Zuviel abgezapft: Tankbetrug ist keine Seltenheit

Benzinkosten im Fuhrpark sind keinesfalls zu unterschätzen. Im Gegenteil: Das Tanken stellt gerade für kleine und mittelständische Unternehmen einen großen Kostenfaktor dar. Wird häufig falsch getankt oder gar unrechtmäßig für andere Fahrzeuge Benzin entwendet, dann wird das schnell teuer. Tankbetrug im Unternehmen sollte aus diesem Grund vermieden werden.

Inhaltsverzeichnis

Tankkosten und Tankbetrug im Fuhrpark ​

Benzinpreise sind für viele undurchschaubar. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Tankanbietern können extrem schwanken, variieren und sogar von der Tageszeit abhängig sein. Um trotzdem günstig davon zu kommen, ist es wichtig die Mitarbeiter für die Kraftstoffkosten zu sensibilisieren und Fahrzeuge zur besten Verbrauchsleistung zu optimieren. Zudem kann es gut sein, sich auf einen Tankanbieter festzulegen. Häufig kann dann beim Tanken für die Firmenwagen von Rabatten profitiert werden. Wichtig ist zudem, Tankbetrug im Unternehmen keine Chance zu geben.

Tankbetrug und Abmahnungen verhindern

Tankbetrug kommt in Deutschland bis zu 70.000 mal jährlich vor. Wann es sich rechtlich um einen Tankbetrug handelt, ist ganz genau festgelegt. Das Bezahlen zu vergessen oder ohne zu bezahlen zu tanken allein reicht rechtlich nicht ganz für einen Betrugsfall aus. Die Tat muss vorsätzlich geschehen. Schon vorab muss der Vorsatz gefasst werden, an die Tankstelle zu fahren, Benzin abzuzapfen und dann ohne zu zahlen zu verschwinden. Die Straftat ist durch den Paragraph 246, Absatz 1 des Strafgesetzbuch (StGB) festgelegt:

(1) Wer eine fremde bewegliche Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist. (2) Ist in den Fällen des Absatzes 1 die Sache dem Täter anvertraut, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. (3) Der Versuch ist strafbar.

Strafgesetzbuch (StGB)

Bis zu fünf Jahre Freiheitsentzug können bei einer Anklage wegen Tankbetrugs drohen. Viele Unternehmen haben einen Fuhrpark, auf den Mitarbeiter zugreifen können. Wenn sie dienstliche Fahrten mit einem Poolfahrzeug oder auch einem Firmenwagen unternehmen, übernimmt meist der Arbeitgeber die Kosten. Werden fremde Autos betankt und dann unter dem Wissen, dass dies eigentlich nicht erlaubt ist, dafür die Tankbelege beim Chef vorgelegt, dann handelt es sich um einen Betrug im Arbeitsverhältnis.

So gehen Sie in der Praxis gegen Tankbetrug vor

Person hält Vimcar-UTA-Tankkarte hoch
Das Einsetzen einer Tankkarte wie der Vimcar-UTA-Tankkarte hilft beim Vorbeugen von Tankbetrug.

Manipulation oder Diebstahl der Tankkarten, welcher zu Tankbetrug führt, können immensen finanziellen Schaden anrichten. Umso wichtiger ist es deshalb, sich als Unternehmen dagegen abzusichern. 

Für Arbeitgeber bedeuten Tankkarten eine deutliche Arbeitserleichterung: sie ermöglichen bargeldloses Zahlen und erleichtern Spesenabrechnungen. Das ist die eine Seite. Denn immer wieder kommt es zum Tankkartenbetrug. In den meisten Fällen werden Tankkarten gestohlen und von Banden zum Spritkauf eingesetzt. Die Schäden können dabei in die Millionen gehen. Doch auch Arbeitnehmer missbrauchen die Karten, um ihren privaten Pkw zu betanken. Das hat nicht nur strafrechtliche, sondern auch arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zu Kündigung und Jobverlust. Gegen den Tankkartenbetrug lässt sich allerdings ganz einfach etwas unternehmen.

1. Richtlinien für Mitarbeiter festlegen

Genaue Voraussetzungen für das erlaubte Betanken von Firmenfahrzeugen sollten aus diesem Grund genau festgelegt sein. So kommen Mitarbeiter erst gar nicht in Versuchung, einen Tankbetrug zu begehen. Im Idealfall siedeln Sie die Ehrlichkeit und Unternehmenstreue schon in den zentralen Werten ihrer Firma an und sorgen für eine angenehme Unternehmenskultur. Saubere und gut strukturierte Prozesse sowie transparente Prüf-Routinen helfen bei der Übersicht im Fuhrpark und beugen vorschnellen Anschuldigungen sowie Tankbetrug vor. Eine Empfehlung ist, bereits in der Car Policy und dem Dienstwagenüberlassungsvertrag festzulegen, ob und wie ein Mitarbeiter Zugriff auf eine Tankkarte haben darf. Insbesondere Tankkarten helfen dabei, das Tanken der Mitarbeiter sauber zu dokumentieren und trotzdem die vereinbarten Kosten zu übernehmen. So kann letztendlich beim Tanken gespart werden und zwielichtige Fehltritte bleiben aus.

2. Karte und Pin nie zusammen aufbewahren

Wir kennen es von unseren Kreditkarten – Karte und Pin gehören nie zusammen. Liegt beides im Fahrzeug griffbereit, ist das eine Einladung für Kriminelle. Für eine Tankkarte gelten laut Oberlandesgericht Hamm (Az.: i 19 U 186/10) dieselben Sorgfaltspflichten wie für eine EC-Karte. Im Fall des Verlustes oder Betruges kommt es darauf an, so schnell wie möglich zu reagieren. Je später die Tankkarte gesperrt wird, desto größer der Schaden. Es ist darum ratsam, dass der Fuhrparkmanager klare Benutzungsregeln für Tankkarten aufstellt, etwa im Dienstwagenüberlassungsvertrag oder in einer Zusatzvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Dienstwagennutzer.

3. Haftung bei Verlust oder Diebstahl

TankbetrugOb und wie der Fahrer bei Verlust der Karte durch Diebstahl haftet, hängt von seinem Verschulden ab. So haftet er bei einfacher Fahrlässigkeit in der Regel nicht. Wenn der Arbeitgeber den Fahrer in Regress nehmen möchte, dann aber nur für den Verlust der Karte. Den finanziellen Schaden, den Kriminelle damit anrichten, muss der Fahrer nicht begleichen. Anders sieht die Lage aus, wenn Mitarbeiter bewusst die Tankkarte des Arbeitgebers missbrauchen. Die Folge: eine fristlose Kündigung, weil der Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber vorsätzlich schädigt. Der Arbeitnehmer haftet für Schäden infolge des Verlustes einer Tankkarte nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit.

Das heißt konkret:

  • Bedingter Vorsatz ist anzunehmen, wenn die Tankkarte und PIN einem Dritten zur Verwendung für außerbetriebliche Zwecke überlassen oder für private Zwecke ausgeliehen wird.
  • Grob fahrlässig handelt, wer sein unverschlossenes Fahrzeug an der Tankstelle während des Tankvorgangs unbeaufsichtigt zurücklässt und die Tankkarte offen im Wagen liegen lässt.

Was machen bei Tankbetrug?

Wenn der Arbeitgeber anhand der Belege und des Verbrauchs erkennt, dass er betrogen wurde, muss er das Gespräch mit dem Beschuldigten suchen. Erst nach ausgiebiger Analyse sollte er entscheiden, wie er weiter vorgeht. Anders liegt der Fall, wenn er seinen Mitarbeiter auf frischer Tat erwischt. Dann kann der Arbeitgeber sofort eine Kündigung aussprechen und ein strafrechtliches Verfahren wegen Betruges einleiten.

So schützt man sich vor Tankbetrug & Tankkartenmissbrauch

Vertrauen ist gut, Kontrolle noch besser. Zur Vermeidung von Verwaltungsaufwand werden Tankkarte mit PIN-Code, den Papieren und dem Fahrtenbuch häufig im Fahrzeug belassen. Hier muss der Fuhrparkmanager unbedingt vorher kontrollieren, um sämtliche Haftungsprobleme auszuschließen. Wer sich an bestimmte Vorsichtsmaßnahmen hält, kann den Tankkartenmissbrauch drastisch einschränken. Diese Tipps helfen dabei:

  • Tankkarten im Safe oder abschließbaren Schubladen aufbewahren.
  • PIN niemals zusammen mit der Tankkarte aufbewahren.
  • Tankkarten immer bei sich tragen und das Fahrzeug abschließen.
  • PIN auswendig lernen und immer verdeckt eingeben.
  • Nach einem Diebstahl sofort die Tankkarten sperren lassen.
  • Bei den Tankkartengesellschaften regelmäßig die Kontostände abfragen.
  • Bei Diebstahl oder Betrug Anzeige erstatten.
Tankkartenintegration in Vimcar Fleet
In der Fuhrparksoftware Vimcar Fleet können Tankkarten und die dazugehörige PIN sicher hinterlegt werden.

Tankbetrug verhindern mit der Vimcar-UTA-Tankkarte

Ich stimme den AGB & Datenschutzbedingungen der Vimcar GmbH zu.

Tankbetrug vermeiden - So geht's

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