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Auswirkungen von Stress auf das Fahrverhalten

Hoang Tam Pham | July 29, 2020

Stress und Ablenkung im Straßenverkehr sind nicht nur gefährlich für den Fahrer selbst, sondern auch sein Umfeld. Welche Auswirkungen diese haben und wie Sie Ihre Fahrer für ein sicheres Fahrverhalten sensibilisieren können, erfahren Sie hier. 

Handynutzer zahlen

Kurz auf das Handy geschaut oder schnell zur Wasserflasche gegriffen: Auf den ersten Blick banal erscheinende Taten führen nicht nur zu Unfällen, sondern bringen Bußgelder und Strafen. Denn das Telefonieren am Steuer ist verboten, genauso wie die Nutzung anderer Handyfunktionen wie das Lesen von Textnachrichten. Wer trotzdem zum Handy greift muss mit 100 Euro Strafe sowie einem Punkt in Flensburg rechnen. Gefährdet der Fahrer währenddessen sein Umfeld oder geht eine Sachbeschädigung damit einher, fallen 150-200 Euro, 2 Punkte in Flensburg sowie 1 Monat Fahrverbot an.

Übrigens gibt es in allen europäischen Ländern Geldstrafen für die Handynutzung am Steuer. In Großbritannien zahlt man z. B. mindestens 230 Euro, in Estland ganze 400 Euro.

Auswirkungen von Ablenkungen auf den Fahrer

Das Ablenkungen wie die Handynutzung nicht nur in Strafen, sondern auch in Unfällen enden können, hat eine Studie des ADAC gezeigt. Dabei wurde getestet, wie der Fahrer in seinem Fahrverhalten beeinflusst wird.  Was passiert z. B. wenn ein Fahrer zur Trinkflasche greift, eine Nachricht liest oder etwas aus dem Handschuhfach holt? Das erschreckende Ergebnis: Alleine bei der Aufgabe, Taschentücher aus dem Handschuhfach zu holen, gerieten  ⅔ der Fahrer für 1,5 bis 2,6 Sekunden auf die Gegenfahrbahn. Im Durchschnitt wendeten Fahrer für 3 Sekunden den Blick von der eigenen Fahrbahn ab, wodurch ein Blindflug von 35 Metern zurückgelegt wurde.

Blindflug im Straßenverkehr bedeutet, dass der Fahrer von der Fahrbahn wegschaut und daher nicht auf einen plötzlichen Gegenverkehr reagieren kann. Wer bereits wenige Sekunden wegschaut, legt viele Meter blind zurück und kann einen Unfall verursachen.

Viele Fahrer unterschätzen, welche Auswirkungen kurze Ablenkungen haben. Sie glauben, multitaskingfähig zu sein. Wer im Berufsalltag viel mit dem Fahrzeug unterwegs ist, sollte jedoch besonders achtsam und vernünftig im Straßenverkehr sein:

Das ist schlichte Selbstüberschätzung. Multitasking ist ein Mythos - und im Straßenverkehr schnell tödlich. Wer bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h nur für eine Sekunde unaufmerksam ist, legt in dieser Zeit 14 Meter blind zurück. In drei Sekunden bei 100 km/h sind es bereits 83 Meter. Auf Unvorhergesehenes rechtzeitig zu reagieren, ist dann nicht mehr möglich.

Christian Kellner