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Wallbox & Co: Das sollte bei einem E-Auto-Lader beachtet werden

Hoang Tam Pham | December 29, 2020

Bei der Anschaffung eines E-Autos gibt es einiges zu beachten. Ganz besonders geht es um die richtige Ladetechnik. Wer dabei nicht aufpasst, ärgert sich über lange Ladezeiten.

Strom statt Sprit

E-Autos liegen voll im Trend: Laut Kraftfahrtbundesamts wurden im ersten Halbjahr 2020 rund 94.000 Batteriefahrzeuge und Plug-in-Hybride verkauft. Das sind immerhin doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2019. Der Anteil an den Neuzulassungen stieg damit auf knapp neun Prozent. Der Umweltbonus vom Staat plus satte Rabatte vom Hersteller machen es möglich. Bei durchschnittlichen Listenpreise von 20.000 bis 40.000 Euro fast ein Schnäppchen – denn die Prämien gehen ja noch davon runter. Um die Gunst der Käufer werben neben den Verkaufsrennern Renault ZOE und BMW i3 auch der Smart EQ Fortwo, der VW E-Up, der Skoda Citigo iV, der Opel Corsa e oder der Mini Cooper SE. Bei den deutschen Herstellern darf man zwischen mehr als 20 Batteriemodelle wählen.

Weite Distanzen sind kein Problem

Durchschnittlich beträgt der Arbeitsweg hierzulande weniger als 40 Kilometer am Tag. Laut ADAC sind aber 300 bis 400 Kilometer Distanz für neue Elektroautos absolut machbar. Zumal man die Reichweite durch die Wahl der Akkugröße beeinflussen kann. Um überhaupt zu starten, müssen die Akkus natürlich geladen werden. Wie lange das Tanken mit Strom dauert, hängt dabei maßgeblich davon ab, mit welchen Ladesystemen man arbeitet. Das Spektrum liegt zwischen 30 Minuten und vielen Stunden.

Wie lange lädt man ein E-Auto?

Am schnellsten geht es dann, wenn das Auto Gleichstrom (DC) tankt, über ein CCS-Schnellladesystem verfügt und der Ladepunkt sowie das Auto einen entsprechenden Anschluss hat. Damit kann man in 30 Minuten für die nächste größere Reiseetappe nachladen. Das „Combined Charging System“ (CCS) kombiniert dabei zwei Gleichstrom-Kontakte mit einem Wechselstrom-Stecker, der das Laden zu Hause ermöglicht. Eine zusätzliche Hürde stellt das Ladegerät im Auto dar, dass das Tanktempo begrenzt. Auf jeden Fall sollte man eine Variante mit dem höheren Kilowattwert kaufen. Lädt das E-Auto hingegen mit Wechselstrom (AC), dauert der Ladevorgang länger.

Ein Elektroauto wird geladen

Wallbox – sicher und schnell laden

Absolut gängig sind heute Wallboxen, Wandladestationen die zwischen 500 und 2.000 Euro kosten. Sie sind bei fachgerechter Installation sicher, weil sie über Schutzeinrichtungen gegen Gleich- und Wechselstromfehler verfügen. Sie verhindern, dass der Halter beim Laden einen Stromschlag bekommt, falls die Leitung defekt sein sollte. Wallboxen verfügen über ein fest installiertes Ladekabel und bieten Ladeleistungen von bis zu 22 kW möglich. Damit ist Volltanken in zwei Stunden möglich. Ob man eine Wallbox in der Tiefgarage anbringen darf, muss vom Fachmann geklärt werden.

Laden per WLAN steuern

Es gibt auch Wallboxen, die sich über Internet, Bluetooth oder WLAN steuern lassen. Diese intelligenten Wallboxen können die Stromstärke verändern, aber auch die Ladezeiten so programmieren, das zu in günstige Tarifzeiten getankt werden kann.

Der Clou: Einige intelligente Wallboxen können auch den Überschuss einer Photovoltaikanlage ins Fahrzeug laden. Dieser schöne Schnickschnack hat natürlich seinen Preis und ist nicht wirklich notwendig.

Wallbox und Auto müssen zusammenpassen

Es ist fast wie im richtigen Leben: Wallbox und das zu ladende Fahrzeug müssen zueinander passen – nur dann funkt es. Sie können also nicht irgendeine gut designte Wallbox kaufen – wichtig sind die technischen Details. Dabei entscheidend ist das im E-Auto integrierte Bordladegerät. Und das ist entweder einphasig, zwei- oder sogar dreiphasig ausgelegt. Einphasig Laden heißt, dass das E-Auto nur an einen der drei unter Spannung stehenden Stränge des dicken Stromkabels angeschlossen wird. Es nutz deshalb auch nur ein Drittel der maximalen Leistung von rund 22 Kilowatt (kW).

Mobile Charger als Alternative

Wer sich gegen eine Wallbox entscheidet, für den bieten sich Mobile Charger an, die an Steckdosen angeschlossen werden. Interessant sind die Ladegeräte für E-Autofahrer, die Zugang zu einer Starkstromsteckdose haben. Größter Vorteil: Man kann Mobile Charger mitnehmen und auch unterwegs anschließen. Der ADAC rät zu Geräten mit einer Ladeleistung von 11 kW, weil sie keine Genehmigung des Netzbetreibers benötigen.

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Verbrenner-Ausstieg: Was planen die Hersteller?

Bis zum Jahr 2035 soll nach Vorschlägen der EU-Kommission Schluss mit herkömmlichen Fahrzeugantrieben sein. Der Ausstieg vom Verbrennungsmotor rückt näher. Noch ist kein endgültiger Beschluss gefasst, doch viele Länder begrüßen das Verbrennungsmotor-Verbot und propagieren den Umstieg auf E-Antriebe. Höchste Zeit für die Automobilhersteller wie Audi und VW den Verbrenner-Ausstieg vorzubereiten. Auch für den Fuhrpark sind die Pläne interessant.

Verbrenner-Verbot: Was ist geplant?

Ab 2035 sollen nach Willen der EU-Kommission keine Verbrennermotoren mehr verkauft werden dürfen. Die Pläne für mehr Klimaschutz sind umfangreich und umfassen auch andere Bereiche, beispielsweise die Flugmobilität: Unter anderem soll eine Kerosinsteuer für innereuropäische Flüge eingeführt werden. Das entsprechende Gesetzespaket mit dem Titel „Fit for 55“ soll die europäische Wirtschaft darauf vorbereiten, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um mindestens 55 Prozent zu verringern. Nicht nur die EU leitet solche Vorhaben in die Wege, auch die USA bringt bereits Maßnahmen auf den Weg, um Mobilität klimafreundlicher zu gestalten. So kündigte der Bundesstaat Kalifornien bereits im September 2020 an, herkömmliche Fahrzeugantriebe bis 2035 zu verbieten. Ende des Verbrenners

Folgen für die Automobilindustrie

Das Verbrennungsmotor-Verbot hat weitreichende Folgen für die Automobilindustrie: Konkret bedeutet es nämlich, dass Fahrzeuge kein Gramm CO₂ mehr ausstoßen dürfen. Das gelingt heute auf dem breiten Markt ausschließlich mit E-Autos. Diese gehören zwar für die meisten Hersteller bereits zum Portfolio, nehmen vielfach jedoch noch eine Nischenposition ein. Die Gründe dafür sind vielfältig: Noch sind die wenigsten Batterien auf längere Strecken ausgelegt, zumal es an flächendeckenden Ladesäulen fehlt, insbesondere auf Autobahnen. Alternative Antriebstechniken sind jedoch bislang nicht ausgereift genug, um Vollelektrofahrzeugen ernsthaft Konkurrenz machen zu können. Das E-Auto ist damit nach aktuellem Stand der Zukunftsträger der Autobauer.

Wie bereiten die Hersteller den Verbrenner-Ausstieg vor?

Obwohl bisher weder in Europa noch in den USA der Ausstieg vom Verbrennungsmotor vollkommen realisiert wurde, deutet vieles darauf hin, dass er Wirklichkeit wird. Zahlreiche EU-Länder, unter anderem Dänemark und die Niederlande, fordern dies seit Jahren. Und die Hersteller reagieren.

Die Vorhaben der Hersteller im Überblick

  • VW plant einen schrittweisen Übergang: Im Jahr 2030 soll jeder zweite Neuwagen mit elektrischem Antrieb ausgeliefert, bis 2035 die letzten Verbrenner für den europäischen Markt gebaut werden. 
  • Auch Audi hat zum Verbrenner-Ausstieg konkrete Pläne: Die Entwicklung von Benzin- und Dieselantrieben sowie Hybriden soll ab 2026 gestoppt werden.
  • BMW war 2013 der erste deutsche Autobauer, der ein Vollelektrofahrzeug vorstellte. Der Umstieg hin zu CO2-Neutralität soll in München bereits 2023 beginnen. Bis 2030 besteht nach Willen der Unternehmensführung die Hälfte der Flotte aus E-Autos.
  • Mercedes ist nach Unternehmensangaben bereit, bis 2030 in allen Marktbereichen Elektrofahrzeuge anzubieten.
  • Ford geht schrittweise vor: Ab 2026 sollen zunächst alle Modelle als Plug-in-Hybride oder Vollelektro-Variante angeboten werden, vier Jahre später als rein elektrisch angetriebene.
  • Mini bringt nach heutigem Stand bereits 2025 den letzten Verbrenner auf den Markt. Ab Anfang der 2030er Jahre bietet die BMW-Tochter dann ausschließlich E-Fahrzeuge an, wie ein Unternehmenssprecher verlauten ließ.
  • Opel teilt mit, dass bereits 2021 neun Vollelektroautos auf den Markt kommen sollen. Ab 2028 plant der Hersteller das endgültige Aus für den Verbrenner.
  • Renault, ebenfalls ein Pionier in Sachen E-Mobilität, will den Verkaufsanteil von Vollelektromodellen bis 2030 auf 90 Prozent steigern.
  • Porsche will bis Ende der 2020er-Jahre auf 80 Prozent E-Antrieb-Quote kommen. Eine Ausnahme ist der Kult-Sportwagen Porsche 911, der nach wie vor konventionell betrieben werden soll, und zwar mit synthetischem Treibstoff.

Was bedeutet der Verbrenner-Ausstieg für Fuhrparks und Flottenfahrzeuge?

Die Pläne der EU-Kommission braucht dem Fuhrparkmanagement nach heutigem Stand keine Sorge zu bereiten: Erstens, weil bislang noch keine festen Beschlüsse gefasst wurden, und zweitens, weil ältere Fahrzeuge Bestandsschutz genießen. Das Verbrenner-Verbot gilt nur für Neuwagen - bereits zugelassene Wagen sind nicht betroffen und dürfen weiterhin im Verkehr bleiben.

Chancen der E-Mobilität

Es kann für Unternehmen mit Fuhrpark dennoch sinnvoll sein, den Verbrenner-Ausstieg zum Anlass zu nehmen, die Flotte sukzessive auf E-Antrieb umzustellen, nicht nur aus Gründen der Klimaneutralität: Elektrofahrzeuge verursachen im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen weniger Kosten. Die mitunter höheren Anschaffungsaufwendungen – die letztendlich stark vom Modell und den zu erwartenden Subventionen abhängen –, amortisieren sich durch geringere Antriebskosten. Insbesondere für große Betriebe kann es interessant sein, in selbst erzeugte Stromanlagen zu investieren, etwa in Form von Solartechnik. Kosten für Reparaturen und Wartungen fallen vielfach ebenfalls geringer aus. Die bislang bestehenden Nachteile, wie geringere Reichweiten, dürften bis zum Verbots-Stichtag weniger relevant sein. Schon heute gibt es Akkus, die mit Reichweiten von mehr als 500 Kilometern aufwarten – und bereits jetzt sind Fahrzeuge angekündigt, die es auf die doppelte Reichweite bringen sollen. Fahrerraum eines Elektrofahrzeug.

Mit Leasingrechner zu mehr Klarheit

Ob Elektrofahrzeuge kostengünstiger für den Fuhrpark sind, lässt sich am besten über einen Kostenvergleich ermitteln. Mithilfe des TCO-Leasingrechners geschieht der Vergleich in wenigen Minuten. Nachdem die Felder ausgefüllt sind, zeigt dieser an, welches Fahrzeuge - ob Verbrenner oder E-Auto - kostengünstiger ist.  zum Leasingrechner

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E-Mobilität im Fuhrpark: Wie Sie den Umstieg planen

Um E-Autos im Fuhrpark zu implementieren, müssen Fuhrparkverantwortliche den Bestand analysieren. Doch wie können FuhrparkleiterInnen entscheiden, welches Fahrzeug durch ein E-Auto ausgetauscht werden kann? Welche Punkte man beim Umstieg auf E-Mobilität beachten sollte, haben wir für Sie zusammengestellt. Der Siegeszug der E-Mobilität ist nicht mehr zu stoppen. Über 40 Prozent der 2021 neu in Deutschland registrierten PKW fahren laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ganz oder teilweise elektrisch. Von Januar bis Dezember wurden 754.588 Wagen mit Hybrid-Antrieb und 355.961 reine Elektroautos neu zugelassen. Dagegen zählte das KBA im selben Zeitraum 972.588 Benziner – das entspricht 37,1 Prozent der PKW-Neuzulassungen. Mittlerweile sind mehr als eine Million Autos mit Elektroantrieb auf deutschen Straßen unterwegs. 54 Prozent davon fahren rein elektrisch, 46 Prozent sind sogenannte Plug-In-Hybride, deren Akkus sowohl über das Stromnetz als auch den Benzinmotor geladen werden können. Ein Grund für den klaren Aufwärtstrend: die von Bund und den Herstellern gewährt Kaufprämien. Im Rahmen des Konjunktur-Programms wegen der Corona-Krise wurde der Bundesanteil am Umweltbonus befristet bis Ende 2021 verdoppelt. Die Innovationsprämie wurde bis Ende 2025 verlängert.

Umstellung auf E-Autos im Fuhrpark mit Voraussicht

Doch wie sieht es in heimischen Fuhrparks mit der Umstellung auf E-Mobilität aus? Eine aktuelle Handelsblatt-Umfrage zeigt: Die meisten Dienstwagen großer Unternehmen sind noch Verbrenner. Der Energiekonzern Eon hat seine Firmenflotte laut Auskunft bereits verhältnismäßig breit umgestellt. Im Fuhrpark des Unternehmens befinden sich zu 20 Prozent rein batteriebetriebene Fahrzeuge und weitere 30 Prozent Plug-in-Hybride. Und der Trend zum grünen Fuhrpark setzt sich fort: Bei den klassischen Dienstwagen von Eon werden mittlerweile fast ausschließlich E- und E-Hybrid-Fahrzeuge bestellt. Viele Unternehmen würden gerne die Umstellung vorantreiben, müssen aber erstmal ihren Bestand analysieren, um festzustellen, welche Fahrzeuge ausgewechselt werden können.

Die Analyse des Fuhrparks

Nicht immer ist ein E-Auto die erste Wahl für den Fuhrpark. Bei der Entscheidung für E-Mobilität kommt es auf die jeweilige Situation des Unternehmens an. Diese sollte genau geprüft werden. Ein Vorteil, der neben Nachhaltigkeit für das E-Auto spricht, sind Steuerersparnisse. Während FahrerInnen eines Dienstwagens mit Verbrennungsmotor ein Prozent des Bruttolistenpreises pro Monat als geldwerten Vorteil versteuern müssen, werden bei den meisten reinen Elektroautos nur 0,25 Prozent fällig. Bei Plug-in-Hybriden sind es noch 0,5 Prozent. Die wichtigsten Fragen zum E-Auto-Check haben wir hier zusammengefasst. Umstieg Ersparnisse

Checkliste für den Umstieg

  • Ist die Reichweite ausreichend für regelmäßig gefahrene Strecken?
  • Gibt es Lademöglichkeiten in direkter Umgebung? Gute Ladeinfrastruktur mit einer Wallbox ist notwendig für den Fuhrpark.
  • Welche Faktoren können die Reichweite beeinflussen? Neben der Batteriegröße gehören auch niedrige Außentemperaturen zu den Dingen, die eine Fahrt verkürzen können.
  • Passt das Fahrverhalten zum Elektroauto? Die Reichweite von E-Autos ist in der Regel begrenzt
  • Wie viele Jahreskilometer werden gefahren?
  • Gibt es regelmäßige oder eher unregelmäßige Einsätze?
  • Welche Fahrzeuge brauche ich für mein Geschäft? Zwischen Smart und E-Transporter ist alles möglich.
  • Welche Kosten kommen auf mich zu? Vergleiche vor dem Kauf sind unumgänglich.
  • Von welchen Zuschüssen kann die Firma profitieren? Auch hier gilt: Vorab unbedingt über aktuelle Prämien, Hersteller-Boni und Steuervorteile informieren.
  • Wie sieht es mit dem Leasing aus? Auch dafür gibt es Förderung.
  • Echte Nachhaltigkeit bedeutet emissionsfrei zu fahren. Das geht aber nur mit Energie aus erneuerbaren Ressourcen. Erst die machen das E-Auto wirklich umweltfreundlich.

Schritt für Schritt zur E-Mobilität

Der Umstieg im Fuhrpark auf E-Mobilität ist komplex – aber er kann sich bei sorgfältiger Planung lohnen. Die richtige Koordination ist das Herzstück dabei. Angefangen bei Reichweitenmanagement, über die Disposition bis hin zum Ladezustand – hier helfen digitale Tools für mehr Transparenz und Kosteneffizienz. Neben Kostensenkungen sind die Auswirkungen auf das Image des Unternehmens ein gewichtiger Punkt für den Umstieg aus Elektromobilität. Viel KundInnen setzen mittlerweile voraus, dass Firmen ein nachhaltiges Konzept verfolgen – grün und ressourcenschonend.

Standort und Lademanagement

Ein Fuhrpark benötigt einen Standort, der optimale Möglichkeiten für das Aufladen und Parken der Elektroautos bietet. Deshalb ist der Aufbau einer Ladeinfrastruktur eine der größten Herausforderungen bei der Elektrifizierung der Flotten. Neben einer guten Erreichbarkeit für alle MitarbeiterInnen sollte auch die Berechtigungsstruktur frühzeitig geplant werden. Wichtige Punkte für die Checkliste:
  • Dürfen alle MitarbeiterInnen die Ladestationen nutzen? Oder gibt es unterschiedliche Nutzungsprofile, die festzulegen sind?
  • In welcher Weise erfolgt die Authentifizierung der jeweiligen nutzungsberechtigten MitarbeiterInnen?
  • Wie ist die Ladestation angelegt – kann sie von anderen Firmen oder Privatpersonen genutzt werden?
  • Welche Ladezeiten werden benötigt – und welche Leistungen kann der Energieversorger bereitstellen?
  • Verfügbarkeit: Wie hoch muss diese sein, wenn man Nichteinsatzzeiten wegen Ladens bedenkt?
  • Rush Hour: Wie im Straßenverkehr stellt sich die Frage, wann die Ladestation voraussichtlich am meisten benötigt werden? Gibt es im Fuhrpark bestimmte „Stoßzeiten“, die zu einer Überlastung der Ladestation führen könnten?
  • Wie erfolgt die Verwaltung und Abrechnung von Ladevorgängen?
Ladeinfrastruktur

Austausch von Verbrennern auf E-Autos nicht immer sofort sinnvoll

Eine zentrale Frage lautet: Wie hoch sind die aktuellen Betriebskosten für das jeweilige Fahrzeug? Das hängt natürlich auch vom Alter der Fahrzeuge ab. Je älter, desto anfälliger für mögliche Reparaturen. Zwar ist der Kaufpreis eines Elektrofahrzeugs höher als der eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor. Dafür haben E-Fahrzeugen viel geringere Kraftstoff- und Wartungskosten. Das Tanken der Fahrzeuge mit Strom kostet deutlich weniger als an der Zapfsäule. Das hat eine Studie der Universität von Michigan herausgefunden. So verursacht ein E- Fahrzeug im Vergleich zu einem Verbrenner weniger als die Hälfte an Betriebskosten, wenn man allein nur den Kraftstoff betrachtet. Wenn Einsparungen durch den Wegfall von Wartungskosten – wie Ölwechsel oder Zahnriemenwechsel noch mitberechnet werden –sparen E-Fahrzeuge über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs noch mehr Geld.

Welche Art von Ladestationen benötigen Sie im Fuhrpark?

Ladestationen betanken den Wagen unterschiedlich schnell. Die am häufigsten verwendete Ladestufe ist das Laden der Stufe 2 mit einer Leistung von 7 kW. So kann je nach Modell ein Fahrzeug innerhalb von 3 bis 7 Stunden geladen werden. Eine Schnellladestation wiederum lädt ein Fahrzeug mit einer Reichweite von 160 km hingegen bereits in einer halben Stunde auf etwa 80%. Zusätzlich zu beachten: Wenn es um die Auswahl der Ladegeschwindigkeit der Stationen geht, sind Batteriegröße, Betriebszyklus und Fahrzeugtyp ausschlaggebend. Allerdings kosten Schnellladestationen deutlich mehr als die langsameren Verwandten. Sie lohnen sich nur dann, wenn die Fahrzeuge ständig im Einsatz sind.

Gut geplant, ist halb gewonnen

Die Umstellung auf E-Mobilität im Fuhrpark will gut geplant sein. Die Elektrifizierung der Flotte kann auf den ersten Blick schwierig erscheinen. Aber mit einer soliden Strategie ist alles machbar. Dabei führt die Bestandsaufnahme des Ist-Zustands zu ersten Erkenntnissen. Der Wechsel auf E-Mobilität sollte gut durchdacht sein. Gründe dafür gelten als richtungsweisend für die spätere Fuhrpark-Strategie. Und nicht zu vergessen: Viele Flotten sind bereits innerhalb weniger Jahre rentabel, da der Inspektions- und Wartungsaufwand bei E-Autos weitaus geringer ausfällt als bei Benzinern. Planung E-Mobilität

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Total Cost of Ownership bei Elektrofahrzeugen - wie wird sie ermittelt?

Elektroautos sind gefragt. Aber lohnt sich die teure Anschaffung oder sollte man besser beim Verbrenner bleiben? Die TCO (Total Cost of Ownership) hilft, einen Überblick zu gewinnen – denn es kann durchaus sein, dass ein E-Auto trotz eines höheren Preises durch geringere Kosten bei Wartung, Steuern und Kraftstoff am Ende günstiger ist.

Elektroauto oder Verbrenner – welches Fahrzeug ist auf Dauer günstiger?

Immer mehr Unternehmen stehen vor der Frage: Elektroautos, ja oder nein? Die teuren Anschaffungskosten sprechen oft erstmal dagegen. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind jedoch die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer, die TCO (Total Cost of Ownership). Hierbei werden alle Aspekte der späteren Nutzung betrachtet (wie Energiekosten, Reparatur und Wartung). Somit können bekannte Kostentreiber oder auch versteckte Ausgaben bereits im Vorfeld einer Investitionsentscheidung identifiziert werden. Kann also sein, dass ein Stromer trotz eines höheren Preises unter dem Strich günstiger ist als ein Verbrenner. Welche Faktoren bei der Ermittlung der TCO eine Rolle spielen, erklären wir hier.

Anschaffungskosten

Je nach Modell muss man bei einem E-Fahrzeug im Vergleich zum Verbrenner rund 5000 bis 10.000 Euro Aufpreis einplanen. Das kann sich aber schon bald ändern: Wesentlicher Kostentreiber beim Elektroauto ist die im Unterboden verbaute Batterie des Fahrzeugs. 2010 lagen die Batteriekosten noch bei rund 600 Euro pro Kilowattstunde (kWh), 2015 waren es gut 300 Euro, heute kostet ein Akku pro kWh nur noch gut 100 Euro. Für die Jahre zwischen 2022 und 2024 erwarten mehrere Studien und Experten dank abermals gesunkener Akkupreise sogar, dass die Preise von Elektroautos und Verbrennern gleichziehen — sogar ohne staatliche Unterstützung. 

Förderungen für den Kauf von E-Autos

Die Politik unterstützt schon länger den Kauf von Stromern, bereits seit 2016 gibt es die bundesweite Förderung bei der Anschaffung eines Elektroautos oder Plug-in-Hybriden. Mit diesem „Umweltbonus“ können bis zu 9000 Euro vom Listenpreis vieler Elektroauto-Modelle abgezogen werden. Bei vielen E-Auto-Modellen gleicht die staatliche Förderung sogar den Aufpreis zu einem vergleichbaren Verbrenner aus. Auch bei der Steuer kann gespart werden: Bei einem Dienstwagen muss der Fahrer private Fahrten mit dem Wagen als sogenannten „geldwerten Vorteil“ versteuern. Bei Elektrofahrzeugen gilt seit 2020 ein verminderter Steuersatz von nur noch 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises. Benziner oder Diesel-Fahrzeuge werden steuerlich dagegen weiterhin mit 1 Prozent belastet. Je nach Fahrzeugmodell liegt die jährliche Ersparnis beim Stromfahrzeug im mittleren dreistelligen bis deutlich vierstelligen Bereich. Erfahren Sie hier mehr zu der Firmenwagenversteuerung von Elektroautos.

Kraftstoff- und Energieverbrauch

Was den Verbrauch und die Kosten für den Treibstoff bzw. Strom angeht, so fahren Elektroautos günstiger: Ein gängiges E-Fahrzeug verbraucht auf 100 km gut 15 kWh bei einem durchschnittlichen Strompreis von 30 Cent je kWh. Ein vergleichbarer Benziner braucht 5,5 Liter auf 100 km (ausgehend von einem durchschnittlichen Benzinpreis von rund 1,30 Euro). Das ergibt bei einer Fahrtstrecke von 15.000 Kilometern im Jahr: 675 Euro Verbrauchskosten für das Elektroauto und 1072 Euro für den Benziner. Bei größeren und schwereren Fahrzeugen fällt die Ersparnis des E-Autos sogar noch höher aus. 

Ladestation

Die Kraftfahrzeugsteuer

Für die Berechnung der KFZ-Steuer spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle. Die Motorart, der Hubraum und auch der CO2-Ausstoß. Für E-Autos gilt das nicht: Bis zum Jahr 2030 sind neu zugelassene Elektroautos von der Kfz-Steuer befreit.  

Das neue Klimapaket der Bundesregierung sorgt in den kommenden Jahren sogar für noch höhere Kfz-Steuern und Spritpreise. Die Steuerbelastung wird deutlich steigen, vor allem dann, wenn der Verbrenner mehr als 95 g/km CO2 ausstößt. Je mehr Emissionen, desto teurer. Für große und schwere SUV oder PS-starke Sportwagen etwa steigt die Steuer auf deutlich mehr als 500 Euro pro Jahr. Auch das Tanken wird in Zukunft teurer werden, da die CO2-Bepreisung schrittweise erhöht werden soll (CO2-Steuer). 

Wartung und Service

Regelmäßige Wartung und Pflege sind wichtig, damit man lange Freude an seinem Fahrzeug hat. Beim Benziner fallen darunter z.B. der Motorölwechsel oder die Erneuerung der Bremsflüssigkeit. Da Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor deutlich mehr Verschleißteile haben als solche mit Elektromotor, fallen die Reparatur- und Wartungskosten höher aus.

Insgesamt liegen die Wartungskosten für E-Mobile laut einer Studie des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) an der Hochschule Nürtingen-Geislingen um rund 35 Prozent unter denen von Autos mit Verbrennungsmotor. Nach acht Jahren summiert sich der Kostenvorteil den Experten zufolge etwa bei einem Kleinwagen auf rund 1.300 Euro.  

Der Restwert

Am Ende stellt sich natürlich die Frage nach dem Restwert. Um diesen zu bestimmen, braucht man eine gute Fahrzeug- und Marktkenntnis, um alle relevanten Informationen zu berücksichtigen. Privatpersonen können hierzu sachkundige Quellen wie z.B. den ADAC, DAT oder Schwacke befragen. Der zunehmend durch staatliche Subventionen unterstützte Boom der Elektromobilität lässt den Wiederverkaufswert laut Experten etwas sinken.  

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Mit dem folgenden Leasingrechner können Sie die Gesamtkosten sowie Leasing-, Betriebs- und Wartungskosten von verschiedenen Fahrzeugen vergleichen. Der Rechner hilft Ihnen dabei zu ermitteln, ob ein Elektro- oder Verbrenner-Fahrzeug günstiger für Sie wäre.

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Fazit

Dass ein Großteil der Elektroauto-Modelle preislich mit Verbrennern mithalten kann, liegt in erster Linie an den staatlichen Förderungen. Bei manchen aktuellen Modellen mag es zwar ein paar Jährchen dauern, bis sie die Preisdifferenz zum Verbrenner aufgeholt haben. Andere Modelle allerdings rechnen sich (vor allem mit dem noch bis Ende 2021 gültigen, 9000 Euro schweren Umweltbonus) sogar schon ab dem ersten Tag.  

Wer es ganz genau wissen will und vielleicht schon ein konkretes Modell im Blick hat, findet im Autokosten-Rechner des ADAC eine ergiebige Informations- und Kostenübersicht. In etlichen Fällen geht das Elektroauto als Kostensieger hervor. Der ADAC kommt übrigens zu folgendem Fazit: „Damit die Kostenbilanz bei rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen auch ohne Subventionen noch besser ausfällt, müssen die Kaufpreise weiter sinken und dürfen nur geringfügig über denen eines vergleichbaren konventionellen Modells liegen.“

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