- März 14, 2022
- Lesedauer: 4 Minuten
Die Förderung für den Umweltbonus im Jahr 2024 ist Geschichte. Doch welche Alternativen stehen Unternehmen nun zur Verfügung, um ihre Flotte auf Elektromobilität umzustellen? Lohnt es sich überhaupt noch, diesen Weg einzuschlagen und in eine nachhaltige Zukunft zu investieren? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der aktuellen Diskussion über Elektroauto Förderungen 2024 und ihre Auswirkungen auf den Fuhrpark.
Die Förderlandschaft für Elektroautos im Jahr 2024 ist vielfältig, aber nicht mehr ganz so großzügig wie zuvor. Der Umweltbonus ist abgelaufen. Bereits im Jahr 2023 gab es Einschnitte in die Förderung von Elektroautos, die insbesondere für Unternehmen von Bedeutung waren. Trotzdem boomen Elektroautos. Das zeigt der Trend der Neuzulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA). Im letzten Jahr wurden 524.219 batterieelektrische E-Autos neu zugelassen, das ist ein Plus von 11,4 Prozent gegenüber 2022. Experten bewerten das Auslaufen der Förderung dennoch als Rückschritt der Elektromobilität in Deutschland.
- Seit dem 1. September 2023 erhalten Unternehmen beispielsweise keine staatlichen Zuschüsse mehr. Ursprünglich war geplant, auch die Förderung für Privatpersonen schrittweise abzubauen.. Diese Pläne haben sich jedoch kurzfristig geändert, und seit Dezember 2023 gibt es keine neuen Förderungen für Elektroautos mehr.
Umweltbonus 2024 läuft aus – was nun?
Doch nicht nur finanzielle Anreize spielen eine Rolle bei der Entscheidung für Elektroautos im Fuhrpark. Auch die steuerlichen Vorteile für Unternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nicht zu vernachlässigen. Elektroautos als Dienstwagen werden deutlich geringer besteuert als herkömmliche Verbrenner. Das bedeutet nicht nur finanzielle Einsparungen, sondern unterstreicht auch das Engagement des Unternehmens für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Ein durchaus starkes Argument bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung.
E-Mobilität in Unternehmen: Auf die Planung kommt es an
Die Schaffung einer eigenen Ladeinfrastruktur auf dem Firmengelände ist ebenfalls ein wichtiger Schritt, um die Elektromobilität im Unternehmen zu fördern. Es erleichtert nicht nur den Mitarbeitenden das Laden ihrer Dienstfahrzeuge, sondern kann auch Anreize für den privaten Kauf von Elektroautos setzen. Ein einfacher Zugang zu Ladestationen reduziert Barrieren für nachhaltiges Verhalten und fördert die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen.
Um den Übergang zu einer Elektroflotte erfolgreich zu gestalten, bedarf es jedoch einer sorgfältigen Planung und Analyse. Wichtig sind dabei:
Kilometerleistung
Welche Strecke legen die Fahrzeuge in der Flotte pro Jahr zurück? Diese Kennzahl ist entscheidend, um zu berechnen, wie schnell sich die höheren Anschaffungskosten von Elektrofahrzeugen durch die Einsparungen bei den Kraftstoffkosten amortisieren.
Strecke
Jedoch ist nicht nur die Gesamtstrecke von Bedeutung. Vor allem bei langen Distanzen könnte eine ausschließliche Flotte von Elektrofahrzeugen möglicherweise nicht die beste Wahl sein.

Eigene Ladepunkte
Ohne ausreichende Lademöglichkeiten gibt es keine Möglichkeit für Elektromobilität. Bei der Planung zur Anschaffung von Elektrofahrzeugen muss daher auch berücksichtigt werden, ob, wo und wie viele Ladepunkte das Unternehmen benötigt.
Ladeinfrastrukturplanung
Die Planung der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge ist komplexer als das Tanken von Verbrennungsfahrzeugen. Daher ist der Aufwand für Unternehmen in diesem Bereich größer. Es ist erforderlich, Mitarbeiter zu schulen und möglicherweise ein Flottenmanagement einzurichten.
Nicht jede Flotte ist für eine vollständige Umstellung auf Elektromobilität geeignet. Es kann sinnvoll sein, möglicherweise nur einen Teil der Flotte umzurüsten.
Elektroauto Förderung 2024: Hersteller reduzieren Preise

Seit Beginn des Jahres bieten nahezu alle Automobilhersteller großzügige Rabatte auf eine Vielzahl neuer Elektromodelle an. Diese Preisnachlässe mögen zwar nicht das Niveau der früheren Innovationsprämie erreichen, aber sie sind dennoch teilweise erheblich. Zum Beispiel senkt Renault den Preis für den kompakten Megane E-Tech um bis zu 6700 Euro, wodurch das Basismodell nun ab 35.600 Euro erhältlich ist. Ebenso reduziert Hyundai vorübergehend den Preis für drei seiner E-Modelle um 7000 Euro. Auch andere Hersteller gewähren großzügige Rabatte, um den Umweltbonus auszugleichen und den Verkauf anzukurbeln.
Gibt es zusätzliche Anreize und Einnahmemöglichkeiten, um den Umweltbonus 2024 auszugleichen?
Ja, etwa eine Einnahmemöglichkeit durch die THG-Quote: Eine Möglichkeit für zusätzliches Einkommen bietet derzeit die THG-Prämie. Hintergrund ist die gesetzlich vorgeschriebene Treibhausgasquote (THG-Quote) für Unternehmen. Durch den Handel mit Emissionszertifikaten können Unternehmen derzeit einen Zuschuss von etwa 100 Euro pro Jahr erhalten, wenn sie umweltfreundliche Elektrofahrzeuge besitzen. Es ist daher ratsam, alle Informationen zur THG-Prämie genau zu prüfen und die besten Anbieter zu recherchieren.
Diese weiteren Elektroauto-Förderungen in 2024 gibt es
Die Förderprogramme des Bundes und der Länder bieten zusätzliche Anreize, die den Umstieg auf Elektromobilität finanziell attraktiv machen. Besonders lukrativ können folgende Förderungen für KMU, Selbstständige und Unternehmen sein:
- Charge@BW in Baden-Württemberg
- Förderprogramm Wirtschaftsnahe Elektromobilität (WELMO) in Berlin
- Klimaschutzoffensive für den Mittelstand der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
- Nationales Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie Phase II (NIP) – Maßnahmen der Forschung, Entwicklung und Innovation – Schwerpunkt Nachhaltige Mobilität
- Klimaschutzförderrichtlinie Unternehmen (Land Mecklenburg-Vorpommern)
- Sofortprogramm Saubere Luft BMU
Alle Programme reichen von zinsgünstigen Krediten bis hin zu konkreten finanziellen Zuwendungen für die Ladeinfrastruktur, um die firmeninterne Mobilitätswende voranzubringen. Die Vielfalt der Fördermöglichkeiten kann es Entscheidungsträgern manchmal schwer machen, herauszufinden, welche Förderung sich langfristig am meisten bezahlt macht.
Steuervergünstigungen für Elektrofahrzeuge als Firmenwagen als Vorteil
Unternehmen beweisen durch die Einführung eines umweltfreundlichen Fuhrparks ihre Verantwortung im Umweltschutz. Dadurch sprechen sie insbesondere die jüngeren Generationen auf dem Arbeitsmarkt an und steigern das Ansehen ihres Unternehmens. Doch nicht nur die Arbeitgeber profitieren von dieser Entscheidung, sondern auch die Arbeitnehmer durch Elektrofahrzeuge als Firmenwagen, die attraktive Steuervorteile erhalten.
- Elektrofahrzeuge mit einem Listenpreis von bis zu 60.000 Euro werden monatlich nur mit 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil besteuert.
- Selbst teurere Elektrofirmenwagen unterliegen einer Besteuerung von lediglich 0,5 Prozent anstelle der üblichen 1 Prozent bei konventionellen Fahrzeugen. Neben reinen Elektrofahrzeugen profitieren auch Mitarbeiter, die Plug-in-Hybride als Firmenwagen nutzen, unter bestimmten Voraussetzungen von einer verringerten Besteuerung.
- Diese Voraussetzungen umfassen eine Mindestreichweite von 60 Kilometern im rein elektrischen Modus oder einen CO2-Ausstoß von höchstens 50 Gramm pro gefahrenen Kilometer. In diesem Fall unterliegen die Hybridfahrzeuge ebenfalls einer Besteuerung von 0,5 Prozent als geldwerter Vorteil.
Die Steuervorteile für Elektrofahrzeuge sollen gemäß aktuellen Plänen bis 2030 auslaufen. Interessenten an Plug-in-Hybriden als Firmenwagen sollten daher die politischen Entwicklungen verfolgen, da die geringere Besteuerung möglicherweise schon früher eingeschränkt wird.
Nachhaltiger Fuhrpark: Darum lohnt sich jetzt die Umstellung
Mit ausgewogener Planung nutzt die Fuhrparkumstellung auf E-Mobilität Unternehmen langfristig. Experten gehen jedoch davon aus, dass sich die Fahrzeuge erst ab einer Nutzungsdauer von 4 bis 5 Jahren rechnen. Das ist sicherlich gerade beim Leasing von großer Bedeutung und ist in die Kalkulation einzuberechnen.
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