Total Cost of Ownership bei Elektrofahrzeugen – wie wird er ermittelt?

Elektroautos sind gefragt. Aber lohnt sich die teure Anschaffung oder sollte man besser beim Verbrenner bleiben? Die TCO (Total Cost of Ownership) hilft, einen Überblick zu gewinnen – denn es kann durchaus sein, dass ein E-Auto trotz eines höheren Preises durch geringere Kosten bei Wartung, Steuern und Kraftstoff am Ende günstiger ist.

Elektroauto oder Verbrenner – welches Fahrzeug ist auf Dauer günstiger?

Immer mehr Unternehmen stehen vor der Frage: Elektroautos, ja oder nein? Die teuren Anschaffungskosten sprechen oft erstmal dagegen. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind jedoch die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer, die TCO (Total Cost of Ownership). Hierbei werden alle Aspekte der späteren Nutzung betrachtet (wie Energiekosten, Reparatur und Wartung). Somit können bekannte Kostentreiber oder auch versteckte Ausgaben bereits im Vorfeld einer Investitionsentscheidung identifiziert werden. Kann also sein, dass ein Stromer trotz eines höheren Preises unter dem Strich günstiger ist als ein Verbrenner. Welche Faktoren bei der Ermittlung der TCO eine Rolle spielen, erklären wir hier.

Anschaffungskosten

Je nach Modell muss man bei einem E-Fahrzeug im Vergleich zum Verbrenner rund 5000 bis 10.000 Euro Aufpreis einplanen. Das kann sich aber schon bald ändern: Wesentlicher Kostentreiber beim Elektroauto ist die im Unterboden verbaute Batterie des Fahrzeugs. 2010 lagen die Batteriekosten noch bei rund 600 Euro pro Kilowattstunde (kWh), 2015 waren es gut 300 Euro, heute kostet ein Akku pro kWh nur noch gut 100 Euro. Für die Jahre zwischen 2022 und 2024 erwarten mehrere Studien und Experten dank abermals gesunkener Akkupreise sogar, dass die Preise von Elektroautos und Verbrennern gleichziehen — sogar ohne staatliche Unterstützung. 

Förderungen für den Kauf von E-Autos

Die Politik unterstützt schon länger den Kauf von Stromern, bereits seit 2016 gibt es die bundesweite Förderung bei der Anschaffung eines Elektroautos oder Plug-in-Hybriden. Mit diesem „Umweltbonus“ können bis zu 9000 Euro vom Listenpreis vieler Elektroauto-Modelle abgezogen werden. Bei vielen E-Auto-Modellen gleicht die staatliche Förderung sogar den Aufpreis zu einem vergleichbaren Verbrenner aus. Auch bei der Steuer kann gespart werden: Bei einem Dienstwagen muss der Fahrer private Fahrten mit dem Wagen als sogenannten „geldwerten Vorteil“ versteuern. Bei Elektrofahrzeugen gilt seit 2020 ein verminderter Steuersatz von nur noch 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises. Benziner oder Diesel-Fahrzeuge werden steuerlich dagegen weiterhin mit 1 Prozent belastet. Je nach Fahrzeugmodell liegt die jährliche Ersparnis beim Stromfahrzeug im mittleren dreistelligen bis deutlich vierstelligen Bereich. Erfahren Sie hier mehr zu der Firmenwagenversteuerung von Elektroautos.

Kraftstoff- und Energieverbrauch

Was den Verbrauch und die Kosten für den Treibstoff bzw. Strom angeht, so fahren Elektroautos günstiger: Ein gängiges E-Fahrzeug verbraucht auf 100 km gut 15 kWh bei einem durchschnittlichen Strompreis von 30 Cent je kWh. Ein vergleichbarer Benziner braucht 5,5 Liter auf 100 km (ausgehend von einem durchschnittlichen Benzinpreis von rund 1,30 Euro). Das ergibt bei einer Fahrtstrecke von 15.000 Kilometern im Jahr: 675 Euro Verbrauchskosten für das Elektroauto und 1072 Euro für den Benziner. Bei größeren und schwereren Fahrzeugen fällt die Ersparnis des E-Autos sogar noch höher aus. 

Ladestation

Die Kraftfahrzeugsteuer

Für die Berechnung der KFZ-Steuer spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle. Die Motorart, der Hubraum und auch der CO2-Ausstoß. Für E-Autos gilt das nicht: Bis zum Jahr 2030 sind neu zugelassene Elektroautos von der Kfz-Steuer befreit.  

Das neue Klimapaket der Bundesregierung sorgt in den kommenden Jahren sogar für noch höhere Kfz-Steuern und Spritpreise. Die Steuerbelastung wird deutlich steigen, vor allem dann, wenn der Verbrenner mehr als 95 g/km CO2 ausstößt. Je mehr Emissionen, desto teurer. Für große und schwere SUV oder PS-starke Sportwagen etwa steigt die Steuer auf deutlich mehr als 500 Euro pro Jahr. Auch das Tanken wird in Zukunft teurer werden, da die CO2-Bepreisung schrittweise erhöht werden soll (CO2-Steuer). 

Wartung und Service

Regelmäßige Wartung und Pflege sind wichtig, damit man lange Freude an seinem Fahrzeug hat. Beim Benziner fallen darunter z.B. der Motorölwechsel oder die Erneuerung der Bremsflüssigkeit. Da Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor deutlich mehr Verschleißteile haben als solche mit Elektromotor, fallen die Reparatur- und Wartungskosten höher aus.

Insgesamt liegen die Wartungskosten für E-Mobile laut einer Studie des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) an der Hochschule Nürtingen-Geislingen um rund 35 Prozent unter denen von Autos mit Verbrennungsmotor. Nach acht Jahren summiert sich der Kostenvorteil den Experten zufolge etwa bei einem Kleinwagen auf rund 1.300 Euro.  

Der Restwert

Am Ende stellt sich natürlich die Frage nach dem Restwert. Um diesen zu bestimmen, braucht man eine gute Fahrzeug- und Marktkenntnis, um alle relevanten Informationen zu berücksichtigen. Privatpersonen können hierzu sachkundige Quellen wie z.B. den ADAC, DAT oder Schwacke befragen. Der zunehmend durch staatliche Subventionen unterstützte Boom der Elektromobilität lässt den Wiederverkaufswert laut Experten etwas sinken.  

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Mit dem folgenden Leasingrechner können Sie die Gesamtkosten sowie Leasing-, Betriebs- und Wartungskosten von verschiedenen Fahrzeugen vergleichen. Der Rechner hilft Ihnen dabei zu ermitteln, ob ein Elektro- oder Verbrenner-Fahrzeug günstiger für Sie wäre.

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Leasingrechner auf PC geöffnet

Fazit

Dass ein Großteil der Elektroauto-Modelle preislich mit Verbrennern mithalten kann, liegt in erster Linie an den staatlichen Förderungen. Bei manchen aktuellen Modellen mag es zwar ein paar Jährchen dauern, bis sie die Preisdifferenz zum Verbrenner aufgeholt haben. Andere Modelle allerdings rechnen sich (vor allem mit dem noch bis Ende 2021 gültigen, 9000 Euro schweren Umweltbonus) sogar schon ab dem ersten Tag.  

Wer es ganz genau wissen will und vielleicht schon ein konkretes Modell im Blick hat, findet im Autokosten-Rechner des ADAC eine ergiebige Informations- und Kostenübersicht. In etlichen Fällen geht das Elektroauto als Kostensieger hervor. Der ADAC kommt übrigens zu folgendem Fazit: „Damit die Kostenbilanz bei rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen auch ohne Subventionen noch besser ausfällt, müssen die Kaufpreise weiter sinken und dürfen nur geringfügig über denen eines vergleichbaren konventionellen Modells liegen.“

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