Halterhaftung bei Poolfahrzeugen

Poolfahrzeuge erlauben es dem Unternehmen, mehrere Fahrer zu unterschiedlichen Zeiten auf einen Wagen zu buchen. Eigentlich eine gute Sache, doch diese Flexibilität könnte auch schnell zum Chaos führen. Denn bei Dienstfahrzeugen wie auch bei Poolfahrzeugen ist der Halter in der Regel das Unternehmen. Dieses kümmert sich häufig um andere Aufgaben als die Verwaltung des Fuhrparks. Daher kann die Unternehmensleitung die Halterverantwortlichkeit – nach sorgfältiger Dokumentation – an die Fuhrparkleitung übertragen. Dann muss der Fuhrparkverantwortliche seinen Halterpflichten wie Führerscheinkontrolle und UVV (Unfallverhütungsvorschriften) nachkommen. Bei so viel wechselndem Personal ist es bereits vorgekommen, dass die regelmäßige Führerscheinkontrolle oder die Fahrerunterweisung vergessen wird. Zusätzlich wird die Terminfindung für die Prüfung durch unregelmäßige Nutzung und Abwesenheit nicht einfacher.

Führerscheinkontrolle bei festgelegten Nutzern

Nur der regelmäßige Check der Originalführerscheine aller Fahrer schützt den Fuhrparkmanager vor rechtlichen Konsequenzen. Bei Poolfahrzeugen mit unterschiedlichen Nutzern sollte die Prüfung immer bei der Herausgabe eines Fahrzeugs an einen Fahrer erfolgen. Wenn es festgelegte Nutzer gibt, dann kann es auch einen anderen Kontrollzyklus geben – vereinfacht durch die elektronische Führerscheinkontrolle. Ist der Nutzerkreis von Poolfahrzeugen klar definiert, müssen die Führerscheine vor der ersten Fahrt jedes Fahrers und anschließend zwei Mal jährlich kontrolliert werden.

Anleitung zur Führerscheinkontrolle im Fuhrpark

Kontrolle bei nicht definierten Nutzerkreis

Schwieriger gestaltet sich die Kontrolle des Führerscheins, wenn es einen offenen Nutzerkreis gibt. Dann gilt die Kontrolle der Ausweispapiere vor jeder Schlüsselübergabe an den neuen Fahrer. Dieser Kontrollaufwand bei Poolfahrzeugen lässt sich aber umgehen, indem das Unternehmen die Fahrzeugnutzung auf bestimmte Mitarbeiter einschränkt.

 

UVV-Fahrerunterweisung

Eine gesetzliche Verpflichtung für den Arbeitgeber gemäß der DGUV Vorschrift 70 ist die Fahrerunterweisung nach UVV (Unfallverhütungsvorschriften). Unternehmen, die Ihren Mitarbeitern Dienstfahrzeuge überlassen, sind verpflichtet, diese einmal jährlich im sicheren Umgang mit dem Fahrzeug zu unterweisen. Im Fall von Poolfahrzeugen bedeutet das: Jeder einzelne Fahrer, der erstmalig in das Poolfahrzeug steigt, muss unterwiesen werden. Dies gilt auch, wenn ein Fahrer mehrere der Poolfahrzeuge nutzt. In diesem Falle muss er für jedes Fahrzeug eine Einweisung bekommen, die dokumentiert wird. 

 

Fahrerunterweisung und Führerscheinkontrolle digital durchführen mit einer Fuhrparksoftware


Rechtsschutzversicherung kann Risiken minimieren

Bei großem Stress kann es für Fuhrparkleiter leicht zu rechtlichen, strafrelevanten Verstößen kommen. Fuhrparkleiter stehen sowohl für das Unternehmen als auch persönlich in der Verantwortung. Eine Rechtsschutzversicherung kann bestimmte Risiken absichern. Diese sollte speziell auf den Fuhrpark zugeschnitten sein und dabei alle verkehrsrechtlichen sowie wirtschaftlichen Vergehen mit einschließen. Auch mögliche Kosten für den Rechtsanwalt sowie mögliche Gutachten sollte die Rechtsschutzversicherung abdecken. Trotzdem sollte eines klar sein: Versicherungen sind kein Freibrief für unverantwortliches Handeln.

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