Als geldwerten Vorteil bezeichnet man eine Form der Vergütung, die über den einfachen Lohn hinausgeht und nicht in Geld ausgezahlt wird. Dazu gehören Leistungen oder Sachbezüge, die der Arbeitgeber kostenlos oder günstiger bereitstellt. Ist der geldwerte Vorteil versteuerungspflichtig, gilt der gleiche Steuersatz wie für Ihren Lohn.

Der geldwerte Vorteil

Geldwerter VorteilBelohnt ein Unternehmen seine Angestellten mit Dienstleistungen, Sachgeschenken oder der privaten Nutzung des Firmenwagen, spart der Arbeitnehmer zunächst Geld. Allerdings muss der Arbeitnehmer auf den dadurch entstandenen geldwerten Vorteil, genau wie auf das Gehalt oder Bonuszahlungen, Steuern bezahlen. Das geschieht zusammen mit der Lohnabrechnung. Wo die Obergrenze für den nicht zu versteuernden geldwerten Vorteil ist und wie Sie Steuern sparen können, erfahren Sie hier.

So erhalten Sie Ihre geldwerten Vorteile steuerfrei

Bonusmeilen, die Sie beruflich gesammelt haben, können Sie privat steuerfrei nutzen. Das gilt, wenn Sie den Wert von 1.080 Euro im Jahr nicht überschreiten. Nur Ihr Arbeitgeber kann Ihnen hier einen Strich durch die Rechnung machen, indem er verlangt, dass Sie die Bonusmeilen nur für betriebliche Zwecke nutzen. Geschenkte oder vergünstigt erworbene Laptops und Smartphones sind außerdem steuerfrei. Jedoch ist das nur der Fall, wenn Ihr Arbeitgeber den geldwerten Vortiel pauschal versteuert.

Einsparungen

Für Essensmarken und Restaurantgutscheine gilt: Bis zu einem Wert von 6,33€ pro Gutschein, bleiben diese steuerfrei, wenn Ihr Chef den geldwerten Vorteil pauschal versteuert. Den Kaffee und das Wasser im Büro trinken Sie übrigens auch steuerfrei. Das gleiche gilt für Obst und Gemüse, solange es sich nicht um eine komplette Mahlzeit handelt.

Möchten Sie sich in Ihrem Beruf auf Kosten Ihres Arbeitgebers weiterbilden, bleibt das für Sie steuerfrei. Ist es für die Ausführung Ihrer Arbeit zwingend nötig, dass Sie einen PKW- oder LKW-Führerschein machen, dann ist der geldwerte Vorteil, der entsteht, weil Ihr Chef diesen bezahlt, für Sie steuerfrei. Geschenke von Ihrem Unternehmen bleiben bis 60€ steuerfrei. Ihr Unternehmen darf Kosten für gesundheitsfördernde Maßnahmen bis zu 500€ übernehmen, ohne dass weitere Steuerzahlungen auf Sie zukommen. Die Voraussetzung: Die Maßnahme muss eine besondere Beanspruchung in Ihrem Job ausgleichen.

Weitere Beispiele

Für die Übernahme von Kosten rund um die Kinderbetreuung gibt es keine Obergrenze, denn Sie sind generell nicht versteuerungspflichtig. Das gilt unter der Voraussetzung, dass Ihr Kind weder schulpflichtig ist noch zu hause betreut wird und nicht über das Unternehmen des anderen Elternteils schon bezuschusst wird. Der Personalrabatt darf jährlich nicht 1080€ überschreiten, damit er steuerfrei bleibt. Sachbezüge wie Bahnticket, Waren- oder Tankgutscheine können bis 44€ bezuschusst werden, ohne dass steuerliche Kosten auf Sie zukommen. Der geldwerte Vorteil, der aus der Übernahme von Umzugskosten entsteht, müssen Sie generell nicht versteuern, wenn der Wohnungswechsel aus beruflichen Gründen stattgefunden hat.

Vermögensbeteiligung

Geldwerter VorteilEine Vermögensbeteiligung ist dann steuerfrei, wenn Sie alles Arbeitnehmern zur Verfügung steht und 360 € jährlich nicht überschreitet. Dazu gehören zum Beispiel Aktienprogramme. Brauchen Sie zwingend Werkzeug für Ihre Arbeit, darf der Arbeitgeber die Anschaffung dieser Werkzeuge entschädigen, ohne dass für Sie ein steuerlicher Mehraufwand entsteht. Diese Regelung bezieht sich allerding nur auf Handwerkzeuge – Computer oder Instrumente gehören nicht dazu. Entsteht für Sie ein geldwerter Vorteil aus einem zinsfreien oder zinsgünstigen Kredit, den Ihnen der Chef gewährt, müssen Sie diesen auch versteuern. Das trifft allerdings nur zu, wenn die Kreditsumme 2600€ überschreitet. Bevor Sie die Benefits Ihres Arbeitgeber annehmen, sollten Sie einmal durchrechnen, ob finanziell eine Gehaltserhöhung nicht die günstigere Variante wäre und gegebenenfalls mit Ihrem Chef verhandeln. Mit unserem Firmenwagenrechner können Sie ausrechnen, welche Kosten auf Sie zukommen, wenn Sie ihren Firmenwagen auch privat nutzen. Darauf basierend können Sie sich dann für die günstigste Versteuerungsvariante entscheiden. 

Weniger draufzahlen – So mindern Sie Ihren geldwerten Vorteil bei dem Firmenwagen

Sie sind Arbeitnehmer und zahlen für Ihren Firmenwagen ein Nutzungsentgelt? Dann können Sie Kosten, die durch die Nutzung Ihres Firmenwagens entstehen, auch bei einer Berechnung des geldwerten Vorteils mit der 1-Prozent-Methode steuermindernd geltend machen.

Mit dem Urteil des Bundesfinanzhof (BFH) vom 30.11.2016 wurden die Regelungen für die Berechnung eines geldwerten Vorteils erneut präzisiert – zum Vorteil von Arbeitnehmern! Festgelegt ist nun: Zahlt ein Arbeitnehmer Nutzungsentgelte oder andere Zuzahlungen für die Firmenwagennutzung, so wird der geldwerte Vorteil, der für diese Nutzung durch die 1-Prozent-Methode oder ein Fahrtenbuch in der Einkommenssteuererklärung ermittelt wird, gemindert.

Neu ist hier vor allem die Berücksichtigung individueller Einzelkosten in der Versteuerung per 1-Prozent-Methode, die beim Arbeitnehmer durch die Nutzung eines Dienstwagens aufkommen. Wo zuvor ein pauschaler Festbetrag, der sich ausschließlich nach dem Bruttolistenpreis des Autos richtet, ausschlaggebend für die Höhe des geldwerten Vorteils war, können nun anfallende Kosten, wie beispielsweise Benzinkosten durch den Arbeitnehmer geltend gemacht werden. Der Arbeitnehmer hat die Chance, sich diese Beträge in Teilen oder vollständig vom Arbeitgeber zurückerstatten zu lassen.

Beispiel Benzinkosten

Ein Arbeitnehmer trägt die Benzinkosten, die bei der Nutzung seines Firmenwagens anfallen selbst, während der Arbeitgeber für restliche Kosten, wie beispielsweise die Anschaffung aufkommt. Da der Arbeitnehmer seinen Wagen auch privat nutzt, muss ein geldwerter Vorteil, pauschal per 1-Prozent-Methode oder mit Darlegung der tatsächlichen Kosten durch ein Fahrtenbuch, ermittelt werden. Geht man von einer Berechnung per 1-Prozent-Methode aus, so können nun nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs die Benzinkosten vom geldwerten Vorteil abgezogen werden.

Wieso ist das so? Die Benzinkosten fallen unter ein Nutzungsentgelt und können ihn als Arbeitnehmer als Werbungskosten aus nichtselbstständiger Arbeit erstattet werden. Der Betrag wird selbstverständlich individuell errechnet. 

Nicht in den Minusbereich

Wer besonders hohe Zahlungen für seinen Dienstwagen ansetzt, darf sich trotz dem Vorteil durch dieses Urteil nicht zu früh freuen: Ein geldwerter Vorteil kann lediglich bis 0 Euro gemindert werden. Dies gilt auch dann, wenn die Eigenleistung über dem vom Arbeitnehmer angesetzten Betrag zur privaten Dienstwagennutzung und für den Arbeitsweg liegt. Beläuft sich beispielsweise der berechnete Betrag auf 6.000 Euro, die Kosten aus Benzinkosten und Co jedoch auf 7.000, so können nicht 7.000 Euro in der Einkommensteuer als Werbungskosten angesetzt werden. Sie können dann ausschließlich die 6.000 Euro geltend machen, die sich mit dem berechneten geldwerten Vorteil decken. Der offene Restbetrag zählt nicht zu den Werbungskosten und darf somit nicht steuermindernd bei den Arbeitnehmereinkünften in der Einkommensteuererklärung angesetzt werden.

Für Sie bedeutet dies also konkret: Sie können die Zusatzkosten, die Sie für Ihren Firmenwagen zahlen auch in mit der 1-Prozent-Methode steuermindernd geltend machen – dies gilt aber nur soweit, wie der geldwerte Vorteil berechnet wurde. Somit ändert sich nichts daran, dass ein Fahrtenbuch eine höhere Steuerersparnis mit sich bringen kann.

Broschüre zur Firmenwagenversteuerung

Broschüre zu der Versteuerung von Poolfahrzeugen

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