Mobilitätspauschale: Was ist das?

Die Mobilitätspauschale kann statt Firmenwagen vom Arbeitgeber gewährt werden. Lesen Sie, was zu beachten ist, um diese Sonderleistung richtig bei der Steuer geltend zu machen und wertvolle Tipps & Tricks zur Mobilitätspauschale für Arbeitgeber.

Was ist die Mobilitätspauschale?

Auto-Versicherungen gewähren eine Mobilitätspauschale, sodass im Fall eines Diebstahls des Fahrzeugs dennoch mobil geblieben werden kann. Anders verhält es sich bei der Sonderzahlung eines Arbeitgebers zur Mobilität der Angestellten. Diese Mobilitätspauschale ist ein nicht ganz so einfach zu berechnender Trick, um Steuern zu sparen. Eingeführt wurde diese Mobilitätspauschale zum 1. Januar 2021 und kann somit erstmalig im Folgejahr bei der Steuer geltend gemacht werden. Um die Mobilitätspauschale vom Arbeitgeber korrekt berechnen zu können, muss zunächst die neu geregelte Entfernungspauschale kalkuliert werden.

Bei der Steuererklärung gibt es bei der Mobilitätspauschale vom Arbeitgeber einen Freibetrag von 1.000 Euro pro Geschäftsjahr. Berechnet werden kann nur der Geldbetrag, der unter Berücksichtigung der Entfernungspauschale darüber liegt. Außerdem wird der Grundfreibetrag der Werbungskosten mitberücksichtigt, sodass die Mobilitätspauschale bei der Steuer nicht doppelt rückerstattet wird. Erst der Betrag, der nach diesen Berechnungen noch übrig bleibt, wird mit einem Prozentsatz von 14 als Mobilitätspauschale steuerlich erstattet. Für Geringverdienende und Auszubildende lohnt sich diese Neuerung im Steuergesetz besonders, denn sie können die Entfernungspauschale meist nicht geltend machen.

Autobahn im Dunkeln

Gemeinsamkeiten & Unterschiede von Mobilitätspauschale und Car Allowance

Auf deutschen Straßen sind jährlich mehr als fünf Millionen Dienstfahrzeuge unterwegs. In einigen Fällen macht es jedoch für alle Beteiligten mehr Sinn, wenn Mitarbeitende mit dem eigenen Fahrzeug zur Dienststelle kommen und dafür eine monatliche Aufwandspauschale erhalten. Dieses Firmenwagen-Modell wird als „Car Allowance“ bezeichnet. Eine Mobilitätspauschale vom Arbeitgeber wird in der Regel unabhängig vom Fahrzeugtyp oder der Ausstattung gezahlt. Bei einer Car Allowance beteiligen sich Arbeitgeber aber nicht nur an den tatsächlichen Fahrtkosten, sondern auch Unfallschäden sind durch die Car Allowance Zahlungen abgegolten. Bei dieser Alternative zum Dienstwagen steht dem Arbeitgeber ein Mitspracherecht zu bei:

  • Fahrzeugtyp & Ausstattung
  • Wahl der passenden Autoversicherung (z. B. Teilkasko oder Vollkasko)
  • Pflege des dienstlich genutzten Privat-Pkw
  • regelmäßige Wartung bzw. Inspektionen

Häufig werden die Gesamtkosten eines dienstlich genutzten Privatfahrzeugs mit etwa 1 – 15 Prozent vom Arbeitgeber mitgetragen. Die Berechnung der Mobilitätspauschale ist steuerlich gesehen etwas komplizierter, lässt sich aber von einem breiteren Mitarbeiterkreis steuerlich geltend machen.

Für wen lohnt sich die Mobilitätspauschale bei der Steuer besonders?

Ubahn Treppen

Die Finanzbehörden halten eine Menge an steuerlichen Vergünstigungen für berufliche Vielfahrer bereit wie die Pendlerpauschale oder eine Steuererleichterung bei Zuschüssen zu den regelmäßigen Fahrtkosten. Dienstwagenberechtigte und FirmeninhaberInnen profitieren gleichermaßen bei der Steuerrückerstattung wie beispielsweise auch FuhrparkmanagerInnen, welche die steuerlichen Vorteile ausnutzen, die die alternative Mobilität mit sich bringt.

Was muss steuerrechtlich bei der Mobilitätspauschale beachtet werden?

Eine Mobilitätspauschale statt Firmenwagen kann sich für viele Arbeitgeber und -nehmer steuerlich lohnen. Dabei richtet sich die Mobilitätspauschale auch an VielfahrerInnen, die aufgrund von einem Jahreseinkommen unterhalb der Grundfreibetragsgrenze keine Steuern zahlen. Aktuell ist die neue Mobilitätspauschale bei der Steuer auf fünf Jahre befristet und läuft demnach im Jahr 2026 aus. Anders als bei einer variablen Mobilitätspauschale vom Arbeitgeber können Berufspendler auch dieses Jahr einen maximalen Höchstbetrag von 4.500 Euro bei der Einkommenssteuer geltend machen. 

Voraussetzung ist dabei, dass der Weg zur Arbeitsstelle nicht mit dem eigenen Fahrzeug zurückgelegt wird. Für einen im eigenen Pkw zurückgelegten Kilometer lassen sich im Rahmen der Entfernungspauschale jedoch unverändert 30 Cent geltend machen, was für den täglichen Arbeitsweg mit einer maximalen Distanz von 20 Kilometern gilt. Wer mit dem eigenen Pkw auf Dienstreisen geht oder mehr als 20 Kilometer weit fahren muss, kann ab 2021 5 Cent mehr bei der Steuer absetzen.

Geld auf Boden

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Betriebliche Mobilität – was versteht man darunter?

Jeder weiß: Es ist voll auf unseren Straßen – und die betriebliche Mobilität macht einen Großteil des Verkehrsaufkommens aus. Doch was genau versteht man genau unter dem Begriff? Warum wird ein nachhaltiges betriebliches Mobilitätsmanagement immer wichtiger und welche Möglichkeiten gibt es?

Mobilität hält unsere Welt am Laufen. Jeden Tag sind Millionen von Gütern und Menschen unterwegs – regional und international. Das führt zu hohem Verkehrsaufkommen in Städten aber auch auf Autobahnen und sogar auf Landstraßen, vor allem zu Stoßzeiten. Ein großer Teil dieser Fahrten fällt unter betriebliche Mobilität. Für Unternehmen – und nicht zuletzt auch für die Umwelt – ist es wichtig, die Mobilität der Mitarbeitenden zu analysieren und zu optimieren. Wie man betriebliche Mobilität genau definiert und warum ein gutes Mobilitätsmanagement so wichtig ist, erläutern wir hier:

Was genau versteht man unter „betrieblicher Mobilität“?

Die betriebliche Mobilität unterscheidet vier Arten von Verkehr: Die Mitarbeitermobilität, auch Pendlerverkehr genannt, bezeichnet den Weg der Beschäftigten zur Arbeitsstelle. Die dienstliche Mobiliät umfasst die Strecken, die Beschäftigte im Auftrag ihres Arbeitgebers während ihrer Dienstzeit zurücklegen. Unter dem Besucherverkehr versteht man die Art und Weise, wie BesucherInnen zum Firmenstandort gelangen. Der Werksverkehr beschreibt die Wege, die entweder auf dem Gelände des Firmenstandorts oder zwischen verschiedenen Standorten desselben Unternehmens zurückzulegen sind.

Jeder dieser Verkehre unterliegt anderen Prinzipien: So ist die Pendlermobilität meist Privatsache der Beschäftigten, auf die dienstliche Mobilität hat der Arbeitgeber mehr Einfluss, hier sind Regelungen häufig mit tariflichen Aspekten verknüpft. Der Werksverkehr unterliegt innerhalb eines geschlossenen Geländes nicht der Straßenverkehrsordnung und bieten daher interessante Spielräume. Aus diesem Grund werden für die verschiedenen Verkehrsarten im Rahmen des Betrieblichen Mobilitätsmanagement zumeist separat Maßnahmen entwickelt, bevor diese zu einem Gesamtkonzept zusammengeführt werden.

Wie verteilt sich betriebliche Mobilität auf den Gesamtverkehr?

Laut einer Studie des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) hat der Urlaubs- und Freizeitverkehr mit rund 40,6 Prozent den größten Anteil am Personenverkehr. Dann folgt der Berufs- und Ausbildungsverkehr mit 21 Prozent. Auf Geschäftsreisen entfielen 17,5 Prozent und auf Einkaufsfahrten etwa 16,2 Prozent des Personenverkehrs. Diese Zahlen gelten für die Zeit vor der Corona-Pandemie. Inzwischen hat sich die Mobilität weltweit verändert. Der massiv reduzierte Flug- und Pendlerverkehr sowie das vermehrte Arbeiten im Homeoffice sind nur einige Beispiele dafür. Die Akzeptanz für mobiles und virtuelles Arbeiten ist stark gestiegen. Meetings und Veranstaltungen finden viel häufiger virtuell statt, was die Anzahl von Dienstreisen und die damit verbundenen Emissionen reduziert.

Warum ist ein gutes Mobilitätsmanagement wichtig?

Das betriebliche Mobilitätsmanagement dient Unternehmen als Instrument zur Analyse und Optimierung der firmeneigenen Verkehrsbedarfe. So können Verbesserungspotenziale erkannt und entsprechende Maßnahmen für die Bereiche Verkehr, Infrastruktur, Service und Kommunikation entwickelt und umgesetzt werden.  Ziel ist es, den Verkehr umwelt- und sozialverträglicher sowie effizienter zu gestalten.  

Das Bundesverkehrsministeriums (⁠BMVI⁠) fördert Modellprojekte zur Umsetzung von Maßnahmen in Betrieben und kommunalen Unternehmen. Unterstützt werden Maßnahmenbündel, die dazu beitragen Personenverkehre zu vermeiden, zu reduzieren, zu verlagern und zu optimieren. Damit sollen Beiträge zur Einsparung umwelt- und klimaschädlicher Emissionen, zum Lärm- und Ressourcenschutz sowie Flächenverbrauch und Luftschadstoffen ermöglicht werden.   

Dass dieser Bereich auch in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen wird, erkennt man daran, dass die Hochschule Rhein Main in Wiesbaden 2017 als erste deutsche Hochschule den Bachelor-Studiengang „Mobilitätsmanagement“ eingeführt hat.

Mobilitätsmanagement

Wie optimiert man Mitarbeitermobilität nachhaltig?

Mitarbeitermobilität: Trotz eines gut ausgebauten öffentlichen Verkehrssystems fahren selbst in Ballungsgebieten immer noch viele Arbeitnehmende mit dem eigenen Auto zur Arbeit. Dabei stehen neben dem ÖPNV noch weitere Alternativen zur Verfügung:  Fahrgemeinschaften, Fahrrad, E-Bikes, Lastenfahrräder oder ein Car-Sharing. Unternehmen könnten eine Austauschplattform einrichten zur Verabredung von Fahrgemeinschaften. Umkleidemöglichkeiten würden helfen, potentielle Radfahrer aufs Rad zu locken. Für den Umstieg auf den ÖPNV könnte es finanzielle Anreizen in Form eines Job-Tickets geben.

Dienstliche Mobilität: Da die Unternehmen Mobilitätslösungen für die Dienstwege bestimmen und ihren Anforderungen anpassen können, bietet sich eine Vielzahl von direkt umsetzbaren Maßnahmen an. Beispiel: Auf Dienstreisen innerhalb Europas sollte auf das Flugzeug verzichtet werden.

Wirtschafts- und Lastverkehr: Für die ökonomische und ökologische Optimierung gibt es diverse Möglichkeiten, zum Beispiel die Verlagerung des motorisierten Verkehrs auf Lastenfahrräder oder den Einsatz von Elektro- und Hybridfahrzeugen. Interessant:    

Das Bundesumweltministerium fördert künftig Mikro-Depots und E-Lastenfahrräder. Die neuen Förderbedingungen traten im März in Kraft und sollen Unternehmen beim Umstieg auf eine zukunftsfähige und klimafreundliche Logistik helfen.

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Mobilität nach der Krise: Was wird Corona ändern?

Nahezu alle Bereiche des Lebens werden durch die Corona-Pandemie beeinflusst – besonders im Bereich des Verkehrs. Bereits jetzt hat sich das Mobilitätsverhalten stark verändert. Das gilt auch für unsere Zukunft.

Ein winziger Virus hat das gesamte Leben auf den Kopf gestellt und wird auch unsere zukünftige Mobilität ein Stück weit verändern. Das meint jedenfalls das Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). In einer aktuellen Studie haben sie untersucht, wie sich die Corona Krise auf das Mobilitätsverhalten der deutschen Bevölkerung auswirkt. Die Forscher interessierten sich dafür, welche Verkehrsmittel die Befragten in der Krise nutzen und wie wohl sie sich dabei fühlten. „Es ist eindeutig, dass die Corona-Pandemie unser Mobilitätsverhalten grundlegend verändert. Insbesondere die öffentlichen Verkehrsmittel müssen eine Durststrecke überbrücken und brauchen Unterstützung. Vieles weist darauf hin, dass Auto und auch Fahrrad als Gewinner aus der Krise hervorgehen werden“, erklärt Prof. Barbara Lenz, Direktorin des DLR-Instituts für Verkehrsforschung.

Personennahverkehr verliert dramatisch

Während des kompletten Corona-Lockdowns hat sich das Kfz-Verkehrsaufkommen stark reduziert. Je nach Region ist die Auslastung des öffentlichen Personennahverkehrs um 50 bis 80 Prozent geschrumpft, so der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Auch die E-Scooter-Anbieter Lime und Bird haben ihre Dienste in Europa komplett eingestellt, nachdem die Nutzerzahlen um bis zu 80 Prozent zurückgegangen sind. 2020 könnte ein Jahr werden, in dem Lime, Bird und andere Anbieter kaum Geld verdienen. Einige Firmen werden deshalb vermutlich vom Markt verschwinden.

Pkw ist Gewinner beim Wohlfühlfaktor

Wenn es um den Wohlfühlfaktor geht, weist der privat genutzte PKW gegenüber anderen Verkehrsmitteln in der jetzigen Zeit einen deutlichen Vorteil auf. Fast alle Befragten gaben an, sich im Auto wohler oder genauso wohl zu fühlen wie vor der Krise. Das ist bei keinem anderen Verkehrsmittel der Fall. Auch der Bundesverband des Fuhrparkmanagements prophezeit eine Veränderung im Mobilitätsverhalten – allerdings in den Fahrzeugflotten von Firmen. Der Verband vertritt die Meinung, dass die Bedeutung von Elektroautos in Firmenflotten zunehmend wachsen wird. 

Das Thema alternative Antriebe ist in den Fuhrparks angekommen und wird auch ernsthaft verfolgt

Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement Tweet

Schritt für Schritt zur E-Mobilität

Der Weg zur E-Mobilität in Unternehmen ist noch lang. Laut einer aktuellen Erhebung der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) verfügen gerade mal vier Prozent aller Firmen über Elektrofahrzeuge – das sind genauso viele wie vor einem Jahr. 

Ich glaube, dass wir in den nächsten ein, zwei Jahren eine deutliche Entwicklung sehen werden.

Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement Tweet

Von heute auf moregn ließen sich die Flotten nicht umstellen. Warum der Weg zu Elektroautos in den Fuhrparks noch lang sein wird, sei auch eine Frage der Psychologie. Weil das nötigste Fachwissen fehlt, sind Betreiber von Fuhrparks eher skeptisch gegenüber E-Autos eingestellt. Besonders Themen wie Handhabbarkeit, Planbarkeit und Reichweite spielen eine große Rolle und stellen gleichzeitig Hürden dar.

E-Autos sind wirtschaftlich

LadestationStärkere Batterien, längere Reichweiten und bessere Wartung: Elektroautos können mittlerweile auch unter wirtschaftlichen Aspekten beim Einsatz in Firmenflotten mithalten. Trotzdem werden Verbrennungsmotoren weiterhin Bestandteil von Flotten sein. Noch gelten sie als unumgänglich, wenn es um längeren Strecken geht. Kein Wunder, dass laut Deutscher Automobil Treuhand die Diesel-Quote in Firmenflotten aktuell bei 80 Prozent liegt. Im Gegensatz zu reinen Elektrofahrzeugen sind Hybrid-Autos stärker in Firmenflotten vertreten. Weil diese vor allem im Verbrenner-Modus genutzt werden, rechnet sich ein Hybrid-Fahrzeug kaum – und das trotz steuerliche Vorteile.

Neue Trends durch Corona

Die Krise begünstigt Trends, etwa die breitflächige Etablierung von Home-Office-Arbeit, die zukünftig Bestandteil jeder Unternehmenskultur wird. Zusätzlich entstehen viele weitere Trends:

Individuelle Mobilität statt ÖPNV

Vor der Krise galt der ÖPNV als Heilsbringer, nicht zuletzt wegen des geringen CO2-Ausstoßes. Mittlerweile gehen viele Verkehrsexperten davon aus, dass das ÖPNV-Angebot in Deutschland sich verkleinern wird. Viele nicht kommunale Bus- und Bahnunternehmen werden vermutlich ihren Betrieb einstellen müssen. Der Zulauf für Shared Mobility-Angebote könnte sich ebenso verringern, weil Menschen es vermeiden in nicht desinfizierte Fahrzeuge zu steigen. Das eigene Auto bleibt die Nummer eins. Auch Anbieter wie Moia oder Clevershuttle werden die Krise selbst nach dem Shutdown noch deutlich spüren.

Fahrräder mit Nutzungszuwachs

Elektrofahrrad steht auf Straße vor roter Tram
Elektrofahrräder sind voll im Trend.

Viele Menschen mit und vor allem ohne Auto sind auf das Fahrrad umgestiegen. Unter anderem deshalb, weil der öffentliche Nahverkehr in einigen Regionen fast vollkommen eingestellt wurde. Professor Stefan Gössling, Gründer des Mobilitätsforschungsinstituts „Transportation Think Tank“ (T3), sieht in der Corona-Krise sogar die Chance, das Fahrrad als Hauptverkehrsmittel zu etablieren. So sehen das auch Vertreter der Zweirad-Branche: „Wir erleben derzeit einen enormen Run auf die Fahrradläden. Ohne von einem Gewinner der Krise reden zu wollen, muss man festhalten, dass das Fahrrad gerade einen besonderen Moment erlebt“, bestätigt David Eisenberger, Leiter Marketing und Kommunikation beim Zweirad-Industrie-Verband, der etwa 100 Unternehmen der Fahrradindustrie vertritt. Neben denen, die ohnehin eine Neuanschaffung geplant hätten, gebe es auch viele Kunden, die das Rad für sich wieder entdeckten.

Großer Umsatz mit E-Bikes

Freiheit ohne Maskenpflicht bietet das Fahrrad. Man kommt virenfrei zur Arbeit und das Dauertreten stärkt Immunsystem sowie Lungen. Ein Grund, warum der Markt boomt. Im vergangenen Jahr erzielten Fahrräder und vor allem die immer beliebteren E-Bikes gut 4,2 Milliarden Euro Umsatz – 34 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Plus ging vor allem auf die hochpreisigen E-Bikes zurück, deren Verkäufe um rund dreißig Prozent zugenommen haben. Vielleicht ein Zeichen für die Zukunft.

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Die Rolle von Mobilität für den Unternehmenserfolg

Mit dem richtigen Mobilitätsmanagement lassen sich Zeit und Kosten sparen. Allerdings nur dann, wenn die Anforderungen ständig überprüft und die Fahrzeugflotte nach den aktuellen Bedürfnissen optimiert wird. Und die ändern sich in rasanter Geschwindigkeit durch neue Technologien. Elektromobilität, Erdgas, Wasserstoff, Carsharing, Pedelec- und Fahrradnutzung, Dienstreiseoptimierung oder Telematik können wesentlich zum Unternehmenserfolg beitragen. Doch nicht nur deshalb besitzt betriebliches Mobilitätsmanagement heute bereits einen so hohen Stellenwert. Es hilft darüber hinaus auch, den Fuhrpark flexibel zu gestalten, das Klima zu schonen und alle Mitarbeiter zu motivieren. 

Fahrzeugflotte wird immer wichtiger

Egal, in welcher Branche man sich umguckt: Der Handel mit Waren boomt, die Fahrzeugflotte wird für den Unternehmenserfolg dadurch immer bedeutender. Der wirtschaftliche Erfolg vieler Unternehmen im Handel hängt mehr denn je von der Mobilität Ihres Fuhrparks ab. Tempo und digitale Angebote fordern die Transportwelt heraus – und nur wer schnell und zuverlässig liefert, sichert sich auch Aufträge. Aber auch alle anderen Gründer müssen dafür Sorge tragen, dass sie die Kunden stets erreichen und verlässliche Partner sind. Eine zentrale Rolle spielt dabei das richtige Management der Fahrzeugflotte. Ob nun für Kleinstunternehmen, selbstständig agierende Händler oder Dienstleister aus der Logistik. Mehr denn je sind in diesen Zeiten Spezialisten und Spezialisierung gefragt. Um die Mobilität der Zukunft zu gestalten, braucht es Mut und Innovationsgeist.

Effizienz ist das Wichtigste

Kleine und mittelständische Unternehmen sollten mobil und gut erreichbar sein. Sind Standorte für Beschäftigte, Kunden und Lieferanten schwer erreichbar oder Fuhrparks nicht effizient, hat das Unternehmen ein Problem. Um die Mobilität voll und ganz sicherzustellen und zugleich Kosten und CO2-Emissionen zu senken, bietet sich das betriebliche Mobilitätsmanagement an. Das Tool zur Steuerung zeigt zahlreiche Lösungen für die kosteneffiziente und umweltfreundliche Gestaltung der Mobilität ̈im Unternehmen auf. Dazu zählen auch Maßnahmen, wie die Förderung der Fahrradnutzung, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten verbessern und die Attraktivität als Arbeitgeber steigern. Das Ziel des betrieblichen Mobilitätsmanagements besteht darin, mit verhältnismäßig geringem Aufwand die verschiedenen Mobilitätsbedürfnisse des Unternehmens und der Mitarbeiter möglichst effizient erfüllen zu können. Die Vorteile:

  • Verbesserung der Erreichbarkeit für Kunden, Besucher und Beschäftigte
  • Reduzierung der betrieblichen Mobilitätskosten
  • Reduktion des PKW-Verkehrsaufkommen am Standort (zwischen 5 und 25 % je nach Konzept und Voraussetzungen am Standort)
  • Verringerung des Stellplatzbedarfs und damit Einsparung von Kosten
  • Förderung von Gesundheit, Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Verbesserung des Firmenimages: Umweltbewusst, innovativ, mitarbeiterfreundlich
  • Reduktion der verkehrsbedingten Umwelt- und Klimawirkungen
  • Verringerung des Verbrauchs konventioneller Energieträger

Die richtige Wahl

Bei all den Zwängen zu Investitionen ins Flottenmanagement gibt es auch stets viele Alternativen zur Beschaffung von Fahrzeugen. Ob nun Full-Service-Leasing-Verträge oder Finanzleasing bzw. Kauf mit Services auf Basis der Kosten pro Monat und Fahrzeug („pay-per-use“). Lediglich die Finanzierung läuft über die Leasinggeber – Wartung, Reparatur und Reifen werden auf Basis der tatsächlich entstandenen Kosten abgerechnet. Auf Kundenseite zeigt sich in den letzten Jahren deutlich die Erkenntnis, dass ein Fuhrpark maßgeblich zum Unternehmenserfolg beiträgt. Mitarbeiter müssen mobil sein, um jederzeit zu den eigenen Kunden zu kommen. Und das auch, um zum Arbeitsplatz zu kommen – am besten elektrisch. Vom Statistischen Bundesamt veröffentliche Zahlen zeigen, dass der absolute Großteil der Wege zur Arbeit in Deutschland unter 25 Kilometer lang ist. Eine vergleichsweise kleine Gruppe hat Arbeitswege von 25 bis 50 Kilometer. Die Reichweite aktuell angebotener Elektroautos reicht für diese Distanzen problemlos aus.

Schöner PKW, zufriedene Kunden und Mitarbeiter

Ein Firmenwagen ist wie eine Visitenkarte des Unternehmens. Sie entscheidet über die Außenwahrnehmung beim Kunden. Das ist das eine. Denn auch die Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen – sie sind ebenso das Aushängeschild der Firma. Deshalb trägt die Ausstattung der Dienstwagen entscheidend zum Unternehmenserfolg bei. Das fängt bei ergonomisch geformten Sitzen an. Die Fahrer sind konzentrierter, fitter und motivierter, wenn sie entspannt Autofahren können. Dadurch tragen nicht nur durch mehr Präsenz und eine höhere Motivation zum Unternehmenserfolg bei. Sie lenken den Wagen entspannter durch den Verkehr – und vermeiden so kritischen Verkehrssituationen. Das Resultat: Die Unfallquote sinkt und damit der hohe Aufwand rund um das Risiko- und Schadenmanagement.

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Fahrerassistenzsysteme – in Zukunft immer mehr verpflichtend

Pkw, Lkw oder Bus – Fahrerassistenzsysteme helfen Leben retten und die EU macht immer mehr Systeme verpflichtend

Fahrerassistenzsysteme, die Leute lieben oder hassen sie. Gleichzeitig sind die kleinen und großen Helferlein im Pkw, Lkw oder Bus oft schon heute wichtige Lebensretter. Das Europäische Parlament hat eine große Zahl an Assistenten im Jahr 2018 ab der kommenden Dekade verpflichtend gemacht. Es hilft also schon jetzt, beim nächsten Leasing oder Kauf etwas genauer auf die Ausstattung des neuen Fahrzeugs zu schauen. Zur Orientierung haben wir die EU-Vorgaben zusammengefasst.

Fahrerassistenzsysteme sind nicht nur die Vorstufe zum autonomen Fahren, aber in erster Linie sollen die Systeme die Fahrer unterstützen und dabei die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöhen. Inzwischen sind so gut wie alle Fahrzeugklassen mit Assistenzsystemen ausgestattet, je nach Hersteller und Modell sind diese aber recht verschieden im Umfang und der Wirkung.

Leider gibt es keine Übersicht über alle Fahrerassistenzsysteme. Man muss sich beim Kauf oder Leasing eines Autos also selbst ein Bild machen und klären, welche Systeme einem selbst und für seine Fahrer wichtig sind.

Abbiegeassistenten – wichtig im Stadtverkehr

Zuletzt waren insbesondere die Abbiegeassistenten für Lkws im Fokus der öffentlichen Diskussion. Sie sollen vorrangig Unfälle beim Rechtsabbiegen verhindern. Besonders in Städten kommt es jedes Jahr zu zahlreichen Verkehrsunfällen mit Radfahrern, die immer wieder für Fahrradfahrer tödlich enden können. Abbiegeassistenten sollen die Fahrer von Lkws auf rechts neben dem Fahrzeug befindliche Radler aufmerksam machen und entsprechend warnen. Noch sind diese Systeme freiwillig. Die EU hat inzwischen festgelegt, dass neue Lkw-Typen ab Mai 2022, alle weiteren Neufahrzeuge spätestens ab Mai 2024 verpflichtend mit Abbiegeassistenten ausgerüstet sein müssen.

In Summe betrifft das etwa 30 Systeme, die zukünftig in Neufahrzeugen verpflichtend eingebaut werden müssen – und das bei Pkw, Lkw und Bussen.

Intelligente Geschwindigkeitsunterstützung (ISA) und mehr

Ein wichtiges System verspricht bis zu 20 Prozent weniger Verkehrstote auf europäischen Straßen – die intelligente Geschwindigkeitsunterstützung (ISA). Auf der Basis von u.a. Verkehrszeichenerkennung und Kartendaten gibt das System Fahrern eine Information, wenn die aktuelle Höchstgeschwindigkeit überschritten wird.

Darüber hinaus werden verschiedene Systeme verpflichtend, die Leben retten sollen, indem sie Unfälle vermeiden oder zumindest die Schäden und Folgen verringern helfen. Dazu gehören sowohl Notbremslicht- und Notbrems-Assistenten, Notfall-Spurhaltesysteme, Rückfahrwarner und alkoholempfindliche Wegfahrsperren sowie fortgeschrittene Fahrerablenkungswarner.

Black Box

Das EU-Parlament hat 2018 auch darauf gedrungen, dass ab Mai 2022 alle Neufahrzeuge auch mit einer Datenerfassung ausgestattet werden müssen, die im Falle eines Unfalls wichtige Daten einige Sekunden vor dem Crash aufzeichnen. Das Prinzip nennt sich ereignisbezogene (Unfall-)Datenerfassung (die sogenannte Black Box), die für die Unfallanalyse genutzt wird.

Direct-Vision-Technologie

Aber auch nach 2024 geht es weiter. So soll die sogenannte Direct-Vision-Technologie ab November 2025 zum Einsatz kommen. Sie fokussiert auf Lkw und Busse und soll – neben Fußgänger- und Radfahrer-Kollisionswarnung und Tote-Winkel-Informationssysteme – dazu führen, dass Lkw- und Busfahrer eine direkte Sicht auf ungeschützte Verkehrsteilnehmer vom Fahrersitz aus haben. Ab November 2028 wird diese Regelung auch für bestehende Fahrzeugmodelle verpflichtend.

Fazit

Auch wenn die wirklich selbstfahrenden Autos sicherlich noch lange auf sich warten lassen, so werden Fahrerassistenzsysteme schon in den kommenden Jahren zu immer mehr bestimmenden Ausstattungsmerkmalen von Neufahrzeugen.

Besonders relevant sind hier die Verbesserungen im Bereich der Nutzfahrzeuge, die sowohl die Unfallrisiken für Fahrer und Eigentümer der Autos deutlich senken können als auch die Sicherheit schwächerer Verkehrsteilnehmer stärken werden.

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Über den Autor

Jens Stoewhase

Jens Stoewhase

Jens Stoewhase ist Gründer und Mitherausgeber der Branchendienste electrive.net und intellicar.de. Seit 2011 widmet er sich als Medienmacher hauptsächlich den Themen neue Mobilität und Erneuerbare Energien.