Rede und Antwort: Christian Siewek im Interview über das Gründen

Zwischen Steuerspartricks und Fahrtenbuchregelungen heute etwas Kurzweiliges aus dem Archiv. Es ist 2013 und Vimcar steht in den Startlöchern. Co-Gründer und Geschäftsführer Christian Siewek steht Rede und Antwort in dem von der Huffington Post inspirierten Format “8 Fragen zu deinem Start Up”.

Wie wirst Du mit Deiner Idee die Welt verändern?

Wir wollen Autos endlich cleverer nutzen, denn sobald sie mit dem Internet oder miteinander vernetzt sind, können sie effizienter werden und für uns mitdenken. Ich weiß nicht, ob wir mit unserer Idee die Welt verändern, aber auf jeden Fall revolutionieren wir das Fahrtenbuch. Denn Arbeitnehmer verbringen in Deutschland durchschnittlich ganze 90 Minuten in Ihrem Fahrzeug – und das täglich. Nerven für das handschriftliche Führen eines Fahrtenbuchs hat dann eigentlich niemand mehr. Darum setzen wir mit unserer Idee auf einen handfesten Nutzen: Das Vimcar Fahrtenbuch nutzt originäre Fahrzeugdaten und eine App, um Zeit und Geld zu sparen. Beim Finanzamt eingereicht, kann das im Schnitt jährlich 2758 Euro an Steuerlast sparen. Das betrifft Millionen von Autofahrern in Deutschland, d.h. Vimcar lohnt sich für alle, die beruflich ein Auto bewegen, es aber auch privat nutzen dürfen.

Wo bist Du auf die Idee gekommen?

Gemeinsam mit Andreas Schneider konnte ich das Potential von Fahrzeugdaten vor mir sehen – erst bei Audi, später im Rahmen eines Workshops in Stanford. Wir stellten fest: Die technischen Möglichkeiten sind gegeben. Nur wo sind die handfesten Anwendungen? Deswegen haben wir uns von Anfang an auf eine Produktidee gestürzt, deren Nutzen den Anwendern glasklar ist.

Für welche Überzeugung halten Dich andere Menschen für verrückt?

Ich bin absoluter Sicherheitsfanatiker, wenn es ums Digitale geht. Meine Passwörter sind gnadenlos kompliziert und alle unterschiedlich – und das fordere ich im gesamten Unternehmen ein. Manche ächzen da ein bisschen.

Wie wird Deutschland zu einem Gründerland?

Ich glaube, wir waren schon immer ein Gründerland: In meiner Vorstellung bauen die wahren Champions ihre soliden Produkte meist im Stillen und gar nicht so selten irgendwo auf dem tiefen Land. Das finde ich spannend. Die Gründerszene ist inzwischen nur sehr divers und viel sichtbarer, vor allem in Berlin geht es da in den letzten Jahren sehr schrill zu.

Was war Dein größter Fehler?

Anfangs haben wir den Versprechungen eines Hardware-Partners aus Fernost geglaubt, die zu gut klangen, als dass sie hätten wahr sein können. Später haben wir uns stattdessen genau vor unserer Haustür umgesehen und eine exzellente Lösung gefunden.

Welcher Unternehmer hat Dich am meisten beeinflusst?

Stromberg.

Was bedeutet Work-Life-Balance für Dich?

Unsere Arbeitstage sind meistens sehr lang. Die Geheimwaffe ist die Tischtennisplatte im Büro, die auch als Konferenztisch dient. Zwischendrin einen Satz Tischtennis zu spielen und sich dabei richtig zu verausgaben bewirkt wahre Wunder, wenn man  noch ein paar Stunden an den Rechner muss. *

Welche Technologie wird die nächsten zehn Jahre prägen?

Die Kommunikation zwischen Maschinen wird in zehn Jahren ganz normal sein. Alle Dinge, die uns im Alltag umgeben, werden so manches Potential erst entfalten können, wenn sie vernetzt interagieren. Das wiederum gibt uns Nutzern die Möglichkeit, ein Leben zu führen, dass ressourcenschonender, stressfreier und leichter ist. Und da setzen wir bei Vimcar ja auch an.

* Zwischenzeitlich musste die Platte einem Kickertisch und kürzlich dann einer Dartscheibe weichen – aus Platzgründen. Dafür gibt es jetzt Teamausflüge zum Beachvolleyball und einen Besprechungstisch, der freitags nach Feierabend zur Tischtennisplatte umfunktioniert werden kann. (Anmerkung der Redaktion)

Weitere Informationen rund um das Thema „Unternehmensgründung“ finden Sie auf unserer Gründer Infoseite. Sie finden hier hilfreiche Tipps & Tricks für die eigene Existensgründung.

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