerkennung. Ein gutes Miteinander sorgt für ein Betriebsklima, das man nicht wechseln möchte – und für das man auch im Gespräch mit KollegInnen fremder Betriebe an Rastplätzen oder in Online-Foren gern Werbung macht.

LKW FahrerInnen Recruiting

Internationales Recruiting

Eine Überlegung wert ist das Anwerben von MitarbeiterInnen aus dem europäischen Ausland. Seit der Umstellung auf den Fahrerqualifizierungsnachweis ist die Einstellung von FahrerInnen, die ihre Berufskraftfahrerqualifikation außerhalb Deutschlands erworben haben, leichter geworden. 

Für große Unternehmen lohnt sich dabei der Weg über Personalagenturen, die sich auf die Vermittlung von BerufskraftfahrerInnen spezialisiert haben. Denn diese Rekrutierung ist zwar kostspielig – aber je nach Vereinbarung muss nur gezahlt werden, wenn dadurch erfolgreich Arbeitsverträge geschlossen werden konnten. Wenn die Möglichkeit besteht, den AnwärterInnen in der jeweiligen Muttersprache für den Job wichtige Schulungen anbieten zu können und sie mit Deutschkursen zu unterstützen, wäre auch die Einstellung über EU-Grenzen hinaus ein denkbarer Weg.  

Und noch ein wichtiger Punkt: Niemals im Blick auf das Recruiting neuer Angestellter die Betriebsangehörigen vergessen! Wer das Gefühl hat, dass für die Neuen mehr getan wird als für das bestehende Personal, wird unzufrieden – und hat zurzeit und auch in Zukunft einen großen Markt für eine Bewerbung zur Verfügung.

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Fahrerqualifizierungsnachweis – ein Überblick

Seit dem 23.5.2021 ersetzt der Fahrerqualifizierungsnachweis schrittweise die Eintragung im Führerschein mit dem bisherigen Schlüssel 95. Doch was ändert diese neue Bescheinigung für FahrerInnen, Unternehmen und FuhrparkmanagerInnen genau?

Ohne Grundqualifikation und regelmäßige Weiterbildung rollt für BerufskraftfahrerInnen schon seit 2006 nichts. Die Verordnung zur Durchführung des Berufskraftfahrerqualifitakationsgesetz (BKrFQG) soll die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen und zugleich den Umweltschutz verbessern. Denn neben den tätigkeitsbezogenen Fertigkeiten wird dabei vorausschauende Fahrweise vermittelt, die nicht nur der Sicherheit sondern auch der Optimierung des Kraftstoffverbrauchs dient. 

Bislang waren diese Qualifikationen im Führerschein als Schlüsselzahl 95 ersichtlich. Seit Mai 2021 wird der Schlüssel stattdessen im Fahrerqualifizierungsnachweis eingetragen. (Die Eintragungen im Führerschein bleiben natürlich bis zu ihrem Ablauf gültig!)

Hinzu kommt jetzt, dass ein Berufskraftfahrerqualifikationsregister eingeführt wurde. Dort wird erfasst, ob die FahrerInnen einen Fahrerqualifikationsnachweis (FQN) besitzen und von wem er ausgestellt wurde, wann und wo die Prüfungen für Grundqualifikation und Weiterbildungen abgelegt wurden – und auch, ob es Gründe für den nachträglichen Entzug des Fahrerqualifizierungsnachweises gibt. Klingt sehr bürokratisch, steigert aber auch die Anerkennung der BerufskraftfahrerInnenweiterbildung in den EU-Mitgliedsstaaten, korrigiert widersprüchliche Vorschriften und erleichtert die Ausstellung für ausländische Führerscheine. Anerkannt ist das Berufskraftfahrerqualifikationsrecht nicht nur in der EU, sondern auch in EWR-Vertragsstaaten und in der Schweiz.

Wer braucht den FQN?

Den Nachweis benötigen BerufskraftfahrerInnen, die LKW über 3,5 Tonnen oder Linien- bzw. Reisebusse führen, also die Fahrerlaubnisklassen D1, D1E, D, DE, C1, C1E, C und CE. Gültig ist er jeweils fünf Jahre. Ausgenommen sind diejenigen, die ihre Fahrerlaubnisklassen im Personenkraftverkehr vor dem 10.9.2008 oder im Güterkraftverkehr vor dem 10.9.2009 erworben haben. Diese FahrerInnen müssen weiterhin alle fünf Jahre Weiterbildungsmaßnahmen im Umfang von 35 Unterrichtsstunden nachweisen.

Fahrschulen und Ausbildungsbetriebe müssen sich nun rechtzeitig um eine staatliche Anerkennung als Ausbildungsstätte bemühen, um auch weiterhin anerkannte Qualifizierungsmaßnahmen im Sinne des BKrFQG anbieten zu können. Stichtag ist der 22.12.22 

Auch wenn alles im Berufskraftfahrerqualifikationsregister hinterlegt ist und der FQN sowohl ein Foto des Inhabers und persönliche Daten sowie Fahrerlaubnisklassen enthält: Den Führerschein ersetzt der FQN natürlich nicht, er ergänzt ihn nur.

LKW Fahrerin

Wo gibt es den FQN?

Der FQN muss in der Regel bei der Führerscheinstelle des Wohnortes beantragt werden. Dazu braucht es den gültigen Personalausweis, ein Lichtbild (biometrisch, wie für den Personalausweis oder Reisepass), den gültigen Führerschein (mit der eingetragenen Schlüsselzahl 95) oder die Qualifizierungsnachweise (IHK-Prüfungszeugnis, Modulbescheinigungen einer anerkannten Ausbildungsstätte). Die Kosten hierfür zurzeit: Antragsprüfung 15,80 Euro plus Gebühren für Ausstellung und Versand 11,70 Euro (Aufschlag für  Expressverfahren 5,40 Euro) – ca. 30 Euro also.

Was passiert, wenn der FQN nicht vorliegt?

Beim Fahren ohne gültigen FQN hingegen wird ggf. ein hohes Bußgeld fällig. Der Arbeitgeber hat die Pflicht, nicht nur die Führerscheine, sondern auch die Fahrerqualifizierungsnachweise regelmäßig zu kontrollieren – und auch ihm droht ein hohes Bußgeld, wenn nachweisbar ist, dass er eine Fahrt angeordnet oder zugelassen hat, obwohl keine Qualifikation der FahrerInnen vorlag.

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Stress lass nach! Was BerufsfahrerInnen wirklich hilft

Zeitdruck, Stau, Parkplatzmangel und veraltete Navigationssysteme – damit plagen sich viele BerufsfahrerInnen Tag für Tag. Fuhrparkverantwortliche können ihnen dabei helfen, die speziellen Herausforderungen des Berufsalltags zu meistern.

Machen wir uns nichts vor: BerufsfahrerInnen haben Stress. Das gehört zum Jobprofil. Und so gut auch alles geplant und vorbereitet wird – immer wieder gibt es Unwägbarkeiten auf der Straße. Andere VerkehrsteilnehmerInnen müssen ebenso im Blick behalten werden wie Zeitpläne. Und wenn Pausen anstehen, wird auch das oft schwierig, weil  es viel zu wenige Stellplätze für LKW gibt. Bis zum Jahr 2023 sollen laut einer Studie der Kravag-Versicherung in Deutschland pro Nacht 40000 LKW-Parkplätze fehlen. Wenn die FahrerInnen keinen freien Platz für die Nacht finden, müssen sie auf nicht gekennzeichneten Freiflächen parken oder weiterfahren und die Lenkzeit überschreiten. 

Die Gefahr von schlimmen Unfällen steigt bei Übermüdung erheblich und abgestellte LKW auf Seitenstreifen stellen ebenfalls ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Apps wie Truckparking Europe oder LKW-Parken TransParking helfen beim Finden von freien Flächen. 

Auch Netzwerken mit anderen Firmen kann Engpässe beheben: Stellplätze, die am eigenen Unternehmen zeitweilig nicht benötigt werden, können FahrerInnen anderer Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Das erfordert zwar noch mehr Planung, ist aber eventuell ein gangbarer Weg, wenn viele Speditionen, Busbetriebshöfe und Logistikunternehmen mitmachen.

GPS im Lkw

Digitale Unterstützung

Technik macht vieles möglich. Ohne Navigationsgerät ist kaum noch ein Fahrzeug unterwegs. Aber auch dort gibt es große Unterschiede, denn die bestmögliche Route für einen PKW ist selten auch die optimale Lösung für LKW oder Bus. Ein auf das Kfz abgestimmtes System berücksichtigt unter anderem die sichersten Wege für große Fahrzeuge. 

Die Digitalisierung des Flottenmanagements verschafft nicht nur FuhrparkmanagerInnen einen viel besseren Überblick, sie hilft gleichzeitig, FahrerInnen zu entlasten. So lassen sich anhand der Route flexibel Änderungen durchführen: Kommt ein spontaner Auftrag oder Termin hinzu, kann er demjenigen zugeteilt werden, der dem Zielort zum passenden Zeitpunkt am nächsten ist. GPS-Systeme und Fuhrparksoftware sorgen dafür, dass Routen vorausschauend geplant und doppelte Wegstrecken vermieden werden. Mit einer Text-zu-Sprache-Funktion besteht die Möglichkeit, sich die erforderlichen Benachrichtigungen vorlesen zu lassen. Damit bleibt der Blick auf der Straße, Ablenkungen werden minimiert und das Stresslevel sinkt. Zusätzlich schaffen regelmäßige Fahrsicherheitstrainings die Routine, die es braucht, um in chaotischen Verkehrsverhältnissen nicht in Stress zu geraten.

Hier finden Sie den Ratgeber zum Thema Fahrverhalten:

Unser Guide zum Fahrverhalten während der Arbeitszeit hilft dabei, das Unfallrisiko zu verringern und Ihre FahrerInnen vor Stress zu schützen.

Ratgeber zum Fahrverhalten

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Mit Bewegung gegen Stress

Auch eine Anti-Stress-Schulung kann Ihren FahrerInnen helfen. Dort lernen sie, wie sie in besonders aufreibenden Situationen einen kühlen Kopf bewahren und welche Möglichkeiten es gibt, die Pausenzeiten so zu gestalten, dass echte Entspannung möglich ist. Selbsthilfetricks wie progressive Muskelentspannung am Lenkrad klingen esoterischer als sie sind. Tatsächlich sind es oft einfache Kniffe, die schnelle Wirkung zeigen.

Gesundheitsförderung ist ohnehin ein wichtiger Faktor: Statistiken zeigen, dass viele FahrerInnen durch langes Sitzen und Bewegungsarmut gesundheitliche Probleme bekommen, die durch Stress, ungesunde Ernährung und Tabakkonsum noch verstärkt werden. Natürlich kann man FahrerInnen nicht zwingen, an betrieblich organisierten Gesundheitsprogrammen oder Sportangeboten teilzunehmen, und vieles lässt sich in der Hektik des Verkehrsalltags nur mit Mühe umsetzen. Aber die Möglichkeiten zu bieten zeigt den FahrerInnen Wertschätzung. Mit externen Anbietern lässt sich zumeist kostengünstig etwas auf die Beine stellen, oft gibt es für diese Maßnahmen auch Zuschüsse. Der Einsatz lohnt sich. Denn wer fitter ist, dem fällt es leichter, Stress zu kompensieren – und fällt dadurch seltener aus. Bei Rückenbeschwerden, die zu den Standardleiden von VielfahrerInnen gehören, kann ein ergonomischer, individuell einstellbarer Sitz eine große Entlastung sein.

Doch neben allen technischen Möglichkeiten und Angeboten zur Stressminimierung: Miteinander sprechen bleibt einer der wichtigsten Parameter zur Unterstützung der FahrerInnen. Denn nur wenn Sie wissen, ob Ihre FahrerInnen das Tagespensum gut bewältigen oder Hilfe bei der Parkplatzsuche benötigen, können Sie zielgerichtet Stolperfallen beseitigen und Probleme angehen.

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Handwerkerregel sticht Tachographenverordnung

Ausnahmen bestätigen die Regel, auch beim Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz und der Tachographenverordnung. Einigen Aufwand und erhebliche Kosten kann da sparen, wer unter die Handwerkerregelung (auch Handwerkerklausel) fällt. Der Name ist allerdings irreführend: Sie betrifft weder nur Beschäftigte des Handwerks, noch alle Handwerker. Denn es gibt einiges zu beachten. Die Lkw Handwerkerregelung kann unter bestimmten Bedingungen die Regulierung der Tachographenverordnung verändern. Wann dies der Fall ist, erklären wir hier. 

Tachographenverordnung und Handwerkerklausel

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr – dafür sind Vorschriften wie Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz und die Tachographenverordnung gemacht worden. Für die Unternehmen bedeuten sie allerdings finanziellen und bürokratischen Aufwand. Und weil der nicht in jedem Fall angemessen ist, gibt es eine Ausnahme – die Handwerkerregel. Die gilt aber nicht generell für alle Beschäftigten im Handwerk, sondern nur, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind:

  1.  Es sich bei den beförderten Gütern um Material oder Ausrüstung handeln, die für die Berufsausübung des Fahrers handeln. Dazu können Werkzeuge, Ersatzteile, Baumaterialien, Werkstoffe gehören, aber auch Waren und Geräte, die im Handwerksbetrieb hergestellt oder repariert werden.
  2.  Das Führen des Fahrzeugs darf nicht die Haupttätigkeit des Fahrers sein – es muss sich um eine arbeitsvertragliche Nebenleistung handeln. Das trifft zu, wenn die Fahrtätigkeit gegenüber den weiteren Aufgaben im Arbeitsvertrag und im Arbeitsalltag nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Wenn diese beiden Kriterien gleichzeitig erfüllt sind, kann eine Ausnahme vom Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz zum Einsatz kommen: die Handwerkerregelung. Entscheidend ist dafür nicht die Berufsbezeichnung, sondern die Art der Tätigkeit.

Hinweis: Seit dem 21.08.2020 darf nicht mehr nur Material befördert werden, welches der Fahrzeugführer für die Ausübung seiner Tätigkeit benötigt, auch die Auslieferung handwerklich hergestellter Güter ist durch eine Neuregelung der Handwerkerklausel im EU Mobilitätspaket I möglich.

Bestehenden Limitierungen zu Gewicht (max. 7.500 kg zHm) und Entfernung (Radius v. max. 100 km) bleiben erhalten.

Fahrerkarte, Handwerkerregelung und Fahrtenschreiber

Wer durch seine Tätigkeit unter die Lkw Handwerkerregelung fällt, muss – im Gegensatz zu BerufskraftfahrerInnen – nicht regelmäßig an verpflichtenden Weiterbildungen teilnehmen, um die Fahrerlaubnis für Klasse C und D zu verlängern. Besteht Weiterbildungspflicht, ist das auch auf dem Führerschein vermerkt: Die Schlüsselzahl 95 weist darauf hin. Sie dient als Nachweis dafür, dass die Weiterbildung bestanden wurde und ist mit einem Ablaufdatum versehen. Denn alle fünf Jahre muss wieder eine erneute Qualifikation nachgewiesen werden.

Auswirkung von Handwerkerregel auf Tachographenverordnung

Außerdem wirkt sich die Handwerkerregelung für Lkw oft auf die Tachographenverordnung aus: Bei Transportern und LKW bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht, mit denen nicht hauptberuflich Werkzeug oder Material transportiert wird, besteht in diesem Fall keine Fahrtenschreiberpflicht – gleiches gilt für PKW-Gespanne in dieser Gewichtsklasse.

Bei LKW zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen müssen die Lenk- und Ruhezeiten aufgezeichnet werden, wenn ein Radius von 100 Kilometern rund um den Unternehmensstandort überschritten wird. Geht es also einmal über die 100 Kilometer hinaus, muss ein Fahrtenschreiber eingesetzt werden. Die Kilometer zählen dabei seit 2019 tatsächlich genau ab Betriebsstandort, nicht wie zuvor ab der Gemeindegrenze.

Ab 7,5 Tonnen gibt es keine Ausnahme mehr, dann sind generell (auch laut Handwerkerregelung) Fahrtenschreiber und FahrerInnenkarte fällig. Ganz genau schlüsselt es der Zentralverband des Handwerks mit einem gut nachvollzieharen Pfeildiagramm auf.

Auch wenn die Ausnahme „Handwerkerregelung“ heißt: Rettungsdienst, Polizei, Feuerwehr, Krankentransport, land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen (dürfen aber nicht mehr als 40 km/h fahren!) oder Verkaufswagen (mobile Geschäfte wie z. B. Bäcker etc.) fallen ebenfalls unter die Handwerkerklausel. Seit 2020 gilt die Freistellung auch für die Lieferung von Transportbeton. (Die weiteren Änderungen der Tachographenverordnung finden Sie im Amtsblatt der EU).

Handwerkerregel Fahrtenschreiber

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Welche Maßnahmen schützen und stärken meine Fahrer in der Pandemie?

Die Pandemie sorgt für erschwerte Bedingungen auch für Berufsfahrer/-innen. Wichtig also, jetzt die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Gesundheit Ihrer Angestellten zu schützen und die Motivation aufrecht zu erhalten. Ein Fünf-Punkte-Plan hilft.

1. Gut planen

Gerade jetzt ist es für Fahrer/-innen wichtig, dass Fuhrparkverantwortliche potenzielle Probleme vorausschauend aus dem Weg räumen. Fuhrparkleiter/-innen sollten möglichst viele Arbeitsabläufe so organisieren, dass sie kontaktarm erledigt werden können. Um zum Beispiel beim Be- und Entladen Abstand zu halten, sind Eingangs- und Ausgangskörbe für Frachtpapiere eine gute Maßnahme. Wenn Waren persönlich übergeben werden, ist es am sichersten, wenn der/die Empfänger/-in mit einem eigenen Stift unterschreibt und der Bote die Unterschrift und die abgelegte Sendung fotografiert.
Am besten recherchieren Fuhrparkleiter/-innen vorab, welche Versorgungsmöglichkeiten und sanitären Anlagen auf der Strecke zur Verfügung stehen. Noch immer sind viele sonst genutzte Raststätten in eingeschränktem Betrieb und einige Kunden stellen aus Sicherheitsgründen ihre sanitären Anlagen nur noch dem eigenen Personal zur Verfügung. Eine Liste mit den Versorgungspunkten sollte für die Fahrer immer verfügbar sein und auf dem neuesten Stand gehalten werden. Im Fernverkehr gehören eigene Handtücher, Laken und Decken an Bord, die nach Gebrauch bei 60 Grad gewaschen und anschließend gebügelt werden. Bei Übernachtung ist es am sichersten, für Fahrer/-innen ein Einzelzimmer zu buchen. Ist das nicht möglich, sollten für Sammelunterkünfte kleine, feste Teams gebildet werden.

2. Aufklären

Fuhrparkleiter/-innen müssen sicherstellen, dass alle Fahrer/-innen wissen, wie sie sich und andere schützen. So sollte nach dem Tanken das Händewaschen nicht vergessen und so oft wie möglich Türen und Fenster geöffnet werden. Der Umluftbetrieb ist in Anbetracht der Viren leider keine gute Idee, wenn Lüftungsanlagen keine HEPA-Filter haben. Aber auch bei aller Vorsicht kann es passieren, dass Fahrer/-innen sich infizieren. Bei der Hotline des Vereins DocStop erfahren Berufskraftfahrer, die bei sich Krankheitssymptome feststellen, welcher Arzt in der Nähe ist – europaweit: 00800 03627867.

Konversation Fahrer und Fuhrparkleiter

3. Care-Paket für die Fahrer/-innen

Eine persönliche, möglichst handliche Kiste mit Handdesinfektionsmittel, Wasserkanister, Handseife, Einmalhandtücher, Müllbeutel und FFP2-Masken sorgt dafür, dass die Fahrer/-innen ihre Hygienestation immer dabei haben. Und etwas Nervennahrung – Müsliriegel zum Beispiel – schadet darin auch nicht.

4. Saubere Sache

Desinfizierung

Die Fahrzeuge müssen vor jedem Wechsel gereinigt werden, damit Schmierinfektionen keine Chance haben. Für den Arbeitsbereich im Fahrzeuginneren bedeutet das, die Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu säubern. Es ist zwar nicht sehr umweltfreundlich – aber am sichersten sind dabei Einmaltücher statt Putzlappen. Die werden anschließend sofort entsorgt. Und: Wischdesinfektion ist immer besser als Sprühdesinfektion, letztere kann nur Notlösung sein. Auf Chlor sollte dabei verzichtet werden. Auch reines Ethanol oder Isopropanol sind wegen der Brandgefahr ungeeignet. Eine Liste der vom RKI empfohlenen Desinfektionsmittel zeigt die geprüften Alternativen.

5. Offenes Ohr

Und nicht zuletzt ist vor allem eines wichtig: Erreichbar zu sein und ein offenes Ohr zu haben für die Sorgen und Schwierigkeiten der Fahrer/-innen. Fuhrparkleiter/-innen sollten Verbesserungsvorschläge möglichst schnell umsetzen  – denn erst in der Praxis zeigen sich oft die Stellschrauben, an denen man noch drehen könnte, um einen reibungslosen und sicheren Ablauf zu gewährleisten. Vielleicht besprechen Fuhrparkleiter/-innen mit den Fahrern auch, welches Proviant diese ihnen mitgeben können, damit die Mitarbeiter/-innen gefährdende Außenkontakte gering halten können. Nicht vergessen: Lob und Unterstützung sind jetzt wichtiger denn je.

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