Organisationsverschulden im Fuhrpark

Werden in einem Unternehmen Verkehrssicherungspflichten nicht erfüllt, Organisationspflichten verletzt oder erforderliche Maßnahmen im Rahmen der betrieblichen Organisation nicht erfüllt, haftet nicht unbedingt die Einzelperson, die den Schaden verursacht hat, sondern es liegt Organisationsverschulden vor. Und das kann in einem Unternehmen bedeuten, dass auch die Fuhrparkleitung haftbar gemacht werden kann, sofern die Aufgaben von der Betriebsleitung an sie delegiert wurden.

Aller schlechten Dinge sind drei beim Organisationsverschulden im Betrieb: Ein Selektionsverschulden liegt dann vor, wenn ein Unternehmen die Verantwortung an ungeeignete MitarbeiterInnen delegiert (z.B. Einsetzen von alkoholkranken FahrerInnen). Fehler- oder lückenhafte Anweisungen (z.B. nicht ordnungsgemäß durchgeführte FahrerInnen-Einweisungen) führen zum Anweisungsverschulden. Und ein Überwachungsverschulden ist es, wenn Kontrollen unzureichend oder gar nicht durchgeführt werden (z.B. Versäumnis von Führerscheinkontrollen).

Wann liegt ein Organisationsverschulden vor?

Auch wenn zunächst die Geschäftsleitung eines Unternehmens organisatorisch verantwortlich ist und in erster Linie haftet, sind FuhrparkmanagerInnen leider selten aus dem Schneider. Sie tragen die Mitverantwortung, wenn die Halteraufgaben auf sie übertragen wurden, hier gelten § 14, Abs. 2, Nr. 2 StGB und § 9 Abs. 2, Nr. 2 OWiG. Diese Übertragung wird im Normalfall – auch aus Nachweisgründen – schriftlich festgehalten. Je nachdem kann die Geschäftsleitung ihre Halterverantwortlichkeit somit weitergeben und ihre Haftung einschränken.

Es obliegt also der Unternehmensführung und der durch sie bestimmten Fuhrparkleitung, den verkehrssicheren Zustand der Flotte und deren Wartung zu garantieren. Führerscheine müssen regelmäßig kontrolliert werden, die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten überwacht sowie die Aufzeichnungspflicht der Fahrtenschreiber eingehalten werden. Damit alle FahrerInnen die Vorschriften kennen und umsetzen, müssen sie eingewiesen und geschult werden. 

All das muss nicht nur organisiert, sondern auch dokumentiert werden. Jede Lücke in der Dokumentation kann im Falle eines Schadens zu rechtlichen Konsequenzen führen. Kurzum: Fahren ArbeitnehmerInnen ohne gültigen Führerschein oder sichern sie die Ladung nicht vorschriftsgemäß, liegt im Schadensfall ein Organisationsverschulden vor, wenn nicht nicht nachgewiesen werden kann, dass Führerscheine kontrolliert und Unfallverhütungsvorschriften ordnungsgemäß vermittelt wurden. 

Organisation Verschulden

Organisation schützt vor Verschulden

Da hilft also nur, wirklich alles penibel schriftlich festzuhalten oder mit einer entsprechenden Software zu organisieren, um im Falle eines Unfalls einen Nachweis zu haben. Wurde etwa eine FahrerInnenunterweisung nicht oder nicht vollständig durchgeführt, kann es sein, dass ein Mitverschulden der ArbeitgeberInnen oder der Fuhrparkleitung festgestellt wird und eine ArbeitnehmerInnenhaftung reduziert wird oder enfällt.

Denn damit wäre dann schon §823, BGB erfüllt: „Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, das Eigentum (…) eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet. Die gleiche Verpflichtung trifft denjenigen, der gegen ein den Schutz eines anderen bezweckendes Gesetz verstößt. Ist nach dem Inhalt des Gesetzes ein Verstoß gegen dieses auch ohne Verschulden möglich, so tritt die Ersatzpflicht nur im Falle des Verschuldens ein.“

Grundsätzlich prüfen Versicherungen, ob ein grob fahrlässiges Organisationsverschulden vorliegt und die Versicherungsleistung des Versicherungsnehmers gekürzt werden kann. Das wird meist teuer. Und auch eine verhaltensbedingte Kündigung kann nicht so leicht ausgesprochen werden, wenn ein Organisationsverschulden im Raum steht. Es betrifft eben nicht nur den Bereich von Geldbußen oder Versicherungsleistungen im Schadensfall, sondern noch häufiger Haftungsfragen im Zivil-, Arbeits- und Sozialversicherungsrecht.

Organisationsverschulden

Um Organisationsverschulden zu vermeiden, genügt es leider nicht, sich redlich nach bestem Wissen und Gewissen an Gesetze zu halten. Es ist alternativlos, dass die Fuhrparkleitung ihre Aufgaben genau kennt, gesetzeskonforme Abläufe festlegt und alle Maßnahmen von Kontrolle bis Schulung dokumentiert. Vertrauen ist gut, aber nur Kontrolle und durchdachte Organisation schützen vor Verschulden.

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Bußgeldreform – Welche Neuerungen gibt es?

Über ein Jahr haben Bund und Länder gebraucht, um über einen neuen Bußgeldkatalog zu beratschlagen – wegen eines Formfehlers waren Teile des zunächst vorgeschlagenen erst einmal als rechtswidrig eingestuft worden. Jetzt hat man wohl einen Kompromiss gefunden, der bis Spätsommer den Bundesrat passieren und ab Herbst in Kraft treten soll. Wir haben uns die wichtigsten Änderungen in der Bußgeldreform einmal genauer angeguckt.

Das kommt auf Autofahrer 2021 zu

Soviel vorweg: Es wird teurer. Das ursprünglich vorgesehene Fahrverbot bei Geschwindigkeitsüberschreitungen (innerorts ab 21, außerorts ab 26 km/h über vorgeschriebenem Tempo) wurde aber zurückgenommen. Eine wichtige Änderung gilt aber schon jetzt: GafferInnen können zu einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren verurteilt werden, wenn sie am verstorbene Unfallopfer fotografieren – bislang waren nur lebende Personen dank Paragraph 201 a StGB geschützt. Es bleibt dabei, dass die Fahrerlaubnis bei einem Punktestand von 8 eingezogen wird. 2014 war das erst mit 18 Punkten in Flensburg der Fall.

Tempoverstöße laut Bußgeldreform

Je schneller, desto teurer – wer innerorts die Geschwindigkeit überschreitet, wird deutlich stärker zur Kasse gebeten: Bei 10 km/h Überschreitung werden für PKW 30 statt 15 Euro fällig, ab 26 km/h 180 statt bisher 100, und wer 41 mehr auf dem Tacho hat, zahlt 400 statt 200 Euro. Punkte für Flensburg und Fahrverbote bleiben hingegen wie vorher. Bei LKW ab 3,5 t sieht es so aus: z. B. bis 10 kmh 40 (statt 20) Euro, bei 26 km/h 235 (statt 140) Euro, bei 41 km/h 560 (statt 280) Euro. Wer gefährliche Güter geladen hat, zahlt ebenfalls zum Teil doppelt so viel wie bisher. Auch für LKW ändern sich die Bestimmungen zu Punktevergabe und Fahrverbot nicht.

Tempoverstoß

Bußgeld für Tempoüberschreitung beim Rechtsabbiegen

LKW müssen innerorts beim Rechtsabbiegen Schrittgeschwindigkeit fahren. Tun sie das nicht, kostet das laut dem neuen Bußgeldkatalog 70 Euro. Bei Sorgfaltspflichtverletzung beim Ein- und Aussteigen oder Abbiegen werden die bisherigen Geldbußen verdoppelt, bei Gefährdung durch Abbiegen folgt ein Fahrverbot von einem Monat.

Höhere Kosten beim Halten und Parken

Wer sein Fahrzeug verlässt oder länger als drei Minuten hält, der parkt. Und das kostet auf Geh- und Radwegen zukünftig 110 Euro, unberechtigtes Parken auf einem Schwerbehindertenparkplatz wird von 35 auf 55 angehoben. Bei Parkverstößen in amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrten wird die Geldbuße auf bis zu 100 Euro erhöht, gleiches gilt bei Behinderung von Rettungsfahrzeugen durch falsches Parken. Ein allgemeiner Halt oder Parkverstoß, der den Verkehr nicht gefährdet, hat statt eines Verwarnungsgeldes von bis zu 15 nun bis zu 55 Euro zur Folge.

Wer eine Straßenbahn blockiert oder behindert, hat 80 Euro zu zahlen, das Parken auf Schienen kostet 70 Euro und die Geldstrafe für Halt- und Parkverstöße auf Bussonderstreifen und im Haltestellenbereich steigt von maximal 35 Euro auf bis zu 100 Euro an.

Halten in zweiter Reihe oder auf Schutzstreifen schlägt demnächst mit 110 Euro zu Buche. Und erstmalig im Bußgeldkatalog: Das unberechtigte Parken auf einem Parkplatz für elektrisch betriebene oder Carsharing-Fahrzeuge wird mit 55 Euro geahndet, ebenso wie das Blockieren einer E-Auto-Ladestation.

Halteverbot

Fahrverbot droht bei Stören oder Befahren der Rettungsgasse​

Ein ewiges Problem: Zu viele FahrerInnen versäumen es, eine Rettungsgasse zu bilden, manche nutzen die gebildete Gasse sogar, um schneller voran zu kommen. Demnächst werden dafür aber neben einem Bußgeld von 200 bis 320 Euro auch noch Fahrverbote wirksam. Das gilt auch dann, wenn keine konkrete Gefahr für Dritte dadurch bestand. Wer eine Rettungsgasse widerrechtlich nutzt, erhält 2 Punkte in Flensburg, wer keine Rettungsgasse bildet oder deren Bildung stört, 1 Punkt.

Auch das Befahren von Gehwegen wird nun vierfach verteuert. Statt bisher bis zu 25 Euro kostet das widerrechtliche Befahren von Fußgängerwegen, Seitenstreifen und linksseitigen Radwegen nun bis zu 100 Euro. Auch das Posen an der Ampel wird für FahrerInnen ab sofort teurer. Wer unnötige Lärm- oder Abgasbelästigung verursacht oder hin- und herfährt, um seine Karosse zu präsentieren, ist mit 100 statt bisher 20 Euro dabei. 

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Delegation der Halterverantwortung im Fuhrpark – wie genau wird sie wirksam?

Wenn der Fuhrpark problemlos rollt, sind alle glücklich – doch was passiert, wenn’s mal kracht? In der Regel steht das Unternehmen, das den Fuhrpark betreibt, selbst in der Halterverantwortung. Die Geschäftsführung kann diese jedoch an die Fuhrparkleitung oder an andere Personen übertragen und mit so einer Delegation die eigene Haftung einschränken. Bei dieser Übergabe sollten jedoch einige wichtige Punkte berücksichtigt werden – mal eben so „im Vorbeigehen“ die eigene Verantwortung abzugeben, kann unter Umständen sehr teuer werden.

Worauf muss bei der Delegation der Halterverantwortung geachtet werden?

Zwei Menschen schütteln sich die Hand.

Wirksam wird die Pflichtendelegation nämlich erst, wenn die Geschäftsführung als Verantwortlichen eine zuverlässige, erprobte und sachkundige Person mit der Erfüllung der Halterpflichten durch Weisung oder Arbeitsvertrag beauftragt hat. Worauf es zu achten gilt:

  • Die Delegation sollte aus Beweisgründen von Halterpflichten stets klar, eindeutig und schriftlich erfolgen.
  • Sie muss alle notwendigen Aufgaben und Kompetenzen klar spezifizieren. Wenn die Leistungsbeschreibung nicht detailliert definiert wird, bleiben Reichweite und Wirksamkeit der Delegation zu Lasten des Unternehmens unklar.
  • Sie darf nur an eine charakterfeste und fachlich versierte Person erfolgen.
  • Eine automatische Delegation erfolgt erst dann, wenn die betreffende Kraft diese Aufgaben seit mehr als 5 Jahren ausübt und/ oder von Berufswegen dafür geeignet ist.

Was bedeuten die neuen Halterpflichten für die Fuhrparkverantwortlichen?

Bei wirksamer Übertragung der Halterverantwortung steht nun die beauftragte Person rechtlich in der Pflicht. Sie rückt in die Stellung des Unternehmers/Halters und trägt fortan das Personenrisiko. Bedeutet: Sie ist verantwortlich für die Eignung der Fahrer und Fahrerinnen sowie für das Betriebsrisiko – darunter fällt die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge aber auch die Ladungssicherung. Fuhrparkverantwortliche müssen eine Vielzahl an Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien beachten. Denn nur, wer sämtliche Halterpflichten und Regeln kennt, kann diese auch rechtskonform im Unternehmen umsetzen. Dazu gehören unter anderem die regelmäßige Kontrolle der Führerscheine: Die Fuhrparkleitung kann sich dabei nicht auf Auskünfte der Belegschaft verlassen. Sie muss vielmehr die Kontrollen selbst vornehmen oder vornehmen lassen und eine Dokumentation dieser zu Nachweiszwecken sicherstellen.

Ein Führerschein steckt in der Hosentasche.
Die Führerscheinkontrolle in Unternehmen muss halbjährlich erfolgen.

Aber auch die Geschäftsführung ist weiter gefragt

Das bedeutet aber nicht, dass sich die Geschäftsleitung ab jetzt entspannt zurücklehnen darf. Eine Delegation der Halterverantwortung entbindet sie nämlich nicht von der Überwachungs- und Kontrollpflicht bezüglich der Auswahl und Überwachung von Aufsichtspersonen. Ähnlich wie die Fuhrparkleitung die Fahrerinnen und Fahrer kontrolliert, müssen auch die Halter weiter regelmäßig die Arbeit der Fuhrparkleitung inspizieren. Das sollte stichprobenartig und unangekündigt passieren und auf jeden Fall dokumentiert werden. Fehlt die Organisation des Fuhrparks oder ist sie mangelhaft, steht erneut die Unternehmensleitung in der Haftverantwortung. 

Neben der zivilrechtlichen Haftung können der Geschäftsführung oder der Fuhrparkleitung obendrein noch ordnungsrechtliche und strafrechtliche Konsequenzen drohen, wenn sie ihre Aufgaben nicht oder nicht ausreichend wahrnehmen. Ist die Fuhrparkleitung vertraglich beauftragt, für das Fahrpersonal die Verantwortung zu tragen, kann auch die Einhaltung der Schicht-, Lenk-, Arbeits-, und Ruhezeiten und die entsprechende Dokumentation für die Halterhaftung bedeutend sein.

Fuhrpark absichern mit der digitalen Führerscheinkontrolle

Um die Halterhaftung im Fuhrpark einzuhalten, können Betriebe eine digitale Führerscheinkontrolle nutzen. Diese spart der Fuhrparkleitung Zeit, denn müssen Führerscheine nun nicht mehr manuell überprüft werden. Zusätzlich sichert sie den Fuhrpark und das Unternehmen ab, denn dokumentiert sie die digitale Kontrolle. In folgendem Infoblatt erfahren Sie, wie die digitale Führerscheinkontrolle mit der Fuhrparksoftware Vimcar Fleet funktioniert.

Hier Infoblatt herunterladen und mehr
über die digitale Führerscheinkontrolle erfahren!

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Digitale Führerscheinkontrolle Infoblatt auf Laptop geöffnet
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Paragraph 21 StVG: Fahren ohne Fahrerlaubnis

Das Fahren ohne Fahrerlaubnis ist in Deutschland weit mehr als nur ein Kavaliersdelikt. Bei der Verkehrsstraftat nach Paragraph 21 StVG droht in manchen Fällen sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.

Fahren ohne Fahrerlaubnis nach § 21 StVG

Das Fahren ohne Fahrerlaubnis ist in Deutschland eine ernstzunehmende Verkehrsstraftat, die mittlerweile mit einem beachtlichen Strafmaß geahndet wird. Dabei ist nicht das Fahren ohne Führerschein gemeint, bei dem der Betroffene lediglich seine Führerschein-Urkunde nicht mitführt. Fahren ohne Fahrerlaubnis StVG 21 betrifft alle, die für das betreffende Fahrzeug keine gültige Fahrerlaubnis haben, ausländische Führerscheine, die noch nicht umgeschrieben wurden oder aber bei einem zeitlich befristeten Entzug der Fahrerlaubnis. Nach Paragraph 21 Straßenverkehrsgesetz wird diese Tat mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe bestraft. Wenn Fahrlässigkeit angenommen wird oder der Führerschein beschlagnahmt wurde, beläuft sich die Freiheitsstrafe auf 6 Monate und die Geldstrafe auf 180 Tagessätze.

Eintritt von § 21 StvG

Eine 21 StVG Straftat tritt ein, wenn der Fahrzeugführer ein fahrerlaubnispflichtiges Fahrzeug fährt, und

  • er bisher keine gültige Fahrerlaubnis für diese Fahrzeuge erworben hat
  • die jeweilige Fahrerlaubnisklasse durch Ablauf der Frist ungültig ist
  • eine ausländische Fahrerlaubnis noch nicht umgeschrieben wurde
  • die Fahrerlaubnis laut Gesetz entzogen wurde oder
  • ein zeitlich befristetes Fahrverbot vorherrscht.

Das Fahren ohne Fahrerlaubnis nach § 21 StVG bezieht sich nur auf öffentlichen Verkehrsgrund. Selbst der Halter des Fahrzeuges, der in Kenntnis der fehlenden Fahrerlaubnis des Fahrzeugführers ist, macht sich nach § 21 Abs. 1 StVG strafbar. Da ein Entzug der Fahrerlaubnis als sogenannte Maßregel und Besserung nicht möglich ist, außer diese wurde zwischenzeitlich erworben oder der Täter ist im Besitz einer anderen Fahrerlaubnisklasse, welche aber für das geführte Fahrzeug nicht ausreichte. Dann ist zum Beispiel eine isolierte Sperre für die Fahrerlaubnis üblich, welche mindestens 6 Monate beträgt.

Auszug aus dem Paragraph 21 StVG

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer 1. ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder ihm das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten ist, oder 2. als Halter eines Kraftfahrzeugs anordnet oder zulässt, dass jemand das Fahrzeug führt, der die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder dem das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten ist.

§ 21 Fahren ohne Fahrerlaubnis, StVG Tweet
Führerschein

So betrifft 21 Abs 1 Nr 1 StVG auch Unternehmen mit Fuhrpark

Gerade Unternehmen mit eigenem Fuhrpark tragen eine hohe Verantwortung im tägliche Straßenverkehr und sollten regelmäßig nach § 21 StVG Führerscheinkontrollen durchführen und alle ihre Fahrer auf eine gültige Fahrerlaubnis für das jeweils zu führende Fahrzeug überprüfen. Probleme ergeben sich meist schon bei Fahrzeugführern, die Inhaber eines ausländischen Führerscheins sind, der in der Europäischen Union nach sechs Monaten seine Gültigkeit verliert. Die Betroffenen müssen dann in Deutschland den Europäischen Führerschein mit einer erneuten theoretischen und praktischen Führerscheinprüfung erwerben. Bei einer großen Fahrzeugflotte ist es außerdem wichtig, dass der jeweilige Fahrer immer auch befugt ist, das jeweilige Fahrzeug zu führen. Unterschiede gibt es schon alleine bei einem LKW mit oder ohne Anhänger. Da das Unternehmen der Halter des jeweiligen Fahrzeugs ist, und somit auch verantwortlich für eine gültige Fahrerlaubnis des Fahrzeugführers, haftet das Unternehmen als Mitwisser im Falle einer Straftat ebenso, wie der Fahrzeugführer selbst. Sollte zusätzlich das Fahrzeug für mehrere Monate eingezogen werden, dann hat das Unternehmen einen beträchtlichen Schaden zu tragen.

 

Führerscheinkontrolle im Fuhrpark vereinfachen mit dieser Anleitung:

Diese Anleitung hilft dabei, Führerscheine im Fuhrpark zu dokumentieren. Außerdem kann durch sie verhindert werden, dass MitarbeiterInnen ohne Führerschein Firmenfahrzeuge fahren. Erleichtern Sie sich die Führerscheinkontrolle jetzt mit unserer Anleitung.

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Anleitung Führerscheinkontrolle

Konsequenzen für das Unternehmen

Im konkreten Fall wird bei einer Führerscheinkontrolle nach § 21 StVG eine Abgrenzung bei der Feststellung des Strafmaßes gemacht. Ein Fahr­zeug füh­ren oh­ne die da­für er­for­der­li­che Fahr­er­laub­nis zu haben, Fah­ren trotz Fahr­ver­bot und Hal­ter des Kfz die Tat an­ge­ord­net o­der zu­ge­las­sen haben, werden mit einer Frei­heits­stra­fe bis zu ei­nem Jahr o­der einer Geld­stra­fe belangt. Wer hingegen durch Fahr­läs­sig­keit oh­ne Fahr­er­laub­nis ge­fah­ren ist, vor­sätz­lich o­der fahr­läs­sig ein Fahr­zeug gefüh­rt hat, ob­wohl der Füh­rer­schein in Ver­wahr­ung ge­nom­men wur­de und auch hier als Hal­ter des Kfz die Tat an­ge­ord­net o­der zu­ge­las­sen hat, muss mit einer Frei­heits­stra­fe bis zu sechs Mo­na­ten oder einer Geld­stra­fe bis zu 180 Ta­ges­sät­zen rechnen. Fah­ren trotz Füh­rer­schein­ent­zug o­der Füh­rer­schein­sper­re und Hal­ter des Kfz, die die Tat an­ge­ord­net o­der zu­ge­las­sen haben, wie auch wer in den let­zten drei Jah­ren schon ein­mal we­gen des­sel­ben Tat­be­stands ver­ur­teilt wurde, dem wird das Fahrzeug eingezogen.

Lkws

Alles zum Thema Halterhaftung & Fuhrpark

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Fahrzeughalter im Fuhrpark ermitteln

Eigentümer, Fahrzeughalter und Fahrzeugführer sind im Fuhrpark in den meisten Fällen unterschiedliche Personen. Im Arbeitsalltag spielt das selten eine Rolle. Anders sieht es jedoch im Schadensfall aus. Dann ist es sehr wohl von Bedeutung, wer der Halter des Fahrzeugs ist – Stichwort Halterhaftung. Viele Fuhrparkleiter sind sich dieser Tatsache nicht bewusst. Kommt es zu einer Ordnungswidrigkeit oder einem Unfall, stellen Behörden mit Sicherheit eine Frage: Wer ist Fahrzeughalter?

Fahrzeughalter herausfinden: Daten und Fakten zur Halterhaftung

Zwischen Fahrzeugeigentümer,- halter und -führer gibt es grundlegende Unterschiede. Sie betreffen nicht nur die tatsächliche Nutzung des Dienstwagens, sondern sind vor allem juristisch relevant.

Definition Eigentümer

Der Eigentümer des Dienstwagens hat das Fahrzeug gekauft, ist folglich der rechtmäßige Eigentümer und kann es verkaufen. Im Fuhrpark ist das Unternehmen in den meisten Fällen der Eigentümer. Ausnahmen gibt es bei Leasingverträgen: In diesem Fall ist es Eigentum des Leasinggebers.

Der Fahrzeugführer

Der Fahrzeugführer ist derjenige, der es lenkt – ob berechtigt oder nicht, ob es ihm gehört, er der Halter ist oder es ihm lediglich zur Verfügung gestellt wurde. Geeignet ist er dann, wenn er die notwendigen körperlichen und geistigen Fähigkeiten erfüllt und über eine entsprechende Erlaubnis verfügt.

Wer ist der Fahrzeughalter?​

Beim Fahrzeughalter handelt es sich aus juristischer Sicht um die Person, die regelmäßig über die Nutzung des Fahrzeugs bestimmen kann. Dafür kommen zwei Kriterien zum Tragen: Die Person gebraucht es auf eigene Rechnung. Das ist etwa dann gegeben, wenn aus der Verwendung ein Nutzen gezogen wird und die laufenden Kosten selber getragen werden. Im Falle eines Dienstwagens ist der Nutzen etwa im Falle eines Kundenbesuchs gegeben. Darüber hinaus hat der Halter die tatsächliche Verfügungsgewalt über das Fahrzeug, sprich, er bestimmt Fahrtziel und Zeitpunkt. Der Halter ist in der Regel im Fahrzeugbrief eingetragen. Es kann sich hierbei um das Unternehmen selber handeln, in vielen Fällen fungiert jedoch der Fuhrparkleiter als Halter.

Sowohl Fahrer als auch Halter unterliegen bestimmten Pflichten. Die des Fahrers entsprechen den in StVO und StVZO definierten Verhaltensregeln, wie etwa die Vermeidung von Sicht- und Gehörbeeinträchtigungen durch Ladung und die Einhaltung sicherheitsrelevanter Aspekte wie einer funktionierenden Beleuchtung. Auch dass die Kennzeichen zu jeder Zeit gut erkennbar sind, liegt im Verantwortungsbereich des Fahrers.

Fuhrparkleiter

Pflichten des Halters

Der Fahrzeughalter hat unter anderem die folgenden Verpflichtungen:

  • Verkehrssicherheit des Wagens sicherzustellen
  • Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung
  • Übernahme von Versicherung, Steuern und Wartungskosten
  • Haftung bei Unfällen und Verkehrsvergehen
  • Kontrolle, dass das Fahrzeug den Bestimmungen zur allgemeinen Betriebserlaubnis erfüllt

Darüber hinaus muss er im Fuhrpark regelmäßig Führerscheinkontrollen bei den Fahrern durchführen.

Will man den Fahrzeughalter herausfinden, ging häufig eine Ordnungswidrigkeit oder ein Unfall voran. Der Halter haftet – und zwar unabhängig davon, ob er selber am Steuer saß oder nicht. Ausgenommen sind hier grundsätzlich höhere Gewalt oder wenn ein Schaden nach einem Diebstahl entstand. Es ist folglich im Interesse des Halters, das Fahrzeug regelmäßig hinsichtlich der Betriebssicherheit und der Eignung des Fahrers zu kontrollieren.

Hier Anleitung zur Führerscheinkontrolle im Fuhrpark herunterladen!

Wie Fuhrparkleiter die Führerscheinkontrolle durchführen können und welche Gesetze gelten erfahren Sie in folgender Anleitung. 

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Anleitung Führerscheinkontrolle auf Smartphone geöffnet

Fahrzeughalter ermitteln - die Vorgehensweise

Ob Ordnungswidrigkeit wie Verstöße gegen die Geschwindigkeitsregelung, Parksünden oder ein Unfall: Es gibt viele Gründe, dem Halter eines Fahrzeugs auf die Spur zu kommen. In der Regel lässt sich der Fahrzeughalter über das Kennzeichen ermitteln. Polizei und Ermittlungsbehörden haben es da einfach: Sie sind dazu berechtigt, eine Halterabfrage durchzuführen. Privatpersonen und Unternehmen haben diese Recht grundsätzlich auch, allerdings nur im Rahmen einer Schadensermittlung, wenn es also zum Beispiel zu einem Unfall gekommen ist. Sie stellen die Abfrage an die entsprechende Behörde. Den Fahrzeughalter zu ermitteln mit einer App, funktioniert dagegen nicht. In einigen Kommunen ist das Fahrzeughalter ermitteln online möglich – jedenfalls wird das Ergebnis in diesem Fall elektronisch mitgeteilt.

Führerscheine

Wer ist Fahrzeughalter?

“Wer ist der Halter eines Fahrzeuges?” Im Fuhrpark lässt sich diese Frage üblicherweise durch einen Blick auf die Kfz-Papier beantworten. Haben Fahrzeugführer sich etwa zuschulden kommen lassen, kann das schwerwiegende Folgen für den Halter haben.

Ein Beispiel: Die Führerscheinkontrolle gehört zu den regelmäßigen Aufgaben des Halters, respektive Fuhrparkleiters. Tritt ein Mitarbeiter seine Fahrt ohne gültige Fahrerlaubnis an, droht eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe – und zwar für den, der anordnet oder zulässt, dass dies geschieht. Zusätzlich zu den strafrechtlichen Konsequenzen kann auch die Versicherung sich weigern, etwaige Schäden zu begleichen. Im schlimmsten Fall erlischt der Schutz vollständig.

In der Praxis delegiert der Halter die Halterhaftung und damit verbundenen Aufgaben in vielen Fällen an eine weitere Person. Das ist etwa dann sinnvoll, wenn das Unternehmen Fahrzeughalter einer Vielzahl an Fahrzeugen ist. Der Fuhrparkleiter, bei großen Flotten oftmals in Form eines Teams, übernimmt diese Aufgaben dann – und haftet entsprechend bei Versäumnissen. In jedem Fall sollte die Übertragung schriftlich exakt festgehalten werden. Wichtig: Auch wenn die Geschäftsleitung die Halterhaftung überträgt, besteht weiterhin die Kontroll- und Überwachungspflicht.

Den sicheren Einsatz des Dienstwagens im Verkehr kann der Halter durch eine regelmäßige UVV-Prüfung sicherstellen. Die Fahrzeugprüfung nach der Unfallverhütungsvorschriften (UVV) ist gesetzlich vorgeschrieben, wird rechtssicher dokumentiert und bewahrt den Halter vor möglichen Regressansprüchen und Haftungen.

Alles zum Thema Halterhaftung & UVV

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Kosten der UVV Prüfungen im Fuhrpark

Die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften sehen regelmäßige Prüfungen vor. Diese Prüfungen sind für alle Betriebe verpflichtend. Die bei den Prüfungen zur Unfallverhütung entstehenden Kosten sind vergleichbar gering, der Nutzen ist dafür umso höher. In folgendem Artikel erhalten Betriebsinhaber und Fuhrparkleiter Informationen zu den Chancen und Risiken im Bereich der UVV und einen Überblick über die Kosten einer UVV Prüfung.

UVV Prüfungen Kosten und Chancen

Jeder Gewerbetreibende hat die Pflicht seine gewerblich genutzten Fahrzeuge nach § 57 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift „Fahrzeuge“, ehemals BGV D 29, durch einen Sachverständigen auf den betriebssicheren Zustand prüfen zu lassen.

Als Sachverständiger zählt in diesem Zusammenhang derjenige der durch seine Berufsausbildung, die entsprechende Berufserfahrung sowie die zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Kenntnisse zur Prüfung der Arbeitsmittel, Maschinen oder Fahrzeuge verfügt Arbeitsmitteln verfügt.

Zur Prüfung sind folgende Unterlagen einzureichen:

  • Bedienungsanleitung
  • Technische Unterlagen
  • Prüfbuch
  • Aufbauanleitung

UVV Prüfung die Kosten

Wie hoch genau die Kosten der UVV Prüfung liegen, hängt von den zu untersuchenden Fahrzeugen oder Maschinen ab. Entsprechend umfänglich ist die Preisliste der UVV Prüfungen, die von der Hebebühne bis zum Sattelschlepper alle möglichen Maschinen und Fahrzeuge abdecken muss.

Beispiele für die UVV Kosten in verschiedenen Bereichen:

  • Stabler zwischen 30 und 80 Euro
  • Hebe- & Arbeitsbühnen zwischen 30 und 120Euro
  • Fahrzeuge zwischen 15 und 110 Euro
  • Kran zwischen 30 und 120 Euro
  • Hebezeuge & Lastaufnahmemittel zwischen 25 und 70 Euro
  • Baumaschinen zwischen 40 und 80 Euro

Für Fuhrparkleiter empfiehlt es sich die UVV der Fahrzeuge gleich mit der Hauptuntersuchung und, wenn angesagt, mit der Inspektion zu verbinden. Die HU und UVV Prüfung Pkw Kosten liegen in dem Zusammenhang ca. zwischen 30 bis 50 Euro pro Kraftfahrzeug.

Ein Anbieter für Prüfungen nach UVV ist DEKRA. Sie bietet verschiedene Leistungen zur Sicherheitsprüfung von Arbeitsmitteln nach BetrSichV und Vorschriften der DGUV an, beispielsweise UVV Fahrzeugprüfung durch Sachkundige.

Laden Sie die Broschüre herunter & erfahren wie viel die UVV Prüfung im Fuhrpark mit Fleet Admin kostet!

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Fleet Broschüre auf PC geöffnet

UVV Kosten der Fahrerunterweisung

Neben der Fahrzeugkontrolle durch einen Sachkundigen, gibt es die UVV Erstunterweisung und jährliche Fahrerunterweisung. Bei der Erstunterweisung muss der Fahrer vor der Fahrzeugübergabe in die Gefahren des Fahrzeugs unterwiesen werden. Zusätzlich müssen die Fahrer mindestens einmal jährlich zu den Gefahren geschult werden. 

Achtung: Der Fuhrparkleiter oder Arbeitgeber muss die Unterweisungen protokollieren. Geschieht ein Unfall, muss nachgewiesen werden, dass die Fahrer zu den Gefahren aufgeklärt wurden. 

Die Fahrerunterweisung ist relativ aufwendig, da die Fahrer umfangreich zu den verschiedenen Gefahren und Situationen zum Fahrzeug geschult werden müssen. Daher gibt es die Möglichkeit, die Fahrerunterweisung durch einen Anbieter digital durchzuführen. Die Fahrer werden automatisch an die Prüftermine erinnert und können die Schulung online absolvieren. Dadurch garantiert der Fuhrparkleiter, dass alle wichtigen Informationen übermittelt wurden. Gleichzeitig kann er im System nachvollziehen, welcher Mitarbeiter seine Prüfung schon durchgeführt hat und bei wem diese aussteht. Der Vorteil einer digitalen Fahrerunterweisung: Nach erfolgreich durchgeführten Prüfung werden automatische Protokolle erstellt. Dadurch sichert das Unternehmen sich bestmöglich ab. Welche UVV Kosten hierbei auf den Betrieb zukommen, ist abhängig von der eingesetzten Lösung. Eine Möglichkeit bietet der Einsatz einer Fuhrparksoftware an. 

Prüfzeitpunkte

Geprüft werden muss laut §10 der BetrSichV zu verschiedenen klar definierten Zeitpunkten. Diese sind:

  • direkt nach der Montage
  • unmittelbar vor der ersten Inbetriebnahme
  • bei Neumontage oder Ortswechsel von Maschinen
  • nach besonderen Ereignissen, wie Unfall, größeren Reparaturen
  • nach längerem Stillstand
  • jährliche Prüfung nach DGUV 100-500

Darüber hinaus ist es vorgeschrieben, dass Maschinen oder Fahrzeuge mit einem Typenschild zur eindeutigen Identifikation ausgestattet sind.

Kosten UVV Prüfung durch Sachkundigen
Ein Sachkundiger prüft das Fahrzeug gemäß der UVV.

Inhalte der UVV Prüfung

Es handelt sich bei den Prüfungen um von den Berufsgenossenschaften, in Rücksprache mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, festgelegte Standards die sowohl dem Gesundheits-, als auch dem Arbeitsschutz dienen. Sie sind analog zu den ehemaligen BG-Vorschriften zu betrachten.

Die Unfallverhütungsvorschriften beinhalten

  • Maßnahmen und Einrichtung, die ein Unternehmer zur Unfallverhütung durchzuführen hat, sowie die Art und Weise, wie die Einhaltung dieser Maßnahmen innerbetrieblich sichergestellt werden.
  • Arbeitsmedizinische Maßnahmen und Untersuchungen, insbesondere wenn die auszuführenden Tätigkeiten mit arbeitsbedingten Gefahren für Leben und Gesundheit von Versicherten oder Dritter verbunden sind, sowie die Anforderungen an den durchführenden Mediziner.
  • Die Sicherstellung von Erste Hilfe Einrichtungen und deren Überwachung.
  • Maßnahmen, die ein Unternehmer zur Erfüllung der sich aus dem Gesetz über Sicherheit am Arbeitsplatz ergebenden Pflichten zu ergreifen hat.
  • Die Festlegung der Zahl von Sicherheitsbeauftragen, die nach § 22 SGB VII bereitzustellen sind.

UVV Prüfungen und Kosten – mehr als nur eine lästige Pflicht

Die UVV Prüfungen sind dabei deutlich mehr als lästige Pflichten. Sie gewährleisten die Arbeitssicherheit und erhöhen die Einsatzbereitschaft der zu prüfenden Maschinen. Darüber hinaus ist derjenige, der seine Fahrzeuge regelmäßiger Kontrollen unterzieht auch rechtlich auf der sicheren Seite.

Wer seine gewerblichen Fahrzeuge jedoch keiner UVV Prüfung unterzieht begeht eine Ordnungswidrigkeit nach § 209 Abs. 3 SGB VII, die sowohl als fahrlässig wie sogar als vorsätzlich geahndet werden kann. Der Bußgeld Katalog sieht in diesem Fall Bußgelder zwischen 2.500 Euro und bis zu 10.000 Euro.

Alles zu den Unfallverhütungsvorschriften

In ein paar Schritten zum winterfesten Fuhrpark

Der Beginn der kalten Jahreszeit läutet die Umstellung des Fuhrparks ein. Wir wissen, was jetzt zu tun ist, um mit dem Fuhrpark sicher durch den Winter zu kommen.

Um nicht vom plötzlichen Kälteeinbruch überrascht zu werden, sollte der Fuhrpark bereits in der Übergangszeit fit für den Winter gemacht werden. Ein winterfester Fuhrpark bildet den Grundpfeiler für die uneingeschränkte Mobilität bei Schnee und Eis. Zusätzlich erhöht er aber auch die Sicherheit aller Fahrer während der schwierigsten Witterungsphase. Wer seinen Firmenwagen hingegen nicht umrüstet, kann möglicherweise keine Kunden mehr besuchen und schwächt sein Geschäft. 

Rechtzeitig auf Winterreifen umstellen

Das wichtigste dürfte deshalb die vorgeschriebene Umstellung von Sommer- auf Winterreifen sein. Am besten handeln Fuhrparkmanager nicht erst dann, wenn die Witterung umschlägt, sondern bereits vorausschauend. Vorteil: Die Werkstätten sind nicht überlastet – so werden Wartezeiten verhindert. Da es keine konkrete Winterreifenpflicht gibt, empfiehlt sich hier grob der Zeitraum von Oktober bis Ostern für eine Winterbereifung. Für Lkws mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ist einer Winterbereifung auf der Antriebs- und Lenkachse verpflichtend.

Die richtigen Reifen für den Winter

WinterreifenWer Sparen möchte, der sollte schnell sein bei der Auswahl seiner Winterreifen. Günstige Angebote finden sich im Sommer, da die Händler noch ein Überangebot vorrätig haben und Platz im Lager schaffen wollen. Sind noch Winterreifen im Bestand, müssen diese auf jeden Fall überprüft werden. Sie sollten nicht älter als sechs Jahre sein, weil das Material sonst ermüdet und seine Funktionsfähigkeit einbüßt. Außerdem sollten Winterreifen die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern aufweisen, besser wäre sogar eine Profiltiefe von mindestens 4 Millimetern.

→ alles zum Thema Reifenmanagement und Beschaffung von Reifen

 Formular für die Reifeneinlagerung

Bei Unfall Mitschuld

Seit zweieinhalb Jahren gilt das sogenannte Alpine-Symbol als Vorschrift für Winterreifen. Vorher prangte auf den Reifen meist ein Zeichen wie M+S. Bis 2024 darf man mit dieser Kennzeichnung auch noch weiterfahren, danach müssen Winterreifen jedoch das Alpine-Symbol aufweisen. Fehlt dieser Standard, dann gehen Gerichte von einer mangelhaften Bereifung auf. Die Konsequenz: Führer des Fahrzeugs kann bei einem Unfall eine Mitschuld zugesprochen werden. Zusätzlich drohen dann noch Bußgelder.

Frostschutz- und Reinigungsmittel auffüllen

Gerade im Winter muss die Scheibenwaschanlage einwandfrei funktionieren. Viele vergessen im Herbst zu überprüfen, ob genügend Frostschutz- und Reinigungsmittel an Bord ist. Deshalb stets vor Abfahrt den Füllstand checken. Für Notfälle empfiehlt es sich, zusätzlich

Enteiser-Spray im Wagen zu haben, um Scheiben kurzfristig von Vereisung zu befreien. Zur Standardausrüstung im Firmenfahrzeug gehört aber auch ein Eiskratzer und in bergigen Gebieten natürlich Schneeketten

Batterie checken

Je älter eine Batterie ist, desto höher ist die Gefahr, dass sie bei Kälte streikt. Auch hier gilt vor dem Start in den Winter: Batterien prüfen und bei Bedarf rechtzeitig auswechseln. Ein passendes Starthilfekabel sollten Fahrer ohnehin stets im Auto zu haben. Übrigens: Die mittlerweile verbreitete und bequeme Start-Stopp-Funktion hat ihre Tücken. Denn die spezielle Batterie kann am Ende der Lebensdauer ohne Vorwarnung ausfallen. 

Licht an

Ein professioneller Licht-Test in der Werkstatt ist nicht teuer, bringt dafür aber eine sichtbare Erhellung. Denn hier überprüfen Fachmänner die korrekte Einstellung der Scheinwerfer. Nur wer mit guter Beleuchtung fährt, sorgt für ein ausreichend großes Sichtfeld und verhindert, dass andere Verkehrsteilnehmer geblendet werden.

Vorsicht Glatteis: Schulung von Mitarbeitern

Fahrer in Auto im WinterEiner der größten Unsicherheitsfaktoren bleibt der Mensch. Umso wichtiger ist eine defensive und den Witterungsbedingungen angepasste Fahrweise bei Eis und Schnee. Als Verantwortlicher für den Fuhrpark besteht die Pflicht, auf eine vorsichtige Fahrweise hinzuweisen. Hier bietet sich besonders ein auf die Jahreszeit angepasstes Fahrtraining an. TÜV, DEKRA und andere Spezialisten für Sicherheit bieten regelmäßig Kurse an, die Fahrer sicher durch den Winter bringen.

alles zu Fahrsicherheitstrainings 

Halterhaftung bei Poolfahrzeugen

Poolfahrzeuge erlauben es dem Unternehmen, mehrere Fahrer zu unterschiedlichen Zeiten auf einen Wagen zu buchen. Eigentlich eine gute Sache, doch diese Flexibilität könnte auch schnell zum Chaos führen. Denn bei Dienstfahrzeugen wie auch bei Poolfahrzeugen ist der Halter in der Regel das Unternehmen. Dieses kümmert sich häufig um andere Aufgaben als die Verwaltung des Fuhrparks. Daher kann die Unternehmensleitung die Halterverantwortlichkeit – nach sorgfältiger Dokumentation – an die Fuhrparkleitung übertragen. Dann muss der Fuhrparkverantwortliche seinen Halterpflichten wie Führerscheinkontrolle und UVV (Unfallverhütungsvorschriften) nachkommen. Bei so viel wechselndem Personal ist es bereits vorgekommen, dass die regelmäßige Führerscheinkontrolle oder die Fahrerunterweisung vergessen wird. Zusätzlich wird die Terminfindung für die Prüfung durch unregelmäßige Nutzung und Abwesenheit nicht einfacher.

Führerscheinkontrolle bei festgelegten Nutzern

Nur der regelmäßige Check der Originalführerscheine aller Fahrer schützt den Fuhrparkmanager vor rechtlichen Konsequenzen. Bei Poolfahrzeugen mit unterschiedlichen Nutzern sollte die Prüfung immer bei der Herausgabe eines Fahrzeugs an einen Fahrer erfolgen. Wenn es festgelegte Nutzer gibt, dann kann es auch einen anderen Kontrollzyklus geben – vereinfacht durch die elektronische Führerscheinkontrolle. Ist der Nutzerkreis von Poolfahrzeugen klar definiert, müssen die Führerscheine vor der ersten Fahrt jedes Fahrers und anschließend zwei Mal jährlich kontrolliert werden.

Laden Sie hier die Anleitung zur Führerscheinkontrolle im Fuhrpark herunter & halten die Vorschrift richtig ein!

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Kontrolle bei nicht definierten Nutzerkreis

Schwieriger gestaltet sich die Kontrolle des Führerscheins, wenn es einen offenen Nutzerkreis gibt. Dann gilt die Kontrolle der Ausweispapiere vor jeder Schlüsselübergabe an den neuen Fahrer. Dieser Kontrollaufwand bei Poolfahrzeugen lässt sich aber umgehen, indem das Unternehmen die Fahrzeugnutzung auf bestimmte Mitarbeiter einschränkt.

 

UVV-Fahrerunterweisung

Eine gesetzliche Verpflichtung für den Arbeitgeber gemäß der DGUV Vorschrift 70 ist die Fahrerunterweisung nach UVV (Unfallverhütungsvorschriften). Unternehmen, die Ihren Mitarbeitern Dienstfahrzeuge überlassen, sind verpflichtet, diese einmal jährlich im sicheren Umgang mit dem Fahrzeug zu unterweisen. Im Fall von Poolfahrzeugen bedeutet das: Jeder einzelne Fahrer, der erstmalig in das Poolfahrzeug steigt, muss unterwiesen werden. Dies gilt auch, wenn ein Fahrer mehrere der Poolfahrzeuge nutzt. In diesem Falle muss er für jedes Fahrzeug eine Einweisung bekommen, die dokumentiert wird. 

 

Fahrerunterweisung und Führerscheinkontrolle digital durchführen mit einer Fuhrparksoftware

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Rechtsschutzversicherung kann Risiken minimieren

Bei großem Stress kann es für Fuhrparkleiter leicht zu rechtlichen, strafrelevanten Verstößen kommen. Fuhrparkleiter stehen sowohl für das Unternehmen als auch persönlich in der Verantwortung. Eine Rechtsschutzversicherung kann bestimmte Risiken absichern. Diese sollte speziell auf den Fuhrpark zugeschnitten sein und dabei alle verkehrsrechtlichen sowie wirtschaftlichen Vergehen mit einschließen. Auch mögliche Kosten für den Rechtsanwalt sowie mögliche Gutachten sollte die Rechtsschutzversicherung abdecken. Trotzdem sollte eines klar sein: Versicherungen sind kein Freibrief für unverantwortliches Handeln.

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UVV bei Carsharing – was Fuhrparkmanager wissen müssen

Auch für Mietwagen und fürs Carsharing gelten die Unfallverhütungsvorschriften (UVV). Wir verraten, was Unternehmen dabei zu beachten haben.

Auf Geschäftsreisen kommt es immer wieder vor, dass sich Mitarbeiter kurzfristig Fahrzeuge ausleihen, ohne vorherige Einweisung. Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt jedoch zwingend die Einweisung von Mitarbeitern, um Unfälle zu vermeiden. Im eigenen Fuhrpark übernimmt das der Verantwortliche für die Flotte. Bei Mietstationen weisen im besten Fall die Angestellten den Kunden ein. Falls nicht, sollten die Fahrer darauf bestehen. Noch schlechter sieht es beim Carsharing aus. Hier leihen sich Mitarbeiter die Fahrzeuge meist an der Straße aus, ohne sich über die Eigenarten der Modelle zu informieren. Sie müssen sich entweder selbst einweisen oder der Arbeitgeber sollte die Auswahl per Anweisung einschränken.

Einschränkung der Fahrzeuge hilft

Einige Carsharing-Anbieter bieten ihren Kunden bereits eine Einschränkung der Fahrzeuge samt Einweisung an. Dazu zählen Share Now von Daimler und BMW. Wenn gängige Modelle angeboten werden, bei denen sich der Fahrer bereits in der Firma eine Einweisung unterzogen hat, dann kann diese entfallen. Das Unternehmen muss sich jedoch darum kümmern, dass die Wagen vor jeder Fahrt auf Mängel kontrolliert werden. Hier stehen die Fahrer allerdings genauso in der Pflicht.

Klare Regeln bestimmen

Flotten- oder Mobilitätsmanager sollten für Mitarbeiter glasklare Regeln aufstellen, um die Unfallverhütungsvorschriften (UVV) einzuhalten. Das Carsharing-Auto muss technisch einwandfrei sein. Aber auch auf Signale aus dem Cockpit während der Fahrt gilt es ausreichend zu reagieren. Etwa dann, wenn es Hinweise auf gravierende Störungen von wesentlichen technischen Hilfsmitteln geht. Denn bei grobem Fehlverhalten nimmt die Berufsgenossenschaft entweder den Fahrer oder den Verantwortlichen im Unternehmen in Regress.

Personen schreiben auf Dokumente

Nicht vergessen: Einweisung und Unterweisung nach UVV

Jede Übergabe eines Firmenfahrzeugs an Mitarbeiter muss im Rahmen des betrieblichen Arbeitsschutzes und der Sicherheit stattfinden. Dazu zählen unter anderem die Fahrzeugeinweisung sowie die Fahrerunterweisung, die man nicht verwechseln sollte. Die Einweisung hat einmalig und bei jedem unbekannten Fahrzeug zu erfolgen. Gerade beim Carsharing ein wichtiges Detail. Die Unterweisung hingegen ist jährlich zu wiederholen und beinhaltet unterschiedliche Themen. Aktuell etwa die Gefahren im Umgang mit E-Autos, weil es in letzter Zeit häufiger Unfälle mit erhitzen Batterien gegeben hat.

Rechtliche Konsequenzen drohen

Richterhammer

Unternehmen müssen die Fahrerunterweisungen stets in ihrer Gesamtheit dokumentieren. Anschließend muss der Fahrer das Dokument unterschreiben – erst dann wird alles in der Fahrerakte abgelegt. Besonders E-Autos stehen aufgrund der technischen Komponenten und den daraus resultierenden Gefahren im Fokus. Wer die Unterweisung unterlässt oder sie nicht delegiert, riskiert Geldbußen bis zu einer Million Euro oder Haftstrafen. Das gilt übrigens auch für die Fuhrparkleiter. Sicher sind Fuhrparkmanager, wenn Sie Mitarbeiter verpflichten, die gängigen Reiserichtlinien einzuhalten und sich bei der Übernahme des Autos einweisen zu lassen. Beim Carsharing sollten Unternehmen Ihre Mitarbeiter selbst einweisen und einzelne Modelle ausschließen.

Alles zu den Unfallverhütungsvorschriften

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