Paragraph 21 StVG: Fahren ohne Fahrerlaubnis

Das Fahren ohne Fahrerlaubnis ist in Deutschland weit mehr als nur ein Kavaliersdelikt. Bei der Verkehrsstraftat nach Paragraph 21 StVG droht in manchen Fällen sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.

Fahren ohne Fahrerlaubnis nach § 21 StVG

Das Fahren ohne Fahrerlaubnis ist in Deutschland eine ernstzunehmende Verkehrsstraftat, die mittlerweile mit einem beachtlichen Strafmaß geahndet wird. Dabei ist nicht das Fahren ohne Führerschein gemeint, bei dem der Betroffene lediglich seine Führerschein-Urkunde nicht mitführt. Fahren ohne Fahrerlaubnis StVG 21 betrifft alle, die für das betreffende Fahrzeug keine gültige Fahrerlaubnis haben, ausländische Führerscheine, die noch nicht umgeschrieben wurden oder aber bei einem zeitlich befristeten Entzug der Fahrerlaubnis. Nach Paragraph 21 Straßenverkehrsgesetz wird diese Tat mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe bestraft. Wenn Fahrlässigkeit angenommen wird oder der Führerschein beschlagnahmt wurde, beläuft sich die Freiheitsstrafe auf 6 Monate und die Geldstrafe auf 180 Tagessätze.

Eintritt von § 21 StvG

Eine 21 StVG Straftat tritt ein, wenn der Fahrzeugführer ein fahrerlaubnispflichtiges Fahrzeug fährt, und

  • er bisher keine gültige Fahrerlaubnis für diese Fahrzeuge erworben hat
  • die jeweilige Fahrerlaubnisklasse durch Ablauf der Frist ungültig ist
  • eine ausländische Fahrerlaubnis noch nicht umgeschrieben wurde
  • die Fahrerlaubnis laut Gesetz entzogen wurde oder
  • ein zeitlich befristetes Fahrverbot vorherrscht.

Das Fahren ohne Fahrerlaubnis nach § 21 StVG bezieht sich nur auf öffentlichen Verkehrsgrund. Selbst der Halter des Fahrzeuges, der in Kenntnis der fehlenden Fahrerlaubnis des Fahrzeugführers ist, macht sich nach § 21 Abs. 1 StVG strafbar. Da ein Entzug der Fahrerlaubnis als sogenannte Maßregel und Besserung nicht möglich ist, außer diese wurde zwischenzeitlich erworben oder der Täter ist im Besitz einer anderen Fahrerlaubnisklasse, welche aber für das geführte Fahrzeug nicht ausreichte. Dann ist zum Beispiel eine isolierte Sperre für die Fahrerlaubnis üblich, welche mindestens 6 Monate beträgt.

Auszug aus dem Paragraph 21 StVG

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer 1. ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder ihm das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten ist, oder 2. als Halter eines Kraftfahrzeugs anordnet oder zulässt, dass jemand das Fahrzeug führt, der die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder dem das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten ist.

§ 21 Fahren ohne Fahrerlaubnis, StVG Tweet
Führerschein

So betrifft 21 Abs 1 Nr 1 StVG auch Unternehmen mit Fuhrpark

Gerade Unternehmen mit eigenem Fuhrpark tragen eine hohe Verantwortung im tägliche Straßenverkehr und sollten regelmäßig alle ihre Fahrer auf eine gültige Fahrerlaubnis für das jeweils zu führende Fahrzeug überprüfen. Probleme ergeben sich meist schon bei Fahrzeugführern, die Inhaber eines ausländischen Führerscheins sind, der in der Europäischen Union nach sechs Monaten seine Gültigkeit verliert. Die Betroffenen müssen dann in Deutschland den Europäischen Führerschein mit einer erneuten theoretischen und praktischen Führerscheinprüfung erwerben. Bei einer großen Fahrzeugflotte ist es außerdem wichtig, dass der jeweilige Fahrer immer auch befugt ist, das jeweilige Fahrzeug zu führen. Unterschiede gibt es schon alleine bei einem LKW mit oder ohne Anhänger. Da das Unternehmen der Halter des jeweiligen Fahrzeugs ist, und somit auch verantwortlich für eine gültige Fahrerlaubnis des Fahrzeugführers, haftet das Unternehmen als Mitwisser im Falle einer Straftat ebenso, wie der Fahrzeugführer selbst. Sollte zusätzlich das Fahrzeug für mehrere Monate eingezogen werden, dann hat das Unternehmen einen beträchtlichen Schaden zu tragen.

 

Anleitung zur Führerscheinkontrolle im Fuhrpark

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Konsequenzen für das Unternehmen

Im konkreten Fall wird nach § 21 StVG eine Abgrenzung bei der Feststellung des Strafmaßes gemacht. Ein Fahr­zeug füh­ren oh­ne die da­für er­for­der­li­che Fahr­er­laub­nis zu haben, Fah­ren trotz Fahr­ver­bot und Hal­ter des Kfz die Tat an­ge­ord­net o­der zu­ge­las­sen haben, werden mit einer Frei­heits­stra­fe bis zu ei­nem Jahr o­der einer Geld­stra­fe belangt. Wer hingegen durch Fahr­läs­sig­keit oh­ne Fahr­er­laub­nis ge­fah­ren ist, vor­sätz­lich o­der fahr­läs­sig ein Fahr­zeug gefüh­rt hat, ob­wohl der Füh­rer­schein in Ver­wahr­ung ge­nom­men wur­de und auch hier als Hal­ter des Kfz die Tat an­ge­ord­net o­der zu­ge­las­sen hat, muss mit einer Frei­heits­stra­fe bis zu sechs Mo­na­ten oder einer Geld­stra­fe bis zu 180 Ta­ges­sät­zen rechnen. Fah­ren trotz Füh­rer­schein­ent­zug o­der Füh­rer­schein­sper­re und Hal­ter des Kfz, die die Tat an­ge­ord­net o­der zu­ge­las­sen haben, wie auch wer in den let­zten drei Jah­ren schon ein­mal we­gen des­sel­ben Tat­be­stands ver­ur­teilt wurde, dem wird das Fahrzeug eingezogen.

Lkws

Alles zum Thema Halterhaftung & Fuhrpark

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Fahrzeughalter im Fuhrpark ermitteln

Eigentümer, Fahrzeughalter und Fahrzeugführer sind im Fuhrpark in den meisten Fällen unterschiedliche Personen. Im Arbeitsalltag spielt das selten eine Rolle. Anders sieht es jedoch im Schadensfall aus. Dann ist es sehr wohl von Bedeutung, wer der Halter des Fahrzeugs ist – Stichwort Halterhaftung. Viele Fuhrparkleiter sind sich dieser Tatsache nicht bewusst. Kommt es zu einer Ordnungswidrigkeit oder einem Unfall, stellen Behörden mit Sicherheit eine Frage: Wer ist Fahrzeughalter?

Fahrzeughalter herausfinden: Daten und Fakten zur Halterhaftung

Zwischen Fahrzeugeigentümer,- halter und -führer gibt es grundlegende Unterschiede. Sie betreffen nicht nur die tatsächliche Nutzung des Dienstwagens, sondern sind vor allem juristisch relevant.

Definition Eigentümer

Der Eigentümer des Dienstwagens hat das Fahrzeug gekauft, ist folglich der rechtmäßige Eigentümer und kann es verkaufen. Im Fuhrpark ist das Unternehmen in den meisten Fällen der Eigentümer. Ausnahmen gibt es bei Leasingverträgen: In diesem Fall ist es Eigentum des Leasinggebers.

Der Fahrzeugführer

Der Fahrzeugführer ist derjenige, der es lenkt – ob berechtigt oder nicht, ob es ihm gehört, er der Halter ist oder es ihm lediglich zur Verfügung gestellt wurde. Geeignet ist er dann, wenn er die notwendigen körperlichen und geistigen Fähigkeiten erfüllt und über eine entsprechende Erlaubnis verfügt.

Wer ist der Fahrzeughalter?​

Beim Fahrzeughalter handelt es sich aus juristischer Sicht um die Person, die regelmäßig über die Nutzung des Fahrzeugs bestimmen kann. Dafür kommen zwei Kriterien zum Tragen: Die Person gebraucht es auf eigene Rechnung. Das ist etwa dann gegeben, wenn aus der Verwendung ein Nutzen gezogen wird und die laufenden Kosten selber getragen werden. Im Falle eines Dienstwagens ist der Nutzen etwa im Falle eines Kundenbesuchs gegeben. Darüber hinaus hat der Halter die tatsächliche Verfügungsgewalt über das Fahrzeug, sprich, er bestimmt Fahrtziel und Zeitpunkt. Der Halter ist in der Regel im Fahrzeugbrief eingetragen. Es kann sich hierbei um das Unternehmen selber handeln, in vielen Fällen fungiert jedoch der Fuhrparkleiter als Halter.

Sowohl Fahrer als auch Halter unterliegen bestimmten Pflichten. Die des Fahrers entsprechen den in StVO und StVZO definierten Verhaltensregeln, wie etwa die Vermeidung von Sicht- und Gehörbeeinträchtigungen durch Ladung und die Einhaltung sicherheitsrelevanter Aspekte wie einer funktionierenden Beleuchtung. Auch dass die Kennzeichen zu jeder Zeit gut erkennbar sind, liegt im Verantwortungsbereich des Fahrers.

Fuhrparkleiter

Pflichten des Halters

Der Fahrzeughalter hat unter anderem die folgenden Verpflichtungen:

  • Verkehrssicherheit des Wagens sicherzustellen
  • Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung
  • Übernahme von Versicherung, Steuern und Wartungskosten
  • Haftung bei Unfällen und Verkehrsvergehen
  • Kontrolle, dass das Fahrzeug den Bestimmungen zur allgemeinen Betriebserlaubnis erfüllt

Darüber hinaus muss er im Fuhrpark regelmäßig Führerscheinkontrollen bei den Fahrern durchführen.

Will man den Fahrzeughalter herausfinden, ging häufig eine Ordnungswidrigkeit oder ein Unfall voran. Der Halter haftet – und zwar unabhängig davon, ob er selber am Steuer saß oder nicht. Ausgenommen sind hier grundsätzlich höhere Gewalt oder wenn ein Schaden nach einem Diebstahl entstand. Es ist folglich im Interesse des Halters, das Fahrzeug regelmäßig hinsichtlich der Betriebssicherheit und der Eignung des Fahrers zu kontrollieren.

Hier Anleitung zur Führerscheinkontrolle im Fuhrpark herunterladen!

Wie Fuhrparkleiter die Führerscheinkontrolle durchführen können und welche Gesetze gelten erfahren Sie in folgender Anleitung. 

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Anleitung Führerscheinkontrolle auf Smartphone geöffnet

Fahrzeughalter ermitteln - die Vorgehensweise

Ob Ordnungswidrigkeit wie Verstöße gegen die Geschwindigkeitsregelung, Parksünden oder ein Unfall: Es gibt viele Gründe, dem Halter eines Fahrzeugs auf die Spur zu kommen. In der Regel lässt sich der Fahrzeughalter über das Kennzeichen ermitteln. Polizei und Ermittlungsbehörden haben es da einfach: Sie sind dazu berechtigt, eine Halterabfrage durchzuführen. Privatpersonen und Unternehmen haben diese Recht grundsätzlich auch, allerdings nur im Rahmen einer Schadensermittlung, wenn es also zum Beispiel zu einem Unfall gekommen ist. Sie stellen die Abfrage an die entsprechende Behörde. Den Fahrzeughalter zu ermitteln mit einer App, funktioniert dagegen nicht. In einigen Kommunen ist das Fahrzeughalter ermitteln online möglich – jedenfalls wird das Ergebnis in diesem Fall elektronisch mitgeteilt.

Führerscheine

Wer ist Fahrzeughalter?

“Wer ist der Halter eines Fahrzeuges?” Im Fuhrpark lässt sich diese Frage üblicherweise durch einen Blick auf die Kfz-Papier beantworten. Haben Fahrzeugführer sich etwa zuschulden kommen lassen, kann das schwerwiegende Folgen für den Halter haben.

Ein Beispiel: Die Führerscheinkontrolle gehört zu den regelmäßigen Aufgaben des Halters, respektive Fuhrparkleiters. Tritt ein Mitarbeiter seine Fahrt ohne gültige Fahrerlaubnis an, droht eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe – und zwar für den, der anordnet oder zulässt, dass dies geschieht. Zusätzlich zu den strafrechtlichen Konsequenzen kann auch die Versicherung sich weigern, etwaige Schäden zu begleichen. Im schlimmsten Fall erlischt der Schutz vollständig.

In der Praxis delegiert der Halter die Halterhaftung und damit verbundenen Aufgaben in vielen Fällen an eine weitere Person. Das ist etwa dann sinnvoll, wenn das Unternehmen Fahrzeughalter einer Vielzahl an Fahrzeugen ist. Der Fuhrparkleiter, bei großen Flotten oftmals in Form eines Teams, übernimmt diese Aufgaben dann – und haftet entsprechend bei Versäumnissen. In jedem Fall sollte die Übertragung schriftlich exakt festgehalten werden. Wichtig: Auch wenn die Geschäftsleitung die Halterhaftung überträgt, besteht weiterhin die Kontroll- und Überwachungspflicht.

Den sicheren Einsatz des Dienstwagens im Verkehr kann der Halter durch eine regelmäßige UVV-Prüfung sicherstellen. Die Fahrzeugprüfung nach der Unfallverhütungsvorschriften (UVV) ist gesetzlich vorgeschrieben, wird rechtssicher dokumentiert und bewahrt den Halter vor möglichen Regressansprüchen und Haftungen.

Alles zum Thema Halterhaftung & UVV

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Kosten der UVV Prüfungen im Fuhrpark

Die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften sehen regelmäßige Prüfungen vor. Diese Prüfungen sind für alle Betriebe verpflichtend. Die bei den Prüfungen zur Unfallverhütung entstehenden Kosten sind vergleichbar gering, der Nutzen ist dafür umso höher. In folgendem Artikel erhalten Betriebsinhaber und Fuhrparkleiter Informationen zu den Chancen und Risiken im Bereich der UVV und einen Überblick über die Kosten einer UVV Prüfung.

UVV Prüfungen Kosten und Chancen

Jeder Gewerbetreibende hat die Pflicht seine gewerblich genutzten Fahrzeuge nach § 57 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift „Fahrzeuge“, ehemals BGV D 29, durch einen Sachverständigen auf den betriebssicheren Zustand prüfen zu lassen.

Als Sachverständiger zählt in diesem Zusammenhang derjenige der durch seine Berufsausbildung, die entsprechende Berufserfahrung sowie die zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Kenntnisse zur Prüfung der Arbeitsmittel, Maschinen oder Fahrzeuge verfügt Arbeitsmitteln verfügt.

Zur Prüfung sind folgende Unterlagen einzureichen:

  • Bedienungsanleitung
  • Technische Unterlagen
  • Prüfbuch
  • Aufbauanleitung

Merkblatt zu UVV Richtlinien

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Prüfzeitpunkte

Geprüft werden muss laut §10 der BetrSichV zu verschiedenen klar definierten Zeitpunkten. Diese sind:

  • direkt nach der Montage
  • unmittelbar vor der ersten Inbetriebnahme
  • bei Neumontage oder Ortswechsel von Maschinen
  • nach besonderen Ereignissen, wie Unfall, größeren Reparaturen
  • nach längerem Stillstand
  • jährliche Prüfung nach DGUV 100-500

Darüber hinaus ist es vorgeschrieben, dass Maschinen oder Fahrzeuge mit einem Typenschild zur eindeutigen Identifikation ausgestattet sind.

Kosten UVV Prüfung durch Sachkundigen
Ein Sachkundiger prüft das Fahrzeug gemäß der UVV.

UVV Prüfung die Kosten

Wie hoch genau die Kosten der UVV Prüfung liegen, hängt von den zu untersuchenden Fahrzeugen oder Maschinen ab. Entsprechend umfänglich ist die Preisliste der UVV Prüfungen, die von der Hebebühne bis zum Sattelschlepper alle möglichen Maschinen und Fahrzeuge abdecken muss.

Beispiele für die UVV Kosten in verschiedenen Bereichen:

  • Stabler zwischen 30 und 80 Euro
  • Hebe- & Arbeitsbühnen zwischen 30 und 120Euro
  • Fahrzeuge zwischen 15 und 110 Euro
  • Kran zwischen 30 und 120 Euro
  • Hebezeuge & Lastaufnahmemittel zwischen 25 und 70 Euro
  • Baumaschinen zwischen 40 und 80 Euro

Für Fuhrparkleiter empfiehlt es sich die UVV der Fahrzeuge gleich mit der Hauptuntersuchung und, wenn angesagt, mit der Inspektion zu verbinden. Die HU und UVV Prüfung Pkw Kosten liegen in dem Zusammenhang ca. zwischen 30 bis 50 Euro pro Kraftfahrzeug.

UVV Kosten der Fahrerunterweisung

Neben der Fahrzeugkontrolle durch einen Sachkundigen, gibt es die UVV Erstunterweisung und jährliche Fahrerunterweisung. Bei der Erstunterweisung muss der Fahrer vor der Fahrzeugübergabe in die Gefahren des Fahrzeugs unterwiesen werden. Zusätzlich müssen die Fahrer mindestens einmal jährlich zu den Gefahren geschult werden. 

Achtung: Der Fuhrparkleiter oder Arbeitgeber muss die Unterweisungen protokollieren. Geschieht ein Unfall, muss nachgewiesen werden, dass die Fahrer zu den Gefahren aufgeklärt wurden. 

Die Fahrerunterweisung ist relativ aufwendig, da die Fahrer umfangreich zu den verschiedenen Gefahren und Situationen zum Fahrzeug geschult werden müssen. Daher gibt es die Möglichkeit, die Fahrerunterweisung durch einen Anbieter digital durchzuführen. Die Fahrer werden automatisch an die Prüftermine erinnert und können die Schulung online absolvieren. Dadurch garantiert der Fuhrparkleiter, dass alle wichtigen Informationen übermittelt wurden. Gleichzeitig kann er im System nachvollziehen, welcher Mitarbeiter seine Prüfung schon durchgeführt hat und bei wem diese aussteht. Der Vorteil einer digitalen Fahrerunterweisung: Nach erfolgreich durchgeführten Prüfung werden automatische Protokolle erstellt. Dadurch sichert das Unternehmen sich bestmöglich ab. Welche UVV Kosten hierbei auf den Betrieb zukommen, ist abhängig von der eingesetzten Lösung. Eine Möglichkeit bietet der Einsatz einer Fuhrparksoftware an. 

Broschüre zur digitalen Fahrerunterweisung mit Fleet Admin

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Inhalte der UVV Prüfung

Es handelt sich bei den Prüfungen um von den Berufsgenossenschaften, in Rücksprache mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, festgelegte Standards die sowohl dem Gesundheits-, als auch dem Arbeitsschutz dienen. Sie sind analog zu den ehemaligen BG-Vorschriften zu betrachten.

Die Unfallverhütungsvorschriften beinhalten

  • Maßnahmen und Einrichtung, die ein Unternehmer zur Unfallverhütung durchzuführen hat, sowie die Art und Weise, wie die Einhaltung dieser Maßnahmen innerbetrieblich sichergestellt werden.
  • Arbeitsmedizinische Maßnahmen und Untersuchungen, insbesondere wenn die auszuführenden Tätigkeiten mit arbeitsbedingten Gefahren für Leben und Gesundheit von Versicherten oder Dritter verbunden sind, sowie die Anforderungen an den durchführenden Mediziner.
  • Die Sicherstellung von Erste Hilfe Einrichtungen und deren Überwachung.
  • Maßnahmen, die ein Unternehmer zur Erfüllung der sich aus dem Gesetz über Sicherheit am Arbeitsplatz ergebenden Pflichten zu ergreifen hat.
  • Die Festlegung der Zahl von Sicherheitsbeauftragen, die nach § 22 SGB VII bereitzustellen sind.

UVV Prüfungen und Kosten – mehr als nur eine lästige Pflicht

Die UVV Prüfungen sind dabei deutlich mehr als lästige Pflichten. Sie gewährleisten die Arbeitssicherheit und erhöhen die Einsatzbereitschaft der zu prüfenden Maschinen. Darüber hinaus ist derjenige, der seine Fahrzeuge regelmäßiger Kontrollen unterzieht auch rechtlich auf der sicheren Seite.

Wer seine gewerblichen Fahrzeuge jedoch keiner UVV Prüfung unterzieht begeht eine Ordnungswidrigkeit nach § 209 Abs. 3 SGB VII, die sowohl als fahrlässig wie sogar als vorsätzlich geahndet werden kann. Der Bußgeld Katalog sieht in diesem Fall Bußgelder zwischen 2.500 Euro und bis zu 10.000 Euro.

Alles zu den Unfallverhütungsvorschriften

In ein paar Schritten zum winterfesten Fuhrpark

Der Beginn der kalten Jahreszeit läutet die Umstellung des Fuhrparks ein. Wir wissen, was jetzt zu tun ist, um mit dem Fuhrpark sicher durch den Winter zu kommen.

Um nicht vom plötzlichen Kälteeinbruch überrascht zu werden, sollte der Fuhrpark bereits in der Übergangszeit fit für den Winter gemacht werden. Ein winterfester Fuhrpark bildet den Grundpfeiler für die uneingeschränkte Mobilität bei Schnee und Eis. Zusätzlich erhöht er aber auch die Sicherheit aller Fahrer während der schwierigsten Witterungsphase. Wer seinen Firmenwagen hingegen nicht umrüstet, kann möglicherweise keine Kunden mehr besuchen und schwächt sein Geschäft. 

Rechtzeitig auf Winterreifen umstellen

Das wichtigste dürfte deshalb die vorgeschriebene Umstellung von Sommer- auf Winterreifen sein. Am besten handeln Fuhrparkmanager nicht erst dann, wenn die Witterung umschlägt, sondern bereits vorausschauend. Vorteil: Die Werkstätten sind nicht überlastet – so werden Wartezeiten verhindert. Da es keine konkrete Winterreifenpflicht gibt, empfiehlt sich hier grob der Zeitraum von Oktober bis Ostern für eine Winterbereifung. Für Lkws mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ist einer Winterbereifung auf der Antriebs- und Lenkachse verpflichtend.

Die richtigen Reifen für den Winter

WinterreifenWer Sparen möchte, der sollte schnell sein bei der Auswahl seiner Winterreifen. Günstige Angebote finden sich im Sommer, da die Händler noch ein Überangebot vorrätig haben und Platz im Lager schaffen wollen. Sind noch Winterreifen im Bestand, müssen diese auf jeden Fall überprüft werden. Sie sollten nicht älter als sechs Jahre sein, weil das Material sonst ermüdet und seine Funktionsfähigkeit einbüßt. Außerdem sollten Winterreifen die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern aufweisen, besser wäre sogar eine Profiltiefe von mindestens 4 Millimetern.

→ alles zum Thema Reifenmanagement und Beschaffung von Reifen

 Formular für die Reifeneinlagerung

Bei Unfall Mitschuld

Seit zweieinhalb Jahren gilt das sogenannte Alpine-Symbol als Vorschrift für Winterreifen. Vorher prangte auf den Reifen meist ein Zeichen wie M+S. Bis 2024 darf man mit dieser Kennzeichnung auch noch weiterfahren, danach müssen Winterreifen jedoch das Alpine-Symbol aufweisen. Fehlt dieser Standard, dann gehen Gerichte von einer mangelhaften Bereifung auf. Die Konsequenz: Führer des Fahrzeugs kann bei einem Unfall eine Mitschuld zugesprochen werden. Zusätzlich drohen dann noch Bußgelder.

Frostschutz- und Reinigungsmittel auffüllen

Gerade im Winter muss die Scheibenwaschanlage einwandfrei funktionieren. Viele vergessen im Herbst zu überprüfen, ob genügend Frostschutz- und Reinigungsmittel an Bord ist. Deshalb stets vor Abfahrt den Füllstand checken. Für Notfälle empfiehlt es sich, zusätzlich

Enteiser-Spray im Wagen zu haben, um Scheiben kurzfristig von Vereisung zu befreien. Zur Standardausrüstung im Firmenfahrzeug gehört aber auch ein Eiskratzer und in bergigen Gebieten natürlich Schneeketten

Batterie checken

Je älter eine Batterie ist, desto höher ist die Gefahr, dass sie bei Kälte streikt. Auch hier gilt vor dem Start in den Winter: Batterien prüfen und bei Bedarf rechtzeitig auswechseln. Ein passendes Starthilfekabel sollten Fahrer ohnehin stets im Auto zu haben. Übrigens: Die mittlerweile verbreitete und bequeme Start-Stopp-Funktion hat ihre Tücken. Denn die spezielle Batterie kann am Ende der Lebensdauer ohne Vorwarnung ausfallen. 

Licht an

Ein professioneller Licht-Test in der Werkstatt ist nicht teuer, bringt dafür aber eine sichtbare Erhellung. Denn hier überprüfen Fachmänner die korrekte Einstellung der Scheinwerfer. Nur wer mit guter Beleuchtung fährt, sorgt für ein ausreichend großes Sichtfeld und verhindert, dass andere Verkehrsteilnehmer geblendet werden.

Vorsicht Glatteis: Schulung von Mitarbeitern

Fahrer in Auto im WinterEiner der größten Unsicherheitsfaktoren bleibt der Mensch. Umso wichtiger ist eine defensive und den Witterungsbedingungen angepasste Fahrweise bei Eis und Schnee. Als Verantwortlicher für den Fuhrpark besteht die Pflicht, auf eine vorsichtige Fahrweise hinzuweisen. Hier bietet sich besonders ein auf die Jahreszeit angepasstes Fahrtraining an. TÜV, DEKRA und andere Spezialisten für Sicherheit bieten regelmäßig Kurse an, die Fahrer sicher durch den Winter bringen.

alles zu Fahrsicherheitstrainings 

Halterhaftung bei Poolfahrzeugen

Poolfahrzeuge erlauben es dem Unternehmen, mehrere Fahrer zu unterschiedlichen Zeiten auf einen Wagen zu buchen. Eigentlich eine gute Sache, doch diese Flexibilität könnte auch schnell zum Chaos führen. Denn bei Dienstfahrzeugen wie auch bei Poolfahrzeugen ist der Halter in der Regel das Unternehmen. Dieses kümmert sich häufig um andere Aufgaben als die Verwaltung des Fuhrparks. Daher kann die Unternehmensleitung die Halterverantwortlichkeit – nach sorgfältiger Dokumentation – an die Fuhrparkleitung übertragen. Dann muss der Fuhrparkverantwortliche seinen Halterpflichten wie Führerscheinkontrolle und UVV (Unfallverhütungsvorschriften) nachkommen. Bei so viel wechselndem Personal ist es bereits vorgekommen, dass die regelmäßige Führerscheinkontrolle oder die Fahrerunterweisung vergessen wird. Zusätzlich wird die Terminfindung für die Prüfung durch unregelmäßige Nutzung und Abwesenheit nicht einfacher.

Führerscheinkontrolle bei festgelegten Nutzern

Nur der regelmäßige Check der Originalführerscheine aller Fahrer schützt den Fuhrparkmanager vor rechtlichen Konsequenzen. Bei Poolfahrzeugen mit unterschiedlichen Nutzern sollte die Prüfung immer bei der Herausgabe eines Fahrzeugs an einen Fahrer erfolgen. Wenn es festgelegte Nutzer gibt, dann kann es auch einen anderen Kontrollzyklus geben – vereinfacht durch die elektronische Führerscheinkontrolle. Ist der Nutzerkreis von Poolfahrzeugen klar definiert, müssen die Führerscheine vor der ersten Fahrt jedes Fahrers und anschließend zwei Mal jährlich kontrolliert werden.

Anleitung zur Führerscheinkontrolle im Fuhrpark

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Kontrolle bei nicht definierten Nutzerkreis

Schwieriger gestaltet sich die Kontrolle des Führerscheins, wenn es einen offenen Nutzerkreis gibt. Dann gilt die Kontrolle der Ausweispapiere vor jeder Schlüsselübergabe an den neuen Fahrer. Dieser Kontrollaufwand bei Poolfahrzeugen lässt sich aber umgehen, indem das Unternehmen die Fahrzeugnutzung auf bestimmte Mitarbeiter einschränkt.

 

UVV-Fahrerunterweisung

Eine gesetzliche Verpflichtung für den Arbeitgeber gemäß der DGUV Vorschrift 70 ist die Fahrerunterweisung nach UVV (Unfallverhütungsvorschriften). Unternehmen, die Ihren Mitarbeitern Dienstfahrzeuge überlassen, sind verpflichtet, diese einmal jährlich im sicheren Umgang mit dem Fahrzeug zu unterweisen. Im Fall von Poolfahrzeugen bedeutet das: Jeder einzelne Fahrer, der erstmalig in das Poolfahrzeug steigt, muss unterwiesen werden. Dies gilt auch, wenn ein Fahrer mehrere der Poolfahrzeuge nutzt. In diesem Falle muss er für jedes Fahrzeug eine Einweisung bekommen, die dokumentiert wird. 

 

Fahrerunterweisung und Führerscheinkontrolle digital durchführen mit einer Fuhrparksoftware

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Rechtsschutzversicherung kann Risiken minimieren

Bei großem Stress kann es für Fuhrparkleiter leicht zu rechtlichen, strafrelevanten Verstößen kommen. Fuhrparkleiter stehen sowohl für das Unternehmen als auch persönlich in der Verantwortung. Eine Rechtsschutzversicherung kann bestimmte Risiken absichern. Diese sollte speziell auf den Fuhrpark zugeschnitten sein und dabei alle verkehrsrechtlichen sowie wirtschaftlichen Vergehen mit einschließen. Auch mögliche Kosten für den Rechtsanwalt sowie mögliche Gutachten sollte die Rechtsschutzversicherung abdecken. Trotzdem sollte eines klar sein: Versicherungen sind kein Freibrief für unverantwortliches Handeln.

Weitere Artikel & Vorlagen für den Fuhrpark

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UVV bei Carsharing – was Fuhrparkmanager wissen müssen

Auch für Mietwagen und fürs Carsharing gelten die Unfallverhütungsvorschriften (UVV). Wir verraten, was Unternehmen dabei zu beachten haben.

Auf Geschäftsreisen kommt es immer wieder vor, dass sich Mitarbeiter kurzfristig Fahrzeuge ausleihen, ohne vorherige Einweisung. Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt jedoch zwingend die Einweisung von Mitarbeitern, um Unfälle zu vermeiden. Im eigenen Fuhrpark übernimmt das der Verantwortliche für die Flotte. Bei Mietstationen weisen im besten Fall die Angestellten den Kunden ein. Falls nicht, sollten die Fahrer darauf bestehen. Noch schlechter sieht es beim Carsharing aus. Hier leihen sich Mitarbeiter die Fahrzeuge meist an der Straße aus, ohne sich über die Eigenarten der Modelle zu informieren. Sie müssen sich entweder selbst einweisen oder der Arbeitgeber sollte die Auswahl per Anweisung einschränken.

Einschränkung der Fahrzeuge hilft

Einige Carsharing-Anbieter bieten ihren Kunden bereits eine Einschränkung der Fahrzeuge samt Einweisung an. Dazu zählen Share Now von Daimler und BMW. Wenn gängige Modelle angeboten werden, bei denen sich der Fahrer bereits in der Firma eine Einweisung unterzogen hat, dann kann diese entfallen. Das Unternehmen muss sich jedoch darum kümmern, dass die Wagen vor jeder Fahrt auf Mängel kontrolliert werden. Hier stehen die Fahrer allerdings genauso in der Pflicht.

Klare Regeln bestimmen

Flotten- oder Mobilitätsmanager sollten für Mitarbeiter glasklare Regeln aufstellen, um die Unfallverhütungsvorschriften (UVV) einzuhalten. Das Carsharing-Auto muss technisch einwandfrei sein. Aber auch auf Signale aus dem Cockpit während der Fahrt gilt es ausreichend zu reagieren. Etwa dann, wenn es Hinweise auf gravierende Störungen von wesentlichen technischen Hilfsmitteln geht. Denn bei grobem Fehlverhalten nimmt die Berufsgenossenschaft entweder den Fahrer oder den Verantwortlichen im Unternehmen in Regress.

Personen schreiben auf Dokumente

Nicht vergessen: Einweisung und Unterweisung nach UVV

Jede Übergabe eines Firmenfahrzeugs an Mitarbeiter muss im Rahmen des betrieblichen Arbeitsschutzes und der Sicherheit stattfinden. Dazu zählen unter anderem die Fahrzeugeinweisung sowie die Fahrerunterweisung, die man nicht verwechseln sollte. Die Einweisung hat einmalig und bei jedem unbekannten Fahrzeug zu erfolgen. Gerade beim Carsharing ein wichtiges Detail. Die Unterweisung hingegen ist jährlich zu wiederholen und beinhaltet unterschiedliche Themen. Aktuell etwa die Gefahren im Umgang mit E-Autos, weil es in letzter Zeit häufiger Unfälle mit erhitzen Batterien gegeben hat.

Rechtliche Konsequenzen drohen

Richterhammer

Unternehmen müssen die Fahrerunterweisungen stets in ihrer Gesamtheit dokumentieren. Anschließend muss der Fahrer das Dokument unterschreiben – erst dann wird alles in der Fahrerakte abgelegt. Besonders E-Autos stehen aufgrund der technischen Komponenten und den daraus resultierenden Gefahren im Fokus. Wer die Unterweisung unterlässt oder sie nicht delegiert, riskiert Geldbußen bis zu einer Million Euro oder Haftstrafen. Das gilt übrigens auch für die Fuhrparkleiter. Sicher sind Fuhrparkmanager, wenn Sie Mitarbeiter verpflichten, die gängigen Reiserichtlinien einzuhalten und sich bei der Übernahme des Autos einweisen zu lassen. Beim Carsharing sollten Unternehmen Ihre Mitarbeiter selbst einweisen und einzelne Modelle ausschließen.

Alles zu den Unfallverhütungsvorschriften

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Führerscheinkontrolle in Österreich

Anderer Länder, andere Verfahren: In Österreich sieht die gesetzliche Grundlage bei der Führerscheinkontrolle differenzierter aus als in Deutschland. Was Sie wissen sollten und wie Sie die Kontrolle ohne großen Aufwand durchführen können, erfahren Sie hier.

Inhaltsverzeichnis

Führerscheinkontrolle in Österreich - das sollten Sie wissen

Die Führerscheinkontrolle gehört auch in einem österreichischen Fuhrpark zur Pflicht des Fuhrparkverantwortlichen. Das Lenken eines Kraftfahrzeugs ohne Lenkberechtigung zieht empfindliche Strafen mit sich – mindestens 726 Euro werden beim ersten Mal fällig. Bei wiederholter Straftat erhöht sich der Betrag. Zusätzlich ist ein möglicher Regressanspruch der Versicherung bei einem Unfall möglich. Der Geschäftsführer macht sich bei Verstößen ebenfalls strafbar, Stichwort: „Halterhaftung“. Umso wichtiger ist es, die rechtlichen Grundlagen der Führerscheinkontrolle in Österreich zu kennen. Hier empfiehlt es sich, die gültige Fahrerlaubnis laut Fuhrparkverband mindestens zwei Mal im Jahr zu überprüfen. Dazu gehört auch die rechtliche Kontrolle mithilfe elektronischer Systeme.

 

Führerscheinkontrolle gesetzliche Grundlage

Bei der Führerscheinkontrolle in Österreich differenziert der Gesetzgeber zwischen der strafrechtlichen und zivilrechtlichen Grundlage. Die gesetzliche Grundlage der Führerscheinkontrolle bildet hierbei der Paragraph 103 Abs. 1 Z. 3 Kraftfahrgesetz (KFG). Zusammengefasst darf ein Zulassungsbesitzer das Lenken seines Kraftfahrzeuges nur Personen überlassen, welche die erforderliche Lenkberechtigung und das erforderliche Mindestalter besitzen. Im Grund genommen ist das wie in Deutschland: Der Zulassungsbesitzer ist die Person, auf die das Fahrzeug zugelassen ist. Im Fuhrparkkontext ist dies in der Regel das Unternehmen und somit die Geschäftsführung. Die Dokumentation der Lenkberechtigung erfolgt durch den Führerschein. Der Umfang der Lenkberechtigung wird im Führerscheingesetz in § 2 definiert.

 

Verantwortung der Führerscheinkontrolle delegieren

Der Geschäftsführer hat jedoch nach §9 VStG die Möglichkeit, die Verantwortung schriftlich zu delegieren. Üblicherweise übernimmt der Fuhrparkleiter oder ein anderer Fuhrparkverantwortlicher die Verantwortung der Führerscheinkontrolle und wird somit haftbar gemacht. Die Delegation von Aufgaben sollte dabei schriftlich erfolgen und bestimmt eindeutig, welche Pflichten auf den Verantwortlichen übergehen. Rechtliche Konsequenzen drohen dann, wenn ein Zulassungsbesitzer einem Mitarbeiter ein Kraftfahrzeug aushändigt, für die er nicht die erforderliche Lenkberechtigung besitzt. Die Verletzung der vertraglichen Obliegenheit einer Versicherung kann durchaus in die Millionenhöhe gehen, weil Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherung möglicherweise nicht zahlen. Rechtsfolgen können Kündigung des Versicherungsvertrags oder Leistungsfreiheit der Versicherung sein.

 

So geht die Führerscheinkontrolle in Österreich

Die Kontrolle der Führerscheine kann genauso wie in Deutschland auf unterschiedliche Art und Weise durchgeführt werden. Die manuelle Führerscheinkontrolle dürfte die bekannteste sein. Als zweite Option haben Firmen auch die Wahl einer elektronischen Lösung zur Kontrolle der Fahrerlaubnis.

Hier Anleitung herunterladen & Führerscheine richtig kontrollieren!

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Manuelle Führerscheinkontrolle

Die erste, und am meisten verbreitete Option bei kleineren Unternehmen ist, die Führerscheinkontrolle manuell durchzuführen. Für Firmen mit einem größeren Fuhrpark dürfte dieses Prozedere kaum realisierbar sein. Das Problem bei Flotten mit vielen Fahrzeugen und Personal: Jeder Führerschein der Mitarbeiter müsste kopiert und abgeheftet sowie die Kontrolle per Unterschrift bestätigt werden. Das ist aber noch nicht alles.

Bei einer manuellen Führerscheinkontrolle spielen logistische Abläufe eine besondere Rolle. In der Regel erfordert dieses Verfahren zwangsläufig immer den direkten Kontakt zwischen Fahrer und Fuhrparkleiter. In einem Unternehmen mit verschiedenen Standorten in geographisch unterschiedlichen Regionen ist das eine schwierige Aufgabe. Denn der Fuhrparkleiter müsste alle Standorte persönlich besuchen, um die Fahrer zu besuchen. Umgekehrt könnte auch der Fahrer persönlich beim Fuhrparkleiter für die Führerscheinkontrolle vorbeikommen. Für Außendienstler, die in einem großflächigen Gebiet außerhalb des Firmenstandorts unterwegs sind, bedeutet das einen enormen Aufwand. Die Kontrolle dokumentieren viele Fuhrparks in der Regel mithilfe einer Excelliste. Zum einen nimmt diese Bearbeitungsform viel Zeit in Anspruch – zum anderen kann es schnell unübersichtlich werden.

Digitale Führerscheinkontrolle

Die Führerscheinkontrolle könnten Verantwortliche durch eine elektronische Variante eigentlich gut automatisieren. Österreich hat an die elektronische Führerscheinkontrolle allerdings spezielle Vorgaben, etwa die Gewährleistung der Echtheit.

Fotografieren des Führerscheins und Übermittlung per E-Mail oder WhatsApp wäre dabei denkbar, jedoch extrem unsicher. Denn so lässt sich die Echtheit des Dokuments nicht überprüfen, weil es sich um eine alte Kopie handeln kann. Hat der Fahrer seinen Führerschein verloren, kann er nicht einfach ein Foto aus der Vergangenheit schicken.

Verifizierung ohne Prüfsiegel

Bei der elektronischen Führerscheinkontrolle in Österreich bietet sich deshalb eine andere, viel sichere Lösung an – und zwar über eine Smartphone-App. Bei der Variante ist entscheidend, dass die Fotos nur in Echtzeit aufgenommen werden können. Alte Fotos lassen sich nicht hochladen. Die App übermittelt die Fotos und der Fuhrparkverantwortliche bekommt eine Nachricht, dass er die Echtheit des Dokuments verifizieren muss. Bei modernen Kartenführerscheinen lässt sich dies beispielsweise durch Verifizierung der Hologramme auf dem Führerschein sicherstellen. Nach der Freigabe wird der Prozess automatisch dokumentiert, ohne dass sich der Fuhrparkmanager um etwas Weitere kümmern muss, weil die Daten werden von allein erfasst und müssen nicht manuell eingetragen werden. Dank der web-basierten Methode ist die Führerscheinkontrolle mit minimalem Aufwand verbunden und gleichzeitig werden alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt. 

 

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Infografik: Geschwindigkeit von Deutschlands Dienstwagen

Deutschland ist eines der wenigen Ländern, in denen es kein Geschwindigkeitslimit auf den Autobahnen gibt. Wie schnell die Deutschen wirklich unterwegs sind, haben wir in unserer Infografik zusammengefasst.

Im Durchschnitt eher gemütlich unterwegs

Die Infografik zeigt: Den größten Anteil aller Fahrten bewegen sich  Firmenwagen mit einer Geschwindigkeit von 30-50 km/h. Nur 3 % aller Fahrten werden mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 km/h zurückgelegt. Das könnte verschiedene Gründe haben: Firmenwagenfahrer sind viel in ländlichen Gegenden oder in der Stadt unterwegs. Ein anderer Grund könnte sein, dass grundsätzlich langsamer und achtsamer gefahren wird. 

Zwar gibt es kein grundsätzliches Tempolimit auf Deutschlands Straßen, trotzdem gibt es vor allem innerorts und auf Landstraßen eine Begrenzung. Wird diese nicht eingehalten, muss der Fahrer Strafe zahlen. So dürfen z. B. Pkw Fahrer außerorts auf einer Landstraße nur 100 km/h fahren. Überschreitet dieser das Limit mit bis zu 10 km/h, zahlt er bereits 20 €. Bei einer Überschreitung ab 26 km/h gibt es einen Punkt in Flensburg und ein Fahrverbot für mindestens einen Monat. Eine Übersicht der Bußgelder finden Sie im Bußgeldkatalog.

Manchmal muss es schneller gehen

Trotz den durchschnittlich eher “langsamen” Fahrten, sind 86 % aller Dienstwagenfahrer mindestens einmal pro Monat mit 110 km/h und sogar 69 % mit 130 % km/h auf den deutschen Straßen unterwegs. Ganze 31 % treten mindestens einmal mit 160 km/h auf das Pedal, jedoch nur 6 % kommen auf die 200 km/h. 

Schon gewusst? Auf etwa ⅔ aller deutschen Autobahnen gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Grundsätzlich gibt es eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h, diese gilt jedoch nur als eine Empfehlung. Demnach können Firmenwagenfahrer, wenn es kein vorgegebenes Limit gibt, so schnell auf den Autobahnen fahren wie sie möchten.

Infobox: In der EU gibt es kein anderes Land, dass kein Tempolimit hat. Damit steht Deutschland als einziges Land dar. Die Diskussion darum, ob eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt werden sollte oder nicht, gibt es schon seit langer Zeit. Befürworter für ein Limit sprechen sich für mögliche positive Auswirkungen auf die Umwelt und eine Reduzierung der Unfallzahlen. Gegensprecher stützen sich auf Unfallstatistiken, die aufzeigen, dass Autounfälle hauptsächlich auf Landstraßen passieren.

Weitere Artikel für den Fuhrpark

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Gefährdungsbeurteilung und Fahrerunterweisung bei E-Mobilität

Wer Elektrofahrzeuge im Fuhrpark nutzt, benötigt für die Nutzer auch eine Überprüfung der bisherigen Gefährdungsbeurteilung – und eine Anpassung der Fahrerunterweisung. Was Fuhrparkmanager darüber unbedingt wissen sollten und ob Schulungen notwendig sind, lesen Sie hier.

Gefährdungsbeurteilung und Fahrerunterweisung bei E-Mobilität: So geht’s

Elektrofahrzeuge sind im Straßenbild teilweise immer noch ein ungewohntes Bild. Weniger wegen ihres Aussehens, sondern deshalb, weil sie so leise sind, dass wir E-Autos nicht heranrauschen hören. Das ist aber nur ein Teilaspekt im Umgang mit den umweltfreundlichen Flitzern. Gerade in einem Fuhrpark ergeben sich durch die Anschaffung von Elektrofahrzeugen neue Aufgaben für die Verantwortlichen. Dazu zählen das Aufladen der Elektrofahrzeuge und die Installation geeigneter Ladeinfrastruktur auf dem Betriebsgelände. Zusätzlich erfordert die Nutzung von Elektrofahrzeugen eine Überprüfung und Anpassung der Gefährdungsbeurteilung für den Fuhrpark. Dieser Aspekt wiederum führt zu einer entsprechenden Anpassung der Fahrerunterweisung der Dienstwagennutzer von Elektromobilen.

Arbeitsschutz für Elektrofahrzeuge

Bislang gibt es keine Vorschrift, dass Lenker von Elektrofahrzeugen anders zu unterweisen wären als die Nutzer herkömmlicher Fahrzeuge. Deshalb gilt hier zunächst die allgemein gültigen Bestimmungen des Arbeitsschutzgesetzes und der Betriebssicherheitsverordnung zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung. Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung fließen – wie gewohnt –in die Fahrerunterweisung ein.

Die Gefährdungsbeurteilung

Gibt es bei E-Fahrzeugen spezifische Gefährdungen, die bei konventionellen Antriebsformen nicht auftreten? Das kommt ganz auf die Umstände an – und die hat der Fuhrparkleiter zu ermitteln. Nach § 3 DGUV Vorschrift 1 muss der Unternehmer herausfinden, welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind bezüglich der mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen entsprechend § 5 Abs. 2 und 3 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). Im Klartext: Gefährdungsbeurteilungen sind zu überprüfen und anzupassen, falls sich die betrieblichen Gegebenheiten durch das neue Risiko Elektromobilität gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren verändert haben. Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung fließen in die Fahrerunterweisung ein und bestimmen deren Inhalte.

Die Risiken sollten Sie kennen

  • Ladestation Zeichen
    Parkplatz für Elektroautos
    Fast geräuschlos: Wie bereits in der Einleitung beschrieben sind Elektrofahrzeuge aufgrund des lautlosen Elektroantriebs gar nicht oder nur spät zu hören. Fahrer sollten sich deshalb auf unerwartete Reaktionen von Fußgängern und Verkehrsteilnehmern einstellen. Seit dem 1. Juli 2019 müssen E-Fahrzeuge zum Schutz von Fußgängern bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h Geräusche von sich geben. Das sogenannte AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System) produziert die Geräusche, die unterschiedlich ausfallen können.
  • Gewichtsverteilung: Die im Unterboden verbauten Batterien der Fahrzeuge können das Verhalten des Fahrzeugs maßgeblich verändern. Bremswegen können länger, Kurvenfahrten schwieriger werden. Die meisten aktuellen E-Autos schaffen zwischen 150 und 350 Kilometer mit einer Batterieladung. Das macht sie bislang ideal für den Stadtverkehr. Mehr als 500 Kilometer erreichen derzeit nur Modelle von Premiummarken. Das deutsche Öko-Institut hat eine Beispielrechnung aufgestellt: Bei 9.000 Kilometern im Jahr und einer Nutzungsdauer von acht Jahren können die Gesamtkosten beim E-Auto günstiger sein als bei einem Fahrzeug mit herkömmlichem Antrieb.
  • Vorsicht bei Eco Modus: Die meisten Elektrofahrzeuge verfügen über einen stromsparenden „Eco“-Knopf. Das Problem: Beim Druck auf den Knopf wird das Elektrofahrzeug plötzlich langsamer. Nachfolgende Fahrzeuge könnten auffahren. Beim Einschalten des Eco-Modus beschleunigt der Wagen wiederum, und das Fahrzeug könnte mit dem Vordermann kollidieren.
  • Achtung Spannung: E-Fahrzeuge haben Spannungen bis zu 800 Volt. Fahrer sollten keineswegs an den orangefarbenen Leitungen des Hochvoltsystems herumfummeln und nur geprüfte Ladekabel benutzen. Sonst riskieren sie einen elektrischen Schlag. Zusätzlich sollte jeder Kontakt zu ausgelaufenem Elektrolyt vermeiden werden.
  • Unfälle können riskant sein: Erste Pflicht ist Unfallhelfer und Rettungskräfte auf den Elektroantrieb hinzuweisen. Die verbauten Lithium-Ionen-Batterien enthalten Materialien mit hochentzündlichen Elektrolyten. Es kann bei Deformation der Batterie zu Erhitzung und einem „thermal runaway“ mit Ausgasen und Brand der Zellen führen. 
  • Lichtbogen und Stromschlag: Kommt man nach einem Unfall mit Hochvoltsystemen in Berührung kann dies durch Lichtbogeneinwirkung zum Stromschlag am menschlichen Körper führen. Lichtbögen entstehen z. B. bei Kurzschlüssen. Typische Unfallfolgen sind das Verblitzen der Augen durch starke UV-Strahlung sowie Verbrennungen 1. und 2. Grades der Haut. Deshalb sofort das Fahrzeug verlassen. Unter normalen Bedingungen geht bei Serienfahrzeugen von den verbauten Hochvolt-Komponenten keine elektrische Gefahr aus.
  • Im Brandfall: Lithium-Ionen-Energiespeicher sollten im Brandfall nur unter Atemschutz mit Spezialschaum gelöscht werden, wenn dies seitens der Herstellerfirmen nicht anders vorgegeben ist.
  • Sichtprüfung und richtige Schutzschalter: Auch Ladeeinrichtungen für Plug-in-Fahrzeuge müssen entweder mit einem FI-Schutzschalter (RCD) Typ B oder einem FI-Schutzschalter Typ A mit zusätzlicher Maßnahme zur Abschaltung bei DC-Gleichfehlerströmen geschützt sein. Ladestation sowie Ladekabel sollten keine erkennbaren Schäden aufweisen und in den Steckverbindungen darf sich kein Regenwasser befinden. Laufen beim Ladevorgang Elektroadapter heiß oder erhitzen sich Ladekabel stark, weist das auf einen Defekt hin und der Ladevorgang sollte unterbrochen werden.
  • Richtlinie einhalten: Beim Einsatz von Elektrofahrzeugen müssen Fuhrparkmanager beachten, dass die Ladekabel nebst Elektroadapter als bewegliche Arbeitsmittel durch Elektrofachkräfte auf Betriebssicherheit, Arbeitssicherheit und Verkehrssicherheit geprüft werden (Prüfungsgrundlage „ECE R 100“). Dem Nutzer eines Elektrofahrzeugs ist als technischem Laien ausschließlich eine Sichtprüfung auf eventuelle Defekte von E-Ladekabeln möglich.

Dokumentation

Entsprechend § 6 Abs. 1 ArbSchG werden das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die festgelegten Maßnahmen und das Ergebnis ihrer Überprüfung dokumentiert. Weiterführende Informationen bieten die DGUV Information 200-005 „Qualifizierung für Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen“ sowie die FAQ-Liste der AG „Handlungsrahmen Elektromobilität“.

Rechtliche Anpassung der Fahrerunterweisung an die Gefährdungsbeurteilung

Die eigentliche Fahrerunterweisung hat dann nach den folgenden Regeln zu erfolgen:

Ganz wichtig: Jeder Fahrer eines Dienstwagens sollte grundsätzlich nur nach einer zusätzlichen Unterweisung auf den Elektroantrieb umsteigen dürfen. Alle Besonderheiten und Eigenheiten des Fahrverhaltens lernen Fahrer nur im Rahmen einer technischen Unterweisung kennen. Die Überprüfung der standardisierten Arbeitsanweisungen auf fachliche Richtigkeit obliegt dabei immer einer fachlich qualifizierten Person.

 

Alles zum Thema Nachhaltigkeit im Fuhrpark

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