Sind Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst? Fuhrparkleiter haften für die Flotte

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Als Fuhrparkleiter müssen Sie sich über Ihre gesetzlichen Pflichten im Klaren sein, denn das Gesetz kennt kein Pardon. Lassen Sie sich also nicht einfach von der Halterhaftung überrumpeln, sondern informieren Sie sich genau, was das für Sie bedeutet.

Nicht zuletzt um sich vor zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen zu schützen, sollte ein Fuhrparkleiter sich genauestens mit fuhrparkrelevanten Gesetzen und Pflichten auseinandersetzen. Eine versäumte Führerscheinkontrolle kann beispielsweise nach Paragraf 21 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) im schlimmsten Fall zu einer Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr führen.

Wer haftet wann?

Wenn im Straßenverkehr ein Schaden entsteht, oder sogar ein Mensch verletzt wird, haftet neben dem Fahrer oftmals auch der Fahrzeughalter. Doch wer genau ist das denn nun?

Ein Fahrzeughalter ist derjenige, der die Verfügungsgewalt über ein Fahrzeug hat, dafür zahlt und es in eigenem Interesse selbst nutzt oder anderen dazu die Erlaubnis erteilt.
Das bedeutet, wenn ein Unternehmen die Fahrzeugkosten, wie Steuer, Versicherungen, oder Betriebskosten etc. für Poolfahrzeuge trägt, ist zunächst einmal die Geschäftsleitung der Fahrzeughalter. Die Verantwortung kann jedoch auf einen Verantwortlichen übertragen werden. Die gewählte Person muss sich im Klaren darüber sein, dass sie eine große Verantwortung auf sich nimmt, wenn sie vertraglich einwilligt, die Halterhaftung eines Unternehmens zu übernehmen. Aus diesem Grund sollte eine persönlich und fachlich geeignete Person gewählt werden – im besten Fall ein erfahrener Fuhrparkleiter. Da jedoch gerade in kleineren Unternehmen, der Fuhrpark eher nebenbei verwaltet wird, ist die zuständige Person meist keinesfalls so geschult, wie sie es eigentlich sein müsste.

Die Pflichtlektüre für den Fahrzeughalter

Diese Paragraphen sollten Sie im Auge haben, wenn Sie als Fuhrparkleiter nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten wollen.

1. Versicherungsrecht: Haftpflicht, Teil- und Vollkasko, VVG
2. Steuerrecht: Kfz-Steuer, Lohnsteuer, Fahrtenbuch
3. Datenschutz: BDSG und DSGVO
4. Strafrecht: Ordnungswidrigkeiten, Führerscheinkontrolle
5. Verwaltungsrecht: Fahrtenbuchauflage, Lenk- und Ruhezeiten
6. Arbeitsrecht: Car Policy, Dienstwagenüberlassung, Arbeitsverträge
7. Zivilrecht: Haftung, Kauf und Leasing
8. Schadenregulierung: Halterhaftung
9. UVV-Vorschriften: Ladungssicherung
10. EU-Recht

Sobald Ihnen die wichtigen Gesetze bekannt sind, müssen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden, dass möglichst wenige oder im Idealfall keine Schadensfälle entstehen, für die Sie zur Haftung herangezogen werden können. Führen Sie genau Buch darüber wann welche Kontrollchecks am Fahrzeug oder beispielsweise auch die gesetzlich vorgeschriebene Führerscheinkontrolle durchgeführt wurden. Automatisierte Prozesse beispielsweise via eine Fuhrparkmanagement-Software können dabei helfen, den Überblick über die kleinteiligen Schritte zu behalten.
Weiterhin ist es ratsam einen ordentlichen Dienstwagenüberlassungsvertrag aufzusetzen, der für Sie und Ihre Fahrer genau festlegt, wer für was genau verantwortlich ist. Nicht zu vernachlässigen ist zudem der Datenschutz! Informieren Sie sich in unserem ebook zum Datenschutz im Fuhrpark über alles was diesbezüglich beachtet werden muss.

Um keine wichtigen Termine wie die Prüfung der Unfallverhütungsvorschriften zu verpassen, ist es ratsam eine übersichtliche Tabelle zu führen. Wie solch eine digitale Übersicht aussieht, erfahren Sie hier.

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