So bekommen KMU die Digitalisierung hin

Tablet

Der digitale Wandel hat auch den Mittelstand erreicht. Dennoch scheitern vier von fünf Digitalprojekten. Der Grund sind nicht die Mitarbeiter, sondern mangelnde Flexibilität bei der Arbeitsteilung.

Geht es um die Digitalisierung bei kleineren und mittleren Unternehmen (KMU), dann fällt die Umstellung vielen schwer. Die Gründe dafür sind vielfältig. Fragen bei Datenschutz und Sicherheit, fehlende IT-Kompetenzen und besonders der Mangel an der nötigen Verknüpfung bei Projekten untereinander spielen eine entscheidende Rolle. Die Frage lautet: Welche Maßnahmen ergreifen die KMU, um ihr Unternehmen fit für den Wettbewerb zu machen? Eine Möglichkeit: Die Einstellung von neuen Fachkräften oder Weiterbildung des Personals. Dabei sollte man das finanzielle Investment nicht als Hürde sehen, sondern als Investition in die Zukunft. Leider gibt noch keine Blaupause für die Einführung der Digitalisierung im Mittelstand, jeder muss seinen eigenen Weg gehen, kann sich dabei aber beraten lassen.

Unsere Tipps zum Weg in die Digitalisierung

Insellösungen behindern den Aufbau

Unternehmen mangelt es selten an Kraft für technische Innovationen. Ganz im Gegenteil: Viel zu viele Firmen bauen voneinander losgelöste Pilotprojekte auf, die laut einer Accenture-Studie abgebrochen wurden oder keine Wirkung zeigten. Doch wenn Digitalprojekte nach dem Gießkannenprinzip entstehen und keinerlei Verbindung haben, gilt das Scheitern als vorprogrammiert. Nur ganzheitliche Digitalstrategien führen letztlich zum gewünschten Erfolg.

Digitalisierung muss man denken können

Wenn ganzheitlich denkende digitale Experten im Unternehmen fehlen, verhindert das die gelungene Transformation. Laut Accenture gibt es besonders im Mittelstand zu wenig Spezialisten, die in digitalen Geschäftsmodellen denken könnten. Der Bremsklotz der Digitalisierung sei nicht die Belegschaft, sondern die mangelnde Führung. Solange die Verantwortlichen für die Digitalisierung nicht zusammen mit der Belegschaft an dem Thema arbeiten, bleibt der Weg ins neue Zeitalter bloß ein Traum. Letztlich geht es darum, die Unternehmenskultur der jetzigen Zeit anzupassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Weiterbildung als Treiber für Digitalisierung​

Wer einen dauerhaften digitalen Wandel erzeugen möchte, braucht die Mitarbeiter auf seiner Seite. Wandel bedeutet Veränderung – und dafür ist die Weiterbildung der Belegschaft eine wichtige Stellschraube. Sind die Mitarbeiter vom Konzept überzeugt, nehmen in der Regel alle Generationen am Prozess teil. Denn digitale Grundkompetenzen bleiben unverzichtbar für moderne KMU. Laut aktuellen unterschiedlichen Studien haben vier von fünf KMU großen Bedarf an Digitalkompetenzen. Und die Bereitschaft der Beschäftigten zur Weiterbildung ist vorhanden. Nur 13 Prozent der KMU bezeichnen diese Hürde als groß. Allerdings ist es für Unternehmen schwierig, sich umfänglich über passende Weiterbildungsmöglichkeiten zu informieren.

Mitarbeiter an Computern

Mit E-Learning zum Erfolg

Gerade kleine Unternehmen scheuen sich vor den finanziellen Ausgaben der Weiterbildung. Arbeitsausfälle können wegen der geringen Mitarbeiterzahl kaum durch Vertretungen kompensiert werden. Betrieblich finanzierter Weiterbildung und die Freistellung der Mitarbeiter werden deshalb gerne gestrichen. Ein fataler Fehler: Nur durch Weiterbildung, etwa durch E-Learning, lässt sich die Digitalisierung erfolgreich umsetzen.

Diese Förderungen für KMU gibt es

Bund und Länder haben ein großes Interesse daran, KMU bei der Digitalisierung zu fördern. Dazu haben sie einige interessante Fördertöpfe ins Leben gerufen – etwa „Digital Jetzt“. Das Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) richtet sich an Unternehmen mit drei bis 499 Beschäftigten aus allen Branchen. Um sich zu bewerben, muss die Betriebsstätte ihren Sitz in Deutschland haben. Das Förderprogramm teilt sich in zwei Module auf:

  • Investition in digitale Technologien: hier bekommen Unternehmen bei ihren Investitionen in Software und Hardware Unterstützung. Projekte rund um datengetriebene Geschäftsmodelle, Künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Anwendungen, Big Data, Sensorik, 3D-Druck sowie IT-Sicherheit und Datenschutz können finanziell gefördert werden. 
  • Investition in die Qualifizierung der Mitarbeiter: Das Angebot vom Bund soll helfen, Beschäftigte im Umgang mit digitalen Technologien weiterzubilden. Förderfähig sind Maßnahmen, die die Qualifizierung der Mitarbeiter in Richtung Digitalstrategie verbessern. Zuschüsse gibt es zudem für Weiterbildungen, die Kenntnisse in IT-Sicherheit und Datenschutz sowie Basiskompetenzen für das digitale Arbeiten vermitteln. Die Fortbildungsanbieter müssen nach ISO 9001 zertifiziert sein oder eine Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) vorweisen können. Förderungen in einem oder beiden Modulen sind möglich – wobei die maximale Fördersumme 50.000 Euro pro Unternehmen beträgt.

Hinweis: Im Juni 2021 kündigte das BMWi an, das Budget für das Investitionszuschussprogramm „Digital Jetzt“ nochmals deutlich auszubauen. Bis 2024 sollen 250 Millionen Euro zusätzlich in das Förderprogramm fließen, um Investitionen von KMUs in digitale Technologien zu fördern. Bereits für das Jahr 2021 ist eine Budgetverdopplung von 57 auf 114 Millionen Euro angekündigt. So soll die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit deutscher KMUs gestärkt werden.

Förderungen auf Landesebene

Bayern und Thüringen fördert KMU mit dem „Digitalbonus“ für:

  • KI, Cloud, Sensorik sowie IT-Sicherheit
  • Industrie 4.0, datengetriebene Geschäftsmodelle, Warenwirtschaftssysteme,
  • Entwicklung, Einführung und Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen
  • Migration und Portierung von IT-Systemen und -Anwendungen, Hard- und Software für die interne und externe Vernetzung

Nordrhein-Westfalens Initiative für KMU nennt sich wiederum „Mittelstand Innovativ & Digital“. Bei dieser Version der Förderung werden drei Gutscheinvarianten angeboten, die unterschiedliche Ziele verfolgen und verschieden hoch dotiert sind:

  • Der Gutschein „Digitalisierung“ ist mit bis zu 15.000 Euro dotiert, inhaltlich geht es um die Analyse und Umsetzung von Digitalisierungslösungen.
  • Mit dem Gutschein „Analyse“ – Fördersumme ebenfalls bis zu 15.000 Euro – werden vor allem Technologieanalysen für Produkt- oder Dienstleistungsinnovationen und innovative Produktionsverfahren gefördert.
  • Der Gutschein „Innovation“ ist mit bis zu 40.000 Euro dotiert und fördert die Forschung, Entwicklung und Umsetzung im Hinblick auf Innovationsvorhaben.

Weitere Förderungsmöglichkeiten:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Melden Sie sich jetzt
für den kostenlosen
Online-Kurs an!

Melden Sie sich jetzt
für den kostenlosen
Online-Kurs an!

Hiermit akzeptiere ich die AGB und Datenschutzbestimmungen der Vimcar GmbH.

Wir nutzen Ihre Daten zur Bereitstellung unserer Dienstleistung. Durch das Absenden dieses Formulars akzeptieren Sie von uns per Mail und Telefon kontaktiert zu werden. Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen.

Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an und werden Teil unser 5,000 Leser.

Melden Sie sich jetzt
für den kostenlosen
Online-Kurs an!