In ein paar Schritten zum winterfesten Fuhrpark

Der Beginn der kalten Jahreszeit läutet die Umstellung des Fuhrparks ein. Wir wissen, was jetzt zu tun ist, um mit dem Fuhrpark sicher durch den Winter zu kommen.

Um nicht vom plötzlichen Kälteeinbruch überrascht zu werden, sollte der Fuhrpark bereits in der Übergangszeit fit für den Winter gemacht werden. Ein winterfester Fuhrpark bildet den Grundpfeiler für die uneingeschränkte Mobilität bei Schnee und Eis. Zusätzlich erhöht er aber auch die Sicherheit aller Fahrer während der schwierigsten Witterungsphase. Wer seinen Firmenwagen hingegen nicht umrüstet, kann möglicherweise keine Kunden mehr besuchen und schwächt sein Geschäft. 

Rechtzeitig auf Winterreifen umstellen

Das wichtigste dürfte deshalb die vorgeschriebene Umstellung von Sommer- auf Winterreifen sein. Am besten handeln Fuhrparkmanager nicht erst dann, wenn die Witterung umschlägt, sondern bereits vorausschauend. Vorteil: Die Werkstätten sind nicht überlastet – so werden Wartezeiten verhindert. Da es keine konkrete Winterreifenpflicht gibt, empfiehlt sich hier grob der Zeitraum von Oktober bis Ostern für eine Winterbereifung. Für Lkws mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ist einer Winterbereifung auf der Antriebs- und Lenkachse verpflichtend.

Die richtigen Reifen für den Winter

WinterreifenWer Sparen möchte, der sollte schnell sein bei der Auswahl seiner Winterreifen. Günstige Angebote finden sich im Sommer, da die Händler noch ein Überangebot vorrätig haben und Platz im Lager schaffen wollen. Sind noch Winterreifen im Bestand, müssen diese auf jeden Fall überprüft werden. Sie sollten nicht älter als sechs Jahre sein, weil das Material sonst ermüdet und seine Funktionsfähigkeit einbüßt. Außerdem sollten Winterreifen die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern aufweisen, besser wäre sogar eine Profiltiefe von mindestens 4 Millimetern.

→ alles zum Thema Reifenmanagement und Beschaffung von Reifen

 Formular für die Reifeneinlagerung

Bei Unfall Mitschuld

Seit zweieinhalb Jahren gilt das sogenannte Alpine-Symbol als Vorschrift für Winterreifen. Vorher prangte auf den Reifen meist ein Zeichen wie M+S. Bis 2024 darf man mit dieser Kennzeichnung auch noch weiterfahren, danach müssen Winterreifen jedoch das Alpine-Symbol aufweisen. Fehlt dieser Standard, dann gehen Gerichte von einer mangelhaften Bereifung auf. Die Konsequenz: Führer des Fahrzeugs kann bei einem Unfall eine Mitschuld zugesprochen werden. Zusätzlich drohen dann noch Bußgelder.

Frostschutz- und Reinigungsmittel auffüllen

Gerade im Winter muss die Scheibenwaschanlage einwandfrei funktionieren. Viele vergessen im Herbst zu überprüfen, ob genügend Frostschutz- und Reinigungsmittel an Bord ist. Deshalb stets vor Abfahrt den Füllstand checken. Für Notfälle empfiehlt es sich, zusätzlich

Enteiser-Spray im Wagen zu haben, um Scheiben kurzfristig von Vereisung zu befreien. Zur Standardausrüstung im Firmenfahrzeug gehört aber auch ein Eiskratzer und in bergigen Gebieten natürlich Schneeketten

Batterie checken

Je älter eine Batterie ist, desto höher ist die Gefahr, dass sie bei Kälte streikt. Auch hier gilt vor dem Start in den Winter: Batterien prüfen und bei Bedarf rechtzeitig auswechseln. Ein passendes Starthilfekabel sollten Fahrer ohnehin stets im Auto zu haben. Übrigens: Die mittlerweile verbreitete und bequeme Start-Stopp-Funktion hat ihre Tücken. Denn die spezielle Batterie kann am Ende der Lebensdauer ohne Vorwarnung ausfallen. 

Licht an

Ein professioneller Licht-Test in der Werkstatt ist nicht teuer, bringt dafür aber eine sichtbare Erhellung. Denn hier überprüfen Fachmänner die korrekte Einstellung der Scheinwerfer. Nur wer mit guter Beleuchtung fährt, sorgt für ein ausreichend großes Sichtfeld und verhindert, dass andere Verkehrsteilnehmer geblendet werden.

Vorsicht Glatteis: Schulung von Mitarbeitern

Fahrer in Auto im WinterEiner der größten Unsicherheitsfaktoren bleibt der Mensch. Umso wichtiger ist eine defensive und den Witterungsbedingungen angepasste Fahrweise bei Eis und Schnee. Als Verantwortlicher für den Fuhrpark besteht die Pflicht, auf eine vorsichtige Fahrweise hinzuweisen. Hier bietet sich besonders ein auf die Jahreszeit angepasstes Fahrtraining an. TÜV, DEKRA und andere Spezialisten für Sicherheit bieten regelmäßig Kurse an, die Fahrer sicher durch den Winter bringen.

alles zu Fahrsicherheitstrainings 

Halterhaftung bei Poolfahrzeugen

Poolfahrzeuge erlauben es dem Unternehmen, mehrere Fahrer zu unterschiedlichen Zeiten auf einen Wagen zu buchen. Eigentlich eine gute Sache, doch diese Flexibilität könnte auch schnell zum Chaos führen. Denn bei Dienstfahrzeugen wie auch bei Poolfahrzeugen ist der Halter in der Regel das Unternehmen. Dieses kümmert sich häufig um andere Aufgaben als die Verwaltung des Fuhrparks. Daher kann die Unternehmensleitung die Halterverantwortlichkeit – nach sorgfältiger Dokumentation – an die Fuhrparkleitung übertragen. Dann muss der Fuhrparkverantwortliche seinen Halterpflichten wie Führerscheinkontrolle und UVV (Unfallverhütungsvorschriften) nachkommen. Bei so viel wechselndem Personal ist es bereits vorgekommen, dass die regelmäßige Führerscheinkontrolle oder die Fahrerunterweisung vergessen wird. Zusätzlich wird die Terminfindung für die Prüfung durch unregelmäßige Nutzung und Abwesenheit nicht einfacher.

 

Führerscheinkontrolle bei festgelegten Nutzern

Nur der regelmäßige Check der Originalführerscheine aller Fahrer schützt den Fuhrparkmanager vor rechtlichen Konsequenzen. Bei Poolfahrzeugen mit unterschiedlichen Nutzern sollte die Prüfung immer bei der Herausgabe eines Fahrzeugs an einen Fahrer erfolgen. Wenn es festgelegte Nutzer gibt, dann kann es auch einen anderen Kontrollzyklus geben – vereinfacht durch die elektronische Führerscheinkontrolle. Ist der Nutzerkreis von Poolfahrzeugen klar definiert, müssen die Führerscheine vor der ersten Fahrt jedes Fahrers und anschließend zwei Mal jährlich kontrolliert werden.

 

Kontrolle bei nicht definierten Nutzerkreis

Schwieriger gestaltet sich die Kontrolle des Führerscheins, wenn es einen offenen Nutzerkreis gibt. Dann gilt die Kontrolle der Ausweispapiere vor jeder Schlüsselübergabe an den neuen Fahrer. Dieser Kontrollaufwand bei Poolfahrzeugen lässt sich aber umgehen, indem das Unternehmen die Fahrzeugnutzung auf bestimmte Mitarbeiter einschränkt.

 

UVV-Fahrerunterweisung

Eine gesetzliche Verpflichtung für den Arbeitgeber gemäß der DGUV Vorschrift 70 ist die Fahrerunterweisung nach UVV (Unfallverhütungsvorschriften). Unternehmen, die Ihren Mitarbeitern Dienstfahrzeuge überlassen, sind verpflichtet, diese einmal jährlich im sicheren Umgang mit dem Fahrzeug zu unterweisen. Im Fall von Poolfahrzeugen bedeutet das: Jeder einzelne Fahrer, der erstmalig in das Poolfahrzeug steigt, muss unterwiesen werden. Dies gilt auch, wenn ein Fahrer mehrere der Poolfahrzeuge nutzt. In diesem Falle muss er für jedes Fahrzeug eine Einweisung bekommen, die dokumentiert wird. 

 

Rechtsschutzversicherung kann Risiken minimieren

Bei großem Stress kann es für Fuhrparkleiter leicht zu rechtlichen, strafrelevanten Verstößen kommen. Fuhrparkleiter stehen sowohl für das Unternehmen als auch persönlich in der Verantwortung. Eine Rechtsschutzversicherung kann bestimmte Risiken absichern. Diese sollte speziell auf den Fuhrpark zugeschnitten sein und dabei alle verkehrsrechtlichen sowie wirtschaftlichen Vergehen mit einschließen. Auch mögliche Kosten für den Rechtsanwalt sowie mögliche Gutachten sollte die Rechtsschutzversicherung abdecken. Trotzdem sollte eines klar sein: Versicherungen sind kein Freibrief für unverantwortliches Handeln.

 

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UVV bei Carsharing – was Fuhrparkmanager wissen müssen

Auch für Mietwagen und fürs Carsharing gelten die Unfallverhütungsvorschriften (UVV). Wir verraten, was Unternehmen dabei zu beachten haben.

Auf Geschäftsreisen kommt es immer wieder vor, dass sich Mitarbeiter kurzfristig Fahrzeuge ausleihen, ohne vorherige Einweisung. Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt jedoch zwingend die Einweisung von Mitarbeitern, um Unfälle zu vermeiden. Im eigenen Fuhrpark übernimmt das der Verantwortliche für die Flotte. Bei Mietstationen weisen im besten Fall die Angestellten den Kunden ein. Falls nicht, sollten die Fahrer darauf bestehen. Noch schlechter sieht es beim Carsharing aus. Hier leihen sich Mitarbeiter die Fahrzeuge meist an der Straße aus, ohne sich über die Eigenarten der Modelle zu informieren. Sie müssen sich entweder selbst einweisen oder der Arbeitgeber sollte die Auswahl per Anweisung einschränken.

Einschränkung der Fahrzeuge hilft

Einige Carsharing-Anbieter bieten ihren Kunden bereits eine Einschränkung der Fahrzeuge samt Einweisung an. Dazu zählen Share Now von Daimler und BMW. Wenn gängige Modelle angeboten werden, bei denen sich der Fahrer bereits in der Firma eine Einweisung unterzogen hat, dann kann diese entfallen. Das Unternehmen muss sich jedoch darum kümmern, dass die Wagen vor jeder Fahrt auf Mängel kontrolliert werden. Hier stehen die Fahrer allerdings genauso in der Pflicht.

Klare Regeln bestimmen

Flotten- oder Mobilitätsmanager sollten für Mitarbeiter glasklare Regeln aufstellen, um die Unfallverhütungsvorschriften (UVV) einzuhalten. Das Carsharing-Auto muss technisch einwandfrei sein. Aber auch auf Signale aus dem Cockpit während der Fahrt gilt es ausreichend zu reagieren. Etwa dann, wenn es Hinweise auf gravierende Störungen von wesentlichen technischen Hilfsmitteln geht. Denn bei grobem Fehlverhalten nimmt die Berufsgenossenschaft entweder den Fahrer oder den Verantwortlichen im Unternehmen in Regress.

Personen schreiben auf Dokumente

Nicht vergessen: Einweisung und Unterweisung nach UVV

Jede Übergabe eines Firmenfahrzeugs an Mitarbeiter muss im Rahmen des betrieblichen Arbeitsschutzes und der Sicherheit stattfinden. Dazu zählen unter anderem die Fahrzeugeinweisung sowie die Fahrerunterweisung, die man nicht verwechseln sollte. Die Einweisung hat einmalig und bei jedem unbekannten Fahrzeug zu erfolgen. Gerade beim Carsharing ein wichtiges Detail. Die Unterweisung hingegen ist jährlich zu wiederholen und beinhaltet unterschiedliche Themen. Aktuell etwa die Gefahren im Umgang mit E-Autos, weil es in letzter Zeit häufiger Unfälle mit erhitzen Batterien gegeben hat.

Rechtliche Konsequenzen drohen

Richterhammer

Unternehmen müssen die Fahrerunterweisungen stets in ihrer Gesamtheit dokumentieren. Anschließend muss der Fahrer das Dokument unterschreiben – erst dann wird alles in der Fahrerakte abgelegt. Besonders E-Autos stehen aufgrund der technischen Komponenten und den daraus resultierenden Gefahren im Fokus. Wer die Unterweisung unterlässt oder sie nicht delegiert, riskiert Geldbußen bis zu einer Million Euro oder Haftstrafen. Das gilt übrigens auch für die Fuhrparkleiter. Sicher sind Fuhrparkmanager, wenn Sie Mitarbeiter verpflichten, die gängigen Reiserichtlinien einzuhalten und sich bei der Übernahme des Autos einweisen zu lassen. Beim Carsharing sollten Unternehmen Ihre Mitarbeiter selbst einweisen und einzelne Modelle ausschließen.

Alles zu den Unfallverhütungsvorschriften

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Führerscheinkontrolle in Österreich

Anderer Länder, andere Verfahren: In Österreich sieht die gesetzliche Grundlage bei der Führerscheinkontrolle differenzierter aus als in Deutschland. Was Sie wissen sollten und wie Sie die Kontrolle ohne großen Aufwand durchführen können, erfahren Sie hier.

Inhaltsverzeichnis

Führerscheinkontrolle in Österreich - das sollten Sie wissen

Die Führerscheinkontrolle gehört auch in einem österreichischen Fuhrpark zur Pflicht des Fuhrparkverantwortlichen. Das Lenken eines Kraftfahrzeugs ohne Lenkberechtigung zieht empfindliche Strafen mit sich – mindestens 726 Euro werden beim ersten Mal fällig. Bei wiederholter Straftat erhöht sich der Betrag. Zusätzlich ist ein möglicher Regressanspruch der Versicherung bei einem Unfall möglich. Der Geschäftsführer macht sich bei Verstößen ebenfalls strafbar, Stichwort: „Halterhaftung“. Umso wichtiger ist es, die rechtlichen Grundlagen der Führerscheinkontrolle in Österreich zu kennen. Hier empfiehlt es sich, die gültige Fahrerlaubnis laut Fuhrparkverband mindestens zwei Mal im Jahr zu überprüfen. Dazu gehört auch die rechtliche Kontrolle mithilfe elektronischer Systeme.

 

Führerscheinkontrolle gesetzliche Grundlage

Bei der Führerscheinkontrolle in Österreich differenziert der Gesetzgeber zwischen der strafrechtlichen und zivilrechtlichen Grundlage. Die gesetzliche Grundlage der Führerscheinkontrolle bildet hierbei der Paragraph 103 Abs. 1 Z. 3 Kraftfahrgesetz (KFG). Zusammengefasst darf ein Zulassungsbesitzer das Lenken seines Kraftfahrzeuges nur Personen überlassen, welche die erforderliche Lenkberechtigung und das erforderliche Mindestalter besitzen. Im Grund genommen ist das wie in Deutschland: Der Zulassungsbesitzer ist die Person, auf die das Fahrzeug zugelassen ist. Im Fuhrparkkontext ist dies in der Regel das Unternehmen und somit die Geschäftsführung. Die Dokumentation der Lenkberechtigung erfolgt durch den Führerschein. Der Umfang der Lenkberechtigung wird im Führerscheingesetz in § 2 definiert.

 

Verantwortung der Führerscheinkontrolle delegieren

Der Geschäftsführer hat jedoch nach §9 VStG die Möglichkeit, die Verantwortung schriftlich zu delegieren. Üblicherweise übernimmt der Fuhrparkleiter oder ein anderer Fuhrparkverantwortlicher die Verantwortung der Führerscheinkontrolle und wird somit haftbar gemacht. Die Delegation von Aufgaben sollte dabei schriftlich erfolgen und bestimmt eindeutig, welche Pflichten auf den Verantwortlichen übergehen. Rechtliche Konsequenzen drohen dann, wenn ein Zulassungsbesitzer einem Mitarbeiter ein Kraftfahrzeug aushändigt, für die er nicht die erforderliche Lenkberechtigung besitzt. Die Verletzung der vertraglichen Obliegenheit einer Versicherung kann durchaus in die Millionenhöhe gehen, weil Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherung möglicherweise nicht zahlen. Rechtsfolgen können Kündigung des Versicherungsvertrags oder Leistungsfreiheit der Versicherung sein.

 

So geht die Führerscheinkontrolle in Österreich

Die Kontrolle der Führerscheine kann genauso wie in Deutschland auf unterschiedliche Art und Weise durchgeführt werden. Die manuelle Führerscheinkontrolle dürfte die bekannteste sein. Als zweite Option haben Firmen auch die Wahl einer elektronischen Lösung zur Kontrolle der Fahrerlaubnis.

Manuelle Führerscheinkontrolle

Die erste, und am meisten verbreitete Option bei kleineren Unternehmen ist, die Führerscheinkontrolle manuell durchzuführen. Für Firmen mit einem größeren Fuhrpark dürfte dieses Prozedere kaum realisierbar sein. Das Problem bei Flotten mit vielen Fahrzeugen und Personal: Jeder Führerschein der Mitarbeiter müsste kopiert und abgeheftet sowie die Kontrolle per Unterschrift bestätigt werden. Das ist aber noch nicht alles.

Bei einer manuellen Führerscheinkontrolle spielen logistische Abläufe eine besondere Rolle. In der Regel erfordert dieses Verfahren zwangsläufig immer den direkten Kontakt zwischen Fahrer und Fuhrparkleiter. In einem Unternehmen mit verschiedenen Standorten in geographisch unterschiedlichen Regionen ist das eine schwierige Aufgabe. Denn der Fuhrparkleiter müsste alle Standorte persönlich besuchen, um die Fahrer zu besuchen. Umgekehrt könnte auch der Fahrer persönlich beim Fuhrparkleiter für die Führerscheinkontrolle vorbeikommen. Für Außendienstler, die in einem großflächigen Gebiet außerhalb des Firmenstandorts unterwegs sind, bedeutet das einen enormen Aufwand. Die Kontrolle dokumentieren viele Fuhrparks in der Regel mithilfe einer Excelliste. Zum einen nimmt diese Bearbeitungsform viel Zeit in Anspruch – zum anderen kann es schnell unübersichtlich werden.

Digitale Führerscheinkontrolle

Die Führerscheinkontrolle könnten Verantwortliche durch eine elektronische Variante eigentlich gut automatisieren. Österreich hat an die elektronische Führerscheinkontrolle allerdings spezielle Vorgaben, etwa die Gewährleistung der Echtheit.

Fotografieren des Führerscheins und Übermittlung per E-Mail oder WhatsApp wäre dabei denkbar, jedoch extrem unsicher. Denn so lässt sich die Echtheit des Dokuments nicht überprüfen, weil es sich um eine alte Kopie handeln kann. Hat der Fahrer seinen Führerschein verloren, kann er nicht einfach ein Foto aus der Vergangenheit schicken.

Verifizierung ohne Prüfsiegel

Bei der elektronischen Führerscheinkontrolle in Österreich bietet sich deshalb eine andere, viel sichere Lösung an – und zwar über eine Smartphone-App. Bei der Variante ist entscheidend, dass die Fotos nur in Echtzeit aufgenommen werden können. Alte Fotos lassen sich nicht hochladen. Die App übermittelt die Fotos und der Fuhrparkverantwortliche bekommt eine Nachricht, dass er die Echtheit des Dokuments verifizieren muss. Bei modernen Kartenführerscheinen lässt sich dies beispielsweise durch Verifizierung der Hologramme auf dem Führerschein sicherstellen. Nach der Freigabe wird der Prozess automatisch dokumentiert, ohne dass sich der Fuhrparkmanager um etwas Weitere kümmern muss, weil die Daten werden von allein erfasst und müssen nicht manuell eingetragen werden. Dank der web-basierten Methode ist die Führerscheinkontrolle mit minimalem Aufwand verbunden und gleichzeitig werden alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt. 

 

Webinar zur Führerscheinkontrolle mit Vimcar

Alles zum Thema Halterhaftung

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Infografik zu der Geschwindigkeit von Deutschlands Dienstwagen

Deutschland ist eines der wenigen Ländern, in denen es kein Geschwindigkeitslimit auf den Autobahnen gibt. Wie schnell die Deutschen wirklich unterwegs sind, haben wir in unserer Infografik zusammengefasst.

Im Durchschnitt eher gemütlich unterwegs

Die Infografik zeigt: Den größten Anteil aller Fahrten bewegen sich  Firmenwagen mit einer Geschwindigkeit von 30-50 km/h. Nur 3 % aller Fahrten werden mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 km/h zurückgelegt. Das könnte verschiedene Gründe haben: Firmenwagenfahrer sind viel in ländlichen Gegenden oder in der Stadt unterwegs. Ein anderer Grund könnte sein, dass grundsätzlich langsamer und achtsamer gefahren wird. 

Zwar gibt es kein grundsätzliches Tempolimit auf Deutschlands Straßen, trotzdem gibt es vor allem innerorts und auf Landstraßen eine Begrenzung. Wird diese nicht eingehalten, muss der Fahrer Strafe zahlen. So dürfen z. B. Pkw Fahrer außerorts auf einer Landstraße nur 100 km/h fahren. Überschreitet dieser das Limit mit bis zu 10 km/h, zahlt er bereits 20 €. Bei einer Überschreitung ab 26 km/h gibt es einen Punkt in Flensburg und ein Fahrverbot für mindestens einen Monat. Eine Übersicht der Bußgelder finden Sie im Bußgeldkatalog.

Manchmal muss es schneller gehen

Trotz den durchschnittlich eher “langsamen” Fahrten, sind 86 % aller Dienstwagenfahrer mindestens einmal pro Monat mit 110 km/h und sogar 69 % mit 130 % km/h auf den deutschen Straßen unterwegs. Ganze 31 % treten mindestens einmal mit 160 km/h auf das Pedal, jedoch nur 6 % kommen auf die 200 km/h. 

Schon gewusst? Auf etwa ⅔ aller deutschen Autobahnen gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Grundsätzlich gibt es eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h, diese gilt jedoch nur als eine Empfehlung. Demnach können Firmenwagenfahrer, wenn es kein vorgegebenes Limit gibt, so schnell auf den Autobahnen fahren wie sie möchten.

Infobox: In der EU gibt es kein anderes Land, dass kein Tempolimit hat. Damit steht Deutschland als einziges Land dar. Die Diskussion darum, ob eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt werden sollte oder nicht, gibt es schon seit langer Zeit. Befürworter für ein Limit sprechen sich für mögliche positive Auswirkungen auf die Umwelt und eine Reduzierung der Unfallzahlen. Gegensprecher stützen sich auf Unfallstatistiken, die aufzeigen, dass Autounfälle hauptsächlich auf Landstraßen passieren.

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Gefährdungsbeurteilung und Fahrerunterweisung bei E-Mobilität

Wer Elektrofahrzeuge im Fuhrpark nutzt, benötigt für die Nutzer auch eine Überprüfung der bisherigen Gefährdungsbeurteilung – und eine Anpassung der Fahrerunterweisung. Was Fuhrparkmanager darüber unbedingt wissen sollten und ob Schulungen notwendig sind, lesen Sie hier.

Gefährdungsbeurteilung und Fahrerunterweisung bei E-Mobilität: So geht’s

Elektrofahrzeuge sind im Straßenbild teilweise immer noch ein ungewohntes Bild. Weniger wegen ihres Aussehens, sondern deshalb, weil sie so leise sind, dass wir E-Autos nicht heranrauschen hören. Das ist aber nur ein Teilaspekt im Umgang mit den umweltfreundlichen Flitzern. Gerade in einem Fuhrpark ergeben sich durch die Anschaffung von Elektrofahrzeugen neue Aufgaben für die Verantwortlichen. Dazu zählen das Aufladen der Elektrofahrzeuge und die Installation geeigneter Ladeinfrastruktur auf dem Betriebsgelände. Zusätzlich erfordert die Nutzung von Elektrofahrzeugen eine Überprüfung und Anpassung der Gefährdungsbeurteilung für den Fuhrpark. Dieser Aspekt wiederum führt zu einer entsprechenden Anpassung der Fahrerunterweisung der Dienstwagennutzer von Elektromobilen.

Arbeitsschutz für Elektrofahrzeuge

Bislang gibt es keine Vorschrift, dass Lenker von Elektrofahrzeugen anders zu unterweisen wären als die Nutzer herkömmlicher Fahrzeuge. Deshalb gilt hier zunächst die allgemein gültigen Bestimmungen des Arbeitsschutzgesetzes und der Betriebssicherheitsverordnung zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung. Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung fließen – wie gewohnt –in die Fahrerunterweisung ein.

Die Gefährdungsbeurteilung

Gibt es bei E-Fahrzeugen spezifische Gefährdungen, die bei konventionellen Antriebsformen nicht auftreten? Das kommt ganz auf die Umstände an – und die hat der Fuhrparkleiter zu ermitteln. Nach § 3 DGUV Vorschrift 1 muss der Unternehmer herausfinden, welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind bezüglich der mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen entsprechend § 5 Abs. 2 und 3 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). Im Klartext: Gefährdungsbeurteilungen sind zu überprüfen und anzupassen, falls sich die betrieblichen Gegebenheiten durch das neue Risiko Elektromobilität gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren verändert haben. Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung fließen in die Fahrerunterweisung ein und bestimmen deren Inhalte.

Die Risiken sollten Sie kennen

  • Ladestation Zeichen
    Parkplatz für Elektroautos
    Fast geräuschlos: Wie bereits in der Einleitung beschrieben sind Elektrofahrzeuge aufgrund des lautlosen Elektroantriebs gar nicht oder nur spät zu hören. Fahrer sollten sich deshalb auf unerwartete Reaktionen von Fußgängern und Verkehrsteilnehmern einstellen. Seit dem 1. Juli 2019 müssen E-Fahrzeuge zum Schutz von Fußgängern bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h Geräusche von sich geben. Das sogenannte AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System) produziert die Geräusche, die unterschiedlich ausfallen können.
  • Gewichtsverteilung: Die im Unterboden verbauten Batterien der Fahrzeuge können das Verhalten des Fahrzeugs maßgeblich verändern. Bremswegen können länger, Kurvenfahrten schwieriger werden. Die meisten aktuellen E-Autos schaffen zwischen 150 und 350 Kilometer mit einer Batterieladung. Das macht sie bislang ideal für den Stadtverkehr. Mehr als 500 Kilometer erreichen derzeit nur Modelle von Premiummarken. Das deutsche Öko-Institut hat eine Beispielrechnung aufgestellt: Bei 9.000 Kilometern im Jahr und einer Nutzungsdauer von acht Jahren können die Gesamtkosten beim E-Auto günstiger sein als bei einem Fahrzeug mit herkömmlichem Antrieb.
  • Vorsicht bei Eco Modus: Die meisten Elektrofahrzeuge verfügen über einen stromsparenden „Eco“-Knopf. Das Problem: Beim Druck auf den Knopf wird das Elektrofahrzeug plötzlich langsamer. Nachfolgende Fahrzeuge könnten auffahren. Beim Einschalten des Eco-Modus beschleunigt der Wagen wiederum, und das Fahrzeug könnte mit dem Vordermann kollidieren.
  • Achtung Spannung: E-Fahrzeuge haben Spannungen bis zu 800 Volt. Fahrer sollten keineswegs an den orangefarbenen Leitungen des Hochvoltsystems herumfummeln und nur geprüfte Ladekabel benutzen. Sonst riskieren sie einen elektrischen Schlag. Zusätzlich sollte jeder Kontakt zu ausgelaufenem Elektrolyt vermeiden werden.
  • Unfälle können riskant sein: Erste Pflicht ist Unfallhelfer und Rettungskräfte auf den Elektroantrieb hinzuweisen. Die verbauten Lithium-Ionen-Batterien enthalten Materialien mit hochentzündlichen Elektrolyten. Es kann bei Deformation der Batterie zu Erhitzung und einem „thermal runaway“ mit Ausgasen und Brand der Zellen führen. 
  • Lichtbogen und Stromschlag: Kommt man nach einem Unfall mit Hochvoltsystemen in Berührung kann dies durch Lichtbogeneinwirkung zum Stromschlag am menschlichen Körper führen. Lichtbögen entstehen z. B. bei Kurzschlüssen. Typische Unfallfolgen sind das Verblitzen der Augen durch starke UV-Strahlung sowie Verbrennungen 1. und 2. Grades der Haut. Deshalb sofort das Fahrzeug verlassen. Unter normalen Bedingungen geht bei Serienfahrzeugen von den verbauten Hochvolt-Komponenten keine elektrische Gefahr aus.
  • Im Brandfall: Lithium-Ionen-Energiespeicher sollten im Brandfall nur unter Atemschutz mit Spezialschaum gelöscht werden, wenn dies seitens der Herstellerfirmen nicht anders vorgegeben ist.
  • Sichtprüfung und richtige Schutzschalter: Auch Ladeeinrichtungen für Plug-in-Fahrzeuge müssen entweder mit einem FI-Schutzschalter (RCD) Typ B oder einem FI-Schutzschalter Typ A mit zusätzlicher Maßnahme zur Abschaltung bei DC-Gleichfehlerströmen geschützt sein. Ladestation sowie Ladekabel sollten keine erkennbaren Schäden aufweisen und in den Steckverbindungen darf sich kein Regenwasser befinden. Laufen beim Ladevorgang Elektroadapter heiß oder erhitzen sich Ladekabel stark, weist das auf einen Defekt hin und der Ladevorgang sollte unterbrochen werden.
  • Richtlinie einhalten: Beim Einsatz von Elektrofahrzeugen müssen Fuhrparkmanager beachten, dass die Ladekabel nebst Elektroadapter als bewegliche Arbeitsmittel durch Elektrofachkräfte auf Betriebssicherheit, Arbeitssicherheit und Verkehrssicherheit geprüft werden (Prüfungsgrundlage „ECE R 100“). Dem Nutzer eines Elektrofahrzeugs ist als technischem Laien ausschließlich eine Sichtprüfung auf eventuelle Defekte von E-Ladekabeln möglich.

Dokumentation

Entsprechend § 6 Abs. 1 ArbSchG werden das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die festgelegten Maßnahmen und das Ergebnis ihrer Überprüfung dokumentiert. Weiterführende Informationen bieten die DGUV Information 200-005 „Qualifizierung für Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen“ sowie die FAQ-Liste der AG „Handlungsrahmen Elektromobilität“.

Rechtliche Anpassung der Fahrerunterweisung an die Gefährdungsbeurteilung

Die eigentliche Fahrerunterweisung hat dann nach den folgenden Regeln zu erfolgen:

Ganz wichtig: Jeder Fahrer eines Dienstwagens sollte grundsätzlich nur nach einer zusätzlichen Unterweisung auf den Elektroantrieb umsteigen dürfen. Alle Besonderheiten und Eigenheiten des Fahrverhaltens lernen Fahrer nur im Rahmen einer technischen Unterweisung kennen. Die Überprüfung der standardisierten Arbeitsanweisungen auf fachliche Richtigkeit obliegt dabei immer einer fachlich qualifizierten Person.

 

Alles zum Thema Nachhaltigkeit im Fuhrpark

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Ordnungswidrigkeiten im Fuhrpark

2020 ist nicht nur der Beginn eines neuen Jahrzehnts, sondern auch das Jahr der schärferen Bußgeldregelungen. Die neu veröffentlichte Straßenverkehrsordnung setzt den Fokus u. a.  auf Temposünden, das Parken auf Rad- und Gehwegen, und Verstöße im Zusammenhang mit Rettungsgassen. Doch auf welche Änderungen müssen sich Verkehrsteilnehmer seit diesem Jahr einstellen und wer haftet für begangenen Ordnungswidrigkeiten an Dienstfahrzeugen?

Auszug der grundlegenden Änderungen 2020 in der Übersicht

Rettungsgassen

In den Medien wurde das Thema Rettungsgasse in letzter Zeit öfters aufgegriffen. Aufgrund des Fehlverhaltens mancher Fahrzeugführer kommt es immer wieder dazu, dass keine Rettungsgasse gebildet wird. Die Folge: Rettungswagen treffen mit Verspätungen am Unfallort ein. Der überarbeitete Bußgeldkatalog 2020 verschärft aus diesem Grund die Strafen im Bezug auf Rettungsgassen. Wer keine bildet muss weiterhin ein Bußgeld in Höhe von 200 € bezahlen und erhält zwei Punkte in Flensburg. Ab sofort muss der Fahrer zusätzlich mit einem Monat Fahrverbot rechnen. Wer sich eine gebildete Rettungsgasse selbst zu nutzen macht und diese durchfährt, wird künftig auch härter bestraft. Es drohen mindestens Strafzahlungen in Höhe von 240 €, zwei Punkte in Flensburg und ebenfalls ein Monat Fahrverbot.

Abstellen von Fahrzeugen

Fahrzeuge, die in der zweiten Reihe halten oder einen Radweg zuparken, treten oftmals im Stadtbild in Erscheinung. Um dies zu verhindern, werden die Bußgelder für diese Ordnungswidrigkeit auf je 55 € angehoben.

Schrittgeschwindigkeit beim Abbiegen

Um Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern zu vermeiden, müssen alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, wie Busse oder LKWs, ab 2020 beim Rechtsabbiegen Schrittgeschwindigkeit fahren. Missachtet ein Fahrzeugführer diese neue Regelung, kassiert er ein Bußgeld in Höhe von
70 € und einen Punkt in Flensburg.

Geschwindigkeitsüberschreitungen

Auf härtere Konsequenzen im Bezug auf Überschreitungen des Tempolimits müssen sich die Verkehrsteilnehmer fortan auch einstellen. Hier gibt es sowohl Erhöhungen im Bereich des Regelsatzes, als auch der Punkte und des Entzugs der Fahrerlaubnis. Die Tabelle stellt einen Auszug aus der Straßenverkehrsordnung 2020 dar, rot markiert sind die Strafen, die sich erhöht haben.

Auszug aus der Straßenverkehrsordnung 2020

Innerorts

Geschwindigkeitsüberschreitung mit einem PKW 

Regelsatz 

Punkte 

Fahrverbot 

bis 10km/h 

30 €

16 bis 20 km/h 

70 €

1

21 bis 25 km/h 

80 €

2

1 Monat 

Außerorts

Geschwindigkeitsüberschreitung mit einem PKW 

Regelsatz 

Punkte 

Fahrverbot 

bis 10km/h 

20 € 

16 bis 20 km/h 

60 €

1

21 bis 25 km/h 

70 €

1

Wer muss für das Bußgeld aufkommen?

In Deutschland gilt generell die Fahrerhaftung. Das bedeutet, dass bei einem Vergehen im Straßenverkehr der Fahrer für die Verkehrssünde haftet. Allerdings muss das Unternehmen, als Fahrzeughalter, zur Identifikation des Fahrers beitragen. Im Falle einer Überschreitung des Tempolimits erhält der Halter des Fahrzeuges, in diesem Fall der Betrieb, einen Anhörungs- bzw. Zeugenfragebogen. In diesem Fragebogen kann der Fuhrparkleiter den verantwortlichen Mitarbeiter nennen. Erkennt er den Fahrer mithilfe des Blitzerfotos nicht oder ist sich, bei Poolfahrzeugen, unsicher wer zum angegebenen Zeitpunkt im Besitz des Autos war, kann er den Mitarbeiterkreis zumindest eingrenzen. Die Weitergabe dieser Daten ist in diesem Fall klar durch die Datenschutzverordnung geregelt. Die zuständige Verwaltungsbehörde hat ein berechtigtes Interesse, jedoch muss der Fuhrparkleiter die betreffenden Mitarbeiter über die Weitergabe seiner Daten an Dritte informieren. Stellt sich der Fuhrparkleiter bei den Ermittlungen quer und weigert sich mitzuwirken, muss er mit Konsequenzen rechnen. Die Polizei hat die Möglichkeit auf dem Firmengelände selbst nach dem verantwortlichen Fahrer zu suchen. Bleibt diese Suche erfolglos besteht die Gefahr einer verpflichtenden Fahrtenbuchauflage.

Ob ein Dienstwagen oder ein Privatfahrzeug in eine Radarkontrolle gerät, macht übrigens keinen Unterschied. Die Höhe des Bußgeldes und der Punkte, wie auch ein mögliches Fahrverbot richten sich nach der Schwere der Ordnungswidrigkeit. Auch die Verjährungsfrist bei Geschwindigkeitsüberschreitungen bleibt gleich. Die zuständige Verwaltungsbehörde hat drei Monate Zeit den Bescheid zuzustellen, jedoch ist eine Verlängerung der Frist durch den vorangehenden Versand von Anhörungs- bzw. Zeugenbefragungsbogen möglich. Der Halter des Fahrzeugs kann innerhalb von 14 Tagen gegen den Bescheid Einspruch erheben.

Mehr Rechtssicherheit im Fuhrpark

Um Unannehmlichkeiten bei Auftreten eines Bußgeldbescheides zu vermeiden, sollte der Fuhrparkleiter schon vorab im Dienstwagenüberlassungsvertrag vermerken was im konkreten Fall einer Geschwindigkeitsüberschreitung passiert. Beispielsweise kann festgelegt werden, dass eine Verweigerung der Aussage des Fahrers zu einer Abmahnung führen kann. Dies ist besonders wichtig, wenn der Dienstwagen für Privatfahrten genutzt und auch Angehörigen des Fahrers zur Verfügung gestellt wird. Generell gilt: der Fuhrparkleiter muss die Fristen des Bescheids im Blick einhalten und darf den Anhörungs- bzw. Zeugenbefragungsbogen keinesfalls ignorieren.

Gut zu wissen:

Selbstverständlich sind Bußgelder kein Grund zur Freude. Dennoch ist das Fahreignungs-Bewertungssystem wichtig, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu garantieren bzw. zu verbessern.  Zudem hat jeder Verkehrsteilnehmer die Möglichkeit die Auskunft aus dem Fahreignungsregister anzufragen und so seine Punkte im Blick zu behalten. Dies ist u. a. online auf der Webseite des Kraftfahrt Bundesamtes möglich. Das eigene Fehlverhalten im Straßenverkehr zu beobachten ist ein wichtiger Schritt zur Besserung. Zusätzlich besteht mit der freiwilligen Teilnahme an einem  Fahreignungsseminar die Chance einen Punkt abzubauen. Der Fahreignungsseminar kann alle fünf Jahre absolviert werden.

Der Fuhrparkleiter kann darüber hinaus zur Verkehrssicherheit beitragen. Durch zusätzliche Fahrtrainings besteht die Möglichkeit die Mitarbeiter des Unternehmens zu schulen und so Ordnungswidrigkeiten vorzubeugen. Außerdem kann eine Gefährdungsbeurteilung vorgenommen werden, die Gefahren im Fuhrpark identifiziert. 

Ratgeber zum sicherheitsorientierten Fahrverhalten

Eine Hilfe ist ein Ratgeber mit Richtlinien und Verhaltensregeln für die Fahrer. Der Ratgeber kann z. B. vorgeben, wie oft Fahrer Pausen durchführen sollen. Das hilft den Fahrern im Alltag, Stress zu vermeiden und sicherheitsorientiert zu fahren. Für den Fuhrpark bedeutet das mehr Sicherheit und die Unfallvermeidung.

Ich stimme den AGB & Datenschutzbedingungen der Vimcar GmbH zu.

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Halterhaftung im Fuhrpark

Im Fuhrpark spielt das Thema Halterhaftung eine besondere Rolle. Denn kommt ein Fuhrparkverantwortlicher seinen Pflichten nicht nach, kann dies Konsequenzen nach sich führen, nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für den Fuhrparkverantwortlichen selbst. Bevor wir uns aber mit den Inhalten und dem Umfang der Halterhaftung befassen, werfen wir einen Blick darauf, wen die Halterhaftung betrifft und wie diese Verantwortung zustande kommt.

Halterverantwortung vs. Halterhaftung

Bei der Halterverantwortung handelt es sich um die allgemeine Verantwortung eines Fahrzeughalters, rechtliche Pflichten, die im Zusammenhang mit der Überlassung eines Fahrzeugs einhergehen, einzuhalten. Die Verantwortung zur Einhaltung dieser Pflichten kann z. B. im Unternehmensumfeld an einen Verantwortlichen für den Fuhrpark, den Fuhrparkleiter, delegiert werden.

Zuerst muss allerdings geklärt werden, wer überhaupt „Halter“ des Fahrzeugs ist. Der Fahrzeughalter ist die Person, die regelmäßig, tatsächlich und wirtschaftlich über die Nutzung des Kraftfahrzeugs bestimmen kann. Kriterien, die dafür von Bedeutung sind, sind unter anderem:

  • Gebrauch auf eigene Rechnung,
  • tatsächliche Verfügungsgewalt.

„Halter des Fahrzeugs ist, wer das Fahrzeug auf eigene Rechnung in Gebrauch oder die entsprechende Verfügungsgewalt darüber hat.“

Bei der Haftung ist zu unterscheiden, welche Haftung zugrunde liegt. Die Verschuldenshaftung betrifft den Fahrzeugführer, der zum Ersatz des Schadens verpflichtet ist, wenn er den Unfall verschuldet hat. Die Verschuldenshaftung basiert auf § 18 StVG. Im Fall des Fahrzeughalters greift die Gefährdungshaftung und die generelle Halterhaftung. Die Besonderheit der Gefährdungshaftung liegt darin, dass der Fahrzeughalter das Fahrzeug nicht selbst bewegen muss, sondern auch schon greift, wenn er eine „gefährliche Sache“ in Umlauf bringt.

Die Halterhaftung befasst sich mit den eigentlichen Konsequenzen, die bei einer Nichteinhaltung der rechtlichen Pflichten des Fahrzeughalters drohen. Hierzu gehören strafrechtliche und zivilrechtliche Konsequenzen sowie Konsequenzen, die sich aus dem Organisationsverschulden heraus ergeben.

Strafrechtliches Risiko

§ 21 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 3 StVG

  • Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr
  • Bußgelder

Zivilrechtliches Risiko

 § 28 Abs. 2 VVG; § 2b AKB

  • Leistungsfreiheit der Kaskoversicherung
  • Regress durch Haftpflichtversicherung bis 5.000 €

Organisationsverschulden

§ 130 OWiG

  • Bußgelder bis zu einer Million Euro

Aus der Praxis

Im Fuhrparkmanagement fallen viele verschiedene Aufgaben an, wie z. B. die Überprüfung von Lenk- und Ruhezeiten, das Strafzettelmanagement, die Routenplanung (insbesondere im Logistikbereich), die vorgeschriebene Führerscheinkontrolle oder auch die Durchführung von UVV-Schulungen und Fahrzeugprüfungen.

Die Halterhaftung bezieht sich hierbei insbesondere auf den Bereich der Führerscheinkontrolle. Grundlage hierfür ist § 21 StVG. Hier heißt es:

„Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer als Halter eines Kraftfahrzeugs anordnet oder zulässt, dass jemand das Fahrzeug führt, der die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder dem das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten ist.“

Überlässt der Fuhrparkverantwortliche ein Fahrzeug an einen Fahrzeugführer, ohne dass dieser im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist, drohen ihm persönlich strafrechtliche Konsequenzen, da die Verantwortung zur Einhaltung der Pflichten an ihn delegiert wurde. Zusätzlich können im Falle eines Unfalls zivilrechtliche Konsequenzen eintreten, die sich ebenfalls direkt gegen den Fuhrparkverantwortlichen richten. Um diese Risiken zu minimieren, entscheiden sich Fuhrparkverantwortliche häufig für elektronische Führerscheinkontrollsysteme – doch auch hier ist Vorsicht geboten. Bei der Auswahl eines Anbieters zur elektronischen Führerscheinkontrolle ist darauf zu achten, dass diese manipulations- und rechtssicher sind und den Anforderungen des Datenschutzes gerecht werden. Ist dies nicht der Fall und wird ein unsicheres System eingesetzt, greift § 130 OWiG und nimmt den Fuhrparkverantwortlichen auch hier in die Haftung.

Stefanie Effert

Stefanie Effert

Stefanie Effer ist seit 2016 im Marketing bei LapID tätig und leitet das Team seit 2019. Zu Ihren Aufgabenschwerpunkten zählen Search Engine Advertising, Marketing Analytics, Marketing Automation Prozesse sowie die Content-Erstellung für den LapID Fuhrpark-Blog. Ihr Schwerpunkt liegt hier bei versicherungsnahen Themen.

Website von LapID

Wer sollte das letzte Wort beim Dienstwagen haben? Mitarbeiter oder Chef?

Der Dienstwagen ist für viele nach wie vor Statussymbol und Gradmesser ihrer Wertschätzung. Die Auswahl und Ausstattung des Fahrzeugs führen nicht selten zum Streit. Doch wem sollte man die Entscheidung über die Konfiguration überlassen? Alles zum Thema gibt es hier zu lesen.

„Mit so einem Puffauto fahre ich nicht“, hatte ein Mitarbeiter nach Angaben der Richterin im Streit mit dem Geschäftsführer eines Unternehmens gesagt. Der Mann verweigerte die Fahrt und sollte entlassen werden. Der Grund: Die Lackierung mit nackten Frauenbeinen in Pumps, die aus einem Berg an Kaffeebohnen herausragen. Das Motiv fand der langjährige Mitarbeiter sexistisch. Um diese Missverständnisse zu vermeiden, hätte der Chef vorher mit seinem Angestellten sprechen sollen. Völlig freie Wahl des Dienstwagens hat in den meisten Unternehmen nur einer – die Chefin oder der Chef.

Aber trotzdem macht es Sinn, den Mitarbeitern bei der Auswahl und Konfiguration des Dienstwagens einen gewissen Spielraum zu gewähren. Von vielen Flottenmanagern hören wir, dass es immer wieder Unstimmigkeiten wegen der Auswahl der Firmenwagen gibt. Denn der ist nicht nur Statussymbol, sondern ebenso Wertschätzung des Arbeitgebers. Kollegen vergleichen gerne ihre Fahrzeuge untereinander und die Beschwerden landen dann beim Fuhrparkleiter. Wie können solche Konflikte vermieden werden? Außerdem investieren Mitarbeiter unglaublich viel Zeit in die Ausstattung ihrer Fahrzeuge.

Rahmen für Mitarbeiter setzen

Bei der Auswahl, welches Modell es sein sollte, gilt in der Regel: Fahrzeugauswahl und Ausstattungsumfang müssen zum Status des Mitarbeiters passen. Diese Richtlinien lassen sich am besten in der Car Policy abbilden und schützen vor Missgunst und Neid. Wenn der Chef nicht ohnehin eine Vorgabe macht, lohnt es, sich an den beliebtesten Firmenwagen-Modellen zu orientieren. Der Firmenwagenmonitor 2017 von Compensation Partner zeigt, in welchen Bereichen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern ein Auto stellen, welche Marken besonders beliebt sind und was sich die Unternehmen die Fahrzeuge kosten lassen.

Je größer die Firma, desto verbreiteter der Firmenwagen: Laut Firmenwagenmonitor liegt der Gesamtanteil an Firmenwagen in kleinen Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern bei nur bei 5,6 Prozent. In Großunternehmen mit mehr als 20.000 Mitarbeitern fahren dagegen fast 16 Prozent ein Dienstauto. Wer viel verdient, fährt demnach auch die größten Firmenwagen. Beschäftigte mit einem Jahresgehalt von 90.000 Euro sind im Schnitt mit einem rund 50.000 Euro teuren Firmenwagen unterwegs. Interessant ist, dass der Wert aber nicht proportional zum Gehalt steigt. Mit einem fast doppelt so hohen Jahreseinkommen zwischen 150.000 und 200.000 Euro beträgt der Wert des Firmenwagens nur 65.000 Euro. 

Um einen Einblick in typische Regeln einer Car Policy zu erhalten, können Sie folgende Vorlage herunterladen. Diese zeigt Ihnen eine exemplarische Car Policy.

Verdeckte Prozesskosten vermeiden

Was viele Firmen unterschätzen ist die Leidenschaft, mit der sich Mitarbeiter ihre Fahrzeuge konfigurieren. Das geschieht meist während der Arbeitszeit und bedeutet verdeckte Prozesskosten. Im Schnitt beschäftigen sich Mitarbeiter zwischen 30 und 40 Stunden dem zukünftigen Dienstwagen. Geht man pro Stunde von 45 Euro an internen Kosten aus, summieren sich diese versteckten Prozesskosten auf etwa 1.800 Euro pro Fahrzeug. Diese verdeckten Prozesskosten entstehen normalerweise nicht bei reinen Firmenwagen, sondern nur dann, wenn die Fahrzeuge auch privat genutzt werden dürfen.

Wer hier klare Regeln befolgt, etwa die Auswahl weniger Fahrzeuge, vermeidet die verdeckten Prozesskosten. Doch es geht letztlich auch um emotionale Faktoren. Kann der Mitarbeiter den Pkw auch privat nutzen, wird er versuchen das optimale Fahrzeug für sich zu bekommen. Diskussionen und Debatten sind damit vorprogrammiert. Durchsetzungsstarke Mitarbeiter fahren dann überdurchschnittlich gut ausgestattete Autos. Während meinungsschwache Mitarbeiter im Vergleich zu ihren Kollegen auf gleicher Hierarchiestufe Firmenwagen unterer Klassen fahren. Das wiederum führt nicht nur zu Neid, sondern zieht oftmals eine Mitarbeiter-Demotivation statt der gewünschten Motivation nach sich. Wer sich also für ein Modell der Fahrzeugvergabe entscheidet, sollte diese wichtigen Eckpfeiler bedenken.

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