Was KMU aus der COVID Pandemie lernen können

Schrittweise findet der Mittelstand einen Weg zurück in die neue Normalität. Eine Umfrage des Software-Dienstleisters Vimcar zeigt, welche Herausforderungen und Learnings aus der Corona Krise Unternehmen beschäftigen. 

Als „wichtige strategische Maßnahmen für den zukünftigen Geschäftserfolg“ wurden am häufigsten genannt:

  1. Digitalisierung der Customer Relations
  2. Identifikation und Nutzung „versteckter“ Einsparpotenziale
  3. Fokus auf Kundenbindung
  4. Neue Strategien für eine „neue Normalität“

1. Digitalisierung der Customer Relations

Handy mit Social Media Die meisten KMU beobachten bis heute andauernde Veränderungen in der Kundenreise. Der Grund: Der Lockdown im Zuge von Covid-19 und weitreichende politische Maßnahmen (wie das Distanzgebot, das Verbot von Massenveranstaltungen oder die Mundschutz-Pflicht) haben auch das Konsumverhalten der Bundesbürger verändert.

Der „GlobalWebIndex Coronavirus Research“ zeigt, dass knapp die Hälfte der Konsumenten weltweit nicht damit rechnet, mittel- bis langfristig wieder zu dem „alten“ Einkaufsverhalten zurückzukehren. „Veränderungen, die sonst wahrscheinlich Jahre gedauert hätten, reduzieren sich auf wenige Wochen“, so Oliver Wright, Global Lead für Consumer Goods beim Marktforschungsunternehmen Accenture.

Dabei empfehlen die befragten KMU überwiegend folgende Maßnahmen für eine Anpassung an die neue Marktsituation: Ausbau digitaler Kommunikations- und Einkaufskanäle.

Die Nachfrage nach Möglichkeiten, Waren und Dienstleistungen online erwerben zu können, ist in den letzten Monaten immens gestiegen: Selbst der Lebensmittelhandel, der bislang größtenteils stationär ablief, verzeichnet einen Online-Boom.

Viele KMU mussten online wie offline schnell Antworten auf die Corona-bedingten Herausforderungen finden. „Jene Händler, die ein digitales Angebot für ihre Kunden bereithalten, kommen definitiv besser durch die Krise“, rät Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Digitalverbandes Bitkom. Bereits vor der Krise galt: Wer sein analoges Geschäft digital ergänzt, wächst am stärksten.

Neben dem Auf- und Ausbau digitaler Bestell- und Einkaufsmöglichkeiten wurden als „erfolgreiche Online-Maßnahmen“ am häufigsten genannt:

  • Ausbau der Social-Media-Präsenz
  • Angebot eines Lieferservices
  • Digitales Standortmarketing (Öffnungszeiten, Postings, Bewertungen bei Apple Maps, Google Maps/ My Business)
  • Verstärkte Nutzung von Messenger-Apps (iMessage, WhatsApp, Facebook Messenger u.a.) und (Video-)Chat in der Kundenberatung

2. Identifikation „versteckter“ Einsparpotenziale

KMU suchen aufgrund von Umsatzeinbußen derzeit verstärkt nach (versteckten) Einsparpotenzialen.
Als Möglichkeiten, Zeit und/ oder Kosten einzusparen, haben die befragten KMU am häufigsten genannt:

  • Personalkürzungen/ Kurzarbeit
  • Priorisierung: Fokus aufs Kerngeschäft
  • Berufliche Mobilität: Dienstreisen, Fuhrpark bzw. Firmenwagen

Reduzierung von Personalkosten: Eine der meist genannten Strategien zur Verbesserung der Finanzlage ist sind Maßnahmen zur Senkung der Personalkosten. Die Auswirkungen der Corona-Krise sind auch an den aktuellen Arbeitslosenzahlen der Bundesagentur für Arbeit ablesbar: Im Juni 2020 stieg die Arbeitslosenquote in Deutschland auf 6,2 Prozent (Juni 2019: 4,9 Prozent).

Fokus aufs Kerngeschäft: „Die meisten KMU geben ganz klar die Strategie aus, nicht gewinnbringende Aufgaben zu vermeiden und sich stärker als zuvor auf das Kerngeschäft zu fokussieren“, fasst Vimcar-Geschäftsführer Andreas Schneider zusammen.

Flotte

Kostensparen im Fuhrpark: Als Folge des Lock Downs brach die Nutzung der Firmenfahrzeuge im Mittelstand zum Höhepunkt der Krise um 38 Prozent ein und erreichte in den letzten vollen Märzwochen ihren Tiefpunkt: Ein Dienstwagen wurde durchschnittlich nur noch 192 km pro Monat bewegt. Bedingt durch (anhaltende) Abstands- und Kontaktvermeidungsgebote hat das Thema „Mobilität und Logistik“ für KMU wesentlich an Bedeutung gewonnen. Einsparpotenzial sieht der Mittelstand vor allem bei Dienstreisen und bei der Fuhrpark-Verwaltung (vgl. auch „4. Neue Strategien für die neue Normalität“).

Durch die Vernetzung und Digitalisierung der Firmenfahrzeuge lassen sich im Branchendurchschnitt über 20 Prozent aller fuhrparkbezogenen Kosten einsparen: Digitale Flottenmanagement-Systeme ersetzen das handschriftliche Fahrtenbuch, ermöglichen die Ermittlung versteckter Kosten (z.B. Ausreißer-Analyse), erleichtern administrative Prozesse (digitale Fahrzeugakte, Tankkartenintegration, Routenoptimierung, elektronische Führerscheinkontrolle der Fahrer etc.) oder verhindern die unbefugte Nutzung außerhalb bestimmter Zeiten und Gebiete (günstigerer Versicherungstarif durch „digitalen Diebstahlschutz“). Eine digitale Auslastungsanalyse verrät, welche Fahrzeuge sich kostengünstiger auf den (steuerlich geförderten) Elektronantrieb umstellen lassen oder ein Pool- bzw. Sharing-Fahrzeug gewandelt werden könnten.

3. Fokus auf Kundenbindung

Auch nach dem Ende des Lock Downs und der schrittweisen Lockerung der Corona-Auflagen bleibt die Kauflaune der Bundesbürger gedämpft. Das Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK prognostiziert für Juli einen Wert von minus 9,6 Punkten (Juni 2020: minus 18,6 Punkte), der drittschlechteste jemals ermittelte Wert. Einer Utopia-Umfrage zufolge behaupten 64 Prozent der Teilnehmer, dass sie insgesamt weniger einkaufen, sowohl online als auch im stationären Handel. „Die Maske ist eine Gierbremse“, so Stephan Grünewald, Geschäftsführer des Kölner Rheingold-Instituts. Auch das Marktforschungsunternehmen Accenture geht von „nachhaltigen strukturellen Veränderungen“ im Konsumverhalten aus.

Kunde in Geschäft

Kundenbindung wird wichtiger: Vor dem Hintergrund eines gedämpften Konsumklimas und steigender Arbeitslosenzahlen gewinnen Upselling-Strategien, Kundenbindungsprogramme und proaktive Kundenkommunikation im Mittelstand an Bedeutung. Auch für die Mehrheit der deutschen KMU soll das Thema „Kundenbindung“ zukünftig „einen höheren Stellenwert im Unternehmen“ einnehmen.

Chance für den Mittelstand: Die Loyalität der Verbraucher, kleine und mittelständische Unternehmen zu unterstützen, ist hoch. Vimcar-Geschäftsführer Andreas Schneider: „Zahlreiche KMU berichten von Neukunden mit der Motivation, dem Unternehmen helfen zu wollen.“ Für die Endkonsumenten ist – bedingt durch die mit Corona einhergehende Sensibilisierung für Wertedas Vertrauen in eine Marke mittlerweile ein wichtigerer Kauffaktor als der Preis. Auf der Social-Media-Plattform Pinterest ist die Zahl der Anfragen mit den Suchbegriffen „kleinen Unternehmen helfen“ im Zuge von Covid-19 um 351 Prozent gestiegen.

Als „erfolgreiche Maßnahmen zur Kundenbindung“ wurden von den befragten KMU am häufigsten genannt:

  • proaktive Kommunikation,
  • strukturiertes Kundenfeedback,
  • Upselling an Bestandskunden,
  • individuelles Onboarding bei Neuprodukten, sowie
  • Optimierung der Zahlungsmodalitäten.

4. Neue Strategien für eine „neue Normalität“

Fast alle KMU verzeichnen derzeit eine gestiegene Unsicherheit hinsichtlich der zukünftigen Marktsituation. Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz prognostiziert: „Das Virus wirkt wie eine Steuer auf Aktivitäten, die enge menschliche Interaktion erfordern. Insofern wird es große Änderungen bei den Konsum- und Produktionsmustern kontinuierlich vorantreiben. Das wiederum wird einen breit angelegten Strukturwandel herbeiführen.“ Eine breite Mehrheit der befragten Mittelständler hält es für eine erfolgreiche Strategie, die „neue Normalität“ zu akzeptieren und sich an die „Post-Corona“-Marktsituation anzupassen. 

Als krisenbedingt ergriffene Maßnahmen, die dauerhaft in die Geschäftsprozesse integriert werden sollen, werden von KMU am häufigsten genannt:

  • Digitalisierung von Geschäftsprozessen,
  • Digitalisierung der Customer Relations,
  • Ausbau von Kundenbindungsstrategien und -programmen, sowie
  • Flexibilisierung von Arbeitsort und -zeit

Weniger Dienstreisen, effizientere Nutzung von Firmenwagen: Die Reduzierung persönlicher Kontakte im Zuge von Covid19 hat auch Auswirkungen auf das Themenfeld „Mobilität“. KMU wollen zukünftig weniger Dienstreisen anstreben, diesen Trend bestätigt auch die Konjunkturumfrage des ifo Instituts vom Juni 2020.

Als geplante Maßnahmen dazu wurden am häufigsten genannt:
Elektroauto wird geladen
 
  • ein Umstieg auf Elektro-Mobilität und klimaneutrale Firmen-KFZ,
  • die Einführung von Mobilitätsbudgets,
  • die Digitalisierung des Fuhrparks,
  • die Verringerung/ bessere Auslastung der Firmenfahrzeuge, sowie
  • die Optimierung von Transport- und Lieferketten.

Patrick M. Kügele

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Interview mit bfp FUHRPARK & MANAGEMENT zur Nachhaltigkeit im Fuhrpark

Das Thema Nachhaltigkeit und E-Mobilität gewinnt vermehrt Aufmerksamkeit im Fuhrpark. In einem Interview mit bfp FUHRPARK & MANAGEMENT haben wir die Thematik einmal genauer betrachtet, um herauszufinden, wie Betriebe die Nachhaltigkeit angehen können.

bfp FUHRPARK & MANAGEMENT gilt als wichtige Anlaufstelle für Fuhrparkleiter, um Informationen rund um den Fuhrpark und die komplette betriebliche Mobilität zu erhalten. Die Medienmarke besteht aus dem Printmagazin bfp FUHRPARK & MANAGEMENT, der dazugehörigen Online-Plattform fuhrpark.de, der bfp AKADEMIE sowie dem jährlichen bfp FORUM. Clemens Noll-Velten und Christian Frederik Merten agieren hierbei als Chefredakteure für Print und Online. 

Christian Frederik Merten
Christian Frederik Merten
Clemens Noll-Velten
Clemens Noll-Velten

Interview mit dem bfp

Gewinnt das Thema Nachhaltigkeit im Fuhrpark eine größere Bedeutung? Wächst das Bewusstsein für die Umwelt und den Klimawandel?

Clemens Noll-Velten: Ein gesteigertes Interesse an alternativen Mobilitätslösungen und besonders an E-Mobilität ist erkennbar. Unternehmen beschäftigen sich verstärkt mit diesen Themen. Grundsätzlich hat die Nachhaltigkeit immer zwei Dimensionen: Umweltschutz und Kosten. Das kann dann auch zur Folge haben, dass das Interesse an Elektrofahrzeugen nicht immer auch in deren Anschaffung mündet. Bezüglich Plug-in-Hybriden ist zu sagen, dass die Nachfrage auch durch User-Chooser getrieben ist, die in den Genuss eines Steuervorteils kommen möchten.

Spielt das Thema eher bei größeren oder kleineren Fuhrparks eine Rolle? Und warum denken Sie, ist das so?

Christian Frederik Merten: Das Interesse lässt sich schwer an Fuhrparkgrößen festmachen. Grundsätzlich verfügen größere Unternehmen sicherlich über mehr Ressourcen zur Einführung einer ganzheitlichenE-Mobilitätsstrategie, wie z. B. den Aufbau einer professionellen Ladeinfrastruktur, die Durchführung von Fahrprofilanalysen und das Controlling. Dagegen sind kleinere Unternehmen manchmal schneller in der Entscheidung und Umsetzung.  

Wo sehen Sie Hindernisse bei der Förderung von Nachhaltigkeit im Fuhrpark?

Clemens Noll-Velten: Finanziell gesehen hat die Bundesregierung sicherlich schon großzügige Fördermaßnahmen auf den Weg gebracht. Das gilt für das Produkt, aber auch für die Ladeinfrastruktur. Hier gibt es auch viele regionale Förderprojekte. Mit Blick auf das Thema E-Mobilität sehen wir deshalb derzeit vor allem folgende Hindernisse: die Intransparenz der Strompreise an Ladesäulen sowie die Frage, wo Mitarbeiter/innen laden können, die eben nicht über eine Ladeinfrastruktur am Eigenheim verfügen, sondern in der Großstadt ohne festen Stellplatz für das Fahrzeug und ohne Ladesäule in Laufnähe.

Welche Maßnahmen können Fuhrparkleiter im Fuhrpark implementieren, um Nachhaltigkeit zu fördern? Spielt dabei vor allem die Beschaffung eine Rolle oder gibt es andere Möglichkeiten?

Christian Frederik Merten: Die Aufklärung der Mitarbeiter ist ein Schlüssel zum Erfolg. Ein zweiter sind detaillierte Analysen im Vorfeld der Beschaffung: Wann lohnt sich ein E-Auto und wann nicht? Für welches konkrete Fahrprofil? Lohnen sich die Plug-in-Hybride in der Theorie und werden eingekauft, muss es darum gehen, dass die Fahrer/innen das Auto auch wirklich laden und nicht nur im Verbrennermodus fahren. Hier haben Fuhrparkmanager vor allem mit der Nutzervereinbarung einen Hebel, mit dem sie dieses Ziel erreichen können. Zum Beispiel durch ein Bonus Malus System. Das bedeutet aber eine regelmäßige Kontrolle, ob die Vorgaben auch eingehalten werden. Das ist der wichtigste Punkt neben der Beschaffung.

Sehen Sie einen Trend zur E-Mobilität hin?

Clemens Noll-Velten: Das Interesse steigt sicherlich. Die Kernfrage dabei ist jedoch: Wandelt sich das Interesse nachhaltig auch in eine konkrete Nachfrage, weil E-Mobilität zum persönlichen Mobilitätskonzept passt? Ansätze dafür sind grundsätzlich zu sehen.

Wo sehen Sie die Vorteile, alternative Antriebsmöglichkeiten wie z. B. Elektroautos im Fuhrpark zu integrieren? Wie können Unternehmen davon profitieren?

Christian Frederik-Merten: Wir sehen heute vor allem zwei Faktoren, wie Unternehmen von der Einführung alternativer Antriebe profitieren können. Zum einen positionieren sie sich als modernen Arbeitgeber und steigern ihr Unternehmensimage. Außerdem lassen sich oft auch Kostenoptimierungspotenziale realisieren. Voraussetzung dafür ist aber immer die professionelle Planung und Analyse im Vorfeld der Anschaffung.

Wie können Fuhrparks ohne Erfahrung mit Elektromobilität am besten das Thema in Angriff nehmen?

Clemens Noll-Velten: Fuhrparkverantwortliche können sich bei uns über unser Fachmagazin bfp FUHRPARK & MANAGEMENT und auf fuhrpark.de informieren und erhalten eine gute Übersicht und Best-Practice-Beispielen von anderen Fuhrparkmanagern zum Thema E-Mobilität.  Unter anderem bieten wir unseren Leserinnen und Lesern regelmäßig themenspezifische Marktübersichten an. Auch wer sich mit dem Thema E-Mobilität beschäftigt, findet dort unter den Anbietern Ansprechpartner, die bei der Planung und Umsetzung individuell beraten.

Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen zu diesem Thema bietet meist den besten Mehrwert. Hierzu eignet sich der bfp circle auf Xing, der Fuhrpark-Community, zu der nur Fuhrparkverantwortliche Zutritt haben.  Einen sehr guten Überblick und Gelegenheit sich direkt mit Fuhrparkmanagern und Ausstellern auszutauschen bietet das bfp FORUM am 10. Und 11. November in Frankfurt.

Christian Frederik Merten: Wichtig ist dabei vor allem, sich selbst im Klaren zu sein, welche Fahrprofile in der Praxis anfallen. Nur dort, wo sich E-Mobilität lohnt, sollte sie auch umgesetzt werden. Für Paketdienste z.B., die pro Tag 70 km fahren, ist sie sicherlich eine Option. Für Vertriebler im Außendienst ist der Diesel weiter erste Wahl. Es kommt also auf die konkrete Nutzungssituation an. 

Gibt es Maßnahmen, die BFP ergreift, um E-Mobilität und Nachhaltigkeit zu fördern?

Clements Noll-Velten: Die Themen Nachhaltigkeit und E-Mobilität stehen bei bfp FUHRPARK & MANAGEMENT ganz oben auf der Agenda. Wir informieren nicht nur regelmäßig in Print-Ausgaben und online auf fuhrpark.de über alle Themen rund um die E-Mobilität und nachhaltige betriebliche Mobilität. Auch auf dem bfp FORUM im Herbst zählen die Themen E-Mobilität und Neue Mobilität neben dem Fuhrparkmanagement zu den drei Leitthemen der Messe. Denn wir sind der Meinung, dass die betriebliche Mobilität mit ihrer Marktmacht ein Schlüssel zur Verkehrswende ist.

Weitere Artikel und Vorlagen zur Nachhaltigkeit im Fuhrpark

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Mobilität nach der Krise: Was wird Corona ändern?

Nahezu alle Bereiche des Lebens werden durch die Corona-Pandemie beeinflusst – besonders im Bereich des Verkehrs. Bereits jetzt hat sich das Mobilitätsverhalten stark verändert. Das gilt auch für unsere Zukunft.

Ein winziger Virus hat das gesamte Leben auf den Kopf gestellt und wird auch unsere zukünftige Mobilität ein Stück weit verändern. Das meint jedenfalls das Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). In einer aktuellen Studie haben sie untersucht, wie sich die Corona Krise auf das Mobilitätsverhalten der deutschen Bevölkerung auswirkt. Die Forscher interessierten sich dafür, welche Verkehrsmittel die Befragten in der Krise nutzen und wie wohl sie sich dabei fühlten. „Es ist eindeutig, dass die Corona-Pandemie unser Mobilitätsverhalten grundlegend verändert. Insbesondere die öffentlichen Verkehrsmittel müssen eine Durststrecke überbrücken und brauchen Unterstützung. Vieles weist darauf hin, dass Auto und auch Fahrrad als Gewinner aus der Krise hervorgehen werden“, erklärt Prof. Barbara Lenz, Direktorin des DLR-Instituts für Verkehrsforschung.

Personennahverkehr verliert dramatisch

Während des kompletten Corona-Lockdowns hat sich das Kfz-Verkehrsaufkommen stark reduziert. Je nach Region ist die Auslastung des öffentlichen Personennahverkehrs um 50 bis 80 Prozent geschrumpft, so der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Auch die E-Scooter-Anbieter Lime und Bird haben ihre Dienste in Europa komplett eingestellt, nachdem die Nutzerzahlen um bis zu 80 Prozent zurückgegangen sind. 2020 könnte ein Jahr werden, in dem Lime, Bird und andere Anbieter kaum Geld verdienen. Einige Firmen werden deshalb vermutlich vom Markt verschwinden.

Pkw ist Gewinner beim Wohlfühlfaktor

Wenn es um den Wohlfühlfaktor geht, weist der privat genutzte PKW gegenüber anderen Verkehrsmitteln in der jetzigen Zeit einen deutlichen Vorteil auf. Fast alle Befragten gaben an, sich im Auto wohler oder genauso wohl zu fühlen wie vor der Krise. Das ist bei keinem anderen Verkehrsmittel der Fall. Auch der Bundesverband des Fuhrparkmanagements prophezeit eine Veränderung im Mobilitätsverhalten – allerdings in den Fahrzeugflotten von Firmen. Der Verband vertritt die Meinung, dass die Bedeutung von Elektroautos in Firmenflotten zunehmend wachsen wird. 

Das Thema alternative Antriebe ist in den Fuhrparks angekommen und wird auch ernsthaft verfolgt

Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement Tweet

Schritt für Schritt zur E-Mobilität

Der Weg zur E-Mobilität in Unternehmen ist noch lang. Laut einer aktuellen Erhebung der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) verfügen gerade mal vier Prozent aller Firmen über Elektrofahrzeuge – das sind genauso viele wie vor einem Jahr. 

Ich glaube, dass wir in den nächsten ein, zwei Jahren eine deutliche Entwicklung sehen werden.

Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement Tweet

Von heute auf moregn ließen sich die Flotten nicht umstellen. Warum der Weg zu Elektroautos in den Fuhrparks noch lang sein wird, sei auch eine Frage der Psychologie. Weil das nötigste Fachwissen fehlt, sind Betreiber von Fuhrparks eher skeptisch gegenüber E-Autos eingestellt. Besonders Themen wie Handhabbarkeit, Planbarkeit und Reichweite spielen eine große Rolle und stellen gleichzeitig Hürden dar.

E-Autos sind wirtschaftlich

LadestationStärkere Batterien, längere Reichweiten und bessere Wartung: Elektroautos können mittlerweile auch unter wirtschaftlichen Aspekten beim Einsatz in Firmenflotten mithalten. Trotzdem werden Verbrennungsmotoren weiterhin Bestandteil von Flotten sein. Noch gelten sie als unumgänglich, wenn es um längeren Strecken geht. Kein Wunder, dass laut Deutscher Automobil Treuhand die Diesel-Quote in Firmenflotten aktuell bei 80 Prozent liegt. Im Gegensatz zu reinen Elektrofahrzeugen sind Hybrid-Autos stärker in Firmenflotten vertreten. Weil diese vor allem im Verbrenner-Modus genutzt werden, rechnet sich ein Hybrid-Fahrzeug kaum – und das trotz steuerliche Vorteile.

Neue Trends durch Corona

Die Krise begünstigt Trends, etwa die breitflächige Etablierung von Home-Office-Arbeit, die zukünftig Bestandteil jeder Unternehmenskultur wird. Zusätzlich entstehen viele weitere Trends:

Individuelle Mobilität statt ÖPNV

Vor der Krise galt der ÖPNV als Heilsbringer, nicht zuletzt wegen des geringen CO2-Ausstoßes. Mittlerweile gehen viele Verkehrsexperten davon aus, dass das ÖPNV-Angebot in Deutschland sich verkleinern wird. Viele nicht kommunale Bus- und Bahnunternehmen werden vermutlich ihren Betrieb einstellen müssen. Der Zulauf für Shared Mobility-Angebote könnte sich ebenso verringern, weil Menschen es vermeiden in nicht desinfizierte Fahrzeuge zu steigen. Das eigene Auto bleibt die Nummer eins. Auch Anbieter wie Moia oder Clevershuttle werden die Krise selbst nach dem Shutdown noch deutlich spüren.

Fahrräder mit Nutzungszuwachs

Elektrofahrrad steht auf Straße vor roter Tram
Elektrofahrräder sind voll im Trend.

Viele Menschen mit und vor allem ohne Auto sind auf das Fahrrad umgestiegen. Unter anderem deshalb, weil der öffentliche Nahverkehr in einigen Regionen fast vollkommen eingestellt wurde. Professor Stefan Gössling, Gründer des Mobilitätsforschungsinstituts „Transportation Think Tank“ (T3), sieht in der Corona-Krise sogar die Chance, das Fahrrad als Hauptverkehrsmittel zu etablieren. So sehen das auch Vertreter der Zweirad-Branche: „Wir erleben derzeit einen enormen Run auf die Fahrradläden. Ohne von einem Gewinner der Krise reden zu wollen, muss man festhalten, dass das Fahrrad gerade einen besonderen Moment erlebt”, bestätigt David Eisenberger, Leiter Marketing und Kommunikation beim Zweirad-Industrie-Verband, der etwa 100 Unternehmen der Fahrradindustrie vertritt. Neben denen, die ohnehin eine Neuanschaffung geplant hätten, gebe es auch viele Kunden, die das Rad für sich wieder entdeckten.

Großer Umsatz mit E-Bikes

Freiheit ohne Maskenpflicht bietet das Fahrrad. Man kommt virenfrei zur Arbeit und das Dauertreten stärkt Immunsystem sowie Lungen. Ein Grund, warum der Markt boomt. Im vergangenen Jahr erzielten Fahrräder und vor allem die immer beliebteren E-Bikes gut 4,2 Milliarden Euro Umsatz – 34 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Plus ging vor allem auf die hochpreisigen E-Bikes zurück, deren Verkäufe um rund dreißig Prozent zugenommen haben. Vielleicht ein Zeichen für die Zukunft.

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E-Mobilität: Machbarkeitsleitfaden für den Fuhrpark

Viele Wege führen zum sauberen Strom. Man muss nur wissen wie. Mit der richtigen Planung lässt sich die Elektromobilität wirtschaftlich sinnvoll in gewerbliche Flotten integrieren.

E-Mobilität: So rüsten Sie gezielt um

Leise und wartungsfreie Fahrzeuge. Dazu noch umweltfreundlich, sparsam und staatlich gefördert – viele Fuhrparkleiter träumen von einer Flotte mit Elektroautos. Allerdings schreckt der Aufwand die Verantwortlichen häufig von der Umsetzung ab. Denn die Entscheidung für E-Autos im Firmenfuhrpark ist unmittelbar mit der Frage nach einer effizienten Ladeinfrastruktur verbunden. Es braucht Zeit und fachlichen Rat, um sich mit der neuen Unternehmensmobilität auseinander zu setzen. Die alles entscheidende Frage lautet jedoch, wann die Umstellung des Fuhrparks auf Elektroautos Sinn ergibt.

Motive für E-Mobilität klären

Auf jeden Fall will die Umstellung gut geplant sein und Unternehmen sollten sich über ihre Motive klarwerden. Wer vor allem aus ökologischen Gründen auf Elektroautos umsteigen möchte, muss seine Fahrzeuge nur mit Strom aus regenerativen Energiequellen laden. Sonst gibt es bei der ökologischen Gesamtbilanz des Fahrzeugs kaum einen Unterschied zum Verbrennungsmotor. Ein weiterer Punkt auf dem Weg zur E-Mobilität ist eine ausreichende Analyse des Fuhrparks. Kann ich Mitarbeitern ein perfektes Fortbewegungsmittel für die persönlichen Bedürfnisse zur Verfügung stellen? Reichen Komfort und Reichweite aus? Wo gibt es Potenziale für Kosteneinsparungen und in welchen Bereichen ist die Umstellung auf Elektrofahrzeuge sinnvoll? Nur wer aufgrund dieser Erfahrungen plant, kann wichtige Erkenntnisse für die Umstellung ableiten.

Ladeinfrastruktur ist wichtig

Wo tanke ich meine E-Autos im Fuhrpark schnell auf? Am besten dort, wo das Auto steht, also am Firmenstandort, unterwegs oder am Wohnort des Mitarbeiters. Wer sich eMobility-as-a-Service auf seine Fahnen schreibt, sollte Lade-, Flotten- und Infrastrukturmanagement so zusammenführen und automatisieren, dass sich IT-Systeme in Zukunft in verschiedene digitale Ökosysteme einbinden lassen. So lässt sich Elektromobilität am besten und ohne viel Aufwand in bestehende Fahrzeugflotten integrieren.

Ladelösungen für alle Fahrzeuge

Weil der Fuhrpark häufig aus vielen Fahrzeugen besteht, die alle unterschiedlichsten Ladebedarf haben, entsteht auch ein spezielles Ladeprofil. Einige Fahrzeuge müssen schnell geladen werden, Transporter wiederum lassen sich bequem über Nacht elektrisch aufladen. Tanken geht aber auch zu Hause an der eigenen Wallbox, während die Energie-Abrechnung über das Unternehmen läuft. Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, muss die ständige Funktionsfähigkeit der Ladestationen gewährleistet sein. Aber auch wer zu welchem Zeitpunkt wieviel geladen hat, ist wichtig. Damit alle Informationen gebündelt erfasst werden, benötigt der Fuhrpark intelligente Ladelösungen.

Welche Ladestation ist die Richtige?

Ladestationen auf Parkplatz
Frei öffentliche Ladestationen auf einem Unternehmensparkplatz.

Fuhrparkmanager haben die Qual der Wahl bei Ladestationen: Ob Wallbox oder Multi-Stations-System mit Highspeed – die optimale Lösung hängt immer von verschiedenen Faktoren ab. Betreibern kleinerer Fuhrparks mit bis zu fünf Elektrofahrzeugen reichen zwei bis drei Ladestationen ohne IT-Intelligenz aus. Sie lassen sich in die Ladestationen der vorhandenen Hausinstallation integrieren. Für größere Fuhrparks mit intelligenter IT-Lösung gilt:

• Wie lässt sich die vorhandene Infrastruktur nutzen?

• Wie viele Fahrzeuge sollen gleichzeitig schnell aufgetankt werden?

• Welche elektrische Leistung steht am Standort zur Verfügung?

• Welche Investitionssumme kommt auf mich zu?

Wie bei den meisten Systemen eignet sich nicht jede Hardware für alle Flotten. Im wesentliche hängt die Ladezeit ab vom verbauten Ladegerät im E-Auto. Die Spanne liegt hier bei einer Leistung zwischen 3,7 kW bis 50 kW – bei High-Power-Charging (HPC)-Netzwerk mit Ladeleistungen sogar bis zu 350 kW. Die Integration von Photovoltaik schafft noch zusätzliches Sparpotenzial.

Verantwortlichkeiten klären

Betreibt ein Unternehmen seine Ladestation nicht selbst, kann der Betrieb ganzheitlich an spezialisierte Ladenetzbetreiber ausgelagert werden. Das hat den Vorteil eines ständigen technischen Supports mit vielen Vorteilen. Installation, Inbetriebnahme, Wartung, Monitoring oder die Kundenhotline sind nur einige der wichtigsten Vorteile. In diesem Fall liegt die Verantwortung zwar außerhalb des Betriebs, dafür wächst aber die Zuverlässigkeit beim Einsatz durch kontinuierlichen Service.

Verrechnung und Zuordnung

Um einzelne Ladevorgänge den richtigen Kostenstellen zuzuordnen und Verbrauchsdaten und Kilometerstände zu erfassen, braucht es ein zuverlässiges Management. So sollten Verantwortliche festlegen, wer laden darf und wie die Ladestation freigeschaltet wird. Ein Zugangsschutz via RFID-Karte macht sich gerade in Gemeinschaftsgaragen oder gemischten Firmenparkplätzen bezahlt. Dadurch wird gewährleistet, dass die Ladestation nur von berechtigten Personen benutzt werden kann. Sinnvoll ist zusätzlich ein vernetzter Abrechnungsservice für Gäste. Aber auch Fahrern eines elektrischen Firmenwagens ermöglicht dieser Service den geladenen Strom zuhause, ohne Aufwand mit dem Arbeitgeber abzurechnen.

Leitfaden für Umsteiger auf E-Mobilität

Die ausführliche Analyse ist das wichtigste Instrument, um herauszufinden, ob sich der Umstieg auf Elektrofahrzeuge wirtschaftlich dauerhaft lohnt. Die wichtigsten Punkte haben wir für Sie zusammengetragen:

  1. Beratung suchen: Einige Bundesländer bieten kostenlose und ausführliche Beratungstermine zum Umstieg. Besprochen werden u.a. Vorteile der Elektromobilität, Identifizierung von Potenzialen im Unternehmen zur Integration von E-Mobilität, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und Fördermöglichkeiten.
  2. Auslastung überprüfen: Schaut man sich die Fahrtenbücher an, wird klar, wie hoch die Auslastung ist. Daraus ergibt sich, welche Fahrzeuge problemlos eingespart werden können.
  3. Analyse: Es ist ratsam, grundlegende Daten zu erheben wie Standorte der Fahrzeuge, Nutzungszeiten und Länge der täglichen Strecken.
  4. Infrastruktur checken: Welche Fahrzeuge können mit welchen Ladelösungen kurz-, mittel- und langfristig elektrifiziert werden? Dazu muss klar sein, welche Reichweiten nötig sind und wie schnell sich die Akkus aufladen lassen.
  5. Sanfte Umsetzung: Als Testballon hat sich die stufenweise Einführung von E-Autos an einem Standort bewährt. Nach erfolgreicher Testphase können weitere Standorte umgerüstet werden.
  6. Der Mix macht’s: Auch die Integration von Carsharing und Fahrrädern ist sinnvoll.
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Tipps für eine nachhaltigere Fuhrpark-Strategie

Im Unternehmen lässt sich mit wenig Aufwand der ökologische Fußabdruck deutlich verringern, indem man die Firmenflotte nachhaltig ausrichtet. Wie das am besten funktioniert, stellen wir Ihnen hier vor.

Grün fährt vor​

Die nachhaltige Mobilitätswende kommt laut einer aktuellen Studie von Statista langsam ins Rollen: Im Jahr 2019 wurden in Deutschland mit rund 63.300 Elektrofahrzeugen so viele Pkw mit reinem Elektroantrieb neu zugelassen wie nie zuvor. Die Anzahl der Neuzulassungen von Elektroautos hat sich seit dem Jahr 2015 nahezu verdreifacht. Auch 2020 geht es für Pkw mit Elektroantrieb mit Elan weiter – seit Jahresbeginn wurden rund 26.000 Exemplare neu zugelassen. Auf Firmenseite ganz vorne dabei ist die Deutsche Post DHL Group. Auf 10.000 Elektrofahrzeuge sowie 12.000 E-Bikes und E-Trikes ist die grüne Flotte bis Mitte 2019 angewachsen. Diesen Trend belegt eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Demnach halten rund 80 Prozent der befragten deutschen Mittelständler eine nachhaltige Betriebsführung für wichtig oder gar sehr wichtig.

Umweltbewusstsein wächst stark

Auf der einen Seite wächst das Umweltbewusstsein stetig. Auf der anderen Seite scheitern Unternehmen häufig an der Umsetzung eines nachhaltigen Mobilitätskonzeptes. In vielen Fällen deshalb, weil ein griffiges Konzept fehlt. Nachhaltigkeit wird auch zunehmend zu einer Imagefrage, da Verbraucher immer sensibilisierter auf das Thema reagieren. Eine Onlinebefragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov für das Handelsblatt ergab zudem, dass es für 68 Prozent der Befragten wichtig ist, dass sich ihr Arbeitgeber ökologisch engagiert. Doch wie stellt man am besten die Weichen für ein nachhaltiges und umweltfreundliches Fuhrparkmanagement? Hier ein paar Tipps.

1. Technik nutzen

  • Fuhrparksoftware auf Tablet geöffnet
    Fuhrparkleiter zeigt einer Fahrerin die Routendokumentation einer Fuhrparksoftware.
    Ohne Telematik-Systeme läuft im Fuhrpark wenig. Als Stütze jeder Nachhaltigkeitsstrategie liefern sie alle Daten, um messbare Ziele für das Unternehmen zu setzen. Nur so lässt sich die CO2-Emission der Flotte dauerhaft senken.
  • Mit GPS-Tracking Software können Leerlaufzeiten der Flotte durch gezielte Warnungen für die Fahrer reduziert werden.
  • E-Autos, Hybridantrieb, Wasserstoff: Wer sich auf neue Technologien einlässt, der kann in Ruhe schauen, welches Sparpotenzial rauszuholen ist. Zusätzlich kommt das Unternehmen möglicherweise an staatliche Fördermittel.
  • Aber auch ältere Fahrzeuge können durch kleine aerodynamische Optimierungen Kosten und damit Sprit sparen.
  • Mit einem Electric Vehicle Suitability Assessment–Tool (deutsch: Eignungsbewertung für Elektrofahrzeuge) lässt sich bestimmen, welche Ihrer konventionellen Fahrzeuge Sie durch elektrische Alternativen im gewerblichen Fuhrparks ersetzen können. Zusätzlich wertet sie Fahrprofile des Unternehmens aus und bietet Analysemöglichkeiten, um Fragen zu beantworten, die sich bei der Einführung von Elektrofahrzeugen stellen.

2. Menschen mit einbeziehen

Laut Expertenmeinung beeinflusst die Fahrweise der Mitarbeiter den Kraftstoff verbrauch einer Flotte um bis zu 20 Prozent. Bestenfalls verankert man deshalb ein allgemeines Spritspartraining im Dienstwagenüberlassungsvertrag. Aber es gibt noch weitere Tipps, um der Umwelt etwas Gutes zu tun:

  • Durch regelmäßige Fahrerschulungen können die Mitarbeiter gezielt zu einem umweltfreundlichen Fahrstil motiviert werden.
  • Dauerhafte Fahrermotivation durch Belohnung: Die Fahrer mit dem niedrigsten durchschnittlichen Verbrauch an Kraftstoff bekommen Sach- oder Finanzprämien. Das steigert die Verantwortung und führt zu einem bewussteren und besseren Umgang mit dem Fahrzeug. 
  • Alle für ein Ziel! Wenn nachhaltige Konzepte und Strategien als Team im Unternehmen erarbeitet werden, dann verändert sich die Unternehmenskultur positiv. Mitarbeiter fühlen sich als wichtiges Rädchen innerhalb des Unternehmens.
  • Ganzheitliches Denken der Mitarbeiter: Der Weg zum grünen Unternehmen führt nicht allein über den Pkw. Denken Sie auch an E-Fahrräder und recyelbares Material des Fuhrparks.
  • Umweltbewusstsein fördern: Seit „Fridays For Future“ ist Nachhaltigkeit und die Umwelt im Fokus der Bevölkerung. Warum also nicht Fahrgemeinschaften oder Carsharing unter Mitarbeitern bilden? Oder sogar auf alternative Transportmittel wie öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad zurückgreifen. Möglicherweise können diese Muster auch auf den Fuhrpark übertragen werden.
  • Gerade beim Mobilitätsmanagement ist die Personalabteilung und in großen Betrieben auch das Reisemanagement gefragt. Unnötiges Reisen kann durch Telefon- oder Video- Konferenzen vermieden werden sowie gleichzeitig Zeit, Kosten und Nerven sparen.

3. Pflege gut, alles gut

  • Reifen werden gewaschen
    Bei der Fahrzeugreinigung können umweltfreundliche Putzmittel eingesetzt werden.
    Wer sein Fahrzeug liebt, kümmert sich regelmäßig und vorausschauend um den Dienstwagen. Zu späte Ölwechsel, niedriger Reifendruck oder Überladung können sich negativ auf den Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge auswirken.
  • Schulung hilft: Falsch eingesetzte Plug-In-Hybride können der Umwelt unter gewissen Umständen schaden. Etwa dann, wenn Fahrer die Batterie nur selten laden und der Firmenwagen fast ausschließlich mit Benzin läuft.
  • Auch die Wahl der Werkstatt hat großen Einfluss auf die Nachhaltigkeit. Umweltfreundliches wiederaufbereitetes Motoröl ist so gut wie neues – und ist in vielen Werkstätten erhältlich.
  • Leichtlaufreifen haben einen geringeren Rollwiderstand und verringern den Spritverbrauch um einen halben Liter pro 100 Kilometer.
  • Alternative Pflege ohne Wasser: Einige Firmen nutzen biologisch abbaubare Reinigungsmittel und reinigen mit diesen sogar auf dem Firmengelände.

4. Sichtweise ändern

  • Regional agieren: Auch die gesamte Lieferkette zählt zur Nachhaltigkeit. Ein Produkt aus der Region legt eine kürzere Strecke zurück als andere Waren. Wer eine Kooperation mit lokalen Anbietern und anderen Firmen eingeht, stößt weniger CO2 aus und trägt zu einer besseren Umwelt bei.
  • Cool bleiben: Lassen Sie die Klimaanlage nicht unnötig lange und stark laufen. Auf 100 Kilometer verbraucht das Kühlaggregat bis zu 2 Liter mehr Treibstoff.
  • Ziele im Auge behalten: Haben Sie Ihre Ziele stets im Fokus und erstellen Sie regelmäßige Berichte nach einem festen Terminplan.
  • Zu Hause arbeiten: Großes Einsparpotenzial bietet das Arbeiten im Home Office. Selbst wenn Mitarbeiter nur einen Tag in der Woche im Home Office verbringen, kann das für die Umwelt einiges bewirken.

Alles Infos zur Nachhaltigkeit im Fuhrpark

Alternative Antriebe: Status Quo und Trends

Neue Antriebe braucht das Land: Elektroautos, Hybrid-Fahrzeuge, Plug-In-Hybride und Autos, die mit Erdgas (CNG) oder Autogas (LPG) fahren, sind die passende Alternativen zum Verbrennungsmotor. Welche Arten sich durchsetzen und wie die Zukunft aussieht, lesen Sie hier.

Alternative Antriebe erfreuen sich bei deutschen Autofahrern großer Beliebtheit. Laut einer aktuellen Umfrage „Autostudie 2020“ der Targobank stehen Hybridantriebe mittlerweile sogar deutlich höher in der Gunst der Autokäufer als der Diesel. Als guten Kompromiss aus geringer Umweltbelastung und Reichweite favorisieren den Hybridantrieb sogar 73 Prozent der Befragten. Danach folgen batterieelektrische Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotor und Autos mit Wasserstoffantrieb. Alternative Antriebe schaffen es, sowohl Umwelt-und Gesundheitsgefahren zu reduzieren und gleichzeitig individuelle Mobilität zu ermöglichen. Welche Antriebskonzepte für den Fuhrpark geeignet sind, hängt maßgeblich mit dem Einsatz der Fahrzeuge zusammen – die Reichweiten variieren stark.

Autogas und Hybrid weit vorn

Einige revolutionäre Antriebe und Ideen haben Wissenschaftler mittlerweile umgesetzt. Doch nur die wenigsten können in der Praxis überzeugen. So erreichen reine elektro- und wasserstoffbetriebene Fahrzeuge noch nicht die volle Praxistauglichkeit. Die Nase vorn haben Autogas (LPG), Erdgas (CNG) und Hybrid. Vorteile erzielen Elektrofahrzeuge beim Lieferverkehr auf der letzten Meile. Das beweist die Deutschen Post DHL Group mit dem Streetscooter, einem kleinen Transporter. Auf 10.000 Elektrofahrzeuge sowie 12.000 E-Bikes und E-Trikes ist die grüne Flotte bis Mitte 2019 angewachsen. Es geht also auch elektrisch, wenn man weiß, dass die Technologie eher auf Kurzstrecken nützlich ist. Fahrzeuge mit Hybridantrieb können die drei bis vierfache Strecke im Gegensatz zu Elektrofahrzeugen zurücklegen. Fahrzeuge, deren Antrieb auf Erd- oder Autogas beruht, sowie der Elektromotor mit Brennstoffzelle liegen hier im Mittelfeld.

Welcher Antrieb darf es sein?

Elektro-Antrieb

Elektroauto wird geladen
Elektroautos erzeugen keine Emissionen und sind daher besonders nachhaltig.

Das Elektroauto tankt man schnell und effizient auf – neue Ladegeräte füllen die Batterie in nur 30 Minuten. Doch wie weit kommt man mit einer Batterieladung? Die Auswertung des ADAC von aktuellen Modellen ergab eine mittlere Reichweite von 260 Kilometern. In ihren Tests erreichten die Fahrzeuge zwischen 185 Kilometern bis zu über 400 Kilometern bei den hochpreisigen Modellen. Gegenüber konkurrierenden Antrieben fällt der Elektroantrieb deutlich ab. Es gibt jedoch Faktoren, die Reichweiten der E-Autos zusätzlich mindern können. Dazu zählen die starke Nutzung von Heizung, Klimaanlage, Radio, Sitzheizung oder beheizbarer Heckscheibe. Aber auch häufiges Beschleunigen, Bremsen und bergauf fahren.

Vor- und Nachteile

  • Keine direkten Emissionen
  • Schweres Fahrzeug
  • Reichweite begrenzt

Hybrid-Fahrzeuge

Es ist eine der populärsten neuen Technologien: der Hybrid-Antrieb, also die Kombination verschiedener Antriebskonzepte oder Energiequellen. Auf der Straße sind in der Regel Hybride mit Elektro- und Verbrennungsmotor zu finden. Die Energie wird beim Bremsen durch Energierückgewinnung in einer Batterie gespeichert und beim Beschleunigen an den Elektromotor abgegeben – so reduziert sich der Verbrauch des Benzinmotors. Die Reichweite des Hybrid-Antriebs liegt im Schnitt bei 850 Kilometer.

Plug-In Hybride

Bei einem Plug-In Hybrid lässt sich die Batterie zum Antrieb des Elektromotors auch über das Stromnetz aufladen und können länger rein elektrisch fahren, als Hybride. Auch Plug-In Hybride haben eine hohe Reichweite. Diese liegt bei durchschnittlich 820 km pro Tankfüllung und Batterieladung.

Vor- und Nachteile

  • Niedriger Verbrauch in Stadt
  • Emissionsfrei auf kurzen Strecken
  • Hohe Reichweite
  • Fahrzeug ist sehr schwer
  • Eingeschränkter Platz im Kofferraum

Erdgas (CNG und LNG)

Das kostengünstige und umweltfreundliche Erdgas wird in zwei Varianten geliefert: Komprimiertes Erdgas CNG (Compressed Natural Gas) und flüssiges Erdgas LNG (Liquified Natural Gas). Bei PKW ist CNG mit einem zusätzlichen Benzintank am weitesten verbreitet, im Nutzfahrzeugbereich dominiert dagegen LNG. Mit einem vollen Erdgastank kann man im Schnitt 400 Kilometer fahren.

Vor- und Nachteile

  • Geringerer CO2-Ausstoß gegenüber Benzin
  • Preisgünstig
  • Steuerermäßigung bis 2026
  • Tankstellennetz nicht flächendeckend
  • Eingeschränkter Platz im Kofferraum

LPG

Viele setzten ihre Hoffnungen ins Flüssiggas LPG (Liquefied Petroleum Gas). Was macht Autogas reizvoll? Es kostet derzeit etwa 55 Euro-Cent pro Liter und verbrennt deutlich sauberer als Benzin oder Diesel. Es entsteht kein Ruß. Stickoxide sinken gegenüber einem Benziner um 20 und im Vergleich zu einem Dieselmotor um über 95 Prozent. Weiterer Vorteil: Das Tankstellennetz ist deutlich besser ausgebaut als bei Erdgas. Die Auswahl an Neufahrzeugen mit LPG-Antrieb ist sehr begrenzt.

Vor- und Nachteile

  • Schadstoffarm Verbrennung
  • Preisgünstig
  • Steuerermäßigung bis 2022
  • Höherer Verbrauch gegenüber Benzin

Brennstoffzelle

Bislang ist die Anzahl der E-Autos mit Brennstoffzelle noch sehr überschaubar: Gerade mal sechs Modelle mit Wasserstoff im Tank gibt es derzeit im Handel zu kaufen. Statt eines Verbrennungsmotors sorgt hier ein Elektromotor für den Antrieb, während die Energie aus einer Brennstoffzelle samt Pufferbatterie gespeist wird. Der ganze Prozess läuft emissionsfrei ab, lediglich Wasserdampf wird freigesetzt. Mit einem vollen Wasserstofftank beträgt die Reichweite zwischen 400 und 500 Kilometer. Allerdings ist die Dichte der Wasserstofftankstellen in Deutschland noch sehr gering – deshalb handelt es sich eher um eine Zukunftstechnologie. Für ein flächendeckendes Netz in Deutschland müsste man über 1000 Wasserstofftankstellen bauen. Zurzeit sind es weniger als 100. Und auch die Speicherung des Treibstoffs ist bislang noch problematisch: Die Tanks sind groß und schränken den Nutzraum des Fahrzeugs deutlich ein.

Vor- und Nachteile

  • Emissionsfrei
  • Hohe Reichweite
  • Energieintensive Herstellung
  • Nur wenige serienreife Modelle
  • Fehlende Infrastruktur

Blick in die Zukunft

Das Thema alternative Antriebe ist in den Fuhrparks angekommen und wird auch ernsthaft verfolgt

Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbands Fuhrparkmanagement Tweet

Das Rennen wird um den zukünftigen Antrieb wird zwischen den aufgeführten alternativen Antrieben entschieden werden. Doch neben der Entwicklung neuer Antriebe setzt die Branche auf die Entwicklung des autonomen Fahrens. Für Deutschland gehen Experten des ADAC davon aus, dass autonomes Fahren sich eher langsam durchsetzt. Erst ab 2040 wird demnach damit gerechnet, dass Pkw wirklich selbständig von Tür zu Tür unterwegs sind.

Alles Infos rund um Nachhaltigkeit im Fuhrpark

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Elektrofahrzeuge im Fuhrpark: Trends und Entwicklungen

Elektroautos sind nicht nur gut fürs Image, sondern bringen zusätzlich steuerliche Vorteile und geringere Wartungskosten mit sich. Aber was sind die beliebtesten Fahrzeugmodelle und welche Neuerungen gibt es auf dem Markt? Hier finden Sie die Antworten.

Die Investitionen in Elektroautos erlebt einen regelrechten Boom. Der Anteil von E-Autos in deutschen Flotten ist nach Expertenmeinung stark gestiegen. Hört sich gut an, die Wahrheit sieht aber anders aus – denn in vielen deutschen Fuhrparks steht noch gar kein E-Auto in der Garage. Ein Anstieg ist jedoch zukünftig absehbar, aufgrund von Förderungen durch die Politik sowie eine ansteigende Produktion der Konzerne.

Es wird einen Boom werden. Der beginnt jetzt erst. Erstens funktionieren die Prozesse schneller und zweitens sind jetzt auch Fahrzeuge lieferbar. Das hatten wir bis vor einem Jahr noch nicht

Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbandes E-Mobilität Tweet

Förderungen für E-Autos

Elektroauto lädt an Ladestation
Der Bund fördert für Unternehmen Ladeinfrastrukturen.

Dabei erzeugt der Staat schon viele Anreize zum Kauf. Wer ein Elektroauto oder Hybridfahrzeug als Dienstwagen auch privat nutzt, muss seit Januar 2019 monatlich 0,5 statt ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Zusätzlich fließen milliardenschwere Förderungen, um die Nachfrage anzukurbeln. So sind sie Zuschüsse bei E-Fahrzeugen bis zu einem Nettolistenpreis von 40.000 Euro von 4000 auf 6000 Euro und bei Fahrzeugen über 40.000 Euro Nettolistenpreis bis zu einer Grenze von 65.000 Euro auf 5000 Euro gestiegen. Bei Plug-in-Hybriden erhöhte sich der Zuschüsse je nach Listenpreis auf bis zu auf 4500 Euro. Hinzu kommt noch eine Ersparnis bei der Mehrwertsteuer von bis zu 570 Euro. Diese Maßnahmen zeigen Erfolg: Die Neuzulassungen von E-Autos stiegen im ersten Halbjahr 2019 um 58 Prozent auf rund 16.900 Pkw. Von vier Millionen Firmenwagen gab es laut Marktforschungsunternehmen Dataforce zum Jahresanfang rund 52.000 vollelektrische oder Plug-in-Hybride.

Die beliebtesten Modelle

Die klassischen Automarken liefen bislang im Rennen um die Marktherrschaft dem US-Konzern Tesla hinterher. Das ändert sich langsam. In Deutschland hat sich Tesla zwar als Marktführer bei Elektroautos durchgesetzt. Doch die Spitzenposition im Ranking der am häufigsten zugelassenen Modelle hat derzeit der Renault Zoe inne, der zwischen Januar und Oktober 2019 auf 8.330 Neuzulassungen kommt. Insgesamt platziert sich Renault aber hinter Tesla, wenn es um die Marktführerschaft bei reinen Elektroautos in Deutschland geht. Hinter Tesla und Renault findet sich BMW (7.957) auf Platz drei. Das geht aus den Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes hervor.

Die Top Ten der Elektroautos in Deutschland

Von Januar bis Oktober 2019 ergaben sich nach Marken folgende Verkaufszahlen für Pkw: 

  • Tesla (9.301)
  • Renault (8.330)
  • BMW (7.957)
  • VW (6.208)
  • Smart (5.862)
  • Hyundai (4.497)
  • Audi (3.204)
  • Nissan (2.747)
  • Kia (1.751)
  • Jaguar (789)

Bei den Nutzfahrzeugen mit Stadttransportern erfreuen sich der Renault Kangoo Z.E., Nissan E-NV200, Streetscooter und Mercedes-Benz eVito größerer Beliebtheit. Die mit Reichweiten zwischen 150 und etwa 250 Kilometern sind die Transporter bevorzugt für kurze Strecken interessant. Trends für Elektrofahrzeuge lassen sich schwer voraussagen. Nur eines ist sicher – die Angebotsbreite wächst, die Batterien bekommen mehr Power und die Preise gehen runter. Schon werben Hersteller mit E-Autos ab 12.000 Euro. Vor ein paar Jahren waren diese Angebote noch nicht zu finden.


Wie auch bei jedem anderen Fahrzeug muss auch beim Elektrofahrzeug auf die Betriebserlaubnis geachtet werden.

E-Bikes: Ein wachsender Markt

Auch das Angebot an E-Bikes wächst stetig, weil die Motorvarianten leichter sowie kompakter werden und die Leistung nach oben geht. Dadurch wirken E-Bikes optisch gefälliger – so können sich Motoren mittlerweile bequem im Rahmen verstecken. Das überzeugt die Käufer: In Deutschland besitzen laut Zweirad-Industrie-Verband rund 75 Millionen Fahrräder – knapp fünf Millionen davon sind E-Bikes. Allein im letzten Jahr wurden rund eine Million Pedelecs verkauft. Immer mehr Hersteller trauen sich, mit unterschiedlichen Materialien und Produktionsprozessen zu experimentieren. Dass Teile eines Rahmens dabei aus dem 3D-Drucker kommen ist erst der Anfang. Der Bambusrad-Spezialist MyBoo etwa bietet E-Bikes mit Bambusrahmen an. My Esel aus Österreich schwört wiederum auf Konstruktionen mit Holz, die sich mit einem E-Antrieb kombinieren lassen. 

Neue E-Bike-Trends

Unsichtbare E-Motoren liegen voll im Trend. Bei einigen Herstellern verschwindet der gesamte Akku im Rahmen, ohne zu stören. Für alle, die etwas zu transportieren haben, gelten Lastenräder als willkommene Alternative zum Auto. Mit stabilen Konstruktionen und Transportboxen können die Cargoräder mittlerweile beträchtliche Lasten tragen. Wer bereit ist, zwischen 4.500 und 8.000 Euro anzulegen, darf sich über ein leistungsstarkes alternatives Fahrzeug freuen.

Das Fahrrad zur Miete

Frau fährt ein E-Bike am Strand
Elektrofahrräder bieten eine nachhaltige Alternative für Mitarbeiter in Städten zur Arbeit zu kommen.

Schon lange liegt die Frage in der Luft, warum es eigentlich keine Fahrräder zu leihen gibt? Also nach dem Prinzip des Leasings auf längere Zeit. Wer sonst als die Niederlande hat diese Idee aufgegriffen und erfolgreich umgesetzt. Jetzt befindet sich der Drahtesel zur Dauermiete auf dem Vormarsch. Die Speerspitze der neuen Bewegung bildet der Pionier Swapfiets, dessen Bikes mit blauem Vorderreifen auch in Deutschland das Stadtbild prägen. Die konventionellen Fahrräder gibt es für einen monatlichen Abopreis zwischen 16,50 und 19,50 Euro, der Wartung, Reparatur und Wiederbeschaffung einschließt. Geht etwas kaputt, erfolgt die Reparatur innerhalb von 24 Stunden durch den persönlichen Kundenservice. Dabei ist das Abo monatlich kündbar und beinhaltet auch Modell- und Standortwechsel. Neben konventionell angetriebenen Rädern werden mittlerweile auch Pedelecs angeboten – allerdings zu deutlich höheren Konditionen. Die Holländer waren die Pioniere und haben Mitbewerber wie VanMoof, SMAFO oder E-Bike-Abo dazu animiert, das Geschäftsmodell zu übernehmen.

Broschüre zu den Steuervorteilen bei Elektroautos

Mehr zum Thema Nachhaltigkeit im Fuhrpark

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So sparen Sie Kosten durch wirtschaftliches Fahren

Der Fahrer hat`s im Fuß: Viele Mitarbeiter verbringen den halben Tag auf der Straße. Wer vorausschauend fährt und einige Tipps beherzigt, der kann Sprit und damit bares Geld sparen.

Ökonomisches und ökologisches Fahren steht bei jedem Unternehmen im Fokus. Deshalb sind Mitarbeiter im Außendienst ganz besonders gefordert. Durch das richtige Know-how lassen sich der Verbrauch und die Emissionen aber auch der Verschleiß deutlich reduzieren. Von zentraler Bedeutung ist dabei das vorausschauende Fahren. Zusammen mit gezielten ECO-Trainingsmaßnahmen lassen sich damit nachweislich bis zu 14 Prozent Kraftstoff einsparen: Um mindestens einen Liter pro 100 gefahrener Kilometer senkt sich der Verbrauch durch diese Maßnahme. Bei einer Fahrleistung von 100.000 Kilometer im Jahr sind das bereits 1.000 Liter weniger Verbrauch. Eine große Kostenersparnis selbst für kleine Firmen. Doch wie erreichen Firmen dieses Ziel? Wir haben einige einfache Tipps zusammengestellt.

Frühzeitig schalten, später losfahren

  • Im kalten Zustand braucht jeder Motor mehr Kraftstoff. Deshalb den Motor schonend auf Betriebstemperatur warm fahren. Vorteil: Das schont nicht nur die Umwelt, sondern besonders das Konto. 
  • Den Verkehr immer richtig einzuschätzen, das ist ebenfalls ein Garant für wirtschaftliches Fahren. Denn wer mit ausreichend Abstand zum Vordermann unterwegs ist, fährt sicherer und kann Geschwindigkeitsunterschiede besser ausgleichen. So lässt sich der Verschleiß der Bremsen minimieren. 
  • Häufiges Bremsen und unnötiges Beschleunigen kosten Sprit, Zeit und Geld. Die Beschleunigungsphasen sollten nur so lange erfolgen wie unbedingt nötig.
  • Wer schnell die gewünschte Reisegeschwindigkeit erreicht, verbraucht bei konstanter Fahrt weniger Sprit. Unnötige Schaltvorgänge sollten Fahrer vermeiden. 
  • Man kennt schon aus der Fahrschule den Spruch „Früh hoch, spät runter schalten“. Beim Beschleunigen also immer den Gang wählen, der den Drehmomentbereich des Fahrzeuges am besten ausnutzt. Bei neuen Modellen wird der perfekte Gang auf dem Display angezeigt. Das bedeutet, dass sich häufig auch in der Stadt im höchstmöglichen Gang fahren lässt. So senken Sie den Verbrauch und mindern die Lärmbelastung. 
  • Wer lange Rollphasen nutzt, der spart Sprit und schont gleichzeitig die Bremsen. Im höchsten Gang haben Fahrer die längsten Rollphasen. Je niedriger der Gang, desto größer wiederum die Bremswirkung des Motors. Also rechtzeitig den Fuß vom Gas nehmen, um so lange wie möglich im höchsten Gang über die Fahrbahn zu gleiten. 
  • Wer lange steht, sollte den Motor ausstellen. Aber nur dann. Denn jeder Startvorgang bedeutet Verschleiß an Motor, Starter und Batterie. Zu viele Startvorgänge verursachen unnötige Kosten.

Das hilft auch beim Spritsparen

  • Viele Wege wissen wir aus dem Kopf. Trotzdem sollten wir auch das Navigationssystem nutzen. Schließlich wissen die digitalen Helfer, wo sich aktuell Staus oder Baustellen befinden. So sparen die Fahrer Zeit, unnötigen Stress und können sich besser auf den Verkehr konzentrieren. 
  • Die Nutzung der Daten des Bordcomputers gibt Aufschluss über den Durchschnittsverbrauch und damit auch über den eigenen Fahrstil. So können Sie wirtschaftlicher fahren.
  • Sie sind praktisch, fressen aber auch Sprit. Klimaanlagen und Sitzheizungen sollte nur dann laufen, wenn man sie benötigt. 
  • Ein Tempomat ist in der Regel sinnvoll, um die Geschwindigkeit konstant zu halten. Nur nicht bei starken Steigungen, weil der Wagen dann unnötig Kraftstoff verbraucht.

Vom Reifendruck bis zur unnötigen Ladung

  • Unnötiger Ballast verursacht höhere Spritkosten. Wer regelmäßig seinen Firmenwagen aufräumt, fährt sparsamer. 
  • Zu geringer Druck der Reifen verursacht ebenfalls einen größeren Spritverbrauch. Deshalb sollte der Reifendruck ständig überprüft und notfalls angepasst werden. 
  • Immer noch den Dachgepäckträger auf dem Wagen? Dann mal schnell runter damit. Denn die Vorteile strömungsgünstiger Karosserien gehen durch den Dachträger verloren. Dadurch steigt der Luftwiderstand und der Verbrauch von Kraftstoff. 
  • Eine regelmäßige Inspektion hilft, Schwachstellen zu finden. Kaputte Luftfilter, Zündkerzen, Einspritzpumpen sowie Einspritzdüsen oder Elektrik reduzieren die Motorleistung und treiben gleichzeitig den Verbrauch gewaltig in die Höhe. Wer diese kleinen Tipps ernst nimmt, der kann zum Erfolg des Unternehmens beitragen.

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Fahrsicherheitstraining schützt den Fuhrpark und spart Geld

Im Straßenverkehr gibt es einige Situationen, die Fahrer im Alltag nicht üben können. Damit sie immer sicher ans Ziel kommen, bietet sich ein Fahrsicherheitstraining an. Geschult wird, wie man seinen Wagen auch unter schwierigen Bedingungen steuert.

Klar, fast jeder hält sich für den perfekten Autofahrer. Falls mal etwas schiefläuft oder der Verkehr stockt sind natürlich immer die anderen Schuld. Welche Rolle das eigene Auto im Leben spielt, dokumentiert eine große Umfrage der „Auto Bild“ aus dem letzten Jahr. Ohne ein eigenes Auto könnte ich nicht leben, sagten immerhin 65,4 Prozent. Ebenso kurios ist die Aussage, dass 41,9 Prozent behaupten, sie fahren lieber mit dem Auto in die Waschstraße, als dass sie zum Friseur gehen. Das Auto ist also ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens. Ein Grund, warum die Sicherheit an erster Stelle stehen sollte. Auch wenn es manch routinierter Autofahrer nicht hören möchte: Fahrsicherheitstraining ist nicht nur etwas für Fahranfänger. Nur hier lässt sich die richtige Reaktion in Gefahrensituationen trainieren – für die man im Alltag dann gerüstet ist. Und das gilt grundsätzlich für alle Fahrer, die beruflich unterwegs sein müssen.

Gefahrensituationen erlernen

Schon Mal eine Vollbremsung auf nasser Fahrbahn gemacht? Oder bei hoher Geschwindigkeit Slalom gefahren? Vermutlich nicht. Denn dafür gibt es im öffentlichen Raum kaum Möglichkeiten. Bei einem Fahrsicherheitstraining übt man genau diese Situationen und kann auf einem Übungsgelände auch Grenze überschreiten. Angeboten werden die Kurse über große Autoclubs wie ADAC, ACE oder AvD sowie von Dekra, Deutsche Verkehrswacht oder TÜV. Das Training wird nach den Richtlinien des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) durchgeführt und hat damit bei allen Anbietern einen identischen Lehrplan. Laut DVR unterstützen die meisten Berufsgenossenschaften und Unfallkassen Arbeitgeber bei der Durchführung von Sicherheitstrainings. Durch das Training können Sie zusätzlich sparen: Einige Versicherungsunternehmen gewähren Kunden Rabatte, wenn Sie an einem Fahrsicherheitstraining teilgenommen haben.

Von Vollbremsung bis Lenktechnik

Beim Fahrtraining wird das Bewusstsein dafür geschärft, Gefahren frühzeitig zu erkennen und durch vorausschauende Fahrweise zu vermeiden. Zu den Bestandteilen eines Fahrsicherheitstrainings gehören:

  • Lenktechnik
  • Slalomfahren
  • Gefahren- und Zielbremsung
  • Kurven fahren
  • Restgeschwindigkeitsermittlung und Bremswegschätzung 
  • Ein theoretischer Teil über die Fahrzeugphysik und die Unterstützung durch Fahrhilfen wie ABS, ESP und weitere Fahrassistenzsysteme

Im Fahrsicherheitstraining simulieren die Lehrer dann verschiedener Gefahrensituationen, die auch im Straßenverkehr auftreten können. Steigungen und Gefälle gehören ebenso dazu wie Wasser auf der Fahrbahn, um bei Aquaplaning und beim Ausbrechen des Fahrzeugs richtig zu handeln. Ebenso zählen sogenannte Eco-Trainings dazu, die Tipps zum energiesparenden Fahren enthalten. Dafür wird das Fahrverhalten des Fahrers analysiert.

Fahrsicherheitstraining ist steuerlich absetzbar

Wenn ein Unternehmer seine eigenen Mitarbeiter die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining ermöglicht, darf er die Kosten in unbegrenzter Höhe als Betriebsausgaben verbuchen. Ob das Fahrsicherheitstraining jedoch bei den Mitarbeitern zu steuerpflichtigem Arbeitslohn führt, hängt vom Einzelfall ab:

  • Sofern ein direkter Bezug zur beruflichen Tätigkeit besteht – etwa bei Außendienstmitarbeitern – ist das Fahrsicherheitstraining in voller Höhe steuerfrei. Hier unterstellt der Gesetzgeber, dass das eigenbetriebliche Interesse im Vordergrund steht – der Arbeitnehmer also keinen persönlichen Vorteil und somit keinen Arbeitslohn erlangt.
  • Besteht dieser Bezug nicht und es besteht lediglich privates Interesse, muss alles über der Freigrenze von 44 Euro pro Monat versteuert werden. In diesen Fällen kann der Arbeitgeber allerdings eine pauschale Steuer in Höhe von 30% übernehmen (§ 37b EstG).

Schadenquote im Fuhrpark wird reduziert

Neben der Erhöhung der Fahrersicherheit ergeben sich auch für das Unternehmen Vorteile. So kommt nach dem Fahrsicherheitstraining seltener zu Schäden oder Unfällen an den Fahrzeugen. Sinkt die Schadenquote sinken langfristig auch die Kosten des Fuhrparks. Denn dadurch lassen sich Versicherungssummen einsparen, da diese im Flottenbereich in Teilen auf Basis der Schadenquote berechnet werden. Zusätzlich trägt das Training zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs bei. Trotz anfänglicher Investitionen ist das Fahrsicherheitstraining also eine sinnvolle Maßnahme.

Erfahren Sie im folgenden Video mehr zum Thema Fahrersicherheitstraining

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