Wie praktisch sind Auto-Abos im Fuhrpark?

Flexibel und schnell kündbar: Wer kein Auto kaufen oder leasen will, kann es auch abonnieren. Doch sind Auto-Abos eine günstigere Alternative zum Leasing? Welche Leistungen sind inkludiert, wie hoch sind die Kosten, und für wen lohnt es sich? Wir klären auf.

Abonnements sind in unserem Leben eine feste Größe. Ob Dauerkarten bei Fußballvereinen, Netflix, Spotify oder das Fitnessstudio. Die Flatrate bietet preiswerten und meistens unbegrenzten Zugang. Warum also nicht ein Auto-Abo für den Fuhrpark abschließen? Doch Abos haben im Flottenbereich bislang einen schweren Stand. Nur eine Minderheit der DienstwagenfahrerInnen fährt in Deutschland sein Fahrzeug im Abo-Modell. Das ist die Aussage der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) in ihrem aktuellen DAT Barometer für den Monat Juli 2021. 

Der Branchendaten-Spezialist hat Fachkräfte unter anderem zum Thema Auto-Abos befragt. Das ernüchternde Ergebnis: Nur ein Prozent der Befragten nutzen ein solches Abo. Allerdings haben sich 59 Prozent Flottenbeauftragten auch noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt. Zeit, die wichtigsten Fakten zu klären. Sind Auto-Abos eine Alternative zu Leasing?

Unterschied Auto Abo und Leasing

Ähnlich wie bei Leasing zahlt man beim Auto-Abo einen monatlichen Betrag, hat eine bestimmte Kilometerpauschale und kann das Fahrzeug dann während der Vertragslaufzeit nutzen. Der Unterschied zu vergleichbaren Angeboten: Das Auto-Abo ist nicht vergleichbar mit Carsharing oder der klassischen Automiete, die sich zur kurzfristigen Nutzung eigenen. Ein Autoleasing wiederum ist in der Regel auf mehrere Jahre ausgelegt. Ein weiterer Unterschied zwischen Auto Abo und Leasing: Beim Auto-Abo ist der Zeitraum deutlich kürzer, je nach Anbieter beträgt die Laufzeit zwischen einem und bis zu sechs Monaten. 

Danach kann das Fahrzeug weitergefahren, gewechselt oder der Vertrag gekündigt werden. Ein ganz entscheidender Vorteil: Beim Auto-Abo spielt der Wertverlust, anders als beim Leasing, keine Rolle und muss nicht ausgeglichen werden. Fast immer ist ein Auto-Abo nicht nur flexibler als die Langzeitmiete, sondern auch meistens günstiger. Somit kann ein Auto-Abo eine Alternative zu Leasing sein.

Sicht vom Rücksitz auf die Straße

Was beinhaltet das Auto-Abo?

Versicherung, Kfz-Steuern, Wartung und Verschleißteile, TÜV sowie Reifenservice – diese Nebenkosten sind in der monatlichen Rate bereits enthalten. Nur für den Sprit, Gas oder den Strom müssen NutzerInnen zahlen. Zu beachten ist das Mindestalter der FahrzeugführerInnen, das beim Auto-Abo in der Regel zwischen 21 und 25 Jahren liegt.

Welche Kosten fallen an?

Wie auch beim Leasing hängen die Kosten von der Wahl des Fahrzeugmodells und des verhandelten Kilometerpakets ab. Zusätzlich können weitere Konditionen entstehen – etwa eine Start- oder Anmeldegebühr. In günstigen Fällen lassen sich Auto-Abos für Kleinwagen bereits für unter 200 Euro pro Monat buchen. Fahrzeuge aus dem Luxussegment können schnell mehr als 1200 Euro im Monat kosten. Beim Abo handelt es sich meistens um vorkonfigurierte Fahrzeuge, bei denen keine Änderungen an der Ausstattung mehr möglich sind. Bei Langzeitmiete wird der geldwerte Vorteil über die Ein-Prozent-Regelung abgerechnet.

Smartphone wird zu Straße

Welche Abo-Anbieter sind auf dem Markt?

Den Markt an Auto-Abos beherrschen Autohersteller, große Autovermietungen, aber auch Autohäuser oder Start-ups wie Cluno oder ViveLaCar. Die Angebote unterscheiden sich je nach Anbieter bei den Preisen wie auch den Leistungen. Gewöhnlich sind das unterschiedliche Inklusiv-Kilometer-Pakete – oder die Eintragung eines weiteren Fahrers ohne zusätzliche Kosten. Ebenso lassen sich E-Autos, Hybride oder Autos mit Wasserstoff abonnieren. 

Aber Vorsicht: Vergleichen Sie gründlich, denn die Angebote der Anbieter unterscheiden sich teilweise erheblich in Laufzeit und Kosten voneinander.

Entlastung des Fuhrparkverantwortlichen

Beim Auto-Abo handelt es sich um ein Rundum-Sorglos-Paket. Das bedeutet für den Fuhrparkverantwortlichen weniger Arbeit. Er wird deutlich entlastet, denn das Fahrzeug muss nicht zugelassen werden, es benötigt keine Versicherung. Wartung sowie Reifenwechsel sind ebenfalls inkludiert. Lediglich um die Ausstattungen sollte sich Mitarbeitende kümmern. Dazu zählen auch Transportfragen – etwa ob es erlaubt ist, einen Anhänger anzukoppeln. Bei ausschließlich geschäftlicher Nutzung braucht der DienstwagenfahrerInnen nichts beachten. Wird das Fahrzeug auch privat gefahren, muss der geldwerte Vorteil versteuert werden.

Lohnt sich ein Auto-Abo für den Fuhrpark?

Die wichtigste Frage am Ende. Ob sich das Abonnement lohnt, kommt auf die individuelle Situation an. Im Gegensatz zum Leasing bindet ein Auto-Abo nur kurzfristig Kapital. Das steht dem Unternehmen umso schneller zur Verfügung. Für eine kurzfristige (bis zu 8 Monaten) Überbrückung von Transport-Engpässen dürfte das Auto-Abo also eine gute Alternative sein. 

Ein weiteres Plus ist die Flexibilität: so lässt sich in wenigen Monaten testen, welcher Fahrzeugtyp sich langfristig für die Flotte eignet. Langfristig schlägt jedoch Leasing das Auto-Abo im Preis. Dafür deckt das Abo mehr Leistungen ab.

Vor- und Nachteile des Auto-Abos

Vorteile in der Übersicht:

  • Komplette Kostenkontrolle im All-Inclusive-Modus
  • Flexibilität im Wechsel der Fahrzeuge durch kurze Vertragslaufzeiten
  • Hersteller- und Modellübergreifende Angebote – auch Hybrid- oder E-Autos
  • Wertverlust spielt keine Rolle

Nachteile in der Übersicht:

  • Teilweise Anmeldegebühr 
  • Niedrigere Freikilometerpauschale 
  • Auto ist kein Eigentum
  • Häufig vorkonfigurierte Fahrzeuge
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Eine Antwort auf „Wie praktisch sind Auto-Abos im Fuhrpark?“

Gut zu wissen, dass die Laufzeit eines Auto-Abos je nach Anbieter zwischen einem und bis zu sechs Monaten beträgt. Mein Onkel möchte ein neues Auto haben. Er möchte aber mehrere Autos für jeweils mehrere Monate testen und wird deshalb von der kürzeren Laufzeit eines Auto-Abos Gebrauch machen.

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